Unleashed

Re: Unleashed

Beitragvon Rüdiger Stehle » Dienstag 21. April 2015, 18:45

Siebi hat geschrieben:So ein Zufall, wenn der Postmann zweimal klingelt. Danke Rüdiger für die Unleashed-LP-Box. Sind doch gar nicht so schlecht, eigentlich bin ich doch Fan...


:?
Du verwirrst mich.

Hast du dir 'ne Unleashed-Box bestellt? Und was hab ich damit zu tun?

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Re: Unleashed

Beitragvon Teichfrosch » Mittwoch 22. April 2015, 03:20

Schaf hat geschrieben:Solange der Unsinn nicht so sterbenslangweilig ist wie der Sound von Unleashed...


Netter Versuch, aber das hat Siebi schon besser hinbekommen.

Holger hat geschrieben:Lange nicht mehr so einen Unfug gelesen.


Na, jetzt musste aber auch sagen, was genau der Unsinn ist. Anfixen alleine gilt nicht.


Unleashed verstehen einfach ihr Handwerk. Muss ja nicht jeder zur Avangarde gehören, um gute Arbeit abzuliefern. Ich esse auch lieber ein perfekt zubereitetes Schnitzel mit Kartoffeln, als irgend eine abgefahrene Selbstkreation wo mehr Idee als Gehalt dran ist. Manchmal muss man sich halt mit so 'nem gierigen UNLEASHED Schnitzel den Wanst vollschlagen, und der Jazzfusion-Blackmetal-Pop lässt einen nur mit knurrendem Magen zurück.
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Re: Unleashed

Beitragvon Siebi » Mittwoch 22. April 2015, 09:55

Rüdiger Stehle hat geschrieben:
Siebi hat geschrieben:So ein Zufall, wenn der Postmann zweimal klingelt. Danke Rüdiger für die Unleashed-LP-Box. Sind doch gar nicht so schlecht, eigentlich bin ich doch Fan...


:?
Du verwirrst mich.

Hast du dir 'ne Unleashed-Box bestellt? Und was hab ich damit zu tun?

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Re: Unleashed

Beitragvon Holger Andrae » Mittwoch 22. April 2015, 10:05

Teichfrosch hat geschrieben:
Holger hat geschrieben:Lange nicht mehr so einen Unfug gelesen.


Na, jetzt musste aber auch sagen, was genau der Unsinn ist. Anfixen alleine gilt nicht.


the seeker hat geschrieben:Konsens ist selten gut, sieht man ja an den Charts bzw. den Metalplatten, die dort landen


Sorry, dachte, es wäre klar gewesen.
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Re: Unleashed

Beitragvon Rüdiger Stehle » Mittwoch 22. April 2015, 10:25

Teichfrosch hat geschrieben:Unleashed verstehen einfach ihr Handwerk. Muss ja nicht jeder zur Avangarde gehören, um gute Arbeit abzuliefern. Ich esse auch lieber ein perfekt zubereitetes Schnitzel mit Kartoffeln, als irgend eine abgefahrene Selbstkreation wo mehr Idee als Gehalt dran ist. Manchmal muss man sich halt mit so 'nem gierigen UNLEASHED Schnitzel den Wanst vollschlagen, und der Jazzfusion-Blackmetal-Pop lässt einen nur mit knurrendem Magen zurück.

So und nicht anders sehe ich das auch. Das ist bei Unleashed nicht groß anders als bei so vielen Bands, die eben die von den Fans erwartete Qualität mehr oder minder am "Fließband" abliefern. Ganz gleich, ob du da jetzt Motörhead, WASP, Amon Amarth, AC/DC, Accept, Gamma Ray, U.D.O. etc... hernimmst. Ich sag ausdrücklich nicht, dass die immer das gleiche Album mit den gleichen Songs machen, denn das wäre gelogen, aber sie haben halt ihr relativ eng gestecktes stilistisches Korsett gefunden, innerhalb dessen sie sich mehr oder weniger kreativ austoben. Wenn man sich da als Fan drin wohlfühlt, dann gibt's kaum was besseres, und wenn man das Konzept der Bands schon vor 15 Jahren langweilig fand, dann wird das mit jeder neuen Scheibe nicht besser. Ich für meinen Teil finde fast alle deartig stiltreuen Bands ziemlich gut bis toll, wenn auch oft die Spannung auf die neuen Scheiben nicht groß ist. Bei Unleashed hatte ich jetzt z.B. kaum Vorfreude, aber als es dann lief, war es halt doch wie Heimkommen und man ist happy, dass es sie gibt.
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Re: Unleashed

Beitragvon Siebi » Mittwoch 22. April 2015, 10:57

Gut beschrieben, Frosch und Rüdiger. Darum geben mir neuere Scheiben der aufgezählten, zumindest Motörhead, WASP, Accept und AC/DC, nicht mehr so viel wie die Klassiker oder wie man sie eben kennengelernt hat. Die neue AC/DC kenn ich noch gar nicht, fällt mir auf. Ups.
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Re: Unleashed

Beitragvon Teichfrosch » Mittwoch 22. April 2015, 13:45

Holger hat geschrieben:Sorry, dachte, es wäre klar gewesen.


