Virgin Steele

Re: Virgin Steele

Beitragvon Rüdiger Stehle » Samstag 25. April 2020, 18:02

Ein Bild hab ich noch zu Song 2 "Adorned With The Rising Cobra":

Bild

Hier sieht man, dass man beim Remaster dem Loudness War sogar gegengesteuert hat, denn wo das Original (oben) noch einige Übersteuerungen aufweist, da hat das Romantic Remaster (Mitte) gar keine Übersteuerungen, und der Barbaric Remix (unten) hat sie alle, die Übersteuerungen, aber auch hier: Ja, die Gitarre ist hörbar präsenter im Mix.
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Re: Virgin Steele

Beitragvon Havoc » Samstag 25. April 2020, 21:04

Rüdiger Stehle hat geschrieben:Als kleine Vorbemerkung sei gesagt, dass ich rein musikalisch ein riesiger Fan des Albums bin. Das Songmaterial finde ich auf dem Album zum größten Teil phantastisch, und ich finde auf dem Werk einige der großen kompositorischen Momente des David DeFeis.


Krasse Soundanalyse Rüdiger. Das verwundert mich echt, da du ja immer wieder betonst, dass du nicht so der Soundexperte bist und darauf auch eigentlich keinen so großen Wert legst. Aber ich denke ich kenne Dich nun gut genug um zu wissen, dass Dich einfach die verschiedenen Varianten interessieren und es dir Spaß macht die Unterschiede herauszuhören. Naja.
Wie dem auch sei...ich bin nur im Besitz der Erstpressung von 2006. Dieser fieberte ich damals ziemlich entgegen und war dann absolut begeistertet. Und auch jetzt (läuft gerade noch dem Ende entgegen) kann ich immer noch sagen, dass ich das kompositorisch erste Sahne finde. Mich stört sogar der Sound nicht wirklich, auch wenn die Gitarren wirklich sehr leise sind. Das ist dennoch von den Songs her ein richtig starkes Album. Wie man das als "Frechheit" bezeichnen kann ist mir wirklich absolut Schleierhaft. Ich denke ich würde hier mal locker 8,5 Punkte springen lassen. Einzig das Schlagzeug dürfte etwas variantenreicher sein. Aber selbst das macht die Songs nicht kaputt. Werde mir aber nicht auch noch den Rerelease holen. Tue mich ja eh immer schwer damit mir ein Album noch mal zu kaufen, da ich die Erstversion halt für die einzig wahre halte. Ich will da eigentlich gar keine andere Version hören. Auch wenn es mich zuletzt tatsächlich bei manch einem Album reizen würde (denke da an Mayhem - GDOW, C.O.F - Cruelty, - Manowar- Into Glory Ride etc.). Aber ich weigere mich da irgendwie weiterhin. Einzig von Celtic Frost "Into The Pandemonium" habe ich mir zusätzlich noch die neue Version ins Regal geholt.
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Re: Virgin Steele

Beitragvon Rüdiger Stehle » Sonntag 26. April 2020, 00:17

Es gibt im Endeffekt zwei Gründe, warum ich die (laienhafte) Soundanalyse gemacht habe:

1)
Ich habe in der Tat Spaß daran, die Unterschiede zwischen einer alten und einer neuen Version eines Albums zu untersuchen, das ich sehr gut kenne. Das macht mir einfach Freude.

2)
Es wäre mir eine Freude, wenn ich durch die Darstellung jemandem dabei helfen könnte, für sich zu entscheiden, ob er dem Album vielleicht in einer anderen Version nochmals eine Chance geben will, denn das Album hat es verdient, von mehr Leuten gemocht zu werden.

Davon abgesehen, geht es mir persönlich tatsächlich so, dass mich der Sound der V1 nicht wirklich massiv stört. Ich habe und hatte immer trotzdem meine Freude an der Scheibe, auch wenn mir - wie dir - die leise Gitarre natürlich schon aufgefallen ist. Aber ich komme mit der künstlerischen Freiheit meiner Faves fast immer recht gut klar.

