BEFORE THE DAWN - Cold Flare Eternal
Mehr über Before The Dawn
- Genre:
- Melodic Death Metal
- ∅-Note:
- 9.00
- Label:
- Reaper Entertainment
- Release:
- 05.09.2025
- Initium
- Fatal Design
- As Above, So Below
- Mercury Blood
- Stellar Effect
- Flame Eternal
- Stronghold
- Destination
- Shock Wave
- Ad Infinitum
Ein weiterer Volltreffer des Meisters der melancholischen Melodien.
Lange mussten BEFORE THE DAWN-Fans damit rechnen, nie wieder etwas von ihrer Lieblingsband zu hören, immerhin hatte Mastermind Tuomas Saukkonen das Projekt 2013 eigentlich für beendet erklärt. Doch dann trat Sänger Paavo Laapotti auf den Plan und im Juni 2023 stand plötzlich mit dem großartigen "Stormbringers" ein neues Album in den Regalen, das den melancholischen und herrlich melodischen Metal der Finnen zurückbrachte. Entgegen der unterkühlten Stimmung der Musik scheinen der Silberling und die anschließende Tour das Feuer des Vierers wieder entfacht zu haben, denn direkt im Anschluss an die Konzertreise begab man sich wieder ins Studio, um uns knappe 24 Monate nach "Stormbringers" den Nachfolger "Cold Flare Eternal" kredenzen zu können.
Optisch setzt man dabei den Weg des Vorgängers fort und lässt das Band-Logo das Cover dominieren, geht heuer aber vielleicht etwas zu weit, denn das doch extrem simple Motiv ist leider auch wenig erinnerungswürdig. Aber hey, wir sind ja schließlich nicht hier, um über die visuellen Aspekte zu diskutieren, sondern wollen uns primär am auditiven Erlebnis erfreuen.
Auch hier gehen Mr. Saukkonen und seine Mitstreiter konsequent die Wege des starken Vorgängers weiter, wobei das leicht elektronisch angehauchte Intro 'Initium' durchaus erst einmal für hochgezogene Augenbrauen sorgt. Die krachenden Gitarrenriffs, die uns danach im ersten regulären Track 'Fatal Design' begrüßen, rücken jeglichen Zweifel aber sofort in den Hintegrund, denn mit tollen Harmonien, cool groovenden Strophen und einem wunderbaren und klar gesungenen Refrain ist der Track ein perfekter BEFORE THE DAWN-Banger, der alle Fans der Band sofort zufrieden stellen sollte.
'As Above, So Below' legt im Anschluss sogar noch einmal eine ordentliche Schippe drauf, denn die Lead-Gitarre, die unterfüttert von einem stampfenden 4/4-Takt aus den Boxen röhrt, ist schon beim ersten Durchlauf so erinnerungswürdig, dass sich der Song direkt im Gedächtnis einnistet. Da ist der herrlich von Paavo vorgetragene Refrain nur noch die Kirsche auf der sowieso schon schmackhaften Melodic-Death-Torte. Doch keine Sorge, die Finnen beherrschen auch anno 2025 nicht nur den gekonnt melancholisch-melodischen Mid-Tempo-Stampfer, sondern können mit 'Mercury Blood' das Tempo auch ordentlich anziehen und dezent in Melodic-Back-Metal-Bereiche schielen und die Klargesänge einmal ganz links liegen lassen. 'Stronghold' geht die Sache ähnlich garstig an und könnte glatt aus der Frühzeit des Gothenburg Sounds stammen, während die in der Trackliste um die Nummer herum angeordneten 'Destination' und 'Flame Eternal' wieder die hymnisch-epische Seite des Bandsounds in den Vordergrund stellen und sich schnell zu zwei weiteren Höhepunkte aufschwingen.
Mein Geheimfavorit bleibt allerdings 'Stellar Effect', das ungewohnt proggig aus den Boxen schallte und mit gesungenen Strophen und Growls im Refrain das sonstige Songwritingrezept auf den Kopf stellt und für wohltuende Abwechslung sorgt. Starke Gitarrensoli im hinteren Drittel machen die Sache schlussendlich komplett und den Track zu meinem persönlichen Liebling auf "Cold Flare Eternal".
Der Abstand zum Rest der Albums ist aber nur gering, denn insgesamt sucht man auf dem neuesten BEFORE THE DAWN-Werk Ausfälle vergebens, sondern wird stattdessen teils melodisch, teils aber auch in überraschend bissiger Gangart hervorragend unterhalten. Damit bleibt dieses Projekt dann auch mein persönlicher Liebling im Saukkonen-Band-Universum und ich freue mich jetzt schon darauf, diverse Tracks der Scheibe auf der anstehenden Tour im Herbst zu erleben, wo Tuomas direkt auch noch mit seiner anderen Spielwiese WOLFHEART mit am Start ist. Für Fans des Finnen, die bei "Cold Flare Eternal" übrigens blind zuschlagen dürfen, wohl das perfekte Tour-Package.
- Note:
- 9.00
- Redakteur:
- Tobias Dahs