Liegt jetzt aber schon mehr an seiner Wortwahl, oder? Natürlich ist Konsens nicht per se schlecht, aber der Aussage, das im Schnitt in den letzten 20, 30 oder gar 50 Jahren die künstlerisch weniger gehaltvollen Arbeiten die erfolgreicheren waren (was die Verkaufszahlen angeht), ist doch richtig. Den meisten Schrott vergisst man zum Glück genauso schnell, wie er aufgekommen ist, aber wer sich mal so richtig schön gruseln möchte, dem empfehle ich, sich die Jahrescharts eines beliebigen Jahres anzuschauen. Dass die Masse gerne Schrott konsumiert, halte ich nicht für Unsinn sonden traurige Realität... was eben auch nicht heißt, dass die Masse NUR Schrott konsumiert.
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Re: Unleashed

Beitragvon enemy-of-reality » Mittwoch 22. April 2015, 14:53

Ich mag die Band ja im Prinzip, hab aber den Eindruck, dass die musikalisch mittlerweile eher leashed als unleashed sind.
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Re: Unleashed

Beitragvon Rüdiger Stehle » Mittwoch 22. April 2015, 16:26

Teichfrosch hat geschrieben:
Holger hat geschrieben:Sorry, dachte, es wäre klar gewesen.

Liegt jetzt aber schon mehr an seiner Wortwahl, oder? Natürlich ist Konsens nicht per se schlecht, aber der Aussage, das im Schnitt in den letzten 20, 30 oder gar 50 Jahren die künstlerisch weniger gehaltvollen Arbeiten die erfolgreicheren waren (was die Verkaufszahlen angeht), ist doch richtig. Den meisten Schrott vergisst man zum Glück genauso schnell, wie er aufgekommen ist, aber wer sich mal so richtig schön gruseln möchte, dem empfehle ich, sich die Jahrescharts eines beliebigen Jahres anzuschauen. Dass die Masse gerne Schrott konsumiert, halte ich nicht für Unsinn sonden traurige Realität... was eben auch nicht heißt, dass die Masse NUR Schrott konsumiert.

Nö. Da kann ich nicht mit. Gefallen hin oder her, es gehört regelmäßig viel dazu, als Band oder Künstler ein Publikum zu begeistern und langfristig an sich zu binden. Ich kann mit Xavier Naidoo, Hansi Hinterseer, Heino und Dieter Bohlen nichts, aber auch gar nichts anfangen; ich finde deren Musik fürchterlich. Trotzdem wären sie nicht so lange so erfolgreich, wenn sie es nicht schaffen würden, ihr Publikum auf ihre Weise zu berühren und denen genau das zu geben, was sie hören wollen. Da kann man dann natürlich als Metallerelite kommen und sagen, dass die Masse dumm sei, weil sie dummen Schlagerschrott hört.

Wenn man das dann weiterspinnt, dann landen wir bei solchen Aussagen wie der von Seeker, weil man dann auch irgendwann das, was im Metal erfolgreich und massenkompatibel ist, als dumme Musik für die Masse abstempeln muss; und spätestens da ist der Punkt erreicht, wo dann eben Holg (und ich auch) Unsinn wittern, denn eine Platte wird doch nicht dadurch schlecht, dass sie in einer Redaktion, in einer metallischen Subkultur, oder meinetwegen im Chart-Ranking einen gewissen Konsens erzielen kann.

Die Unleashed ist eine Platte, die eine gewisse Menge von Leuten hinter sich versammeln kann und dadurch vielleicht einen Charteinstieg oder einen Soundchecksieg verbuchen kann. Diese Leute kann sie hinter sich versammeln, weil sie

1)
seit 25 Jahren durch regelmäßige Releases und ausgiebiges Touren - also durch harte und handwerklich saubere Arbeit - sehr viele Fans gewinnen konnte, die ihr verhältnismäßig treu zur Seite stehen,

2)
hart und extrem genug ist, um auch in weiten Teilen des Death-Metal-Untergrunds noch relativ großen Respekt zu genießen, obwohl sie seit geraumer Zeit nicht mehr so extrem ist, oder nicht mehr so extrem wirkt, wie sie das am Anfang ihrer Karriere tat, sowie

3)
doch eingängig, mitsingbar und hymnisch genug ist, um auch Teile der Metalszene für sich zu gewinnen, denen Death Metal in der Regel zu extrem ist, und sich dadurch eben auch für Trad-Metal-Festivals wie etwa das "Bang Your Head" qualifiziert und dort neue Fans gewinnen kann.


