
Condor - Unstoppable Power
Und weiter geht es mit einem Genre wo ich nicht unbedingt die Kernzielgruppe bin. Klar, der ein oder Klassiker steht im Regal und grundsätzlich höre ich Thrash Metal schon gerne, aber gerade die letzten 10-20 Jahre sind für mich nicht viele Bands und Alben rausgekommen, die sich langfristig bei mir eingenistet haben. Antichrist aus Schweden wären da als positiv Beispiel zu nennen oder Deathhammer sowie Nekromantheon. Aus dem Umfeld der Letzteren stammen Condor, die mit diesem Album 2017 genau das gemacht haben was ich am Genre vermisst habe. Hier gibt Unberechenbarkeit statt sauberer Turnschuhe, eine verschwenderische Menge an geilen Riffs statt die immer selben Bay Area Riffs, die in den 80ern von den Großen schon besser waren und Songwriting mit unvorhersehbaren Windungen statt Schema F. Hier lugen prä-''Reign In Blood Slayer genauso ums Eck wie das Teutonendreiergespann bestehend aus Sodom, Kreator und Destruction und deren Anfangstage, aber auch eine Band wie Aura Noir lässt sich heraus hören.. So gibt es hochenergische Attacken mit Schweiß, verranzten Jeans und Dosenbier, all das in Songs die sowohl nicht immer den den direkten Weg nehmen und gleichzeitig mit Mitgröhlhooks gespickt ist wie gleich der Opener 'Embraced By The Evil' beweist. Dabei sollte man sich von dem Rumpelfaktor und den Quitschsolis nicht täuschen lassen, die Herrschaften wissen genau was sie an ihren Instrumenten verbrechen und verbraten auf dem Album mehr superbe Ideen als andere auf deutlich mehr Alben. Ja das ganze ist hochgradig asozial und versifft, aber immer mit Niveau gepaart. Und gäbe es die ''Rise Vulcan Spectre'' von Nekromantheon nicht, ich wäre geneigt das als das beste Thrash Album der 2000er zu nennen. Bestes Material um mal wieder sämtliche Möbel durch die Bude zu slammen.
https://www.youtube.com/watch?v=lIX7gBm ... io=1&t=20s
