Dem Macher seine diesjährigen Klangeskapaden

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Re: Dem Macher seine diesjährigen Klangeskapaden

Beitragvon Rüdiger Stehle » Mittwoch 24. Dezember 2014, 12:24

Eike hat geschrieben:Den Kauz braucht es also gar nicht.

Der ist aber dabei. Das ist halt so:
http://vampster.com/fotos/albums/slough ... _band1.jpg
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Re: Dem Macher seine diesjährigen Klangeskapaden

Beitragvon Havoc » Mittwoch 24. Dezember 2014, 13:28

Mit SLOUGH FEG komme ich seltsamerweise nicht klar. Liegt wohl auch am Gesang. ^.-
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Re: Dem Macher seine diesjährigen Klangeskapaden

Beitragvon Nils Macher » Mittwoch 24. Dezember 2014, 13:37

Für SLOUGH FEG braucht man die richtigen Rezeptoren, sonst ist das ein eher schwieriges Unterfangen.
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Re: Dem Macher seine diesjährigen Klangeskapaden

Beitragvon Nils Macher » Mittwoch 24. Dezember 2014, 14:58

Und weil es so schön ist, gleich die nächste Scheibe hinterher.

Platz 19 THE COMMITEE - "Power Through Unity"

Bild

Black Metal aus Belgien, mit multinationaler Besetzung. Wenn mich nicht alles täuscht, mein einziges belgisches Schwarzbrot. Es schmeckt jedenfalls überhaupt nicht wie seine französischen Nachbarn, klanglich passt "Power Through Unity" noch am ehesten in deutsche oder nordamerikanische Atmospheric-Black-Metal-Schubladen. Doch THE COMMITTEE besorgt die Atmosphäre nicht durch einen Low-Fi-BURZUM-Aufguss, sondern vor allem durch die gelungene Kombination von gutem Drumming, toller Gitarrenarbeit und einem Gesang, der für Genre-Verhältnisse recht schlürfend ausgefallen ist. Klingt auf Albumlänge einfach total überzeugend und zeigt, dass man auch mit einfachen Mitteln großartige Musik machen kann. Tendentiell eher doomig als rasend angehaucht, wobei die Bassdrum überwiegend durchknattert wie eine Zündapp KS 750.

Dass die Band gerne mit totalitärer Ästhetik kokettiert und über historische Themen sing, sollte man vor allem bei 'Katherine's Chant' im Hinterkopf behalten. Die dort aufspielende Melodie ist nämlich sehr geläufig. Was erst als tiefes Gegrummel am Bass beginnt, entwickelt sich zu einem pechschwarzen Marsch über blutigen Boden. Ganz großes Kino!

Rüdiger hat bei uns die Vorgänger-EP besprochen, ein Review dieses Albums fehlt leider. Sollte man mal ändern.

Anspieltipps:
Katherine's Chant
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Re: Dem Macher seine diesjährigen Klangeskapaden

Beitragvon Christian Schwarzer » Donnerstag 25. Dezember 2014, 18:10

Nils hat geschrieben:Du hast Platz 21 aber schon gesehen, oder? ;-)

Uuups, vergessen.^^

Thantifaxath: Hmhmmm... Ist ja eigentlich voll meine Schiene. Mal abgesehen davon, dass ich in den letzten drei Wochen kaum Black Metal und dafür fast auschließlich Nightwish und Guardian gehört habe. Von daher trifft das gerade nicht so meinen weihanchtlichen Nerv. :grins: Ich erinnere mich daran, wie sie bei uns ausgeschrieben wurde, ich aber keinen Bock drauf hatte. War vielleicht ein Fehler. Ziemlich geiler DSO-Style-BM, wenn, dann sind das hier Franko-Kanadier. Gerade 'Gasping In Darkness' geht schon heftig ab. Wird gemerkt.

Slough Feg: Natürlich sind die kauzig. Keine Ahnung, warum ich die GT damals total verpasst habe... Macht schon Spaß, aber dafür muss ich schon sehr in Laune sein, glaube ich.

The Commitee: Jo, schon ziemlich cool. Stilistisch erinnert mich das vor allem sehr stark an sowas wie Walknut. Auch deutscher BM... Amerika irgendwie weniger, bin aber auch nicht firm auf dem Gebiet. Ich bin mir auch nicht ganz so sicher, was ich vom Gesang halten soll. Ich finde, das Tiefe, irgendwie "dicke" macht das Ganze schwerfällig und zehrt an der Dynamik.
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Re: Dem Macher seine diesjährigen Klangeskapaden

Beitragvon Rüdiger Stehle » Donnerstag 25. Dezember 2014, 23:52

VANISHING POINT:
Jo, der Vergleich mit Voyager ist so verkehrt nicht, wobei mich jene Australier doch noch etwas mehr faszinieren, weil ich die eigenständiger und abwechslungsreicher finde. V.P. ist aber durchaus angenehme Musik zum anhören. Sehr plüschig und opulent. Gefällt mir aber trotzdem (oder deswegen?) gut, ohne direkt Kaufsensoren zu aktivieren.

