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Jethro Tull - Meine Entdeckungsreise durch die DiskographieRe: Jethro Tull - Meine Entdeckungsreise durch die DiskograpIch skippe auch nie, eigentlich. Aber da die Songs ja keine richtigen Titel haben und halt unter dem Namen des Albums laufen, tue ich mich schwer. Ich kann da nix auseinanderhalten mit diesen römischen Ziffern.
Re: Jethro Tull - Meine Entdeckungsreise durch die Diskograp
Das kann ich auch erst seit ich das Album mal in Jahrescharts verarzten musste. Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
Re: Jethro Tull - Meine Entdeckungsreise durch die DiskograpJupp. Furchtbares Honkentum, den Songs nicht wenigstens einen Subtitle zu verleihen (schlägt sogar kreisförmige Tracklists). Ist ja die Seuche schlechthin unter antikosmischen Kapuzenklausens in der BM-Szene, wie etwa MGLA. Damit ist an sich klar, dass weder FWs "Pleasant..." noch MGLA mit welchem Album auch immer, jemals in meine Charts gelangen wird. Ich kann mich nicht erinnern, welcher Song wie klang, und da immer genug Songs sofort im Ohr sind, komme ich gar nie in die Verlegenheit, nachhören zu müssen, weil ich immer denke, was ich nicht im Kopf hab, muss ich nicht nominieren, wenn ich doppelt so viele Songs im Ohr hab, wie ich nominieren kann...
![]() alias Hugin der Rabe.
Ravnen fra steinfjellet. Háv. 38
Re: Jethro Tull - Meine Entdeckungsreise durch die DiskograpJa. Uneingeschränkt.
Re: Jethro Tull - Meine Entdeckungsreise durch die Diskograp![]() TOO OLD TO ROCK `N` ROLL: TOO YOUNG TO DIE! (1976) Tracklist: 01. Quizz Kid 02. Crazed Institution 03. Salamander 04. Taxi Grab 05. From A Dead Beat To An Old Greaser 06. Bad-Eyed And Loveless 07. Big Dipper 08. Too Old To Rock 'N' Roll: Top Young To Die! 09. Pied Piper 10. The Chequered Flag (Dead Or Alive) 11. A Small Cigar (Bonus Track) 12. Strip Cartoon (Bonus Track) „Too Old To Rock ´N´Roll: Too Young To Die!“ verfolgt genau zwei Dinge, an die Ian wohl unbedingt festhalten wollte. Eine groß angelegte Geschichte. Und der Versuch dies zu verbinden mit dem erdigeren Sound des Vorgängers. Eigentlich das was er mit „Aqualung“ und „Thick As A Brick“ faszinierend umgesetzt hat. Leider scheiterte dieses Projekt wieder an den (über)ambitionierten Vorstellungen. Ursprünglich war das Konzept nämlich einmal als Theaterstück gedacht. Eines kann ich vorweg schon einmal sagen. Ich bin mir sicher, dass das in der Form besser funktioniert hätte. Dem Album ist ein zweiseitiges Comic beigefügt, der so in etwa das Konzept näherbringen soll. Ein alternder Rocker, der mit der damaligen Bewegung nicht klarkommt. Wer sich einmal nur das Coverartwork anschaut, kommt nicht drum herum einen persönlichen Bezug zu Ian herzustellen. Das Album hat dabei mehrere Probleme, die zum Vorschein treten. Da wäre zum einem der unumgänglich Gedanke, dass da ein persönlicher Bezug zur Person Ians hergestellt wird. Diesen hat Ian zwar bestritten, so ganz möchte man es ihm allerdings nicht abnehmen. Bleibt also die Frage, ob das Artwork einfach nur unglücklich gewählt wurde oder ob dieser Ein-Bein-Akrobat, die Wirkung völlig unterschätzt hat. Zum anderen geht die Musik und die Geschichte nicht einher. Das wirkt alles sehr unausgegoren, wenig