ALKALOID - Bach Out Of The Bounds
Mehr über Alkaloid
- Genre:
- Progressive Rock / Progressive Metal
- Label:
- Season Of Mist
- Release:
- 23.01.2026
- Allegro (BWV 1052-I)
- Adagio - All Is Vanity (BWV 1052-II)
- Beneath The Sea
- Cthulhu
- Haunter Of The Void
- A Fool's Desire
- Agnus Dei (BWV 232)
- The Fungi From Yuggoth
Eigenartiges Live-Album der Prog-Death-Supergroup.
ALKALOID wurde vor ziemlich genau zehn Jahren gestartet, um einigen renommierten Musikern aus dem progressiven Death-Metal-Sektor noch einmal eine neue Challenge zu bereiten; unter anderem sind hier Musiker von OBSCURA, DARK FORTRESS, ABORTED und NECROPHAGIST aktiv, die in dieser Konstellation schon einige extrem harte Brocken ins Rennen geschickt haben, an denen sich selbst echte Liebhaber schon ordentlich einen abgebrochen haben. Im vergangenen Jahr ist die Truppe auf einem niederländischen Festival gemeinsam mit einem klassischen Ensemble aufgetreten und hat sich dort noch einmal neuen Herausforderungen gestellt. Drei Nummern aus dem Fundus von Johann Sebastian Bach wurden hier neu vertont, leider abseits des klassischen Bandkontextes, in dem heftigere Klänge grundsätzlich den Ton angeben. Und gerade dieser Umstand macht "Bach Out Of The Bounds" auch zu einer noch schwerer verdaulichen Angelegenheit, da die Band nach dem Auftakt auf eigenes Material zurückgreift und damit einen stilistischen Quantensprung vollzieht.
Mir persönlich hat ALKALOID bis dato nicht sonderlich viel geben können; zu sperrig die Songstrukturen, zu abgefahren die experimentellen Arrangements, zu undurchsichtig die Performance - zumindest könnte so ein kurzes Fazit ausschauen. Und auch mit der Unterstützung der klassischen Musiker und einer ausgebildeten Sängerin kommt irgendwie nicht richtig Leben in die Sache. Zwar mag die Darbietung allerhöchsten technischen Ansprüchen genügen und blitzsauber auf die Bühne gebracht sein, aber da die recht unterschiedlichen musikalischen Welten, die ALKALOID hier zusammenbringen möchte, nicht sonderlich gut miteinander harmonieren und der Art-Rock-Kontext letzten Endes zu häufig gesprengt wird, bleibt dieses Live-Album wohl nur eine Angelegenheit für die Die-Hard-Community der All-Star-Truppe. Diese jedoch darf sich über ein weiteres, außergewöhnliches Experiment freuen, das zumindest damit punkten kann, den Special-Interest-Charakter dieser Band zu verschärfen. Doch kann das alles sein?
- Redakteur:
- Björn Backes


