Roots, rotting roots... - Postpunk

Re: Roots, rotting roots... - Postpunk

Beitragvon Holger Andrae » Freitag 24. Mai 2013, 21:14

Jesus hat geschrieben:Wieso? Hättest Du damals Klein-Sally seinen Lutscher weggenommen?


War Hafenstrassen-Gänger und bin viel mit ziemlich extremen Punks und Anarchos unterwegs gewesen.
Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
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Re: Roots, rotting roots... - Postpunk

Beitragvon Jesus » Freitag 24. Mai 2013, 21:15

D.h. also ja.
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Re: Roots, rotting roots... - Postpunk

Beitragvon Dekalog der Elemente » Freitag 24. Mai 2013, 22:24

Unter der Genre Bezeichnung Postpunk kenn ich die ganzen Bands zwar ned, aber von Fields of the Nephilim, Sisters of Mercy, The Cure und Christian Death hab ich Zeugs daheim, hör ich auch recht gern.

Joy Division und Bauhaus sind zwar eh Kult, von denen hab ich aber nix.

Musikalisch schmeiß ich da mal noch folgende zwei Bands die da aus dem Dunstkreis kommen in die Runde

Mephisto Walz (Umbrea, Nicole, Euphrosyne)

London After Midnight (Spider and the Fly, Your Best Nightmare)
Im Auge des Feindes sehe ich nur mich selbst - Fyrt Byrask

Grundsätzlich ist Mettwurst wie Paprika, nur in einem anderen Härtegrad.
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Re: Roots, rotting roots... - Postpunk

Beitragvon Jesus » Samstag 1. Juni 2013, 11:09

Eike hat geschrieben:...und Jesus kann dann mal weiter machen. ;-) 8-)


Ich füge mal ein paar Sachen hinzu, die in Eikes Eingangspost fehlten:

THE SOUND - 'I Can't Escape Myself, 'Winning', 'Missiles'

THE CHAMELEONS - 'Don't Fall', 'Paper Tigers', 'Swamp Thing'

LOWLIFE - 'A Sullen Sky', 'Gallery of Shame, 'Mother Tongue'

SAD LOVERS & GIANTS - 'Imagination', 'Clint', 'Big Tracks, Little Tracks'

TALKING HEADS - 'I Zimbra', 'Cities', 'Crosseyed and Painless'

NICK CAVE & THE BAD SEEDS - 'From Her to Eternity', 'The Mercy Seat', 'Papa Won't Leave You, Henry'

WHITE LIES - 'To Lose My Life', 'Farewell to the Fairground', 'Bigger Than Us'

JOYLESS - 'Isn't It Nice', 'Close to God', 'Puberty and Dreams'

COCTEAU TWINS - 'Blood Bitch', 'Wax and Wane', 'TInderbox (of a Heart)'


Wobei Nick Cave natürlich in allen möglichen Genres wildert und deshalb nur seine 80er-Alben für gewöhnlich zum Post-Punk gezählt werden. WHITE LIES ist modernes Post-Punk-Revival und COCTEAU TWINS wandert bereits auf dem schmalen Grat im Übergangsfeld von Post-Punk zu Shoegaze. Ich wollte noch PALE SAINTS hinzufügen, aber die sind dann wohl doch schon überwiegend Shoegaze mit ein paar Post-Punk-Überresten. Und JOYLESS zählt zu gar keiner Post-Punk-Szene, imitiert aber gut JOY DIVISION.
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Re: Roots, rotting roots... - Postpunk

Beitragvon Eike » Freitag 8. November 2013, 02:40

Alles auf ihre Weise gute Beispiele für Postpunk.

Allerdings ist unter den letzten Beispielen bis auf den Höhlenniklas mit seiner bösen Saat (und das ist die milde Variante im Schaffen des Herren) keines, das für mich in die im Anfangsposting intendierte "dunkle" Richtung (mit musikalisch ausgelebten oder zumindest lyrisch deutlich präsenten Themen wie schwarze Romantik, innere Zerrissenheit, soziale Tabubrüche etc.) geht.

Okay, vielleicht noch das herrlich schrägiemäßige 'Big Tracks, Little Tracks', wo von despair die Rede bzw. der Sang ist und ich Parallelen zum noch einen ganzen Kanten zackigeren KILLING JOKE in seinen besinnlicheren Momenten raushöre, und auch das nur leicht schnulzige 'To Lose My Life' kann ich als Romantik alter Schule mit dark-wave-beeinflusst leicht schummriger Atmosphäre anerkennen, meinethalben auch noch 'Puberty And Dreams' als einen stilistischen Grenzgänger, der da irgendwie reinpasst, indem er die Pubertät nicht in gängige Peinlichkeitsfloskeln bannt und als etwas dümmliches abtut, sondern sie als Sturm-und-Drang-Phase musikalisch zelebriert.

Aber wirklich abgründige oder stilistisch (proto-)gothic anmutende Songs sind da jetzt nicht bei.

Doch davon abgesehen findet sich freilich einiges nach Eikekriterien geschmäcklerisch Hochwertiges.

