WW15: as vinyl as it gets

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Re: WW15: as vinyl as it gets

Beitragvon Feamorn » Sonntag 24. Januar 2016, 18:03

Die erste Hälfte von

Seite B

01. Die Nadel wird aufgelegt.

02. (05:28) Lauter werdendes Gitarrentremolo aus der Ferne. Dann jagd die Raserei los, die Gefilde sind schwarz. Schon recht melodisch, der Schreihals höchstens auf gleichem Lautstärkeniveau wie die Gitarren, ich verstehe demnach nichts. Das ist durchaus Black Metal nach meinem Geschmack! Okay, sehr melodisch, da macht mich die Leadgitarre mit ihrem Solo gerade markant drauf aufmerksam, die Rhythmusabteilung behält ihren Stiefel aber stoisch bei. Cooler Song, leider weiß ich gerade nicht, wie ich da Prägnantes zum erraten heraus fischen kann.

03. (03:29) Nanü, ich wollte gerade schreiben, dass das jetzt Death Metal ist, da fängt der klare, recht hohe, Sänger dazu. Musikalisch ist das für meine Ohren melodisch in der Death Ecke, der Sänger wie gesagt dann als Gegenstück. Das Stück prischt ziemlich nach vorne. "We are the bringers of chaos. We are the ? of pain. We are...?". "We are the master of hatred, the masters of hate" oder so? Gut zum Ohren durchpusten und Aggressionen abbauen. :)

04. (03:55) Es piept kurz, dann kommt ziemlicher Low-Fi-Sound aus den Boxen. Der Beginn hat fast etwas beunruhigend Bedrohliches an sich, würde auch zu irgendwelchen Soundtracks o.Ä. passen. Der Stil ist äh, Rock (ja, ich weiß, super hilfreich :-P). "Breaking everybody's heart", die Zeile danach *könnte* "Singing everybody's song" oder so heißen; oder etwas ganz anderes. Ich bekomme gerade irgendwie kaum was vom Text mit, weil mich der scheppernde Sound doch arg ablenkt. Mhm. Ich glaube, da komme ich wohl später noch einmal wieder.

05. (08:02) Abgehackt vertracktes Geriffe und Percussion, schon irgendwie Proggig mit recht prominentem Bass. Dann wird es kurz leise, ist da ein Streicher? Ja. Dann ein recht hoher Gesang, halb sprechend, beides Abwechselnd mit den Instrumenten vom Start. Das erinnert mich stilistisch stark an einige Sachen der Prog-Altvorderen, gegen alle Song- und Hörgewohnheiten, umso mehr faszinierend. Wo wollen die hin, was wird das noch? Mit dem Text habe ich es gerade echt nicht, narf, sorry. Also der Sänger tritt echt nur mit der Geige(?) zusammen in Erscheinung und befindet sich im ständigen Wechsel mit der Rhytmusabteilung und deren abgehackten Stakkatos. Später wird das Streichinstrument dann auch noch manchmal gezupft anstatt gestreichelt um den Song schließlich mit einer hohen langsam verklingenden Note zu beenden.

06. (11:28) Eine lauter werdende E-Orgel begrüßt mich und vermittelt direkt ein proggiges Feeling, ein Bisschen Begrüßungsriffing als die Gitarre mit dem Schlagzeug in den Raum kommt, dann werden beide ruhiger und dazu ein weiteres Tasteninstrument, das dem ganzen einen irgendwie spacigen Touch verpasst. Dann Pause und die Gitarre (und ein paar Effekte im Hintergrund) darf nach vorne und bleibt da erst einmal. Nach knapp zweieinhalb Minuten wird es jetzt doch treibender, ehe die Orgel zurück kommt und dann geht es wieder in die unendlichen Weiten. Das gefällt mir sehr gut! Auch die Gitarre greift ihr Hauptthema immer wieder auf. Jetzt kommt nach fast vier Minuten doch noch ein Sänger, tiefer, klarer Gesang. Das ist eine sehr, sehr angenehme Stimme! "Sailing, sailing, drifting, toward ? lands" und kurz danach "slayer of the oceans"? Der Song wird immer besser. Von einer Meerjungfrau hat er auch was erzählt. "Ecstasy, obscenity", irgendetwas in seiner reinsten Form. Das ist bisher das Highlight der zweiten Scheibe und vermutlich auch eines des gesamten Samplers. Jetzt kommt auch noch eine Zeile Rauher Gesang. Hach ja... *love* Und ich bin gerade mal bei der Hälfte. :)
Vier Minuten vor Schluß dreht die Instrumentalfraktion noch richtig auf, ein sehr treibender Rhythmus unter der Orgel, das reisst mich förmlich mit! Super cool! Tremolo picking mit Soli, dazu geflüsterte Worte. Wie gesagt, großartig und die Neugier über die Bandidentität ist sehr, sehr groß! Am Ende wird es noch einmal ziemlich ruhig und die Gitarren bleiben unter sich während sie recht zügig ausklingen.
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Re: WW15: as vinyl as it gets