NOCTURNAL:
Eine jener Black/Thrash-Combos die gerade die traditionelle Szene ein wenig im Sturm nehmen. Ich frage mich in solchen Fällen immer, warum das jetzt gerade DIE sind, die jetzt auf breiterer Basis entdeckt werden. Weil sie bei HRR sind, weil eine Frau singt, weil sie Fenriz empfiehlt? Keine Ahnung, aber es wundert mich halt immer, wenn plötzlich viele Leute auf eine junge Band anspringen, die vorher nicht auf Desaster, Merciless, Nifelheim oder Aura Noir steil gingen. Macht aber nichts, denn ich gönne der Band den bescheidenen Erfolg und finde das Gehörte echt sehr gut. Könnte dann doch mal auf die Einkaufsliste wandern.

THANTIFAXATH:
Da bin ich mir noch nicht sicher, wie gut ich das finde. Das ist dann doch irgendwie näher an der Atmospheric- oder Post Black Metal-Schiene, die mir bisweilen immer noch ein Buch mit sieben Siegeln ist. Die Grundzutaten stimmen, atmosphärisch ausgerichtetes Material sagt mir normal auch zu, aber irgendwo ist der Nexus gekappt, denn es spricht meine BM-Sensoren nur unvollkommen an. Zum einen ist mir das zu wenig "Song", und mir fehlt auch die schwarzmetallische Ungezügeltheit ein wenig. Gut, "Gasping in Darkness" hat einen feinen Ausbruch, aber ja, irgendwo komm ich nicht so recht hinein.
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Re: Dem Macher seine diesjährigen Klangeskapaden

Beitragvon Rüdiger Stehle » Freitag 26. Dezember 2014, 00:03

SLOUGH FEG:
Bin seit dem Debüt Fan der Band, von daher ist das natürlich erst einmal genau mein Ding. Dennoch muss ich zugeben, dass ich dieses Jahr nicht so richtig drauf eingestiegen bin, obwohl die Scheibe alles hat, was zu Slough Feg dazu gehört. Mag in einer Phase erschienen sein, in der ich entweder den Kopf zu voll hatte, oder in der ich andere musikalische Präferenzen hatte. Daher habe ich sie bisher auch für den Jahrespoll nicht im Visier gehabt. Gut, dass du sie erwähnt und mich daran erinnert hast. Vielleicht kommt sie doch noch in die Liste.

THE COMMITTEE:
Die Band ist der Hammer. War mein Newcomer des Jahres 2013, und ich darf mich hochoffiziell "Marshall" und "General" der Unterstützungstruppen nennen. Hatte vor, die Scheibe zu besprechen, aber irgendwie bin ich nicht dazu gekommen. Ich finde übrigens, dass gerade die totalitäre Ästhetik die Band ausmacht, und es ist sehr cool, dass sie für mein Empfinden trotzdem eine rundum positive Message zu haben scheint, gerade was den paneuropäischen Ansatz und die Bruderschaft zwischen Ost- und Zentraleuropa angeht. Ich deute die Band, aus Texten, Artworks, musikalischen Versatzstücken und Interviews so, dass sie darauf hinaus will, trotz der Ereignisse des Krieges die Gemeinsamkeiten zwischen den einstigen Feinden zu betonen. Gefällt mir wirklich gut, was die Jungs tun.
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Re: Dem Macher seine diesjährigen Klangeskapaden

Beitragvon Holger Andrae » Freitag 26. Dezember 2014, 00:17

Rüdiger Stehle hat geschrieben:
NOCTURNAL:
Eine jener Black/Thrash-Combos die gerade die traditionelle Szene ein wenig im Sturm nehmen. Ich frage mich in solchen Fällen immer, warum das jetzt gerade DIE sind, die jetzt auf breiterer Basis entdeckt werden. Weil sie bei HRR sind, weil eine Frau singt, weil sie Fenriz empfiehlt? Keine Ahnung, aber es wundert mich halt immer, wenn plötzlich viele Leute auf eine junge Band anspringen, die vorher nicht auf Desaster, Merciless, Nifelheim oder Aura Noir steil gingen. Macht aber nichts, denn ich gönne der Band den bescheidenen Erfolg und finde das Gehörte echt sehr gut. Könnte dann doch mal auf die Einkaufsliste wandern.


Bei mir mag das an meiner momentanen Vorliebe für alles, was nicht poliert klingt, liegen. Desaster fand ich bisher nur live unterhaltsam, Aura Noir war mir immer zu blacky und Nifelheim habe ich aus irgendeinem Grund nie wirklich angetestet. Das waren für mich halt immer die verrückten Maiden-Lunatics. Vielleicht sind diese Argumente gerade allgemein auf die Szene anwendbar. Wenn dann ein Label bzw. eine Band konsequent auftritt und Werbung an den richtigen Orten geschaltet wird, dann kann man schnell mal auf so einer neu aufkommenden Welle oben mit reiten.

