Fates Warning

Re: Fates Warning

Beitragvon Pillamyd » Dienstag 1. Dezember 2020, 13:06

Fates Warning | Long Day Good Night

Die ersten Töne von „The Destination Onward“ erklingen. Ich bin am Spazieren und da geschieht es um mich. Das Album packt mich von der ersten Sekunde an. Ich schaue mich im Wald um, sehe herunterfallende Blätter. Das Laub am Boden raschelt bei jedem Schritt. Ich komme zum Ergebnis: Das ist mein Herbstalbum. Nicht nur weil ich ständig das Artwork im Kopf habe.

„Long Day Good Night“ ist die erste Neuveröffentlichung, die mir das zurückbringt, wozu ich lange keinen Kopf hatte, sich endlich wieder der Musik hinzugeben.
Wahrscheinlich ist das Album auch einfach zum passenden Zeitpunkt erschienen. In einer Zeit in der ich endlich wieder Zeit für mich hatte. Ja und dann wird man völlig übermannt von Gefühlen, die ich vor genau 2 Wochen hier beschrieben hab.
Ich habe mich über dieses Gefühl dermaßen gefreut, dass ich erstmal nichts zu dem Album schreiben konnte. Das war wie ein Befreiungsschlag. Ich musste das aber erstmal einordnen. Endlich!!!

Das Album hat einiges zu bieten. Da wäre zum einen der warme, dichte und trotzdem transparente Sound. Dabei gibt es einige unterschiedliche Nuancen, die das Album abwechslungsreich macht. Tönen die ersten 3 Songs noch „Fates Warning“ typisch (was keinesfalls als negativ ausgelegt werden soll), so entdecke ich gerade bei „Now Comes The Rain“ schon eine Nuance, die mir unglaublich gut schmeckt. Der Song hätte so in auch in den frühen 90er erscheinen können. Der Song kommt in seiner Gänze schon fast poppig rüber. Die Gitarrenarbeit ist außergewöhnlich eingängig. Der Refrain ohrwurmtauglich. Gleiches gilt für „Begin Again“.

Mit „The Way Home“, welcher mein absoluter Favorit ist, streckt mich jedes Mal nieder. Normalerweise bin ich nicht so der „uuuhuuu“ Part Fan. Aber wenn Alder damit anfängt, entsteht eine große emotionale Klangblase. Ich kann da nur jedes Mal mit offenem Mund dasitzen und ehrfürchtig zuhören. Wie der Song sich dann aufbauscht und zu Ende gebracht wird. Doch, es ist schlichtweg ein Highlight der Platte.

Und so zieht sich das eben durch die ganze Scheibe. Die Kompositionen sind schlicht atemberaubend. Es gibt bei jedem Song mindestens einen Teil, wo ich denke: „Wo bitte schön kommt das denn jetzt her?“

„Scars“ ist wahrlich der härteste Song auf diesem Album. Ich finde den saustark. Dieser Fluss aus blubberndem Bass und mitreißenden Gitarrenklängen machen den Song so stark. Festhalten kaum möglich! Egal, treiben lassen. Meine Güte!

Bleibt mir noch „The Longest Shadow Of The Day“ zu erwähnen. Ja, es gleicht einer Mammutaufgabe diesen Song zu knacken. Gerade der Anfang weiß zu gefallen. Den jazzigen Part finde ich grandios. Allerdings kann ich die Übergänge auch noch nicht komplett nachvollziehen. Vor allem, weil ich die Übergänge meist verpasse. Da passiert dann halt plötzlich etwas anderes. Der Song muss sich bei mir noch entwickeln. Aber auch hier geht die Tendenz klar nach oben.