Beitragvon 123_7 » Dienstag 26. Januar 2016, 16:51

Die B3 erinnert mich von der Beschreibung her an eine Band, die Martin auch auf seinem Sampler für mich verwurstet hat. Schau mal nach, ob DESULTOR 'Masters of Hate' passen könnte.
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Re: WW15: as vinyl as it gets

Beitragvon Schaf » Dienstag 26. Januar 2016, 17:13

Damit hat Fabi den ersten Song gelöst: https://www.youtube.com/watch?v=D7Jjveq1vEQ
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Re: WW15: as vinyl as it gets

Beitragvon 123_7 » Dienstag 26. Januar 2016, 20:29

Also bei ein paar anderen habe ich auch das Gefühl, dass da was im Hinterkopf klingelt, aber ich glaube ich muss da nochmal in Ruhe über die Beschreibungen.
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Re: WW15: as vinyl as it gets

Beitragvon 123_7 » Dienstag 26. Januar 2016, 20:56

Puh, A08 hatte ich zum Glück auf Anhieb den richtigen Riecher. Müsste LORD VICAR The Last Of The Templars sein.
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Re: WW15: as vinyl as it gets

Beitragvon Feamorn » Samstag 6. Februar 2016, 21:41

Verdammt, das sollten eigentlich keine zwei Wochen werden... :(

Ich bitte vielmals um Entschuldigung!

Wie auch immer, ist jetzt so, hier das Sampler-Finale von Seite B:



07. (09:35) Ich muss zugeben, an dem Song beiße ich mir zur Zeit (eigentlich schon seit Tagen), die Zähne aus. Ich komme einfach nicht in die richtige Stimmung, zumindest für den ersten Teil des Songs. Aber der Reihe nach. Der Song beginnt mit ganz leisen Synthies, der Bass spiel drei Töne, dann zählt der Schlagzeuger an und es beginnt ein seeeehr entspanntes Stück Musik. Klarer, eher hoher Sänger, übliche Instrumentierung, bis auf Glocken im Hintergrund (kein kleines Glockenspiel, aber auch keine gewaltige Kirchenglocken). Nach drei Minuten scheint der Song dann auszuklingen, viel Feedback, der Drummer streichelt die Becken, dann eine Gitarre wieder. Es hört sich an, als ob da im Hintergrund auch jemand schreit (gurgelnd, wie irgendwelche "Monster"), die Intensität dieser Stimmen steigert sich, eine kleine Kakophonie geradezu.
Das zieht sich ca. bis Minute Fünf, dann wird es lauter, ein kurzer Ausbruch, und ein richtiger Growler kommt mit ins Bild. Dann wird die Musik wieder schleppend, der Growler macht weiter. Eine doomige Atmosphäre, mit abgestoppten Riffs, kurz vor der Sieben wird es dann plötzlich ziemlich proggig, mit einer stark verzerrten Leadgitarre. Kurze Zeit später steigern sich intensität und Geschwindigkeit kurz, nur um dann wieder abzuebben und dem Klargesang vom Beginn wieder Raum zu geben (der allerdings nicht mehr ganz so prominent vorne ist, sondern etwas von den verzerrten Gitarren verdeckt wird. Dann klingt das Ganze langsam aus. Ein sehr spannendes Stück, das mich aber zur Zeit wie gesagt nicht so richtig erreicht, obwohl es wirklich sehr Abwechslungsreich ist und schon in mein Beuteschema passt. An anderen Tagen könnte ich mir vorstellen, dass mich das ziemlich mit nimmt!

