DYMYTRY PARADOX - Born From Chaos
Mehr über Dymytry Paradox
- Genre:
- Modern Metal / Rock
- ∅-Note:
- 8.00
- Label:
- Reaper Entertainment
- Release:
- 16.01.2026
- Red Sky Remains
- War Beneath My Skin
- Born From Chaos
- Sun Of A Broken God
- Reignite Me
- Empire Of The Fallen
- Overmind
- Oxygen Is Not Included
- Grave With No Name
Ein wohltuendes Callback auf vergessene Nu-Metal-Zeiten ohne wirkliches Highlight.
"Born From Chaos" von DYMYTRY PARADOX ist ein Album, das sich zu seinen Wurzeln bekennt und gerade daraus seine Stärke zieht. Statt modernen Metal-Trends stoiisch zu folgen oder sich stilistisch zu verzetteln, setzt die Band konsequent auf einen Sound, der stark an den Nu Metal der Jahrtausendwende erinnert.
Das Ergebnis ist kein nostalgischer Abklatsch, sondern ein bewusster Rückgriff auf eine Ära, in der schwere Riffs, markante Grooves und eine direkte emotionale Ansprache im Mittelpunkt standen. Genau dieser Ansatz macht das Album so zugänglich und zugleich erstaunlich frisch. Schon nach kurzer Zeit wird klar, dass "Born From Chaos" vor allem über Atmosphäre und Energie funktioniert.
Die Gitarren sind tief gestimmt und wuchtig, ohne sich in technischer Überfrachtung zu verlieren. Stattdessen dominieren prägnante Riffs, die sich sofort festsetzen, getragen von einer Rhythmussektion, die Groove klar über Komplexität stellt. Das erinnert wohltuend an die Zeit, als Metal noch weniger verkopft war. DYMYTRY PARADOX greift diesen Geist auf und übersetzen ihn in einen zeitgemäßen, sauber produzierten Sound.
Auch gesanglich passt sich das Album perfekt in dieses Gesamtbild ein. Die Vocals wechseln zwischen kraftvoller Aggression und eingängigen, fast hymnischen Passagen, ohne dabei ins Beliebige abzurutschen. Besonders auffällig ist, dass die Band auf übertriebene Effekthascherei verzichtet. Stattdessen steht eine direkte, unverstellte Performance im Vordergrund, die Authentizität ausstrahlt. Das trägt entscheidend dazu bei, dass das Album trotz klarer Referenzen eigenständig wirkt und nicht wie eine reine Stilübung. Die Songs wollen nicht überwältigen, sondern mitreißen – und genau das tun sie.
Natürlich ist "Born From Chaos" kein Album, das das Genre neu erfindet. Wer Innovation oder progressive Experimente erwartet, wird hier nicht übermässig fündig. Doch genau darin liegt auch der Reiz. Die Musiker von DYMYTRY PARADOX wissen sehr genau, was sie tun, und stehen selbstbewusst zu ihrer stilistischen Ausrichtung. Das Album fühlt sich wie ein wohltuender Callback an eine Zeit an, in der Nu Metal seine größte Strahlkraft hatte, ohne dabei altbacken oder rückwärtsgewandt zu wirken.
Der größte Kritikpunkt ist dabei, dass das Album zwar durch die Bank sehr gut ist, jedoch schafft es kein einziger Song großartig herauszustechen und sich bei mir festzusetzen. Es gibt einzelne Passagen, die ich gerne mitsingen würde, jedoch fällt es mir sehr schwer, diese in den einzelnen Liedern zu verorten. Am Ende kann "Born From Chaos" daher vor allem durch seine Konsequenz überzeugen, nicht durch Highlights. Es ist ein Album, das Spaß macht, Druck entwickelt und dabei ein klares musikalisches Profil zeigt.
Kein Song bleibt langfristig im Gedächtnis, aber als geschlossenes Werk funktioniert die Platte hervorragend. Für Fans von groovigem, erdigem Metal mit deutlichen Nu-Metal-Einflüssen ist dieses Album eine klare Empfehlung – ein starkes, ehrliches Album, das genau weiß, woher es kommt und was es sein will, leider ohne wirklichen Kracher oder Hymne.
- Note:
- 8.00
- Redakteur:
- Chris Schantzen


