DREAMWORM - The Journey (Deluxe Edition) (EP)
Mehr über Dreamworm
- Genre:
- Alternative Rock /Alternative Metal
- Label:
- Eigenproduktion / Eigenvertrieb
- Release:
- 03.04.2026
- Dissolve
- Tranceform
- Lightspeed
- Lost
- Tranceform (Koil Statik Remix)
- Lightspeed (Koil Statik Remix)
- Lost (Koil Statik Remix)
- Dissolve (Koil Statik Remix)
Überraschend unterhaltsame Remix-Erweiterung.
Das australische Quartett DREAMWORM, das ursprünglich von Gitarrist und Sänger Tom Lee Christen gegründet wurde, um den Kampf mit seinen inneren Dämonen zu verarbeiten, beschreibt seine Musik recht lapidar als Alternative Rock und verkauft sich damit meines Erachtens nach weit unter Wert, denn der von jeglichen Scheuklappen befreite Stilmix hat sehr viel Eigenständigkeit zu bieten. Nachzuhören war das bereits auf der EP "The Journey", die ursprünglich im Januar 2024 veröffentlicht wurde und nun in einer Deluxe-Edition mit vier Remixen von Electro-Produzent Koil Statik erscheint, wodurch die Trackliste auf insgesamt acht Einträge verdoppelt wird.
Los geht es dabei mit den vier bekannten Tracks, die wie gerade erwähnt einen durchaus unterhaltsamen und breit gefächerten Stilmix präsentieren. So klingt der Opener 'Dissolve' zu Beginn durchaus wie ein grooviger Alternative-Rocker mit Metal-Färbung, bekommt aber spätestens beim Refrain eine deutliche Gothic-Schlagseite, nur um sich schlussendlich im Finale auch noch an einigen stampfenden Industrial-Riffs zu versuchen. 'Tranceform' setzt bei diesen eher simplen RAMMSTEIN-Riffs an und ist auch bei den tanzbaren Keyboard-Einlagen dicht am Werk der deutschen Metaller, hebt sich aber mit dem erneut von Gothic-Einflüssen geprägten Gesang doch wohltuend von den gerade genannten Vorbildern ab, auch wenn das Songwriting nicht ganz so zwingend daherkommt wie beim vorherigen Track. 'Lightspeed' ist dagegen fast schon in Prog-Metal-Gefilden unterwegs und verschafft sich mit treibenden Drums eine eigene Nische im Bandsound, bevor 'Lost' gleich alle bis hierher genutzten Einflüsse in einen Topf schmeißt und sie zu einem kompakten und unterhaltsamen Song vereint. So bleiben unter dem Strich zwei starke Tracks und zwei eher durchschnittliche Songs als Fazit zur ersten EP-Hälfte.
Deutlich spannender wird es beim frischen Material, bei dem uns Koil Statiks Interpretationen der vier eben gehörten Tracks präsentiert. Nun können Elektro-Remixe von Metal- oder Rocksongs fürchterlich daneben gehen oder, wie im Falle von KORNs "The Path Of Totality", durchaus unterhaltsam sein. Glücklicherweise gilt letztere Kategorisierung auch für "The Journey", denn Koil Statik findet in seinen Aufbereitungen der bestehenden Songs zumeist genau die richtige Balance zwischen Rock- und Metal-Anteilen und den elektronischen Industrial-Versatzstücken, sodass wir schlussendlich ganz nah beim Spätwerk von NINE INCH NAILS landen. Gerade die Remixe von 'Tranceform' und 'Lightspeed' gefallen mir dabei besonders gut, während 'Dissolve' vielleicht den Kitsch-Äquator ein wenig überschreitet und zu sehr auf tanzbare Synthesizer setzt.
Insgesamt bleibt der Remix-Abteil der EP aber überraschenderweise eine angenehme Bereicherung, die sich durchaus hören lassen kann. Ob das für eher traditionell geprägte Fans als Anreiz genügt, sich diese EP erneut anzuschaffen, wage ich dagegen zu bezweifeln. Eine separate Veröffentlichung einer Remix-EP wäre daher vielleicht der bessere Weg gewesen, denn so ist "The Journey (Deluxe Edition)" doch auf eine schmale Zielgruppe zugeschnitten, die sich im Rock-, Metal- und Electro-Sektor gleichermaßen wohlfühlt.
- Redakteur:
- Tobias Dahs