Trotzdem, der Spaß, den ich an dieser Analyse hatte, und an dem Tag, den ich mich nochmals intensiv mit dem Album befasst habe, war mir die 7,99 Euro locker wert, welche die Doppel-CD verschlungen hat. Würde ich jederzeit wieder tun.
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Re: Virgin Steele

Beitragvon Rüdiger Stehle » Sonntag 26. April 2020, 01:36

Eines habe ich vielleicht noch hinzuzufügen, und zwar ganz konkret hierzu:

Havoc hat geschrieben:Krasse Soundanalyse Rüdiger. Das verwundert mich echt, da du ja immer wieder betonst, dass du nicht so der Soundexperte bist und darauf auch eigentlich keinen so großen Wert legst. Aber ich denke ich kenne Dich nun gut genug um zu wissen, dass Dich einfach die verschiedenen Varianten interessieren und es dir Spaß macht die Unterschiede herauszuhören.


Ein Soundexperte bin ich sicherlich nicht, denn ich mag zwar schon unsere Demos am Soundboard gemischt und einen halbwegs hörbaren Rough Mix auf CD-R gebrannt haben, aber halt mehr per Trial & Error denn per Know-how; und deshalb weiß ich auch nicht, ob meine Schlüsse fachsprachlich korrekt sind, wenn ich aus den Beobachtungen auf einen Loudness War schließe oder diesen verneine, oder wenn ich aus einem Diagramm auf eine geringere Dynamik schließe. Ich verstehe es so, ich weiß aber nicht, ob ein Soundtechniker den Kopf schütteln würde. Deshalb schreibe ich das auch nur mit Disclaimer hier im Forum und nicht in einem Artikel auf der Hauptseite.
;-)

Das mit dem "keinen so großen Wert legen" ist aber der wichtigere Punkt, den ich noch anfügen wollte. Ich bin kein Soundfetischist in dem Sinne, dass mir ein künstlicher Drumsound, eine zu leise Gitarre, oder ein Clipping etc... einen Scheibe unhörbar machen würde, und ich mir deshalb eine Scheibe nicht anhören wollen würde, wenn sie gute Songs hat und andere Dinge, die mich packen können. Trotzdem denke ich schon, dass ich einen gewissen Wert auf einen tollen (= zur Musik perfekt passenden) Sound lege. Das ist ein bisschen wie mit dem Essen. Wenn du mich einlädst, und uns eine Tiefkühlpizza in den Ofen schiebst, und die jetzt nicht wirklich erbärmlich schlecht ist, dann bin ich zufrieden und mir schmeckt das auch. Wenn du allerdings eine Pizza selbst gemacht hast, mit frischen und besonderen Zutaten und einem individuellen Teigrezept auf dem Pizzastein backst, dann merke ich schon, dass du dir mehr Mühe gegeben hast, dann finde ich das auch noch toller, und ich werde sicher eher lobend deine Kochkunst erwähnen, als bei der Tiefkühlpizza.

Die neue Cirith Ungol hat einen Wahnsinnssound. Das merke ich, und ich traue mir zu, den zu loben, weil er einfach sehr differenziert und dynamisch ist, weil er heavy ist, weil jedes Instrument wunderbar transparent zu hören ist, und weil der Mix ausgewogen ist. Das haben wir bei der "Visions Of Eden" leider in keiner vorhandenen Version. Punkt. Trotzdem habe ich an der VS meine Freude, aber ich könnte noch mehr Freude an ihr haben, hätte sie nicht denselben Sound wie die CU, aber ein Soundkonzept, welches in ähnlicher Weise allen Instrumenten gerecht wird und die Platte geschmeidig und ausgewogen klingen lässt. Im Ergebnis: Ein schlechter Sound tötet eine Platte für mich nicht, aber einen tollen, bestechenden Sound kann ich sehr wohl würdigen und er kann einer Platte auch zu noch höherer Wertschätzung verhelfen.

