hölgs 100 Lieblingsalben von Bands außerhalb seiner Top 100

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Re: hölgs 100 Lieblingsalben von Bands außerhalb seiner Top

Beitragvon Julian Rohrer » Dienstag 12. September 2023, 23:28

Ich habe den Sound fast direkt nach LÄÄZ gehört, da hat das wahrscheinlich den Speed-Effekt gefiltert. Ja, den Ami-Aspekt kann ich nach den ganzen FORBIDDENANGELUNDWIESIEALLEHEIßEN-Injektionen gut nachvollziehen!
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Re: hölgs 100 Lieblingsalben von Bands außerhalb seiner Top

Beitragvon Holger Andrae » Dienstag 12. September 2023, 23:29

Julian Rohrer hat geschrieben:Ich habe den Sound fast direkt nach LÄÄZ gehört, da hat das wahrscheinlich den Speed-Effekt gefiltert. Ja, den Ami-Aspekt kann ich nach den ganzen FORBIDDENANGELUNDWIESIEALLEHEIßEN-Injektionen gut nachvollziehen!

Aaah. Ist schon lustig, wie direktes Hintereianderhören von neuartigen Sounds, die Empfindungen beeinflussen können.
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Re: hölgs 100 Lieblingsalben von Bands außerhalb seiner Top

Beitragvon Julian Rohrer » Dienstag 12. September 2023, 23:33

Das ist sogar exakt wie beim Whiskey-Trinken ... was ich da schon erlebt habe ...
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Re: hölgs 100 Lieblingsalben von Bands außerhalb seiner Top

Beitragvon Julian Rohrer » Mittwoch 13. September 2023, 19:09

AVATARIUM: Was für eine große und großartige Band! An der Spotze die vielleicht charismatischste und sympathischste Sängerin im modernen Rock. Nach dem unfassbar tollen Debüt tat ich mich mit dem zweiten Album Anfangs im Rückblick etwas schwer. Das mag auch mit dem Schlagzeugsound zusammenhängen, der auf einem dieser rosanen Hello Kittie Drumsets eingespielt worden sein musste und so kurios überhaupt nicht zu den wuchtigen Gitarren passte. Aber der Durchbruch war dann live, denn dort wussten die Songs von dem Album komplett zu überzeugen und wie so häufig legte sich diese Erfahrung wie wohliger Schleier über den Ersteindruck. Und auch heute, beim Reinhören, ist die Magie sofort wieder da.
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Re: hölgs 100 Lieblingsalben von Bands außerhalb seiner Top

Beitragvon Holger Andrae » Mittwoch 13. September 2023, 20:39

Julian Rohrer hat geschrieben:AVATARIUM: Was für eine große und großartige Band! An der Spotze die vielleicht charismatischste und sympathischste Sängerin im modernen Rock. Nach dem unfassbar tollen Debüt tat ich mich mit dem zweiten Album Anfangs im Rückblick etwas schwer. Das mag auch mit dem Schlagzeugsound zusammenhängen, der auf einem dieser rosanen Hello Kittie Drumsets eingespielt worden sein musste und so kurios überhaupt nicht zu den wuchtigen Gitarren passte. Aber der Durchbruch war dann live, denn dort wussten die Songs von dem Album komplett zu überzeugen und wie so häufig legte sich diese Erfahrung wie wohliger Schleier über den Ersteindruck. Und auch heute, beim Reinhören, ist die Magie sofort wieder da.

Hahaha. Ganz wunderbares Kopfkino.
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Re: hölgs 100 Lieblingsalben von Bands außerhalb seiner Top

