BLACK OAK COUNTY - Misprint
Mehr über Black Oak County
- Genre:
- Heavy Rock
- ∅-Note:
- 7.00
- Label:
- Mighty Music / OPEN
- Release:
- 10.04.2026
- Kill The Pain
- Rock 'n' Roll
- Vertigo
- Around The Sun
- Starlight
- Kiss & Tell
- Fade
- Energy
- Sick And Tired
- Before I Break
- Landmine
- The Shadow
Dicke Hose mit Songs für die Masse.
Auf dem letzten Album dieser dänischen Heavy-Rock-Combo war ich noch ziemlich begeistert, dass sich BLACK OAK COUNTY nicht von irgendwelchen kommerziellen Verlockungen leiten lässt und einfach auch weiterhin mit dicker Hose dreckigen, fast schon metallischen Hardrock zelebriert. Zwei Jahre später scheinen mir Teile dieser Aussage hinfällig geworden zu sein, denn die damals noch löblich erwähnte Distanzierung von kreativ inzwischen weniger spannenden Acts wie NICKELBACK ist auf "Misprint" nahezu kaum mehr existent. Die Nordeuropäer haben sich sehr deutlich der Massenkompatibilität geöffnet, wollen offenbar bewusst Hits komponieren und sind sich desswegen auch nicht zu schade dafür, hin und wieder auch das Bügeleisen zu nutzen, um den neuen Kompositionen die entsprechende Politur zu verpassen. Doch wie schlimm ist es tatsächlich?
Erst einmal gar nicht: "Misprint" zeigt eingangs nämlich noch ordentlich Eier und trumpft in 'Kill The Pain' und 'Vertigo' ähnlich stark auf wie zuletzt auf "III". Die Songs sind heavy, sie sind schmutzig und sie haben Ecken und Kanten - eigentlich genau das, was man hier erwartet hat. Doch im weiteren Verlauf passt sich BLACK OAK COUNTY immer weiter an, liebäugelt nicht nur einmal mit dem Mainstream und lässt sich in Songs wie 'Starlight', 'Kiss & Tell' und 'Before I Break' auch gerne verleiten, radiokompatible Arrangements zu fahren. Dies ist insofern nicht zu verurteilen, da die Dänen nach wie vor einen guten Job machen und trotz allem ein gewisses Maß an Vielschichtigkeit beibehalten. Aber in Summe büßt die Truppe auf "Misprint" einen weiteren Teil ihrer Eigenständigkeit ein und hat gelegentlich sogar ein paar austauschbare Nummern am Start.
Das klingt nun alles hochdramatisch, ist aber glücklicherweise nicht der Sellout, der einer solchen Kapelle das Genick brechen könnte. Denn kommerzieller Erfolg ist vergänglich, Integrität und musikalische Beständigkeit nicht. Letztere ist ja auch weitestgehend noch gegeben, aber die Begeisterung bleibt diesmal begrenzt, weil vieles einfach zu vorhersehbar und berechnend klingt. Obschon "Misprint" zweifelsohne keine echten Schwächephasen durchlaufen muss...
- Note:
- 7.00
- Redakteur:
- Björn Backes


