CHALICE (FIN) - Divine Spear
Mehr über Chalice (FIN)
- Genre:
- Heavy Metal / Heavy Rock / 70s Prog
- ∅-Note:
- 7.50
- Label:
- Dying Victims Productions
- Release:
- 27.02.2026
- Mare Imbrium
- Dwell Of A Stellar Trance
- Hollow Curtain
- The Pact
- Age Ethereal
- Divine Spear
- Empyrean Liturgy
- In From The Cold
- Alioth
Instrumental wieder toll, gesanglich doch recht limitiert.
Das muss man den Jungs von CHALICE aus Helsinki ja lassen: Sie beweisen wieder einmal exquisiten Geschmack bei ihrem Artwork. War es auf dem Debüt "Trembling Crown" aus dem Jahr 2020 noch ein Werk von William Blake, das für die Gestaltung des Covers herangezogen wurde, so ist es dieses Mal ein Blatt von Gustave Doré aus seiner Serie zu Edgar Allan Poes Gedicht "The Raven". Diese Grafik schmückt übrigens auch einen Band der Reihe Penguin Classics von H. P. Lovecraft.
Das Zweitwerk von CHALICE kommt nun sechs Jahre nach dem Erstling, und man hört, dass die Finnen konzentriert am bandeigenen Sound getüftelt haben. Zwar hört man weiterhin sofort, dass hier das Quartett aus Helsinki musiziert, aber bestimmte Zutaten, wie Querflöte oder Chöre im Hintergrundgesang, sind doch neu und gleichzeitig auch unerwartet. Zudem scheint sich der Vierer gegenwärtig in ruhigeren Gefilden ausgesprochen wohl zu fühlen. Echte Rocker gibt es zwar auch, aber sie sind doch rarer gesät als auf dem Debüt.
Schaut man sich die Songtitel an, so fällt gleich auf, dass thematisch der Blick dieses Mal zum gestirnten Himmel gerichtet wird. Schon die Rahmung verrät die kosmische Sichtweise von CHALICE. Das großartige Intro 'Mare Imbrium' ist dem Regenmeer, dem bedeutenden Einschlagbecken auf unserem Erdtrabanten gewidmet, während das abschließende 'Alioth' den hellen Stern an der Deichsel des Großen Wagens besingt. Wir bleiben mit dem ersten vollwertigen Song 'Dwell Of A Stellar Race' im Bereich des Kosmischen. Das ist der rockigste Song auf 'Divine Spear', schön treibend und mit der Schubkraft von tollen Gitarren. 'Hollow Curtain' macht durch das Schlagzeug auch mächtig Druck, ist aber langsamer angelegt. Hier zeigt sich aber, dass gesanglich bei CHALICE nicht alles im Lot ist. Der Stimmumfang von Verneri Benjamin Pouttu ist klar begrenzt und wirkt bisweilen etwas eintönig, gerade im Refrain.
'The Pact' ist eher Heavy Rock als Heavy Metal und kommt etwas schwerfälliger und melodischer daher. GHOST-Einflüsse sind gerade im Chorus recht deutlich rauszuhören. Höhepunkt ist klar das schöne Gitarrensolo, aber auch die Keyboards können sich hören lassen. Auch der Heavy Rocker 'Age Ethereal' hat etwas von GHOST in den Gesangslinien. Der Titelsong trägt von allen Stücken am meisten vom Debütalbum in sich. Hier kann CHALICE die eigenen Stärken zur vollen Entfaltung bringen. 'Empyrean Liturgy' ist durch den Einsatz der Querflöte eine Art Neuland für CHALICE. Der Song ist sehr entspannt und fängt die Stimmung von einigen Progressive-Rock-Acts der 70er ein. Die Gitarren laden zum Träumen ein. Gesanglich scheint mir der Track aber ausbaufähig zu sein.
Instrumental ist "Divine Spear" wieder überragend, und die Eigenständigkeit von CHALICE ist über jeden Zweifel erhaben. Ob man das Album noch höher als ich bewerten möchte, hängt aber einzig und allein davon ab, ob man mit dem Gesang gut klarkommt.
- Note:
- 7.50
- Redakteur:
- Jens Wilkens