„Fates Warning“ haben hier einen würdigen Nachfolger geschaffen. Einen, der mich abzuholen weiß, mich in meine Schranken verweist. Einen, der die Emotionen hochkochen lässt.
Ich bin sehr froh drum.
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Re: Fates Warning

Beitragvon Nils Macher » Dienstag 1. Dezember 2020, 22:52

Schön geschrieben, Pillamyd! Ich hatte das Album zuerst beim Laufen (es war dunkel) auf den Ohren - da ging es mir etwas wie dir. Ein Herbstalbum, ganz gewiss.
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Re: Fates Warning

Beitragvon Pillamyd » Mittwoch 2. Dezember 2020, 17:22

Nils Macher hat geschrieben:Schön geschrieben, Pillamyd!


Vielen Dank!
Schön zu hören wenn es bezüglich der Musik gleiche oder ähnliche empfinden gibt. Das freut mich immer wieder und macht auch spaß darüber zu schreiben.
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Re: Fates Warning

Beitragvon Havoc » Freitag 4. Dezember 2020, 22:04

Pillamyd hat geschrieben:Fates Warning | Long Day Good Night

Ich schaue mich im Wald um, sehe herunterfallende Blätter. Das Laub am Boden raschelt bei jedem Schritt. Ich komme zum Ergebnis: Das ist mein Herbstalbum. Nicht nur weil ich ständig das Artwork im Kopf habe.


Ist das wirklich Herbstmusik? Bin mir da nicht so ganz sicher. Da tut wohl das Cover sein Übriges. Wäre das ganz anders geartet, dann käme man vielleicht nicht unbedingt darauf, dass das Herbstmusik ist. Andererseits hast du ja schon auch geschrieben, dass es halt DEIN Herbstalbum ist. Naja.
Ich finde das Album auch stark, aber es lässt bei mir momentan eher etwas nach, als dass es wächst. Bin mir nicht ganz sicher woran das liegt. Vielleicht hätte ich es schon gerne ein kleinwenig verspielter gehabt. Das ist schon ziemlich melodisch komponiert. So wahnsinnig variabel finde ich das Album ehrlich gesagt nicht. Ja ich weiß. Meckern auf CL-Niveau. Trotzdem muss ich sagen, dass ich aktuell durchaus noch faszinierter von der neuen PoS bin. Die kann doch mal wieder so Einiges. Und das Ding wächst tatsächlich immer noch langsam aber stetig.
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Re: Fates Warning

Beitragvon Pillamyd » Freitag 4. Dezember 2020, 22:35

Havoc hat geschrieben:Vielleicht hätte ich es schon gerne ein kleinwenig verspielter gehabt. Das ist schon ziemlich melodisch komponiert. So wahnsinnig variabel finde ich das Album ehrlich gesagt nicht.


Ich möchte das nicht als Widerspruch abtun. Aber irgendwie klingt das doch schon so für mich.
Ich mein was hättest du denn dann gern gehabt?

Die "PoS" kenn ich zum Beispiel nicht. Habe auf die aber auch gerade eher weniger Lust.
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Re: Fates Warning

Beitragvon Havoc » Freitag 4. Dezember 2020, 22:50

Pillamyd hat geschrieben:Ich möchte das nicht als Widerspruch abtun. Aber irgendwie klingt das doch schon so für mich.
Ich mein was hättest du denn dann gern gehabt?


Widerspruch? Wieso? Hätte es gerne noch etwas verspielter und variabler gehabt. Verstehe gerade tatsächlich nicht wo du hier einen Widerspruch meinerseits siehst. Mhh.
Ich kann das Album aber eh immer noch nicht so richtig einordnen. Durchaus möglich, dass mir der nächste Durchgang wieder noch besser gefällt als der letzte. Dachte jedenfalls nach ein
zwei Durchläufen, dass das mein Album des Jahres wird...bin mir da aktuell aber gar nicht mehr so sicher. ;-)
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Re: Fates Warning

Beitragvon Pillamyd » Freitag 4. Dezember 2020, 23:13

Na ja du sagst auf der einen Seite, dass du gerne das Album ein klein wenig verspielter gehabt hättest. Das Album sei sehr melodiös komponiert. Aber du findet es nicht variabel.