08. (08:29) Das ist jetzt etwas "straighter" metallisch. Wieder sehr schleppend, stark verzerrte Gitarren. Oh, nach anderthalb Minuten beginnt der Gesang und der klingt entweder nach älterem Heavy oder Doom Metal, könnte auch irgendwas aktuelles eher Undergroundiges sein, so Stimme und Gitarren zusammen. Die Riffs gerade gefallen mir sehr gut, einen Hauch orientalisch (kann ich mir aber auch einbilden). Auf der Stimme liegt ziemlich viel Hall. Meine nächste Assoziation wäre erst mal, dass ich mir vorstellen könnte, dass dies ein Ergebnis wäre, hätten Cirith Ungol Doom Metal gemacht. Bin in den doomigen Gefilden ja bisher eher unbewandert, daher fehlt mir hier etwas die Vergleichsmöglichkeit. Sehr schöner Song bisher! (Das schreibe ich jetzt ca. zur Hälfte.) Oh, das war ein recht markant langer Schrei. Doch, das geht mir schlicht und ergreifend runter wie Öl, der Old School Sound, der Stil, prima!

09. (09:06) Es beginnt mit langezogenen recht hohen Tönen, ähnlich einem Flirren (aus dem Keyboard?), dann kommt die Gitarre hinzu, ein "schöner" Rhytmus, und der Sänger, mittlere bis tiefe Tonlage und eine mir unbekannte Sprache, würde wieder eher in Richtung östlicher Sprachraum tippen. Das geht so reduziert zwei Minuten lang, dann kommt der Rest der Band dazu und es wird deutlich lauter gespielt, im Midtempo. Irgendwie hat dieser Rhytmus etwas halb bedrohliches, aber auch mitreissendes. Jetzt variiert die Leadgitarre etwas, huh, war das gerade eine Kinderstimme im Hintergrund? Jetzt growlt der Sänger etwas, ist zur Zeit aber größtenteils instrumental (und sehr atmosphärisch!), zwischendurch ist der Bass plötzlich etwas prominenter, der Rhytmus und das Tempo bleiben jedoch. Das ist ein cooles, irgendwie hypnotisierendes, Stück Musik. Erinnert mich bisher übrigens sehr stark an den Themesong von 28 Weeks Later. Nanu, nach knappen 7 Minuten kommt im Hintergrund plötzlich Männergesang "Heia Heia Hum Ha" (oder so ähnlich). Dann wieder ein kurzer rauer Einwurf, kein Growl, vom Sänger. Die letzte Minute wird es wieder leiser und klingt aus.

10. (04:48) Percussion, Klavier, eine Sängerin. Hm, an wen erinnert die mich jetzt? "I'm daydreaming"? [...] "If you knew what it meant to me, anywhere, but here". Sehr schönes, sehr ruhiges Stück. Die Instrumentierung bleibt im Grunde wie beschrieben (zwischendurch kurze Stellen wo mal ein Effekt oder sowas rein kommt, aber nur ganz kurz.) Ich werde das Gefühl nicht los, die Sängerin (oder eine ähnliche Stimme) zu kennen, aber es will mir nicht einfallen... Egal, top! Wunderschön! :)
"Oh if you knew what it meant to me" wiederholt sich übrigens sehr oft im Text, könnte mit dem Titel zusammenhängen. "Oh the unspeakable things"?

11. (05:46) Ein leiser "digital" Effekt zu Beginn, leise Gitarrentöne mit Hall über einem Feedback, dann geht es langsam los, die Gitarre spielt schneller, die Becken werden sachte rhythmisch ins Spiel gebracht. "Desperation took us down, uneasy lies the head that wears the crown", coole Stimme, mittlere Stimmlage, im Moment mal eher halb gesprochen, aber es steigert sich weiter. Jetzt geht die Musik ab, "The storm is rising [...]". Yeah, das reisst mit! Da steckt viel Energie drin, vor allem im Schlagzeug! Jetzt wird der Sänger auch lauter, leider verstehe ich jetzt nicht mehr so viel, er klingt jetzt eine ganze Ecke rauer als zuvor. Ich bilde mir ein irgendetwas wie, "from the rooftops calling out" oder so, zu verstehen. Ungefähr ab Minute Fünf dann plötzlich sehr leise und ein endloses Gitarren-Feedback beschließt sowohl das Stück als auch diesen wunderbaren Sampler.

