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von Eike » Samstag 26. Juli 2014, 22:27
Das mag sein.
Allerdings komme ich auch mehr und mehr davon ab, von einer Band, bloß weil sie einen gewissen Status und eine lange Geschichte hat, jedesmal ein Meisterwerk zu erwarten. Mal ehrlich: Das schafft einfach keine Band. Keine. Über den Daumen gepeilt kann man doch froh sein, wenn eine Gruppe in 30 Jahren 20 Alben veröffentlicht, die immer noch genug Interesse finden, um die Sache am Laufen zu halten, davon 10 ungefähr meinen Nerv treffen und ich 2-5 davon so geil finde, dass ich sie auch nach Jahren neuer Musikentdeckungen und eigenen Wandels immer noch zu meinen heiligen Favoriten zähle. Wenn man da mal drüber nachdenkt, was das eigentlich bedeutet, und was für ein Wunder das eigentlich ist, über Zeit und Raum und völlig andere Biografie hinweg von dem Schaffen eines Musikerkollektivs derart berührt zu werden, dann steht demgegenüber alles andere weit hintenan.
Ich habe das Album wirklich nicht gelobt, und es wird auch noch ein Text von mir dazu mit 6,5/10-Wertung folgen. Aber ich finde, man darf halt auch nicht über die Stränge schlagen und aus der Enttäuschung heraus alles verteufeln. Ich meine, ich rede mir sicher nichts schön, was mir einfach nicht so gut gefällt, aber wenn meine Hauptkritikpunkte die sind, dass ich stimmlich das Feuer vermisse, dass stilistisch kein Neuland erorbert wird, dass die Klangästhetik mir zu abgeleckt erscheint, dann bleibt mit Abstand immer noch das Fazit zu ziehen, dass es mir bei sehr vielen Traditionsmetalbands heutzutage ähnlich geht und dass die für mich an "Redeemer Of Souls" in aller Regel rein songwriterisch dabei immer noch nicht rankommen. Die meisten Alben fallen für mich schon allein aufgrund langweiligen Drummings, mittelprächtig bis nervigen Gesangs oder einfach einer in meinen Ohren furchtbaren Produktion aus dem Rahmen dessen, was ich mir kaufen würde. Nichts, was ich bei Priest 2014 wirklich bemängeln würde. Diesmal ist es ihnen halt nicht gelungen, mich damit richtig zu erreichen. Vielleicht beim nächsten Mal wieder, vielleicht auch nicht. Aber die Band bleibt auf jeden Fall eine meiner Lieblingsbands, und dafür muss ich dieses Album auch nicht totschweigen oder ignorieren. Mir ist es halt nur etwas zu zahm und poppig. Obwohl es sicher mehr Metal ist als (das in meinen Ohren mittelmäßige, jedoch mehr Ohrwurm abwerfende) "Turbo" oder (das von mir geliebte) "Point Of Entry".
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von Havoc » Samstag 26. Juli 2014, 22:36
Eike hat geschrieben:Allerdings komme ich auch mehr und mehr davon ab, von einer Band, bloß weil sie einen gewissen Status und eine lange Geschichte hat, jedesmal ein Meisterwerk zu erwarten.
So sehe ich das auch. Was soll man dieser Band denn noch vorwerfen...die sind (bis auf den neuen Faulkner) alle um die 60. Das die überhaupt noch in der Lage sind ein halbwegs gutes Album wie "Redeemer Of Souls" zu machen ist schon bemerkenswert. Und ich bin auch zufrieden damit...mag sein, dass Halford nicht mehr 100% bringt, aber alleine ein Album mit seiner Stimme ist was feines. Judas Priest müssen sicher niemanden mehr was beweisen....es gibt nicht viele Bands die so dermaßen viele geniale Alben veröffentlicht haben. Alles was jetzt noch kommt ist halt ein Bonus für die Fans. Warum muss man das immer verteufeln mit so Sprüchen wie...."Die ruinieren ihre gesamte Karriere"? Blödsinn. Die damaligen Alben sind unsterblich und bleiben es auch für immer.
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von Eike » Sonntag 27. Juli 2014, 00:12
Genau. Und "Redeemer Of Souls" ist nun auch kein Album für das sich JUDAS PRIEST schämen müsste. Passt schon.