Ich werde jetzt vor der waagerechten Lage nochmal in die anderen Drei rein hören und kurz an anderer Stelle berichten.
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Re: Dem Macher seine diesjährigen Klangeskapaden

Beitragvon Nils Macher » Freitag 26. Dezember 2014, 11:33

Rüdiger Stehle hat geschrieben:NOCTURNAL:
Eine jener Black/Thrash-Combos die gerade die traditionelle Szene ein wenig im Sturm nehmen. Ich frage mich in solchen Fällen immer, warum das jetzt gerade DIE sind, die jetzt auf breiterer Basis entdeckt werden. Weil sie bei HRR sind, weil eine Frau singt, weil sie Fenriz empfiehlt? Keine Ahnung, aber es wundert mich halt immer, wenn plötzlich viele Leute auf eine junge Band anspringen, die vorher nicht auf Desaster, Merciless, Nifelheim oder Aura Noir steil gingen. Macht aber nichts, denn ich gönne der Band den bescheidenen Erfolg und finde das Gehörte echt sehr gut. Könnte dann doch mal auf die Einkaufsliste wandern.


Von Fenriz empfohlen? Habe ich verpasst, aber der empfiehlt auch manchmal Käse. Mit NIFELHEIM muss ich mich irgendwann nochmal näher befassen, aber DESASTER und AURA NOIR gehört schon zu meinem Portfolio. Ich würde Holgs Argumentation unterstützen, dass die Band und das Label zurzeit einfach die richtigen Knöpfe drehen.

Rüdiger Stehle hat geschrieben:THANTIFAXATH:
Da bin ich mir noch nicht sicher, wie gut ich das finde. Das ist dann doch irgendwie näher an der Atmospheric- oder Post Black Metal-Schiene, die mir bisweilen immer noch ein Buch mit sieben Siegeln ist. Die Grundzutaten stimmen, atmosphärisch ausgerichtetes Material sagt mir normal auch zu, aber irgendwo ist der Nexus gekappt, denn es spricht meine BM-Sensoren nur unvollkommen an. Zum einen ist mir das zu wenig "Song", und mir fehlt auch die schwarzmetallische Ungezügeltheit ein wenig. Gut, "Gasping in Darkness" hat einen feinen Ausbruch, aber ja, irgendwo komm ich nicht so recht hinein.


Mir macht diese Richtung zurzeit irgendwie mehr Spaß als der Norge-Sound (Ausnahmen gibt es, wie wir sehen werden). Vielleicht, weil ich die Schiene bisher etwas vernachlässigt habe oder weil sich in Norwegen zu wenig tut? Kein Plan, aber im Vergleich zu diversen guten Norge-BM-Veröffentlichungen finde ich beispielsweise die THANTIFAXATH wesentlich finsterer und unberechenbarer. Mit einer Band aus Norwegen ist mir nämlich genau das passiert, was du bei SLOUGH FEG geschildert hast: Ich fand die Platte toll, habe eine hohe Punktzahl im Soundcheck gegeben, das Ding gekauft, und trotzdem in den letzten Monaten komplett aus den Ohren verloren.
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Re: Dem Macher seine diesjährigen Klangeskapaden

Beitragvon Nils Macher » Freitag 26. Dezember 2014, 11:49

Ich poste gleich mal die nächste Scheibe, damit der Diskussionsstoff nicht ausgeht. Passt sogar halbwegs zur NOCTURNAL-Diskussion.

Platz 18 MIDNIGHT - "No Mercy For Mayhem"

Bild

Es wird erneut rumpelig im macherschen Musikantenstadl. Aber auf eine andere Art als bei NOCTURNAL, denn bei MIDNIGHT gibt es mehr Melodien in den Gitarren mit einer sahnigen Old-School-Attitüde zwischen MOTÖRHEAD, VENOM und diversen anderen Schlachtplatten. Dazu noch eine winzige Spur Kauzigkeit im Gesang und fertig ist die Vollbedienung für schwarze Rüpel. Die Band hat ebenfalls auf dem RHF so richtig abgeräumt, das war die reinste Energiepackung. Zum Glück entfaltet sich die Energie auch im heimischen CD-Player wenn 'Degradation', 'Prowling Leather' oder 'Evil Like A Knife' laufen. Die Scheibe ist mir auch noch nicht langweilig geworden, ob sie im Juli/August sehr oft lief.

Im Soundcheck haben Martin, Rüdiger und ich das Teil schon gefeiert und die 3,5 Punkte von Monsieur Becker bedeuten eine klare Kaufempfehlung für die Zielgruppe! Wer das mag, sollte gleich auch "Satanic Royalty", die erste LP, verhaften. Die Artworks finde ich bei MIDNIGHT auch immer ziemlich geil!

Lektüre:
Martins Review
August-Soundcheck

Anspieltipps:
Evil Like A Knife
No Mercy For Mayhem
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