12. Die Nadel kommt zu einem plötzlichen Ende. (Ich habe mich beinahe erschreckt, nach dem leisen Schluß vorher. ;) )


So, das war es. Vielen Dank noch einmal an meinen lieben Gönner! Ich habe ja doch so einige Sachen entdeckt, auf die ich wirklich gespannt bin!
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Re: WW15: as vinyl as it gets

Beitragvon Chavo89 » Sonntag 7. Februar 2016, 17:01

Hinter Nummer 11 steckt AMEBIX mit dem fantastischen 'Knights Of The Black Sun'. Das Album ist jedem ans Herz zu legen.
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Re: WW15: as vinyl as it gets

Beitragvon Martin van der Laan » Sonntag 7. Februar 2016, 19:05

Spontan erkenne ich Seite B, Track 6: HAIL SPIRIT NOIR - The Mermaid
668 - Neighbor of the Beast
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Re: WW15: as vinyl as it gets

Beitragvon Schaf » Sonntag 14. Februar 2016, 13:09

Feamorn hat geschrieben:02. (08:39) Mich begrüßt ein (Damen-)Chor, dann kommt die Musik und... also ich bin beim Thema "Metal meets Klassik" ja wahrlich nicht völlig unbefleckt, aber diese Heransgehensweise ist mir tatsächlich neu. Hier spielt ein Orchester einen Metalsong, also im wahrsten Sinne des Wortes. Die Instrumente werden so eingesetzt, wie sonst Gitarren und Drumkit. Dazu kommt dann noch der Chor, der auch in den üblichen Metal-Gesangsmustern agiert. Wahnsinn! Das war beim ersten Mal zunächst durchaus anstrengend, nein, das klingt zu negativ, das war, ist, ungewohnt und fordert erst einmal volle Konzentration. Ich bin fasziniert und habe keinen blassen Dunst, wer/was das ist.


Eine Band (oder besser ein Ein-Mann-Projekt?) bei dem jedes Album anders klingt. Im Großen und Ganzen wird es seit 35 Jahren unter Industrial/Post-Punk/No Wave verortet, darum solltest du jetzt nicht unbedingt auf viel mehr "Metal meets Klassik" hoffen. Ich hielt es aber für einen guten Opener.

Feamorn hat geschrieben:03. (02:54) Schwups, überwalzt mich ein wenig überraschender Death Metal Song. Nach dem Vorgänger ist das schon eher etwas zum Durchatmen, obwohl es durchaus heftig zur Sache geht. Ich bin ja leider nicht ganz so fit, was die Einteilung beim Death Metal angeht. Das hier erinnert mich, wenn ich an meine eigene Sammlung denke am ehesten an Bloodbath, wobei das hier dann doch noch eine gute Ecke "sauberer" klingt und auch irgendwie etwas "grooviger" ist. Was auch mit am Sänger liegt, der für mich etwas in Richtung The Crown oder so ähnlich geht (was auch nicht wirklich meine liebste Gesangsfarbe für diese Musik ist). Könnte mir vorstellen, dass das unter Umständen Amis sind, aber das ist nur ein sehr diffuses Bauchgefühl. Leider muss ich sagen, dass der Song auf Seite A dann tatsächlich etwas untergeht, denn gleich danach kommt Folgendes...


Schlichter schwedischer Death-Thrash ohne große Überraschungen, aber mit einem bekannten Namen an der Gitarre.