Beitragvon Holger Andrae » Donnerstag 14. September 2023, 22:17

Zur nächsten Scheibe habe ich eine ganz besondere Bindung. Die Rede ist nämlich von der einzigen, im Jahr 1996 veröffentlichten, unbetitelten Scheibe der Band BAD PRESS. Kennt ihr nicht? Qu'elle surprise! Die band fungierte nämlich nur knapp anderthalb Jahre unter diesem Namen und es ist schon ein bisschen traurig, dass sie ausgerechnet in diesem Zeitraum dieses wundervolle Album in Eigenregie heraus gebracht hat. Bis 1996 war nämlich zuerst unter dem Banner ASSASSIN und später dann als MY VICTIM sehr aktiv in der Bay von Frisco. Jetzt klingelt bei dem Einen oder Anderen vielleicht ein kleines Glöckchen, denn vor allem MY VICTIM hat einige sensationelle Demos in der ersten Hälfte der 90er veröffentlicht und nach der Reunion sogar ein paar, wenn auch stilistisch veränderte, Platten veröffentlicht. Zuerst gab es aber im Jahr 1985 unter ASSASSIN das "Blitzed Resistance" Demo, welches 2009 als Single-Beilage des wohl besten Underground Magazines Snakepit zu offiziellen Ehren kam. Geboten wird typischer Bay-Area-Thrash mit knusprigen Gitarren, aber hier noch recht roh und wüst. Gitarrist Bill Storckson und Bassist Noel Jay bilden danach irgendwann den Kern für MY VICTIM. Dieses Quintett haut 1989 mit seinem ersten Demo wohl eines meiner absoluten Lieblingstapes überhaupt raus. Die Mischung aus Bay-Thrash, Faith-No-More-Vibes und diesem unfassbar grandiosen Gesang von Torre Carstensen, ist für mich der ultimative Shit. Mit 'Authority Lies' landet man dann sogar auf der elften Ausgabe der Metal Massace Reihe, kommt aber sonst nicht von der Stelle. Auf das sonst nicht veröffentlichte 'Difference Of Perspective' auf dem grandiosen "Uderdogs Vol 1" Tape-Sampler hilft nicht weiter. Die Fanzines überschlagen sich vor Begeisterung aber ein Label will nicht anbeißen. Vielleicht liegt es aber auch am Eigensinn der Musiker. Man weiß es nicht. Im Jahr 1993 legt man ein zweites, ebenso tolles, Demo mit drei weiteren Granaten nach, nur um dann komplett in der Versenkung zu verschwinden. Als ich ein Interview mit den Jungs machen will, bekomme ich nach Monaten des Wartens das Bad Press Album auf CD samt einem Tape mit Antworten zugesandt. Es dauerte einen Moment bis ich die Namensänderung verstanden hatte.
Vom Album, auf welchem der wunderbar originelle Stil von MY Victim fortgesetzt wird, war ich aber sofort komplett begeistert. Diese Begeisterung ging soweit, dass ich die Scheibe in Deutschland vertrieben habe und den Jungs einige Reviews hier verschaffen konnte. Die 25 Exemplare gingen auf jeden Fall zügig raus und danach herrschte leider wieder Funkstille, sodass ich keine weiteren Scheiben mehr bekam. Erst Jahre später hatte ich dann wieder Kontakt zu Bill über Facebook. Torre habe ich dann glücklicherweise als Sänger von Warning SF beim HOA treffen können. Selten so einen entspannt-sympathischen Musiker kennen gelernt. Er singt immer noch, zuletzt nachzuhören auf der Thaen-Rasmussen-Project-Scheibe. Außerdem macht er wunderschöne Akustik-Songs, die es aber digital zu bestaunen gibt.

https://www.youtube.com/watch?v=9UYl49PCpTM

https://www.youtube.com/watch?v=mnwpamkywCY


Jetzt bin ich wieder sehr weit abgedriftet. Entschuldigung. Um es noch mal kurz zusammen zu fassen: Dieses BAD PRESS-Album ist eigentlich das Debüt vom MY VICTIM. Heißt also: Wir bekommen die oben erwähnte, extrem knusprige Mischung aus Cerealien-Thrash-Riffs und Faith-No-More-Groove serviert. Der einzige Wermutstropfen ist, es gibt keinen der wundervollen Demo-Songs auf diesem Album. Will man das Gute darin sehen, so bekommen wir zwölf neue Songs präsentiert, was natürlich erstmal value for money ist. Ich hätte aber trotzdem noch immer sehr gern eine Demo-Compilation dieser Ausnahmeband. Müsste ich einzelne Songs hervor heben, wäre das erstmal der eröffnende Brecher 'Sick & Tired' mit seinem wunderbar abgehackten Beat und der urplötzlich aus dem Nichts aufspritzenden Lead-Gitarren-Melodie. Hammer! Eine leichtere Seite der band zeigt das melancholische 'Mistake' mit seiner getragenen Spielweise, akustischen Gitarren und einem entenpellenden Gesang.