THE SOUND ist nett; THE CHAMELEONS gefällt mir; LOWLIFE ist mir etwas zu seicht; SAD LOVERS & GIANTS verströmen Romantik (eine etwas süßlichere und poppigere Variante als THE CURE und mit den typisch britischen Folkeinsprengseln, wie man ihn im Inselpop/rock immer wieder findet, also locker-flockig und trotz Seichtigkeit recht hübschig); die TALKING HEADS sind da schon viel straffer und rhythmischer (white funk fällt mir dazu ein) und klingen typisch '80ermäßig für mich, die dürften sehr prägend gewesen sein; NICK CAVE & THE BAD SEEDS wurden mehr als einmal hier im Magazin besprochen, da sollte jeder zumindest einmal reingehört haben; sowas wie die WHITE LIES (klingt erstaunlich authentisch) würde ich mir häufiger im Radio wünschen, dafür wäre die Musik auch eingängig genug, aber die 1980er sind wohl unwiederbringlich vorbei und der Massengeschmack ist längst weitergezogen (*seufz*); JOYLESS finde ich sowohl nett als auch charmant, und wenn man solche naiven Kaugummistimmchen mag, empfehle ich an dieser Stelle noch sehr gerne "Downton Cocoluccia" von JULIA HUMMER AND TOO MANY BOYS; und dann kommt da an letzter Stelle doch noch eine Band, der man immer wieder begegnet, wenn die Sprache auf die wichtigsten Vertreter der Nachpunkära kommt:

COCTEAU TWINS.

Das ist's was ich meine, wenn ich von dunkel angehauchter atmosphärischer Musik dieser Zeit spreche!

Die wie geisterhaft anmutende, nebelverhangene Aura von 'The Tinderbox (Of A Heart)' (Shoegazing, klar, im Rückblick ganz deutlich darin angelegt; aber doch noch so viel mehr als bloß in Musik gegossene Schüchternheit und mit einer gehörigen Portion understatement gefeiertes Außenseitertum, wie das Klischee es verlangt); der nasskalt klatschende Rhythmus, der nächtlich verhallte Sound der eleganten Schmirgelgitarren (wie ich solche vermählten Kontraste liebe!) und die fast schon schwindsüchtig dünne, distanziert kalt agierende Stimme in 'Blood Bitch'; das dubbig inspirierte, basslastige, treibende (wenn auch hier etwas unbeschwerte) Instrumentalspiel bei 'Wax And Wane', wie es da im scharfen Kontrast auf eine derart sehnsüchtig-hingebungsvolle Gesangslinie trifft, und wie der Hall der Produktion diesen Riss dazwischen dann wieder verschleift und verschmiert...

- das trifft schon viel eher meinen Nerv!

Klar, das sind noch relativ milde Beispiele (verglichen mit SUICIDE beispielsweise, oder - um auf den britischen Inseln zu bleiben - den VIRGIN PRUNES), das trifft noch nicht den Kern der schwarzen Seele, aber da spielt diese Wehmut mit rein, eine alles durchdringende Melancholie, die Tendenz zur Seelensuche.
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Re: Roots, rotting roots... - Postpunk

Beitragvon Eike » Mittwoch 20. November 2013, 18:04

JOY DIVISION - 'Disorder'
JOY DIVISION - 'Candidate'
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Re: Roots, rotting roots... - Postpunk

Beitragvon Eike » Donnerstag 1. Mai 2014, 22:12

Loenz hat geschrieben:Bauhaus - Bela Lugosi´s Dead

Krass was ist das denn für eine Sound Collage am Anfang. Wieder Post Wave, Post Punkig, Post Industrial mäßig am Anfang. Geiles Feeling, dunkel, morbid, sich wiederholend, dadurch zieht einen das schön in eine Hypnose. Verdammt geil gemacht und dann die Stimme, die halt einfach völlig passend ist. Grandios. Den Namen hatte ich schon immer mal gehört, aber halt keine Musik von denen. Das muss ich definitiv ändern. Die Musik hier ist nämlich ganz große Klasse und das trifft genau meinen Geschmack!
Krass wieviele Details die in diesen Songs verstecken, das ständige geplinge und geplonge und geplärre. Geil!
Erstklassige Band!
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Re: Roots, rotting roots... - Postpunk

Beitragvon Eike » Donnerstag 19. Dezember 2019, 18:13

Auch hierzu bin ich beim Stöbern nach möglicher Winterlektüre über den Hinweis auf einen subkulturell-zeitcouleuristischen Roman gestolpert:

https://www.laut.de/News/Best-Of-2019-D ... 5/Seite-18
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Re: Roots, rotting roots... - Postpunk

Beitragvon Pillamyd » Freitag 2. Juli 2021, 11:45

Vielen dank, Eike!
Wird für die nächste Bestellung bedacht. Ganz feine Musik, dass alles. Gestern gabs 11% Trostrabatt beim mops. Zugeschlagen habe ich da! Dieser Thread ist auch mal sowas von eine Goldgrube!
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Re: Roots, rotting roots... - