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Hier geht es um das alles, was den Rocker / Metaller / Goth so bewegt.
von Siebi » Freitag 22. Januar 2016, 23:24
Wenn ich Deine Argumentation nur verstehen könnte. Im Grunde geht's Dir nur um Musik und ob sie Emotionen auslöst. Da bin ich vollkommen dabei, wenn es um Gefühl und Emotion geht. Bei Dir ist damit eine Band authentisch, lese ich zumindest raus. Dann verstehen wir unterschiedliche Sachen unter dem Begriff, eine Diskussion wird somit nie zielführend sein. Wer aber erhebt denn den moralischen Zeigefinger? Nach welchem moralischen Gesichtspunkt? Ich werfe Ketzer gar nix vor, frage mich lediglich, wohin sie damit wollen, weil ich eben den Backkatalog kenne und schätze. Das kann und darf man nicht ausblenden. Von mir aus furzen sie 45 Minuten lang im Kanon. Auch da wird''s Interessierte geben, die diese bahnbrechende Neuerung schätzen. Ich werte im Hinblick auf meine Rezeptoren. Was ich halt gar nicht nachvollziehen kann. Du schreibst also eine Kritik rein über das eine Produkt, das Schaffen bis dahin wird vollkommen ausgeblendet? Versteh ich nicht. Ich habe wohl einen anderen Anspruch an einen Musikjournalisten. Im persönlichen Gespräch würde ich sagen, "Oh weia, da hat einer (k)eine Ahnung". So wie man das am Stammtisch mit den Kumpels durchaus kontrovers diskutiert. Apropos KISS. Die haben noch NIE eine Abschiedstour gespielt oder angekündigt. Phil Collins oder die Scorps schon. 
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von salisbury » Samstag 23. Januar 2016, 10:56
Siebi hat geschrieben:Wenn ich Deine Argumentation nur verstehen könnte. Im Grunde geht's Dir nur um Musik und ob sie Emotionen auslöst. Da bin ich vollkommen dabei, wenn es um Gefühl und Emotion geht. Bei Dir ist damit eine Band authentisch, lese ich zumindest raus.
Nein. Falsch. Es war nur ein kläglicher Versuch einer Authentizitäts-Beurteilung, die mir - selbst wenn ich sie wollte - nicht gelingen würde. Genau deshalb tue ich das ja nicht. Siebi hat geschrieben:Du schreibst also eine Kritik rein über das eine Produkt, das Schaffen bis dahin wird vollkommen ausgeblendet?
Auch falsch. Selbstverständlich ist die Einordnung des neuen Musik in das bisherige Schaffen wichtig. Dazu gehört unter anderem eine Beschreibung der Musik und der Änderungen. Wie man von dort aus zu einer Beurteilung der Authentizität kommt, ist mir logisch aber nicht zu erschließen. Dann verstehen wir unterschiedliche Sachen unter dem Begriff, eine Diskussion wird somit nie zielführend sein.
Vermutlich. Deswegen habe ich mich ja vor der ganzen Diskussion auf Wikipedia darüber versichert, was darunter zu verstehen ist: "Authentizität bezeichnet eine kritische Qualität von Wahrnehmungsinhalten (Gegenständen oder Menschen, Ereignissen oder menschliches Handeln), die den Gegensatz von Schein und Sein als Möglichkeit zu Täuschung und Fälschung voraussetzt". Von diesem Hintergrund aus wiederhole ich auch dies nochmal: Selbst beim tiefsten Kenntnis einer Diskografie werde ich es nicht schaffen, abzuleiten, ob bei einer vorliegenden Platte ein "Gegensatz von Schein und Sein" vorliegt. Und selbst wenn, fände ich es irrelevant. Ich verstehe das Rockbusiness sowieso schon seit jeher eher als Schauspielerei. Nicht zu unrecht spricht man von einem "Image" also einer Fassade, und vor allem im Metal ist es doch wichtig - oder wird gern gesehen - wenn eine Band etwas darstellt, was sie im wirklichen Leben nicht ist. Und auf keinem Regelzettel steht geschrieben, dass dieses Image über die gesamte Karriere über beibehalten werden muss. Dann passiert halt im traurigsten Fall sowas wie bei Roy Black. Du schreibst also eine Kritik rein über das eine Produkt, das Schaffen bis dahin wird vollkommen ausgeblendet?
Hab ich das irgendwo so geschrieben? Selbstverständlich nicht. Ich nehme nur keine biografiehistorische Authentizitäts-Berurteilung vor. Mit Logik schaffe ih das nicht und Gefühl dafür habe ich nicht. Deswegen habe ich geschrieben: Jeder hat doch sein eigenes Gehirn um dies für sich zu beurteilen, solange ich als Reviewer es schaffe, dem Leser zu vermitteln, wie das ihn interessierende Produkt - natürlich auch im Vergleich zu vorher - klingt.
Das Fettgedruckte verstehe ich als meine Aufgabe. Dazu sollte natürlich wissen, mit wem man es zu tun hat und auch ältere Sachen kennen. Als Wertung kann/soll/will ich dann noch hinzufügen, wie mir die Musik gefällt und warum. Aber ob ich meine, dass die Band nun zu dem steht, was sie anbietet oder irgendwie versucht, mich zu täuschen, ist doch eine völlig Null-Information. Und daran denke ich nicht einmal. Die haben dem Mut, ihre Musik in die Öffentlichkeit zu bringen, schreiben ihre Namen drunter und werfen es einer Horde Musikkritiker vor. Na selbstverständlich muss ich davon ausgehen, dass die von ihrer Musik überzeugt sind, warum auch nicht? Wer aber erhebt denn den moralischen Zeigefinger? Nach welchem moralischen Gesichtspunkt?
Mir kommt es tatsächlich so vor, als wäre für dich das Musizieren mit dem Ziel, Geld zu verdienen und möglichst viele Leute anzusprechen, etwas Verwerfliches, dass es anzuprangen gilt. Du vermustest, KETZER hätte seinen Stil und Image verändert, um angesagtere Musik zu machen und hältst der Band einen Authenzitäts-Verlust vor. Dahinter steckt doch zumindest unterschwellig ein moralischer Zeigefinger, oder nicht? Oder das Kaschieren eines eigenen negativen Gefühls. Das erinnert irgendwie an einen enttäuschten Mann, dessen Liebe woanders hin gegangen ist und versucht, die negativen Punkte herauszuheben, um mit seiner Enttäuschung fertig zu werden. Apropos KISS. Die haben noch NIE eine Abschiedstour gespielt oder angekündigt. Phil Collins oder die Scorps schon. 
Kann sein. Ich habe von KISS koa Ahnung. Ich weiss daher auch nicht, was dich an denen stört. Auch dass sie mit ihre Musik Geld verdienen und sie als ein Produkt vermarkten? Sind die nicht das beste Beispiel für eine Rockband, bei der 99,9 & ihrer Essenz Schein ist und man bestenfalls als Insider etwas über das tatsächliche Sein erfährt? Dann wären die ja komplett unauthentisch, nicht?
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von Siebi » Samstag 23. Januar 2016, 15:09
Danke für die ausführlichen Antworten. Warum schreibt man etwas über Kiss im Zshg. mit Abschiedstour, wenn man dann danach sagt, "von Kiss koa Ahnung" und "Ich weiss nicht, was Dich an denen stört". Irgendwas passt da nicht, Du hast scheinbar nie einen meiner Beiträge über Kiss gelesen oder kennst mich nicht gut genug. So wird es wohl sein. Mehrmals habe ich nun Deinen Sermon gelesen, versucht zu verstehen, was Du mir mit "Geld verdienen -> unauthentisch -> mag der Siebi nicht" sagen willst. Das stimmt halt so nicht. Nein, ich bin müde, schriftlich weiter zu diskutieren, sag ich Dir gerne persönlich. Die Quintessenz aus der Diskussion bis jetzt ist, ich versteh Dich nicht, Du mich nicht, lassen wir es dabei, mann muss ja nicht alles verstehen.
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von salisbury » Samstag 23. Januar 2016, 15:37
Siebi hat geschrieben:Warum schreibt man etwas über Kiss im Zshg. mit Abschiedstour, wenn man dann danach sagt, "von Kiss koa Ahnung" und "Ich weiss nicht, was Dich an denen stört". Irgendwas passt da nicht, Du hast scheinbar nie einen meiner Beiträge über Kiss gelesen oder kennst mich nicht gut genug. So wird es wohl sein.
Sorry, das mit KISS war wohl tatsächlich eine Verwechslung. Hier hab ich mich offenbar getäuscht. Nein, ich habe keinen Deiner Beiträge über KISS verfolgt, sorry. Siebi hat geschrieben:Die Quintessenz aus der Diskussion bis jetzt ist, ich versteh Dich nicht, Du mich nicht, lassen wir es dabei, mann muss ja nicht alles verstehen.
Ich denke auch, dass das so ist. Ich denke sowieso, das hier die allerwenigsten mit meiner Denk- und Argumentationsweise klar kommen. Nur bei Rüdiger bin ich mich fast immer sicher, dass er checkt, was ich meine und er checkt auch was Du meinst. Es sollte hier mal als Übersetzer fungieren Vielleicht geht es mündlich besser. Sicher geht es mündlich besser 
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von salisbury » Samstag 23. Januar 2016, 16:43
Ich glaube so ganz falsch war ich bei KISS doch nicht. Es gab 2000 mal eine Abschieds-Tournee. Aber wohl nicht mehrere. Dafür zumindest aber einen Zyklus an Ausstiegen und Wiedervereinigungen. https://de.wikipedia.org/wiki/Kiss_%28Band%29Aber da kenn ich mich tatsächlich wirklich nicht aus, das weiß ganz sicher der Siebi alles viel besser.