ausbalanciert. Die Kompositionen dienen nicht der Geschichte, stellen das Konzept nicht in den Fokus. Das beruht aber auf Gegenseitigkeit. Denn auch die Musik hat nicht die Durchschlagskraft, die man bei einem solchen Albumtitel erwarten könnte. Das läuft nebenher ohne die bekannten Widerhaken, die die Band noch vor ein paar Jahren hatte, kommen nicht zum Tragen. Der Spielwitz fehlt komplett, auch wenn man sich etwas zurückgenommen hat in den pompösen Sound zurück zum etwas basischeren Sound. Das führt dazu, dass das Album um einiges melancholischer wirkt. Genau das ist es, was man ihm nicht so ganz abnehmen möchte. Das wirklich großartige an dem Album ist aber, wie ich finde der Gesang. Denn da weiß Ian immer noch mit seiner Stimme zu spielen. So kommen die unvergleichlichen Gesangslinien ans Tageslicht. Wenngleich man aber auch sagen muss, dass da manchmal Selbstzitate den Weg auf das Album findet. Es ist einfach auch ein großes Problem, dass man das Gefühl hat, dass die Band das Beste aus den letzten Jahren rausgepickt hat. Ich denke, wenn Ian und Co. losgelöster von Erfolgskonzepten komponiert hätte, in der Art von „War Child“, dann vermute ich tatsächlich, dass da was viel Größeres, eigenständigeres bei rumgekommen wäre. „Too Old To Rock ´N`Roll: Too Young Too Die!“ ist ein wirklich schwieriges Album. Obwohl es theoretisch alle Zutaten hat, die die Band beinhaltet, wirkt es doch sehr lustlos, fast schon resignierend. Wie eine Art Blockade, die während der kompletten Entstehungsphase das Reinknien verhindert hat. Und damit ist dieses Album eine wirklich ungewöhnliche hüftsteife Angelegenheit. Jetzt kann ich zumindest nachvollziehen, warum sich der Kauz danach eine Auszeit genommen hat und mit „Songs From The Wood“ wieder zu neuen/alten Kräften gefunden hat und mit Konzepten hat man sich für lange Zeit verabschiedet. Zumindest was den Inhalt angeht. Und das spürt man mit diesem Album noch viel stärker als jemals zuvor. 6,5/10
Re: Jethro Tull - Meine Entdeckungsreise durch die Diskograp
Ja. Uneingeschränkt, zwei. Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
Re: Jethro Tull - Meine Entdeckungsreise durch die DiskograpToo Okd To R'n'R:
Höre ich alles exkat so wie Du, Pille. Herausragender Gesang, richtig gute Zutaten, weniger gelungene Umsetzung. Die recht luftige Produktion kommt mir eigentlich sehr entgegen, aber hier fehlt doch ein bisschen Rock im Roll. Ein nettes "Darfmanhaben"-Album, aber in der Diskographie eher im hinteren Viertel. Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
Re: Jethro Tull - Meine Entdeckungsreise durch die DiskograpIch finde auch, dass das Cover ein bisschen Spannung erzeugt. Ich war darauf sehr gespannt und die Ernüchterung folgte tonnenschwer. Man hat einfach das Gefühl, hat sich in etwas verannt und konnte später selbst nicht mehr so richtig dahinterstehen.
Re: Jethro Tull - Meine Entdeckungsreise durch die DiskograpIch komme Momentan wieder etwas weiter und werde wohl gleich noch einen weiteren Beitrag zu einem weiteren Album hier tätigen. So langsam gehen mir dann auch die Alben aus. Zwei liegen hier noch ungehört, wobei ich auch noch ei. Livealbum hier habe. Na ja...mal schauen was mir dann so zufliegt und wie ich weitermache...
