Megadeth

Re: Megadeth

Beitragvon Pillamyd » Montag 12. April 2010, 18:24

Ich finde es interessant, was genau andere an Megadeth nicht so toll finden. Ich persönlich habe bis jetzt immer nur erlebt, dass Leute einfach nur die Worte: "schlecht", "scheiße" oder "der Dave geht mir auf die Eier" benutzen. Aber nie irgendwie genauer definieren, was sie denn so blöd an der Band finden. Selbst wenn man nachgefragt hat, kam nicht viel bei heraus. Meine Erfahrung bis jetzt.
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Re: Megadeth

Beitragvon 123_7 » Montag 12. April 2010, 18:34

Was daran liegt, dass es für manche Dinge quantitativ keine Maßstäbe geht. Besonders dann, wenn es die Summe vieler kleiner Faktoren ist.
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Re: Megadeth

Beitragvon Jhonny » Montag 12. April 2010, 21:10

Ich schätze die Stimme von Dave mittlerweile sehr.
Megadeth sind ne klasse Band, und ich freue mich, sie fast komplett zu haben - Risk, The World Needs A Hero und Cryptic Writings fehlen noch (das älteste und das neueste Album werden im Laufe der nächsten Tage geliefert)
Youthanasia ist einer der Lichtblicke der 90er, eine melodische, groovige, aber doch gute Scheibe.
Rust In Peace und Peace Sells gehören zu den großen Thrash Metal Klassikern.
Countdown finde ich etwas schwächer, aber beileibe nicht schlecht.
So Far... dazu fehlt mir irgendwo noch der Zugang
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Re: Megadeth

Beitragvon Holger Andrae » Montag 12. April 2010, 22:42

Wer verkennt denn den? Der ist doch unverkennbar total toll. Und kaum schlechter als 'Black Friday', welches kurz hinter dem überheblichen Kreuz-Looker ins Rennen geht.
Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
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Re: Megadeth

Beitragvon Rüdiger Stehle » Montag 12. April 2010, 22:52

Ich finde es im Zusammenhang mit den Aussagen von Jesus und 123=7 recht interessant, bei mir selbst zu beobachten, dass auf mich eigentlich fast alle großen Metalbands ihren Reiz ausüben. Ich bin kein allzu großer Megadeth-Fan, was sich allein schon darin zeigt, dass mir aus der Zeit von 1994 bis 2007 fünf Alben fehlen und ich auch viele der Alben, die ich habe, nicht wirklich oft angehört habe. Trotzdem würde ich jetzt nicht auf die Idee kommen, zu sagen, dass mir bei Megadeth was fehlen würde. Es ist schon ein tolle Band, von der ich - weniger aus Begeisterung als vielmehr aus Interesse - auch die restlichen Alben irgendwann holen werde.

Das ist aber wie gesagt bei mir ohnehin seltsam. Ich mag - ohne großer Fan zu sein - wirklich so ziemlich alle Metalbands die einen großen Namen tragen, zumindest auszugsweise. Gut, eigentlich nicht nur die Metalbands, die eine großen Namen tragen, sondern auch die, die einen kleineren tragen.

Ich glaube, ich rede wirres Zeug.
:jaja:

Was ich sagen wollte ist wohl, dass mir die Gabe abgeht, eine Metalband richtig schlecht finden zu können. Blöd, sowas.
alias Hugin der Rabe.
Ravnen fra steinfjellet.
Háv. 38
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Re: Megadeth

Beitragvon Eike » Dienstag 13. April 2010, 00:45

Pillamyd hat geschrieben:Ich finde es interessant, was genau andere an Megadeth nicht so toll finden. Ich persönlich habe bis jetzt immer nur erlebt, dass Leute einfach nur die Worte: "schlecht", "scheiße" oder "der Dave geht mir auf die Eier" benutzen. Aber nie irgendwie genauer definieren, was sie denn so blöd an der Band finden. Selbst wenn man nachgefragt hat, kam nicht viel bei heraus. Meine Erfahrung bis jetzt.