Letzter Punkt: Was ich an der ursprünglichen Version der "Visions Of Eden" im Endeffekt am bedauerlichsten finde, ist nicht, dass mein Sound-Erleben nicht bis zum Optimum gesteigert ist, sondern vielmehr, dass Edward Pursino auf dem Album nicht die Rolle spielt, die er spielen könnte und sollte. Er ist ein wirklich toller Gitarrist, und es ist verschenkt, ihn über weite Strecken nur als Statist einzusetzen. Das ist wie mit Manowars aktuellstem Song "You Shall Die Before I Die". Ich habe kein Problem damit, dass Joey DeMaio auf dem Song eine umfangreiche Leadvocals-Rolle hat; ich finde es nur verdammt schade, dass man die Möglichkeit nicht genutzt hat, ihn ins Duett mit Eric Adams treten zu lassen, wie man schon früher Eric Duette mit Orson Welles hat singen lassen, oder auch mal mit Joey ("Bridge Of Death"). Das ist für mich die verpasste Gelegenheit, die schmerzt: Ein Manowar-Sechsminüter, auf dem Eric Adams nicht vorkommt? Come on, really? Ebenso eine Virgin-Steele-Platte, mit Ed Pursino als Statist... und das merkt der DeFeis erst nach zehn Jahren? Sorry... aber W.T.F.!?!

Na ja, ich denke, du weißt eh schon lange, worauf ich hinaus will.

Daher dann mal: Gute Nacht!
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Re: Virgin Steele

Beitragvon Havoc » Montag 1. Mai 2023, 14:02

Hier erscheint im Juni übrigens auch ein neues Album... ;-)

https://www.metal-archives.com/albums/Virgin_Steele/The_Passion_of_Dionysus/1134139
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Re: Virgin Steele

Beitragvon Jhonny » Montag 1. Mai 2023, 14:09

Ob ich nach der letzten Scheibe noch mal was von VIRGIN STEELE hören will?
https://www.powermetal.de/review/review-Virgin_Steele/Seven_Devils_Moonshine,34294,34242.html
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Re: Virgin Steele

Beitragvon Julian Rohrer » Donnerstag 11. Mai 2023, 09:19

Und hier kommt der erste Song vom neuen Album: https://www.youtube.com/watch?v=zdCDkd6tpuc

Lässt sich erstaunlich gut an, finde ich.
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Re: Virgin Steele

Beitragvon Rüdiger Stehle » Donnerstag 11. Mai 2023, 10:21

Findest du echt?

Ich bin ja durchaus VS-Apologet der ersten Ordnung, über all die dürren Jahre, aber hier denke selbst ich, dass der Sound arg seltsam ist, und auf der Stimme oft arg viel Effekt. Gewöhne mich zwar langsam daran, aber beim ersten Hören war das schon krass.
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Re: Virgin Steele

Beitragvon Feamorn » Donnerstag 11. Mai 2023, 10:37

Jetzt musste ich auch mal rein hören. Ich sitze da etwas zwischen den Stühlen. Finde den Sound nicht per se schlecht, aber irgendwas ist "off". Habe allerdings auch gerade nur das (neue) Arbeitsheadset, noch k.A., wie sich das mit Musik verhält. Finde es wirkt alles ziemlich, komprimiert? Dazu ist Davids Stimme komisch Dumpf, fast als hätte er durch ein Bechertelefon eingesungen oder so? Wisst ihr, was ich meine?
Alles in allem recht anstrengend für die Ohren, da würde ich fast gerne mal eine genauere Analyse der Peaks sehen, meine Ohren fühlen sich ein Bisschen an wie zur Hochzeit des Loudness War damals, glaub ich.

PS: Den Song selbst finde ich jetzt aber gar nicht so doof.
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Re: Virgin Steele

Beitragvon Julian Rohrer » Donnerstag 11. Mai 2023, 16:51

Ich würde es anders produzieren, der Sound ist relativ klinisch und sehr kompakt. Aber irgendwie passt das zum Song - den ich vom Songwriting echt cool und modern finde. Davon ausgehend, dass DdF nicht mehr von seinem Weg abweichen wird, sich selbst komisch zu produzieren, ist das Ergebnis erstaunlich packend :)
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