Irgendwie passt das in meiner Welt nicht zusammen. An welchen Stellen findest du das Album denn melodiös aber wenig verspielt? Inwiefern ist das Album nicht melodiös? Ich möchte dir da auf keinen Fall an den Karren fahren. Wenn das dein Eindruck ist, ist der natürlich zu akzeptieren. Ich versuche es bloß zu verstehen, weil ich das halt total anders höre :)
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Re: Fates Warning

Beitragvon Havoc » Samstag 5. Dezember 2020, 00:41

Ich denke wir haben hier irgendein Kommunikationsproblem...

Pillamyd hat geschrieben:An welchen Stellen findest du das Album denn melodiös aber wenig verspielt?


Eigentlich ist das ganze Album ziemlich eingängig und melodiös...außer vielleicht der Longtrack. Das ist ansich nicht schlimm, denn es sind gute Songs.
Aber es hätten für meinen Geschmack gerne noch ein zwei drei weitere Songs etwas verspielter und proggiger sein dürfen.

Inwiefern ist das Album nicht melodiös?


Hier liegt irgendwo das Problem begraben, weil....wieso nicht melodiös. Ich sage doch, dass es sehr melodiös ist. Häh. :?
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Re: Fates Warning

Beitragvon Pillamyd » Samstag 5. Dezember 2020, 01:13

Havoc hat geschrieben:Hier liegt irgendwo das Problem begraben, weil....wieso nicht melodiös. Ich sage doch, dass es sehr melodiös ist. Häh.


Ersetze in der Frage melodiös durch variabel.
Da habe ich zweimal an das Gleich gedacht und das auch so geschrieben. Das war mein Fehler.

Ich teile die Meinung zwar nicht, denke aber verstanden zu haben was du meinst. Ich hab heute eine ziemlich lange Leitung, vielleicht liegt es daran :grins:

Nein im ernst,
wollte dir da wie gesagt nicht dumm kommen. Ich habs schlicht und einfach nicht verstanden, wie man bei dem Album darauf kommt, dass es nicht variabel genug ist. Für mich hat es da einiges zu bieten. Vielleicht hänge ich mich auch zu arg an die Schlagwörter fest.

Um das eine noch mal anzuschneiden:
Havoc hat geschrieben:Ist das wirklich Herbstmusik?


Die ersten Male hatte ich das Album immer auf den Ohren als ich durch den Wald ging. Im ganzen Wahn und Stress der letzten Wochen, bin ich zu der Zeit eben auch total runtergekommen und das spazieren gehen und die Natur haben mich wieder total runtergeholt und auch zum nachdenken gebracht. Das Album war die tolle Ergänzung und hat mir einfach so ein paar Dinge in den Fokus rücken lassen. Es hat sich positiv auf mich ausgewirkt, wenn man so will. Es war einfach alles stimmig. Deswegen vielleicht auch diese Herbstatmosphäre, die mir das Album gibt.
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Re: Fates Warning

Beitragvon Havoc » Samstag 5. Dezember 2020, 12:44

Pillamyd hat geschrieben:Nein im ernst,
wollte dir da wie gesagt nicht dumm kommen. Ich habs schlicht und einfach nicht verstanden, wie man bei dem Album darauf kommt, dass es nicht variabel genug ist. Für mich hat es da einiges zu bieten. Vielleicht hänge ich mich auch zu arg an die Schlagwörter fest.


Alles gut. Habe ich auch nicht so verstanden und wollte Dir auch nix Böses. :)
Ehrlich gesagt bin ich mir selbst noch nicht so im Klaren wie gut ich die Scheibe wirklich finde. Es liegt wohl zwischen 8,5 und 9 in Punkten ausgedrückt. Vielleicht schafft es ja auch doch noch einen halben Punkt höher. Mal gucken. Unter 8,0 sinkt es aber auch auf keinen Fall. Ich sag ja. Jammern auf Top-Niveau. ;-)
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