123_7 hat geschrieben:Was daran liegt, dass es für manche Dinge quantitativ keine Maßstäbe geht. Besonders dann, wenn es die Summe vieler kleiner Faktoren ist.

Ja, da ist sicher etwas dran. Es gibt Bands, die machen aus meiner Sicht nichts so wirklich falsch, ich könnte also keine gravierenden Störfaktoren nennen, aber sie haben eben auch nichts, das ich so wirklich richtig gut finde, sodass sie im Gesamtergebnis für mich dann eben "nicht besonders gut" sind. Kämen da jetzt noch zwei drei kleinere Dinge hinzu, die ich unter anderen Umständen hinnähme, obwohl sie mich manchmal nerven, und zögen die sich dann durch das gesamte Werk, ohne dass etwas anderes dies aufwöge, dann wäre das schon ein Fall für die Kategorie "wirklich nicht so besonders". Wäre ich dann noch jemand, der einen eher verengten Geschmack hat, oder sich nur in eine bestimmte Richtung voll reinsteigern kann, und wäre mir Musik als solche generell nicht so wichtig, dass ich mir ungern ein vorschnelles Urteil erlauben möchte, bloß weil ich mich damit noch nicht tiefer auseinander gesetzt habe und für eine solche Auseinandersetzung auch keinen Grund sehe, dann wäre eine solche Band wohl auch bei mir möglicherweise recht schnell - zumindest flapsig & umgangssprachlich - als blöd abqualifiziert. Dazu kommt: Nicht jeder ist so höflich und reflektiert im Umgang mit Metalbands wie Hugin. Und selbst er kommt dafür dann halt bei einigen Nichtmetalbands nicht wirklich rein, sei es wegen latenter Nervfaktoren, wie sie 123_7 angesprochen hat, oder weil ihm vor lauter Metalbegeisterung schlichtweg Muße und Veranlassung fehlen, sich mit westjordanischer Zwölftonmusik oder niedersächsischem Minimalelektro auseinanderzusetzen. ;-) Das war jetzt auch etwas wirr ins Blaue geschrieben, aber ich schätze, worauf ich rauswill, ist sowas in der Art wie dass jeder wohl seine(n) blinden Fleck(e) hat, an denen etwas eher nervig als interessant wird, ohne dass man versteht warum oder den Nerv hat, dieser Frage nachzugehen; und dass dieses Phänomen eben bei manchen (sub)genrespezifisch auftaucht oder eben nicht, und bei anderen breit gestreut. Ich vermute mal, dass vieles davon schlicht und einfach Gewohnheit ist, die einfach nicht mehr hinterfragt wird (und ab einem gewissen Punkt vielleicht auch gar nicht mehr hinterfragt werden kann - jedenfalls nicht ohne größeren Aufwand). Ein großer Vorteil daran: Es hält die Birne frei, sodass man sich der als gut empfundenen, vertrauten Musik auf der Gefühlsebene mit voller Aufmerksamkeit völlig hingeben kann, ohne dass einem der analytische Verstand ständig dazwischen funkt. (Persönliche Randnotiz: Das ist mit ein Grund dafür, dass ich nicht zu oft Rezensionen schreiben möchte, die mich in so eine gewohnheitsmäßige Übermusiknachdenktretmühle bringen könnten, - obwohl es andererseits auch das eigene Verständnis und damit auch die eigene Genussfähigkeit steigern kann, Musik über das Ausformulieren für sich selbst gedanklich tiefer zu durchdringen, als man das sonst beim reinen Genusshören tut.) So, genug der wirren Nachtgedanken auf der Schwelle zur Traummüdigkeit, jedenfalls von mir und für heute Abend.
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(Frank Zappa * 21.12.1940 - 4.12.1993)
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Re: Megadeth