Bild

'Escape' kommt dann im direkten Anschluss mit der harten Kelle um die Ecke und überrascht zudem mit feisten Gang-Shouts. Auch hier wieder der Thin-Lizzy-Doppelläufer auf allen zwölf Saiten. Von ähnlicher Durchschlagskraft ist das mächtige ' If'. Hier fährt die Band alle Register ihrer Komponierkunst auf, fluffige Bassläufe, aggressive Shouts, Melodie bis der Arzt den Abo-Block für Rezepte kopieren geht und Gesangsakrobatik, die zirkusreif klingt. Wenn ich jetzt schreibe, dass manche Passage beinahe wie gesungener Rap klingen, wird der Rabe bestimmt sofort wuschig, aber wer Faith No More kennt, wird verstehen, was ich meine. Oder auch nicht. Kein Wunder bei so einzigartiger Musik.
Mein absolutes Highlight ist aber 'Leap Of Faith'. Hier duellieren sich die Melodiegiganten am Mikro und an den Äxten permanent, das Dynamik-Spiel zwischen Ohrenbalsam und Hackepeter-Rhythmik gelingt BAD PRESS hier besonders gut und der Mittelpart lässt sogar so einen Groove-Muffel wie mich immer wieder schwofen.
Nun kommt mein Problem nach all' dieser Schwärmerei: Die Musik ist nicht im Netz zu finden. Lediglich ein Video Clip aus My VIctim-Zeiten, der aber die Richtung sehr schon preisgibt.
https://www.youtube.com/watch?v=H_8NziFBRes
Hier noch ein Liveclip 12 Jahre später mit einem Album-Song (lowfi, sorry)
https://www.youtube.com/watch?v=FGEgBICGtEs

Die Band hat ja danach unter MY VICTIM noch zwei Alben gemacht. Eines davon bei Hands Of Blue. Beide toll, aber musikalisch etwas gradliniger. Ändert nichts an der Klasse und an dieser wundervollen Stimme.
https://www.youtube.com/watch?v=FrefkzwmJPk

Hier singt Torre bei Thaen Rasmussen:
https://www.youtube.com/watch?v=kL4xZ_l6_Ds (Review bei uns zu finden)
https://www.youtube.com/watch?v=PCIwu9Ek_dA
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Re: hölgs 100 Lieblingsalben von Bands außerhalb seiner Top

Beitragvon Rüdiger Stehle » Freitag 15. September 2023, 00:25

Der wuschige Rabe hat hier immerhin das komplette Backprogramm von Mordred stehen, den Großteil desselben von Suicidal Tendencies, die komplette FNM-Kiste und darüber hinaus sogar schon mal eine Hip-Hop-Platte hier besprochen. ;-)

"Out Of My Hands" ist cool, der alternative FNM-Touch ist schon sehr deutlich, und das ist normal ja nicht so meins, aber wenn man eben einen Sänger wie Patton oder hier eben Torre hat, dann kann ich mich damit durchaus anfreunden. Gefällt mir ja auch bei My Victim verdammt gut. Damit sind wir dann beim von dir angesprochenen Problem: Kriegt man nicht, nech? Leider auch die zweite My Victim nicht, wenn ich nichts übersehen habe. Hmm...

Trotzdem danke fürs Vorstellen und Aufmerksammachen. Magst du mal fragen, ob du einen Lizenzdeal für eine Europa-Pressung kriegst?
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Re: hölgs 100 Lieblingsalben von Bands außerhalb seiner Top

Beitragvon frankjaeger » Freitag 15. September 2023, 09:47

Eine zweite MY VICTIM ist mir gar nicht bekannt :? ... ah, Metal Archives sagt, nur digital. Da wäre eine CD fällig, oder?
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Re: hölgs 100 Lieblingsalben von Bands außerhalb seiner Top

Beitragvon Pillamyd » Freitag 15. September 2023, 11:46

Meine Frage: Ist die Version von "Out Of My Hands" die gleiche wie auf dem von dir vorgestellten Album? Die "Faith No More" Vibes finde ich cool. Sie springen einen ja auch förmlich an. Die Livevideos zeigen, dass die Songs nochmals härter rüberkommen. Ich fühle mich an die Geradlinigkeit von "Armored Saint" erinnert, ohne die Wucht der späteren Alben. So ganz hat es meine Ohren noch nicht erreicht, aber ich merke, dass ich auf dem Weg dahin bin.
Dein Review zu dem "Thaen Rasmussen Project" habe ich ja gelesen, konnte mich musikalisch aber noch nicht so abholen. Hier finde ich das Gehörte, aber richtig geil!
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Re: hölgs 100 Lieblingsalben von Bands außerhalb seiner Top

Beitragvon Rüdiger Stehle » Freitag 15. September 2023, 12:21

frankjaeger hat geschrieben:Eine zweite MY VICTIM ist mir gar nicht bekannt :? ... ah, Metal Archives sagt, nur digital. Da wäre eine CD fällig, oder?


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