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von Siebi » Samstag 23. Januar 2016, 16:59
Jaja, Wikipedia, ein Quell an fundamentierten Aussagen. Für mein Seelenleben ist es besser zu sagen, ich bin raus, keine Diskussion mehr hier, es führt zu nichts. Ist von Angesicht zu Angesicht besser, weil einfacher, weil einfach angenehmer. Zurück ins Funkhaus zum SC, ich überlege mir meine vorläufig endgültige Best Of 2015 und höre mich durch die entsprechenden VÖs. Prost!
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von Raphael Paebst » Montag 25. Januar 2016, 16:32
Also für mich spielt Authentizität, zumindest die gefühlte, schon eine Rolle beim Hören, überlagert aber nur selten den Hörgenuss, wenn die Musik einfach gut ist. Aber ich würde schon sagen, dass mir Alben von Bands, die mir sympathisch sind und bei der Sympathie spielt die Authentizität sicher eine Rolle, besser gefallen, als das gleiche Album von einer unsympathischen Band, einer sympathischen Band verzeihe ich auch eher ein mieses Album, wie etwa HIRAX, deren letztes Album ziemlich lahm ist, aber das macht den Katon nicht weniger sympathisch und deshalb gefällt mir "Immortal Soul" so deutlich besser, als würde da jetzt KREATOR auf dem Cover stehen. Andrsrum ist das Album von MIRROR eine ziemlich coole Retroscheibe, aber wenn da Leute von SATAN'S WRATH und ELECTRIC WIZARD plötzlich den 70er und 80er Orgelsound für sich entdecken, wirkt das, gerade in Zeiten einer großen Bandfülle in dem Bereich, eben nicht authentisch. Kann natürlich sein, dass ich meine Meinung änder, wenn ich mich mit den Herren unterhalte und feststelle, dass die tatsächlich schon immer solche Musik machen wollten, aber bis dahin wirkt es einfach auch kalkuliert und diesen Eindruck kann ich nicht ausblenden, wenn ich die Scheibe höre.
Metal ist halt ein sehr wichtiger Teil meines Lebens und wenn ich den Eindruck habe, dass die Musiker, deren Musik ich gerade höre, Heavy Metal eine ähnliche Bedeutung beimessen, dann fühlt sich das einfach besser an, dann ist das eben mehr als Musik als Dienstleistung, die ich rein nach technisch sauberer Erfüllung der Ansprüche beurteile. Das heißt nicht, dass ich nicht ein gutes unauthentisches Album auch gut finden kann, aber wäre das Auftreten der Band authentischer, würde es mir vermutlich noch etwas besser gefallen.
So, jetzt hör ich weiter RAVENSIRE, die sind authentisch, sagt mir mein Bauchgefühl.
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von Julian Rohrer » Dienstag 26. Januar 2016, 09:01
Siebi hat geschrieben:salisbury hat geschrieben:Menno, ich glaub ich hab da mal wieder was verpasst.
Hab mal wieder ganz vergessen, dass Metalbörse war und ihr da alle seid, da wollt ich ja auch vorbei schaun. Zuviel Matschbirne die Woche mit der schlimmen Weihnachtsfeiern-Sauferei...
Du wieder, der verrückte Professor, haha. Dafür habe ich beim Rausgehen Julian getroffen und a bisserl geratscht, war sehr angenehm. 
Kann ich bestätigen! 
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von Pillamyd » Montag 8. Februar 2016, 20:20
Ich würde mir ja gern die neue "Lethal Steel" gönnen. Aber ich find die nirgends für einen angemessenen Preis. Nuclear Blast sind mir die Versandkosten zu hoch für eine Bestellung. Gilt auch für den HRR shop, außerdem akzeptieren die bloß Vorkasse. Ist bei mir Momentan nicht möglich 
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von salisbury » Dienstag 9. Februar 2016, 00:11
Pillamyd hat geschrieben:Ich würde mir ja gern die neue "Lethal Steel" gönnen. Aber ich find die nirgends für einen angemessenen Preis. Nuclear Blast sind mir die Versandkosten zu hoch für eine Bestellung. Gilt auch für den HRR shop, außerdem akzeptieren die bloß Vorkasse. Ist bei mir Momentan nicht möglich 
Ausgerechnet LETHAL STEEL? Ich glaub, das fand ich ganz ganz schwach in diesem SC... 
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