BLOODY VALKYRIA - Requiem: Reveries Of The Dying
Mehr über Bloody Valkyria
- Genre:
- Melodic Black Metal / Symphonic Black Metal
- ∅-Note:
- 8.00
- Label:
- Northern Silence Productions
- Release:
- 03.04.2026
- Symphony Of Silence
- Life's Worth
- Always
- Mending Through Suffering
- When Everything Feels Like Nothing
- Longing
- My Beloved North
Stillstand auf hymnisch-episch hohem Niveau.
Es schon eine beachtliche Entwicklung, die Mastermind Jere Kervinen mit seinem Ein-Mann-Projekt BLOODY VALKYRIA seit der Gründung im Jahr 2024 in kurzer Zeit hingelegt hat. War das Debüt "Kingdom In Fire" noch etwas durchschnittlich und ziellos, überzeugte der Zweitling "In Our Home, Across The Fog" mit spannenden Ideen und hymnischem und sehr melodischem Black Metal. Ja, das Album hatte noch immer seine Längen, war mir aber vor einem Jahr glatte acht Zähler wert. Nur zwölf Monate später steht nun "Requiem: Reveries Of The Dying" in den Startlöchern und muss die Frage beantworten, ob der Knoten mit dem dritten Langspieler gänzlich geplatzt und BLOODY VALKYRIA reif für die erste Metal-Liga ist.
Mit dem Opener 'Symphony Of Silence' legt Jere die Messlatte auf jeden Fall schon einmal hoch an, denn in beinahe vierzehn Minuten bedient das Epos so ziemlich alles, was man sich im melodischen und symphonischen Black Metal nur wünschen kann. Es gibt verträumte akustische Gitarrenpassagen, die finsteren Strophen, in denen Jere sehr kehlige Growls hören lässt, erinnern massiv an das jüngere Werk von DIMMU BORGIR und wenn sich der Song auf episch-folkigen Melodie-Schwingen in die Stratosphäre verabschiedet, ist auch WINTERSUN als Referenz nicht weit weg. In der Mitte gibt es dabei vielleicht auch einen kurzen Durchhänger zu vermelden, trotzdem macht der Opener insgesamt sehr viel Spaß und stellt auch handwerklich nochmals einen Schritt vorwärts im Vergleich zum ebenfalls starken Vorgänger dar.
Vom kompakten 'Life's Worth' erhoffe ich mir im Anschluss dann einen zwingenden Ohrwurm, der einen Gegenpol zum ausladenden epischen Charakter des Openers setzt - werde allerdings enttäuscht. Klar, auch diese Komposition hat ihre tollen Momente, gerade wenn es melodisch wird, verläuft sich hinten heraus aber auch etwas zu sehr in den eigenen Ideen und lässt den berühmten roten Faden vermissen. Glücklicherweise springt das folgende 'Always' hier in die Bresche, denn mit seinen wunderschönen Melodiebögen könnte der Song das unehelich Kind von WINTERSUN und DIMMU BORGIR sein, das die Welt bis hierher noch nicht gehört hat.
'Mending Through Suffering' ist dagegen in ebenfalls neun Minuten deutlich sperriger unterwegs und braucht entsprechend zwei bis drei Durchläufe, entpuppt sich dann aber als spannende Melodic-Black-Metal-Achterbahn, die erneut von hymnisch-symphonischen Melodien lebt. Im Kontrast zu diesen beiden Epen bringt das schleppend-melancholische 'When Everything Feels Like Nothing' eine wohltuende Abwechslung und komplettiert einen prägnanten Mittelteil der Spielzeit, nach dem die hohe Qualität durch das etwas zu langatmige 'My Beloved North' leider nicht bis zum Finale gerettet werden kann.
Und so ist "Requiem: Reveries Of The Dying" am Ende der logische Nachfolger für "In Our Home, Across The Fog", dem aber insgesamt nur ein kleiner qualitativer Schritt im direkten Vergleich gelingt. Das reicht schlussendlich nicht, um eine bessere Note zu zücken, wobei ich trotzdem klar herausstellen möchte, dass der Silberling in seinen besten Momenten absolut großartig, mistreißend und herrlich hymnisch ist, nur eben auch zu viele Längen hat, um zum potentiellen Klassiker zu avancieren.
- Note:
- 8.00
- Redakteur:
- Tobias Dahs


