ASEDIO - La Interminable Lucha
Mehr über Asedio
- Genre:
- Heavy Metal
- ∅-Note:
- 8.00
- Label:
- Black Legion Records
- Release:
- 11.11.2025
- Avaricia
- Espiritu Immortal
- Libertad
- Pueblo Sin Voz
- No Te Dejes Gobernar
- Razón De Ser
Chiles neue NWoTHM-Hoffnung.
Nicht jede südamerikanische Band hat das Glück, sich auch außerhalb der Heimat auf einem etwas größerem Podium präsentieren zu dürfen. Die dadurch ausgelöste Spirale führt gelegentlich dazu, dass viele junge Combos gehörige Anlaufschwierigkeiten haben, die Kosten für die Aufnahmen neuen Materials nicht aufbringen können und demzufolge auch nicht als sonderlich arbeitswütig gelten. Dies ist natürlich ein Teufelskreis und damit ein nachvollziehbarer Trugschluss.
Die Herren von ASEDIO sind ebenfalls schon seit 2015 gemeinsam aktiv, steckten bis vor kurzem aber noch in der Demo-Phase fest und konnten mit ihren bisherigen beiden Releases keinen Plattenvertrag ergattern. Also entschied man sich irgendwann, alles in Eigenregie zu regeln und das offizielle Debüt "La Interminable Lucha" aus eigener Hand zu finanzieren. Im Januar diesen Jahres war es schließlich so weit, die Band machte ernst und konnte im spanischsprachigen Raum sofort die Anhängerschaft um ein Vielfaches erweitern.
Dies ist auch Mario Lachy, Experte auf diesem Gebiet und Inhaber von Black Legion Records, nicht entgangen, der die Gunst der Stunde sofort erkannt, genutzt und die Chilenen unter seine Fittiche genommen hat. Infolgedessen darf "La Interminable Lucha" nun auch auf europäischem Boden gehört und direkt auch als Vinyl angeteasert werden, was den jungen Classic-Metal-Liebhabern hoffentlich noch einmal einen ordentlichen Schub geben wird.
Denn wenn es an den sechs Tracks, beziehungsweise dem eigentlichen Debüt, etwas auszusetzen gibt, dann ist es ausschließlich die ziemlich magere Spielzeit, die man gerne noch mit einigen Stücken der besagten Demos hätte strecken können. Ansonsten bietet "La Interminable Lucha" eine durchgängige Hommage an die Anfangstage der NWoBHM, angereichert mit einigen galoppartigen US-Metal-Gitarren und diversen vertrackten Arrangements, die auch Freunden älterer QUEENSRŸCHE- und FATES WARNING-Platten gefallen dürften. Die Melodien sind ein wenig verspielt, folglich auch nicht so penetrant und erinnern gelegentlich an den alten Stoff von TIERRA SANTA, während so manche MAIDEN- und SAXON-Gedächtnisnote ohnehin zum guten Ton gehört und vor allem in 'Espiritu Immortal' und 'Pueblo Sin Voz' zur Geltung kommt.
Es ist ein stimmiges Paket, vielfältig ausgerichtet, aber dennoch klar in den Räumlichkeiten des klassischen 80er Metals beheimatet. Die Chilenen können ihr Potenzial ausschöpfen und legen hier den Grundstein für die musikalische Eroberung des alten Kontinents. Abzüge in der B-Note gibt es dennoch, denn 27 Minuten sind für den Premierenaufschlag doch eine Spur zu mager.
- Note:
- 8.00
- Redakteur:
- Björn Backes