Re: Jethro Tull - Meine Entdeckungsreise durch die Diskograp![]() A (1980) Tracklist: 01. Crossfire 02. Fylingdale Flyer 03. Working John, Working Joe 04. Black Sunday 05. Protect & Survive 06. Batteries Not Included 07. Uniform 08. 4.W.D. 09. The Pine Marten's Jig 10. And Further On Die Folk Phase war zu diesem Zeitpunkt definitiv vorbei. Ursprünglich als Soloalbum angedacht, wurde das Material letztendlich doch unter dem Bandnamen veröffentlicht. Wahnsinn, das bei dem Status der Band die Plattenfirma immer noch so reingrätschen kann. Das hatte zur Folge, dass John Evan und David Palmer plötzlich nicht mehr zur Band gehörte. Nicht gerade die feine englische Art. Wer den Ursprung der elektronischer ausgelegten Richtung der Band in den 80ern kennenlernen möchte, findet ihn auf diesem Album. Wie ich lesen konnte, hatte die Plattenfirma ein wenig Angst davor, dass sich "A" als Soloalbum schlechter verkaufen könnte als unter dem Banner Jethro Tull. Dabei wundere ich mich doch eher darüber, dass das Risiko in Kauf genommen wurde, nach der klassischen Prog und Folk Phase, dieses Album in seiner Andersartigkeit unter dem Bandnamen zu veröffentlichen. Nun, geschehen ist geschehen. Was bleibt ist dieses musikalische Zeitdokument, der die Band in einem neuen Klangbild erscheinen lässt. Der Anfang dessen, was da noch so folgen mag. Im Nachhinein wäre es vielleicht sinnvoller gewesen ab hier chronologisch vorzugehen. Aber auch rückblickend erkennt man doch immer wieder ähnliche Muster in der Folge der Alben. Hat man damals nach der "War Child“ musikalisch wieder zurückgerudert, so könnte man interpretieren, dass Ian das gleiche mit „A“ und „The Broadsword…“ passiert ist. Sicher klingt der Sound, wenn auch typisch 80s, näher an dem dran, was Ian auf der „A“ versucht hat. Aber „A“ darf man vieles zugutehalten. Der Sound ist von so einer Unbekümmertheit von so einer Freiheit ummantelt, dass ich mich bei jedem Durchlauf für Ian freue. Als wenn er die Ketten, die er sich selbst umschnallte, hatte sprengen können. Versteht mich nicht falsch, aber in vielen Stimmen hört und liest man ja immer davon, der Folk sei bei Jethro Tull ausgeschöpft gewesen. Ich mag die drei Alben zuvor wahnsinnig gern (kann man ja auch lesen), kann das aber im Rückblick schon auch irgendwie verstehen. Ich hätte ihm sicher noch weitere gute Alben in diesem Stil zugetraut, aber es scheint so, als hätte er den richtigen Schnitt gesetzt. Etwas Neues auszuprobieren. Auch als Solokünstler, was hiermit zwar nicht in die Tat umgesetzt wurde und erst 3 Jahre später funktionieren sollte, aber für die Band war es gerade deswegen vielleicht dann doch auch richtig und wichtig. Neue Leichtfüßigkeit, neue Spitzfindigkeiten herauszukitzeln, ein mutiges Herantasten ohne Berührungsängste um neue Impulse (auch für die Zukunft) zu setzen. Denn runtergebrochen klingt „A“ genauso (wieder). Es wirkt wieder kompakter und trotz der neuen musikalischer Neuausrichtung in Sachen moderner elektronischen Instrumenteneinsatz, bringen die basischeren Sounds, wie eben die Flöte, das Ding wieder in Erinnerung zu seinen Ursprung und wirken vielleicht auch deswegen nicht, wie zunächst vermutet, wie ein Fremdkörper. Nein, eher wie ein Bindeglied zwischen alt und neu. Das ist, so finde ich, Ian durchaus gelungen. Hört man den Opener „Crossfire“ so mögen diese Neuerungen erstmal gar nicht so auffällig sein. Hat man sich aber einmal ins Album eingehört, erkennt man es aber. Was Ian daneben wirklich wunderbar gelungen ist, sind seine Gesangsmelodien und -harmonien. Die kommen unfassbar gut zur Geltung. „Black Sunday“ ist mit der ausladenste Song der wirklich alle Facetten, die ich oben beschrieben habe zur Geltung bringen. Dieser Klangteppich ist entzückend und ich würde jedem diesen Song empfehlen, der mich fragen würde, was man denn aus dem Album anchecken sollte. Man kennt es ja: selten verläuft eine Diskographie nach dem „Höher, Schneller, Weiter-Prinzip“ und davor ist auch Jethro Tull nicht verschont geblieben. Ich erlebe aber kaum eine Band, die so ein „Nach-vorne-nach hinten-nach-rechts-nach-links“-Prinzip hinlegt und dabei so viele Leute anspricht. Mit diesem Prinzip möchte ich kein Kalkül vorwerfen. Ganz und gar nicht! Für mich zeigt es nur auf was für ein Musikliebhaber der Ian ist und dass es spür- und hörbar ist, dass er immer sehr reflektiert und lernwillig ist. 8/10
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