Feamorn hat geschrieben:04. (09:50) So, nach knapp 10 Minuten fehlten mir erst einmal noch immer die Worte, um den Song irgendwie ordentlich einzuordnen. Ich versuche es mal: hätten Doom und Prog ein Kind gezeugt und es mit Death Metal großgezogen, das Ergebnis könnte ich mir so vorstellen. Es gibt klaren und harschen Gesang, wobei mich der Klare von der Stimmfarbe her etwas an Tim Aymar bei Control Denied erinnert (die Musik stellenweise auch), nur eine gute Spur tiefer und "dreckiger". Da das zum Raten vielleicht noch etwas Wenig ist, hier noch eine teilweise Song Beschreibung. Der Song beginnt mit einer Art Drumsolo unter Begleitung der Saitenfraktion, dann zunächst der genannte Klargesang, teilweise Zweistimmig, über schleppender Musik. Für drei Minuten bleibt es so, dann kommt der Schreihals dazu und kurze Zeit später wird dann das Tempo etwas angezogen und das Gekeife übernimmt erst einmal. Kurz nach Minute vier übernimmt dann die Leadgitarre, und zwar für eine knappe Minute. Dann wird es wieder schleppend, diesmal mit dem Death Metal Gesang. Das war etwas über die Hälfte des Songs, so abwechslunsreich geht es dann auch weiter. Herausstechend ist dann noch ca. zu 8:45 eine kurze reine klare Gesangseinlage während die Instrumente schweigen. Dann halb flüsternd wie eine Art Drohung hinter dem Gesang und die Instrumente riffen noch einmal los. Ende. Bin sehr gespannt, wer das ist!


In den Jahren vor "Slaughter of the Soul" nannte man diese Musik Metalcore und das ist eine der ersten Bands dieses Genres.

Feamorn hat geschrieben:05. (03:52) Nahtlos geht es jetzt zu etwas ganz anderem über. Das ist auf den ersten Lauscher folkig angehaucht und dann kommt der (eher hohe) Sänger und singt in einer Sprache, die ich nicht (er)kenne. Aus dem Bauch raus würde ich mal in Richtung des Slawischen tippen, auch die Musik deutet für mich dahin. Wobei es theoretisch auch in Richtung Asien gehen könnte. Der Song bewegt sich im gehobenen Midtempo und ich denke, dass da noch irgendein folkloristisches (Saiten-?) Instrument (oder ein entsprechender Effekt) beteiligt ist. Schöner Song! Bin mal gespannt, wie verkehrt ich in der geographischen Einordnung liege. :grins:


Mit Slawisch liegst du zwar falsch, aber zumindest grenzen ein paar slawischsprachige Länder an das Herkunftsland dieses Ein-Mann-Projekts, welches hier - zumindest ausgehend vom Titel - scheinbar von ausgestorbenen Gliederfüßern zu singen scheint...

Feamorn hat geschrieben:06. (08:25) Der Song hat mich zu Anfang erst einmal etwas an der Nase herum geführt. Für etwas mehr als eine Minute gingen meine Gedanken angesichts der Gitarrenmelodie fast schon in Richtung Melodic/Power Metal doch dann, nanu, das wird hier so schwarz... den Eindruck bestätigt auch der Sänger. Die Gitarren sind schon sehr Black Metal artig, insgesamt ist da für mich aber auch Death Metal mit in der Songstruktur, wobei das weit ausladende und der Stimmungsaufbau schon deutlich schwarz sind. Nach drei Minuten gibt es dann unter der ausklingenden Gitarre Herzklopfen und als die Instrumente wieder einsetzen ist das fast schon jazzig. Saxophon! Ooookay... hmmm... mir fallen leider nicht so viele Bands aus der Sparte mit Saxophon ein. Sigh sind das nicht. (Oder? Hatte bei denen vor ein paar Jahren mal kurz reingehört, wollte mich immer mal mit beschäftigen, kam aber nie dazu. Aber die waren deutlich stressiger, wenn ich mich recht erinnere.) Nach dem kurzen Intermezzo wird es dann sehr, sehr rifflastig und irgendwie groovig, jetzt ist da mehr Death im Spiel. Irgendwann wird es dann wieder sehr ausladend, die Gitarren flirren wieder schwarz, darunter Double Bass und das Tempo wird gesteigert. Bei ungefähr 7:20 dann plötzlich das Piepen eines Herzmonitors, Herzklopfenund dann Warnsignale und die Nulllinie... Mit einer Art Donnerhall geht es zu Ende. Ein sehr, sehr cooles Stück Musik!


Progressive schwarze Klänge aus Griechenland. Wäre wahrscheinlich auch was für blaue Ohren.

