CRUEL FORCE - Haneda
Mehr über Cruel Force
- Genre:
- Heavy Metal
- ∅-Note:
- 9.00
- Label:
- Shadow Kingdom Records
- Release:
- 27.03.2026
- The Cross
- Whips A Swinging
- Savage Gods
- Sword Of Iron
- Crystal Skull
- Warlords
- Black Talon
- Titan's Awakening
- Haneda
Wahnwitziger Ritt durch den Oldschool-Speed-Metal.
Die Deutschen CRUEL FORCE galten vor etwa 15 Jahren als kommende Helden des Black Thrashs. Doch leider verabschiedete sich die Band vorübergehend länger. "Haneda" ist jetzt das zweite Album seit dem Comeback. Schon der Vorgänger "Dawn Of The Axe" war klasse, ist aus mir unerklärlichen Gründen aber nicht in der CD-Sammlung gelandet. Das wird mir bei "Haneda" nicht noch mal passieren. Was für ein phänomenales Artwork! Allein der Anblick führt doch bei qualitätsbewussten Traditionsmetallern zum Kauf.
Das Scheibchen verzichtet weitgehend auf die früheren schwarzmetallischen Einflüsse. Geboten wird eher extrem speediger Metal, der teils Richtung Thrash tendiert, aber auch ordentliche True-Metal-/Traditionalisten-Anleihen hat. Späte Achtziger-Truppen in Deutschland, aber auch in den USA, zählen fraglos zu den Haupteinflüssen von CRUEL FORCE. Während ich beim Anhören der frühen Alben an DESASTER oder DESTRÖYER 666 dachte, oder auch an die zeitgleich aktiven KETZER, habe ich heute eher AGENT STEEL, HOLY TERROR oder ANGEL DUST im Ohr. In manchen Momenten denke ich an BÜTCHER, aber letztlich verzichtet "Haneda" weitgehend auf Black Metal. Mich persönlich stört das überhaupt nicht. Dieses Album bietet absoluten Kuttenträger-Stoff für die "Keep it True"- oder "Trveheim"-Festival-Fraktion. Dabei bleibt das Gaspedal über die ganze Spieldauer hinweg durchgedrückt. Das erinnert mich alles sogar ein wenig an thrashige Todesmetall-Bands, die oft ebenso wahnwitzig das Schlagzeug zertrümmern und irre Läufe auf der Gitarre vor sich hingniedeln. Der Gesang, der teils ins Halbverrückte abdriftet, sorgt aber natürlich für eine ganz andere Färbung. Die Titel der Songs lesen sich eins zu eins wie jene einer True-Metal-Band, und das ist auch gut so.
Es fällt mir schwer, persönliche Song-Highlights hervorzuheben, da das Grundschema oft ähnlich ist. Das ist ausdrücklich nicht negativ gemeint. Die RAINBOW-Gedächtnis-Harmonien bei 'Crystal Skull' will ich aber unbedingt positiv hervorheben. Aus dem Rahmen fällt auch etwas das stampfigere 'Warlords'. Desweiteren ist natürlich der neunminütige Titeltrack zu erwähnen. Erstaunlicherweise handelt es sich hierbei in keinster Weise um einen Epos; neun Minuten lang wird das Gaspedal ziemlich durchgedrückt. Und das passt gut! Starkes Ding.
Ich bin überzeugt: "Haneda" ist eines der richtig starken traditionellen Metal-Alben dieses Jahres und dürfte in etlichen Jahresend-Charts eine gute Rolle spielen. Wer auf Speed Metal steht, auf traditionellen Kutten-Metal oder auch auf schnellen, nicht allzu brutalen Thrash, der kommt an diesem Album nicht vorbei.
Anspieltipps: Savage Gods, Crystal Skull, Haneda.
- Note:
- 9.00
- Redakteur:
- Jonathan Walzer


