EYE OF MELIAN - Forest Of Forgetting
Mehr über Eye Of Melian
- Genre:
- Symphonic Metal
- ∅-Note:
- 5.00
- Label:
- Napalm Records
- Release:
- 20.02.2026
- Of Willows And Shadows
- Symphonia Arcana
- Child Of Twilight
- Elixir Of Night
- Blackthorn Winter
- Lady Of Night
- Dawn Of Avatars
- Forest Of Forgetting
- The Buried Well
- The Mirror
- Nepenthe
- Tears Of The Dragon
Kuschelbombast im Garten Eden.
Es ist gut und richtig, dass es für Bands wie EYE OF MELIAN eine größere Szene gibt, schließlich sind Vorlieben für symphonische Kost selbst in der Metal-Community recht stark ausgeprägt, so dass die neue Truppe von Martijn Westerholt (DELAIN) und Johanna Kurkela (AURI) auch hier ein Publikum finden sollte. Wenngleich man den musikalischen Output des frisch erstellten Projekts sicherlich nicht in den metallernen Topf werfen sollte. Denn da hat "Forest Of Forgetting" musikalisch nichts zu suchen.
Was jetzt schon wie eine fatele Disqualifikation klingt und womöglich sogar wieder eine Grundsatzdiskussion auslösen könnte, darf aber an manchen Stellen nicht einfach übersehen werden. Denn auch wenn Label und Vertrieb das Debütalbum der finnisch-niederländischen Combo als symphonischen Metal anpreist, enthalten die zwölf neuen Songs nicht einen einzigen Part, in dem auch mal krachende Gitarren oder gar rockige Vibes die kammermusikalische Ruhe "stören". Fernab jedweder Gatekeeper-Attitüde muss dann auch mal klar gesagt werden, dass die überproportionale Verwendung des Metal-Begriffs vielleicht nicht an jenen Stellen überstrapaziert werden sollte, wo er nicht hingehört. Aber das sind nur meine persönlichen Statements und Haltungen in dieser Sache.
Dass "Forest Of Forgetting" für die entsprechende Klientel durchaus spannende, Soundtrack-artige Gebilde erstellt, ist derweil nicht in Abrede zu stellen. Madame Kurkela trällert elfengleich zu jedem sich anbietenden Streicherensmble, an den Keyboards gibt es Epic-Hollywood-Reminiszenzen noch und nöcher und eine gewisse Dramaturgie gibt dem Album genügend Atemluft und Entwicklungsspielraum. In der Performance kann man eigentlich keine berechtigt kritischen Worte anbringen, weil die einzelnen Puzzlestücke prima ineinander greifenn und auch ein stimmiges Gesamtbild erschaffen. Verfechter einer gewissen Lagerfeuerromantik mit seichten Orchestrierungen kommen folglich ganz bestimmt auf ihre Kosten und werden womölglich auch billigen, dass EYE OF MELIAN Bruce Dickinson's Monsterballade 'Tears Of The Dragon' peinlich entstellt.
Für meinen Geschmack ist das jedoch alles zu berechnend und zu sehr auf Erfolg getrimmt, um nicht zu sagen, hier liegt ein sehr deutliches kommerzielles Kalkül zugrunde, das dann unter dem Metal-Tarnvorhang verkauft werden soll. Das ist eines versierten Songschreibers wie Westerholt eigentlich nicht würdig, aber derzeit wohl die Realität im symphonischen Sektor: ein bischen Tränendrüse, eine himmlische Stimme und ein bisschen Bombast reichen offenbar schon aus, um einen anständigen Deal zu erlangen. Sei's drum, man muss es ja nicht kaufen...
- Note:
- 5.00
- Redakteur:
- Björn Backes


