FILTH IS ETERNAL - Impossible World
Mehr über FILTH IS ETERNAL
- Genre:
- Punk Rock / Industrial Rock / Gothic Rock
- ∅-Note:
- 7.50
- Label:
- MNRK Heavy
- Release:
- 17.03.2026
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Tatsächlich unendlich schmutzig?
Gesellschaftliche Missstände herausposaunen und dabei den Anklageton möglichst laut und energisch formulieren, das kennt man aus der punkigen Sektion des Industrial Rocks nicht bloß von Al Jourgensen und seinen Mitstreitern bei MINISTRY. Inzwischen hat sich die Szene gerade in politischen Dinge wieder sehr breit aufgestellt und eifert ihren einstigen Wortführern mit größtmöglicher Inbrunst nach.
Dass es dabei nicht immer ganz so radikal zugehen muss wie beim Original, haben die Jungs von FILTH IS ETERNAL ebenfalls verstanden. Manchmal sind Botschaften und Statements vielleicht auch nachhaltiger, wenn man sie selbstbewusst und relativ schnell mitsingen kann, eine Eigenschaft, die auch das Debütalbum "Love Is A Lie, Filth Is Eternal" vor fünf Jahren schon auszeichnete. "Impossible World" geht hier sogar noch einen Schritt weiter und bietet Singalongs bis zum Abwinken. Zwar allesamt noch in ein grobes Industrial-Rock-Setting eingebettet, aber diesmal noch viel mehr Punk Rock und New Wave als seinerzeit beim Erstling.
Hier sollen möglicherweise auch gezielt Hits produziert werden, jedoch mit genügend schmutzigem Beigeschmack, dass man nicht sofort den kompositorischen Sellout verkünden mag. Nein, ganz im Gegenteil: FILTH IS ETERNAL ist dann auch weiterhin entsprechend filthy, bedient sich bei allen Nebenschauplätzen der dreckigen alternativen Rockmusik und beschließt das Ganze mit Elementen aus Gothic, Post Rock und Hardcore. Aber eben alles derart dezent, dass hier kein konsequenter Stilbruch betrieben wird.
Trotzdem ist es nicht die leichteste Aufgabe, die sich bietenden Kontraste derart spannungsvoll aufzubereiten, dass man nicht den Faden verliert, aber auch hier zeigt sich die Truppe relativ souverän. Einzig und alleine der Umstand, dass die Gitarren gelegentlich etwas verwaschen klingen und die tatsächlich gebotene Abwechslung manchmal nicht so klar spürbar ist, ist als leichter Wermutstropfen zu betrachten - und der bisweilen etwas limitierte Gesang von Frontschreihals Lis DiAngelo.
Ist man damit allerdings fein, erhält man auf "Impossible World" bestes und vor allem einprägsames Industrial-Rock-Entertainment klassischer Machart. Und - das muss man ja leider so sagen - das geschieht mittlerweile längst nicht mehr in regelmäßigen Abständen.
- Note:
- 7.50
- Redakteur:
- Björn Backes


