BEYOND THE BLACK - Break The Silence
Mehr über Beyond The Black
- Genre:
- Symphonic Metal
- ∅-Note:
- 8.00
- Label:
- Nuclear Blast
- Release:
- 09.01.2026
- Rising High
- Break The Silence
- The Art Of Being Alone
- Let There Be Rain
- Ravens
- The Flood
- Can You Hear Me
- (La Vie Est Un) Cinema
- Hologram
- Weltschmerz
Der nächste, gelungene Streich mit der Extraportion Bombast und Melodie!
Das sechste Album in elf Jahren, BEYOND THE BLACK ist eine echte Konstante im deutschen Rockzirkus geworden. Dabei ist das Wort Konstante bewusst gewählt, denn aus dem BTB-Lager gibt es auch auf dem Album, das das halbe Dutzend vollmacht, keine Enttäuschung für die Fans. Denn was erwartet der BTB-Anhänger? Jennis Stimme ist weiterhin brillant, die Stücke sind weiterhin bombastisch, hochmelodisch und mal mehr, mal weniger hardrockend unterlegt und auch die Mischung aus gefühlvollen Pop-Passagen und krachenden Metal-Teilen ist typisch für die Band.
Typisch, ja, das passt. Das Wort hat zwei Bedeutungen, zum einen eine, die man negativ auslegen könnte, nämlich dass es im BEYOND THE BLACK-Camp nichts Neues gibt. Aber positiv darf man eben auch anmerken, dass die Band einen eigenen Sound hat, den man verfeinert, auch mal etwas ausfransen lässt, aber meist so musiziert, dass man die Band auch bei neuen Liedern sofort erkennt. Ich finde, das ist eine absolut erwähnenswerte Errungenschaft, die in einem Metier, in dem sich unzähliche Bands tummeln, die in gleichen Gewässern fischen, nicht selbstverständlich ist. Beide Interpretationen treffen also ins Schwarze.
"Break The Silence" enthält einige Songs, die vollständig nach Jennifer Haben und ihrer Band klingen, nämlich der starke Titelsong, 'Can You Hear Me', zusammen mit Asami von LOVEBITES dargeboten, ohne dass die Japanerin dem Lied irgendetwas Besonderes geben würde, 'Hologram' und '(La Vie Est Un) Cinema'. Einige weitere Lieder werden durch kleine Kniffe veredelt, ohne zu sehr vom gewohnten Pfad abzuweichen, besonders der leicht auf modern getrimmte Opener 'Rising High', 'The Art Of Being Alone', in dem Chris Harms von LORD OF THE LOST mitwirkt, etwas Elektronik in 'The Flood' und 'Let There Be Rain', das unter Mitwirkung des Chors THE MYSTERY OF THE BULGARIAN VOICES entstanden ist. Die Menge an Kollaboratoren ist aber auch nichts Ungewohntes, das war auf dem letzten Album ähnlich.
Dazu kommen noch zwei Balladen. Da ist zum ersten 'Ravens', welches das Pop-Rock-Rezept, auf dessen Erfolgswelle die Band seit mehr als einem Jahrzehnt reitet, gekonnt, wenn auch nicht besonders originell, ausschöpft. Dass neuerdings das Fan-Netzwerk der Band "BTB Ravens" heißt, dürfte bedeuten, dass von nun an kein Konzert mehr ohne diese Fanbedienung stattfinden wird. Die zweite Ballade, der Rausschmeißer 'Weltschmerz', ist weitgehend ein kleines, zerbrechliches Bombast-Stück in ENYA-Manier, in dem Jennifer Haben sowohl deutsch als auch englisch singt, bis es sich dann zum Ende steigert und "Break The Silence" passend beendet.
BEYOND THE BLACK geht mit "Break The Silence" kein Risiko ein. Nach der etwas seichteren Phase, die spätestens mit dem selbstbetitelten Album 2022 beendet zu sein schien, darf wieder durchlugen, dass die Band sich geschickt mit je einem Fuß in dem Mainstream und dem anderen in die härtere Rockwelt stellt. Das wird ihr genau die gleichen Kritiken der "echten Metaller" einbringen wie zuvor und hoffentlich ebenso großen Erfolg. Ich habe gerade gesehen, dass bei uns tatsächlich vier verschiedene Autoren den Alben sehr hohe Noten gegeben haben. Ein Indiz für die Massenkompatibilität und Qualität des Dargebotenen, aber jedem kann man eben nicht gefallen. Es kann BEYOND THE BLACK aber gleichgültig sein, solange die Fanbasis treu bleibt und hoffentlich noch einige neue Hörer hinzukommen.
Ein Lob möchte ich noch dafür loswerden, dass man nun endlich zu davon abgewichen ist, Bandfotos als Albumcover zu verwenden. So fängt das neue Jahr auf jeden Fall musikalisch verheißungsvoll an.
- Note:
- 8.00
- Redakteur:
- Frank Jaeger


