EVOKED ECLIPSE - The Cries Of Evil
Mehr über Evoked Eclipse
- Genre:
- Melodic Death Metal / Dark Metal
- ∅-Note:
- 7.50
- Label:
- My Kingdom Music
- Release:
- 06.02.2026
- Enchantment
- The Cries Of Evil
- Land Of The White Spirit Lady
- Mournishments
- The Watch Of Spirits
- Drops Of Blood
- Illusions Of The Life
- Ascension
Melodic Death in seiner finsteren Ursprungsvariante.
Den melodischen Death Metal aus dem skandinavischen Raum hat EVOKED ECLIPSE-Mastermind Max Havler zweifelsohne mit der Muttermilch aufgesogen - und auch seinen finsteren Kontrapart, den seinerzeit Acts wie DISSECTION und KATATONIA geprägt, mitbestimmt und letzten Endes auch definiert haben. Dass die Heroen aus Schweden und näherer Umgebung einen mächtigen Impact auf das frische Material des aktuellen Projekts des einstigen OPHIDIAN- und SHRIVEL-Hauptakteurs hat, möchte der Gitarrist und Frontmann daher auch gar nicht erst verleugnen. Das könnte er auch nicht, da die neue Scheibe so tief in die Gefilde von einstigen Heroen wie NAGLFAR und gleichzeitig in die direkte Umgebung der ganz frühen OPETH- und DARK TRANQUILLITY-Releases eindringt, dass man sich als Verfechter des ganz frühen, finsteren und gleichsam melodischen Elchtods eigentlich gar nicht wegdrehen kann, ohne dabei mindestens einmal begeistert die Faust in die Höhe gereckt zu haben.
Dennoch ist "The Cries Of Evil" nicht an allen Ecken und Enden begeisterungsfähig, was primär damit zusammenhängt, das EVOKED ECLIPSE die neuen Stücke phasenweise so breit in die Länge zieht, dass die Spannungskurven einen kleinen Knick bekommen. Tracks wie beispielsweise 'Illusions Of The Life' und 'The Watch Of Spirits' werden mit allen Zutaten bestückt, die in den frühen 90ern bereits als zeitlose Inhalte definiert wurden, jedoch fehlt es in den Arrangements gerade nach hinten raus an spannenden Breaks, mit denen die Band noch mal nachsetzen könnte. Es entsteht zwar keine direkte Lethargie, aber eine gewisse stilsitische wie inhaltliche Unentschlossenheit hat auch im Nachhall Bestand und nimmt gelegentlich die Freude an den eigentlich durchweg starken Ansätzen.
Wenn es auf "The Cries Of Evil" jedoch ein wenig infernalisch zugeht und der Black Metal in Reichweite gerät, spielt EVOKED ECLIPSE alle bestehenden Stärken aus und kann sich manches Mal erfolgreich auf das DISSECTION-Pferdchen setzen. Der Titelsong ist hier eine klare Blaupause und eine der besten Nödtveidt-Hommages der letzten Jahre, und als solche auch entsprechend wertzuschätzen. Auch das vergleichsweise epische, eher dem Doom zugewandte 'Land Of The White Spirit Lady' kann mit einigen Early-LACUNA COIL-Vibes eine gewisse Eleganz aufweisen, die als Kontrastmittel zu den eher radikaleren Vorstößen gerne genommen wird und das Portfolio von EVOKED ECLIPSE noch einmal deutlich auffrischt.
Auch wenn noch nicht alles Gold ist, was auf "The Cries Of Evil" glänzt, so hat die Truppe doch so manches Eisen im Feuer, mit dem man sich bei der Zielgruppe mit Überzeugung bewerben darf. Wenn das Songwriting künftig noch etwas kompakter ausfällt, dürften auch beide Daumen steil in die Höhe gehen!
- Note:
- 7.50
- Redakteur:
- Björn Backes