Das sind letztlich die "Geheimnisse", die Unleashed zu einer relativ erfolgreichen Band gemacht haben, bei denen sich doch ein relativ hoher Prozentsatz der Metalszene darüber einig ist (einen "Konsens" darüber hat), dass Unleashed "Qualität" abliefert, und deswegen Punkte zwischen 7 und 10 Punkten gibt, oder sich deswegen die Scheibe kauft.

Der "Konsens" ist daher doch nur die Folge dessen, dass relativ viele Leute die Band gut finden, so dass es einfach unsinnig ist, zu sagen, dass der Konsens selten gut ist. Es ist schlechthin paradox, denn Konsens setzt ja gerade voraus, dass die Musik als gut empfunden wird.

Ich meine auch ernsthaft, dass so ziemlich alle großen, chartrelevanten Metalbands sehr gute Bands sind, in dem Sinne, dass sie einen großen Einfluss haben, dass sie ihre Zielgruppe zuverlässig bedienen, dass sie prägnante Alleinstellungsmerkmale haben usw... Das heißt nicht, dass ich sie deswegen persönlich gut finden muss, was ich auch oft nicht tue, aber trotzdem sind doch Iron Maiden, Sabaton, Nightwish, Dimmu Borgir, Epica, Judas Priest, Helloween, U.D.O., Manowar, Metallica, Slayer, Pantera, AC/DC, Motörhead, System of a Down, Slipknot usw... usf... nicht regelmäßig in den Charts, weil die Leute einen schlechten Geschmack haben, sondern weil das Bands sind, die sich - meist aus gutem Grund - über Jahre hinweg ein Standing erarbeitet haben, das sich eben irgendwann bezahlt macht und natürlich auch ein Stück weit zum Selbstläufer wird.

Natürlich sind diese großen Bands nicht davor gefeit, auch mal eine richtig schlechte Platte zu machen, aber das hat ja nichts mit dem "Konsens" zu tun. Es fehlt einfach an der Schlüssigkeit der Folgerung, dass Konsens selten gut sei. Wenn man es hingegen so dreht, dass man selbst Konsensbands selten gut findet, dann ist das schwer zu widerlegen, klar; die Aussage ist aber auch eine ganz andere. Da muss man sich dann fragen, ob man selbst einen sehr exquisiten, extravaganten, elitären Geschmack hat, ob man sich den Mantel eines ebensolchen umlegen möchte, oder ob man einfach per se querulatorisch veranlagt ist, oder ob das halt einfach Zufall ist, dass man selber nur die Sachen gut finden, auf die sich die wenigsten einigen können.
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Re: Unleashed

Beitragvon Holger Andrae » Mittwoch 22. April 2015, 17:22

Teichfrosch hat geschrieben:
Holger hat geschrieben:Sorry, dachte, es wäre klar gewesen.


Liegt jetzt aber schon mehr an seiner Wortwahl, oder? Natürlich ist Konsens nicht per se schlecht, aber der Aussage, das im Schnitt in den letzten 20, 30 oder gar 50 Jahren die künstlerisch weniger gehaltvollen Arbeiten die erfolgreicheren waren (was die Verkaufszahlen angeht), ist doch richtig. Den meisten Schrott vergisst man zum Glück genauso schnell, wie er aufgekommen ist, aber wer sich mal so richtig schön gruseln möchte, dem empfehle ich, sich die Jahrescharts eines beliebigen Jahres anzuschauen. Dass die Masse gerne Schrott konsumiert, halte ich nicht für Unsinn sonden traurige Realität... was eben auch nicht heißt, dass die Masse NUR Schrott konsumiert.


Rüdiger hat ja schon vieles sehr richtig und sehr ausführlich begründet.
Will mich aber nicht vor einer Antwort drücken. Unabhängig davon, dass sehr viel Musik in den Charts stattfindet, die mir nicht gefällt und die ich vielleicht sogar als Schrott bezeichnen würde, ist diese sippenhaftige Aussage, die vom Seeker sogar noch explizit auf "Metalalben in Charts" eingeschränkt wurde, völlig haltlos. An was erinnere ich mich denn so aus letzter Vergangenheit: Blind Guardian, At The Gates, Exodus, Sabaton, Blues Pills, Opeth, Beyond The Black, Cannibal Corpse, Primordial, Morgoth, Accept, Death Angel, Foo Fighters etc. Eine große Bandbreite, die für jeden Geschmack auch Highlights parat haben sollte. Dieses fürchterliche Underground-Gepose ist echt also völliger Unsinn und das schreibt jemand, dem genau dieser Grundgedanke nicht gänzlich fremd ist.
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