Beitragvon Pillamyd » Dienstag 13. April 2010, 14:56

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Cryptic Writings

Drei Jahre später bringen Megadeth ein Album raus, welches erneut die Heavy schiene fährt. „Trust“ wieder ein starker Opener. „Almost Honest“ wohl ein prägender Refrain, genauso „Use The Man“, „Secret Place“ oder „She-Wolf“ welche zu den bevorzugten Songs auf er Platte gehören.
Mustaine hat an der Musikrichtung der Band nicht gerüttelt und ein paar tolle Nummern gezaubert, welche allerdings nicht unbedingt an seinen Vorgänger rankommen. Trotzdem eine recht ausgewogene Platte mit ein paar schwächen (I’ll Get Even) oder „Sin“, welches trotz dem Soli-Sturm nicht überzeugen kann. Auch „Have Cool, Will Travel“ fällt etwas ab. Zum Schluss wird die Platte dann noch einmal richtig stark: „She-Wolf“, „Vortex“ und „FFF“
Der ein oder andere Lückenfüller hat sich eingeschlichen und die Produktion, kommt die, der „Countdown To Extinction“ sehr nahe.
8/10

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Risk

Tatsächlich ist es gerade bei diesem Album nicht gerade leicht, es zu beschreiben. Es ist bloß sehr überraschend wenn alle meinen wie schlecht dieses Album sei und man es bis dato noch nicht gehört hat. Man denkt an das schlechteste überhaupt und wird nachher überrascht dass man es doch nicht so schlecht findet ist wie man gedacht hatte. Liegt es also daran? Gut, das ganze Album hat irgendwo eine touch von Industrial, der sich durch das ganze Album zieht. Schlecht sind die Songs nicht, bloß anders und dass fällt wohl vielen Alt-Fans schwer. Positiv fallen Songs wie „Prince Of Darkness“ (in der zweiten Hälfte auch für beinharte Thrasher interessant) oder „The Doctor Is Calling“ welches ein ordentlicher Stampfer ist.
„Breadline“ das schon fast Pop/Rock ist und ein bisschen an Bon Jovi erinnert, ist nicht schlecht, aber fällt irgendwo schon im gesamten ab. Auch wenn dieser nicht schlecht ist, sondern einfach nur von Megadeth nicht erwartet wird, genauso „Wanderlust“. „I’ll Be There“ hätte bestimmt auch gut auf der Youthanasia einen Platz finden können.
Überwiegend dominieren die Hard Rocker, vor allem dann in der zweiten Hälfte mit „Wanderlust“, „Ecstasy“ und „Seven“. Wenn man mit einem gewissen Abstand an das Album rangeht und nicht „Rust In Peace“ im Kopf hat, kann dieses Album durchaus gefallen. Weil es reine Geschmackssache ist und ich einiges gar nicht mal so verkehrt finde.
7/10
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Re: Megadeth

Beitragvon frankjaeger » Dienstag 13. April 2010, 15:44

Einiges gar nicht mal so verkehrt = 7,0?

Du hast ja durchaus recht mit deinen Beschreibungen, aber bist bei beiden 2 Punkte zu hoch in der Punkteskala gerutscht, oder?
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Re: Megadeth

Beitragvon Pillamyd » Dienstag 13. April 2010, 18:30

Nö, das stimmt schon so wie ich das haben wollte, eben :grins:
"Cryptic Writings" finde ich nämlich wirklich sehr gut und besser als "Countdown To Extinction". Bei "Risk" war es schon schwieriger. Ich habe da ja schon beschrieben, was mir gefällt und was nicht. Ist die Punktzahl und die Beschreibung so weit auseinander? :-S
Ich denke vor allem bei "Risk" habe ich deutlich gemacht, was man zu hören bekommt, und gerade wegen meinem weitgefächerten Geschmack, finde ich als toleranter Mensch die Platte alles andere als schlimm. Und gerade die Platte sollte man mit einem gewissen Abstand zum vorherigen Material betrachten, nichts anderes habe ich versucht und so sehe ich das Album auch, schon immer! :grins:
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Re: Megadeth

Beitragvon Havoc » Dienstag 13. April 2010, 21:46

Die letzten beiden von Dir beschriebenen habe ich nicht. Zu denen davor mag ich aber noch sagen, dass ich 7,5 für "Countdown To Extinction" viel zu wenig finde. Der würde ich vielleicht sogar ne 9,0 verpassen.
Dafür teile ich so ziemlich genau deine Meinung zur richtig guten 8,5er "Youthanasia". :)
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