DORFTERROR - Schreikinder
Mehr über Dorfterror
- Genre:
- Punkrock / Deutschpunk
- ∅-Note:
- 7.50
- Label:
- Dackelton Records
- Release:
- 06.03.2026
- Alle sind allein
- Und machen nie mehr mit
- Drei Akkorde, trotzde nice
- Welt zu klein
- Oh Panama
- Kein Fußbreit
- Blaue Haare
- Kein Lied vom Teilen
- Lotterie des Lebens
- Fassaden
- Gründe Hölle
- No Future Kide
- Nur mit Euch
Die Zukunft des Deutschpunks!?
Obwohl DORFTERROR bereits seit 2018 existiert, kann die Gruppe immer noch als jung gelten. Immerhin haben die Freunde als Schülerband angefangen und ihre ersten EPs sowie ihr erstes Album "Zivilisation & Abgrund" im Jahr 2022 noch selbst im Keller aufgenommen. Doch dieser Keller wird zu klein. Mit einem Vertrag bei Dackleton Records geht es nun mit "Schreikinder" hinaus in die große weite Welt.
Schon beim ersten Song 'Alle sind allein', der als ruhiges und atmosphärische Intro dient, wird in Kombination mit dem folgenden 'Und machen nie mehr mit' klar, dass DORFTERROR frustiert und wütend über die gesellschaftliche Situation ist. Dabei ist der musikalische Einteig überraschend schwierig. Zwar leiten die Gitarten bei 'Und machen nie mehr mit' wunderschön ein, doch der Song ist mit seiner eher niedrigen Geschwindigkeit und seiner Länge ein schwieriger Auftakt. Das folgende 'Drei Akkorde, trotzdem nice' ist zwar eine flapsige und lockere Gute-Laune-Liebeserklärung an den Punkrock, doch so richtig mag sich der Flow noch nicht einstellen. Das ändert sich erst mit 'Welt zu klein'. Der Song bietet alles, was DORFTERROR am besten kann: Geschwindigkeit, melodiöse Leadgitarre und Refrains zum Mitsingen. Dazu eine gehörige Portion Wut und Frustration, die authentisch vorgetragen wird.
Auf 'Schreikinder' gibt es weitere Tracks dieser Kategorie: 'Oh Panama', 'Kein Fußbreit' oder 'Kein Lied vom Teilen' bieten deutschsprachigen Punkrock auf höchsten Niveau. Dabei unterscheidet sich DORFTERROR von anderen neuen deutschsprachigen Punkbands, wie TEAM SCHEIßE, durch die musikalische Geradlinigkeit mit klassischem Deutschpunksound ohne moderne Einflüsse von Indie, Rap und Co.
Das macht beim Hören definitiv Spaß, auch wenn die Texte eine andere, ernste Richtung vorgeben. Die Lyrics sind in der Regel direkt gehalten und werfen einen absolut kritischen Blick auf das Zeitgeschehen. So werden Themen wie Querfrontideologien, Faschismus oder übertriebener Neoliberalismus aus Sicht der jungen Generation Z nicht nur geschildert, sondern vollkommen angepisst problematisiert. Da kann dem Quartett auch gerne mal die etwas übertriebene Szene- und Freundschafts-Folklore über Zusammengehörigkeitsgefühl in Liedern wie 'Blaue Haare' oder 'Nur mit euch' verziehen werden.
Ein besonderes Highlight sind schließlich noch 'No Future Kid' und 'Fassaden'. Beide Songs sind zwar bereits auf der "No Future Kid"-EP erschienen, jedoch für "Schreikinder" neu aufgenommen worden. Ohne übertreiben zu wollen, gehören die beiden Lieder mit zu dem Besten, was im deutschsprachigen Punk in den letzten fünf Jahren erschienen ist. Vor allem die spürbare Wut in 'Fassaden' über die Gentrifizierung und die schwierige Situaton um das Ex-Haus in Trier steckt an und nimmt einen mit.
Unterm Strich steht somit ein erstes gelungenes Album auf einem größeren Label für DORFTERROR. "Schreikinder" zeigt das definitiv vorhandene Potential der Band auf, das bei einem Nachfolger sicher noch weiter ausgereizt werden kann. Geschieht dies, kann die Gruppe die Zukunft des Deutschpunks sein.
- Note:
- 7.50
- Redakteur:
- Dominik Feldmann


