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Hier geht es um das alles, was den Rocker / Metaller / Goth so bewegt.
von Pillamyd » Samstag 17. April 2021, 15:24
Eike hat geschrieben:Auch die Satzstellung wirkt sich auf die Sprachverarbeitung signifikant aus: Zeigt mir eine Endung direkt an, welches Wort ein Subjekt oder (in)direktes Objekt ist, steht das Verb gleich zu Anfang eines Satzes bzw. Taktes oder Licks, oder muss ich bis zum Ende eines Riffs abwarten, bevor sich mir überhaupt offenbart, was hier gespielt wird? Gerade Deutsch ist sehr endlastig, was die Verbstellung anbelangt.
Mir als Hörer fällt das weniger auf. Aber es gibt ja einige deutschsprachige Sänger und Sängerinnen die sagen, dass das Singen auf Deutsch gar nicht so einfach sei und die Stimmbänder gut beansprucht. Im Englischen sei das z.B. leichter bzw. würde es sich beim singen viel weicher anfühlen. Das wird einen Einfluss auf den Hörer haben. Ich werde mir das Opeth Album auch nochmal geben und darauf achten.
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von Eike » Samstag 17. April 2021, 15:39
Pillamyd hat geschrieben:[deutschsprachige Sänger und Sängerinnen die sagen, dass das Singen auf Deutsch gar nicht so einfach sei und die Stimmbänder gut beansprucht. Im Englischen sei das z.B. leichter bzw. würde es sich beim singen viel weicher anfühlen.
Das wundert mich, da ich beim Wechseln der Sprache eher das Gegenteil (Schwierigkeiten) erwarten würde; wobei Englisch und Deutsch sich sehr ähnlich sind. Hintergrund: Das ist Phonologie, nochmal eine ganz eigener Bereich der Sprachen; Beanspruchung von stimmbildenden Organen (Atmung, Kehlkopf, Stimmritzen, Mundhöhle, Gaumen, Zunge, Zähne, Lippen). Da dürfte noch Gewohnheit reinspielen, bzw. in welcher Sprache ausgebildete Sänger*innen ausgebildet wurden. Und dann gibt es frühkindliche Prägungen, da das Sprechen die Wahrnehmung und das Wachstum beeinflussen kann. Vieles hat mit mentalen Prozessen bei der Sprach- bzw. Hörverarbeitung im Hirn, also auch mit Hörgewohnheiten zu tun, wenn einem das Formen bestimmter Laute Schwierigkeiten bereitet, weil es sie in der Muttersprache nicht gibt. Wenn ich mich recht entsinne, kann es aber tatsächlich der Fall sein, dass das Kalibrieren auf das Formen bestimmter Laute die Bildung anderer Laute verstellt, weil sich der organische Sprechapparat in seiner physischen Form noch während seiner Ausbildung darauf einstellt. Das könnte irreversibel sein, aber auch bei "gerade noch so" bildbaren Lauten dann zur Überbeanspruchung/schnelleren Überreizung/Entzündung des Stimmapparats führen. Nachtrag zu oben: Eike hat geschrieben:Zeigt mir eine Endung direkt an, welches Wort ein Subjekt oder (in)direktes Objekt ist
In der Regel haben Sprachen praktischerweise (um Sörfaktoren der Kommunikation auszugleichen) eine gewisse Redundanz, sind also Mischformen; aber theoretisch kann Eindeutigkeit von grammatikalischen Beziehungen über Endungen oder über Satzstellung hergestellt werden; und wie das in der Praxis geschieht, underscheidet sich von Sprache zu Sprache deutlich.
Zuletzt geändert von Eike am Samstag 17. April 2021, 15:44, insgesamt 4-mal geändert.
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von salisbury » Samstag 17. April 2021, 15:40
Eike hat geschrieben:Du hast doch bestimmt das blaue MAYFAIR-Album in beiden Versionen, Thommy.
Wie, wo, warum, bitte WAS!?
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von Eike » Samstag 17. April 2021, 15:46
Es gibt doch ein MAYFAIR-Album auf Englisch und auf Deutsch. Oder ist das nur eine andere Verpackung? Oder velwechser ich was?
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von salisbury » Samstag 17. April 2021, 15:47
Eike hat geschrieben:Es gibt doch ein MAYFAIR-Album auf Englisch und auf Deutsch. Oder ist das nur eine andere Verpackung? Oder velwechser ich was?
Ist mir nicht bewusst, ich find da auch nichts zu...
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von Holger Andrae » Samstag 17. April 2021, 15:50
Klar, "Die Fucht" gibt es auch in Englisch.
Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
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von Eike » Samstag 17. April 2021, 15:52
"Die Flucht", genau! *f(l)uchtel* Eike hat geschrieben:Wenn ich mich recht entsinne, kann es aber tatsächlich der Fall sein, dass das Kalibrieren auf das Formen bestimmter Laute die Bildung anderer Laute verstellt, weil sich der organische Sprechapparat in seiner physischen Form noch während seiner Ausbildung darauf einstellt. Das könnte irreversibel sein, aber auch bei "gerade noch so" bildbaren Lauten dann zur Überbeanspruchung/schnelleren Überreizung/Entzündung des Stimmapparats führen.
Beim eigentlichen Sprechen dürfte das kaum ins Gewicht fallen, dass man da Kiefer-, Zungen-Muskelkater, heisere Stimme bekommt... - aber Singen/Shouten/Growlen, je nach guter/schlechter Technik kann die Stimme ja viel stärker beanspruchen. Und dass sich das auf sprachlich "unbekanntem Terrain" nochmal verstärken könnte, kann ich mir gut vorstellen.
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von salisbury » Samstag 17. April 2021, 15:53
Thomas Godoj sagt in Interviews immer wieder, dass er nicht englisch singen kann; das war mit einer der Gründe, warum er damals aus dem DSDS-Zeug ausgestiegen ist. Die wollten ihm vorschreiben, englisch zu singen. Das hat er nicht dann nicht mitgemacht. Auf dem neuen Album gibt es einen englischen Bonustrack. Funktioniert nicht, auch die Fans mögen ihn nicht. Ich kann gar nicht so recht sagen, warum, aber es fühlt sich nicht richtig an.
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von salisbury » Samstag 17. April 2021, 15:54
Holger Andrae hat geschrieben:Klar, "Die Fucht" gibt es auch in Englisch. I had no fucking idea...hast Du die?
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von Pillamyd » Samstag 17. April 2021, 16:06
Eike hat geschrieben:Das wundert mich, da ich beim Wechseln der Sprache eher das Gegenteil (Schwierigkeiten) erwarten würde; wobei Englisch und Deutsch sich sehr ähnlich sind.
Ich kann mich auch täuschen. Ich weiß auch nicht mehr wo ich das gelesen habe und von wem. Irgendwie kommt mir Campino in den Kopf aber ich weiß es nicht mehr. Das was du schreibst klingt schon schlüssig. Wenn ich drüber nachdenke muss ich aber auch irgendwie sagen, dass ich die deutsche Sprache gesungen auch schon härter finde als die englische. Ich lese gern weiter hier und versuche mal rauszufinden von wem ich das gelesen habe.
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