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von Havoc » Sonntag 27. Juli 2014, 10:36
Eike hat geschrieben:Genau. Und "Redeemer Of Souls" ist nun auch kein Album für das sich JUDAS PRIEST schämen müsste. Passt schon.
Stimmt. Wenn eine Band etwas völlig abstruses und untypisches rausbringt, dann darf man das als Fan sicher schon mal kritisieren. Aber das ist hier ja nun mal absolut nicht der Fall. Ich bin zudem eigentlich auch niemand, der Bandauflösungen forcieren möchte, aber "Redeemer Of Souls" wäre aus meiner Sicht auf jeden Fall ein absolut würdiges gutes Abschiedsalbum....und dann noch mit dem letzten Song "Never Forget" von der Bonus-CD. Quasi ein perfektes Ende einer Legende. Aber wer weiß...Richie Faulkner scheint ja noch mal neuen Wind in die Geschichte gebracht zu haben. Von daher...wenn die immer noch Bock haben und sich die Scheiben verkaufen....dann kommt sicher noch ein weiteres Album raus. Und wenn dieses wieder ähnlich gut wird wie "Redeemer Of Souls", dann sollen die ruhig mal machen. 
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von Eike » Sonntag 27. Juli 2014, 10:44
Bisher wurde doch auch nur angekündigt, beim Touren etwas kürzer treten zu wollen. Da kommt wohl noch was.
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von Havoc » Sonntag 27. Juli 2014, 10:50
Eike hat geschrieben:Bisher wurde doch auch nur angekündigt, beim Touren etwas kürzer treten zu wollen. Da kommt wohl noch was.
Ich finde es immer schön, wenn Karrieren nicht einfach so enden, sondern wenn zum richtigen Zeitpunkt ein Schluss gezogen oder sogar vorher angekündigt wird. Fände es cool, wenn sie irgendwann sagen würden...so...ein letzter Donnerschlag....und dann ist Ende.
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von Christian Schwarzer » Sonntag 27. Juli 2014, 11:24
Ja, sehe ich auch so. Sowohl was Eikes Ansichten zur Qualität angeht, als auch den Zeitpunkt zur Auflösung. Das wär jetzt schon schön rund und passend.
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von Holger Andrae » Sonntag 27. Juli 2014, 11:39
salisbury hat geschrieben:Da könnte man jetzt ein Fass ohne Boden aufmachen und fragen, wie denn eine E-Gitarre klingt. Oder klingen soll. Selbst auf dem kleinen Fender-Wohnzimmerverstärker von meinem Dad kann man eine Klangpalette rausholen, das glaubt man gar nicht. Dann schaltet man noch ein Effektprozessor dazwischen und nimmt nen Siebensaiter und schon klingt das mal krass anders. Und wenn man ganz böse ist, sagt man, die Elektrifizierung der Gitarre ist schon eine Verfälschung. Also was ist hier "echt" und ab wann ist es "unecht"? Im Vergleich zu was?
Du hast natürlich Recht, meine Formulierung war extrem ungenau. Es klingt nicht wie eine "Heavy Metal Gitarre" (für mich) zu klingen hat. Diese sollte scharfkantig, knirschend, erdig, röhrend oder spritzig klingen. Diese abgerundeten Gitarrenklänge verwässern eine Musikrichtung, die von Energie, Aggression und Dynamik lebt. Eine Gitarre in der Pop-Musik darf natürlich anders klingen, wie eben auch in anderen Musikbereichen, andere Klänge, Sounds und Klangfarben passen. Aber, wenn ich Heavy Metal hören möcte - und das ist der Fall, wenn ich zum Beispiel Judas Priest auflege - möchte ich eben keine Pop-Gitarren hören, sondern fräsendes, manchmal in den Ohren beißendes Geschrammel.
Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
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von Eike » Sonntag 27. Juli 2014, 13:24
Hehe. Schön auf den Punkt gebracht, Holger. Rock forever!
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von Eike » Sonntag 3. August 2014, 22:52
Ich habe mich hier mal ausgelassen über die neue Scheibe: http://powermetal.de/review/review-Juda ... 24572.html
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