Feamorn hat geschrieben:07. (07:38) Jetzt kommt der Knüppel aus dem Sack und dazu tiefe Gegrowle, schon eher Geröchel. Hektisches Schlagzeugspiel (die Produktion ist hier relativ low-fi und etwas rumpelig, passt sehr gut zum Song). Die Gitarren hypnotisieren mich irgendwie. Wieder viele Tempovariationen. Dieses simple Grundriff wird mich vermutlich verfolgen. Jetzt wird es richtig schleppend, immer wieder dieses klare Riff, mit dem Schlagzeug wirkt das, als würde sich irgendein tonnenschwerer Koloss an mich "heranschleichen", BUMM ... BUMM ... BUMM ... während mich die Gitarre einlullt. Was der Sänger mir zwischendurch erklärt, verstehe ich leider nicht. Was für eine großartige Klangmalerei die hier betreiben! Jetzt flüstert auch noch jemand. Ich glaube, der Takt wird gaaaanz langsam etwas schneller. Immer wieder ein Schnauben und leises Gebrabbel im Hintergrund. Ja, es wird schneller, das Riffing unterstützt das, jetzt fegt der Schlagzeuger wiederholt über alle vorhandenen Felle und der Sänger wird auch aktiver. Das wird etwas wie eine langsam anschwellende Beschwörungsformel oder so. Kurze Pause und jetzt knüppelt es wieder deutlich mehr! DIESES RIFF! AAAARRRRGGHH! (Ein positives ARGH! ;) ) Und dann ist plötzlich Ende. Puuuuh, intensives Stück... und wirklich toll!


Von mir gern gepriesener ungewöhnlicher US Death Metal, der seinerseits bereits der Nachfolger einer ebenso abgefuckten DM-Band ist.

Feamorn hat geschrieben:10. (09:55) Das ist jetzt atmosphörisch wieder näher am vorletzten Song, aber kein Metal (denke ich). Ganz langsames, sehr reduziertes Stück, die Instrumente sind quasi auf- und abebbend während halb im Hintergrund leise eine Frau singt, beziehungsweise eher spricht und dabei immer ekstatischer wird. "Make me feel good!", "Make me feel good!!!", "Father"(?), "Father"(?)... Die Instrumente werden mit der Zeit auch ganz sanft eindringlicher und "heftiger". Das ist wieder sehr hypnotisierend, eher entrückend. In solcher Musik kann ich mich super verlieren! Jetzt wird es ruhiger und die Frau singt mehr, klingt teilweise fast schon etwas "heulend". Jetzt spricht sie wieder... "Make it rise!"? Ich glaube ja, immer wieder, immer ekstatischer, immer höher, am Ende kiekst sie fast nur noch. Das klingt tatsächlich wie ein Orgasmus. Und dann, nach dem letzten hohen Stöhnen, machen die Instrumente auch Krach und die Frau schreit richtig, bzw. growlt? Wir sind circa zwei Minuten vor Liedende. Der Krach zieht sich jetzt relativ monoton hindurch um dann im letzten Feedback auszuklingen. Großartig!


Die Dame mag offenbar DIAMANDA GALÁS und gehörte viele Jahre zu einer meiner allerliebsten Bands. Der Song, den sie hier interpretiert, wurde nämlich ursprünglich vom Sänger dieser Band gesungen, aber ich mag diese feminine Version viel lieber.

Feamorn hat geschrieben:11. (02:48) Und wieder Stilwechsel zum Singer-Songwriter, diesmal ein Herr. "Please mother hit me, it's what I need". Nun bereue ich, dass ich für Florence gemogelt habe. Noch einmal möchte ich das nicht machen, aber der Song ist mindestens genau so gut... "Dear Mother I have no religion and I know that I won't burn in hell".


Amis, die in Bayern leben und dort hippiesk schwurbligen Retro-Folk-Rock spielen. Warum nicht? Für irgendwas muss doch Bayern auch mal gut sein, oder?
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Re: WW15: as vinyl as it gets

Beitragvon Chavo89 » Sonntag 14. Februar 2016, 13:20

Nummer 11 ist dann SIMEON SOUL CHARGER. Den Song kenne ich allerdings nicht.
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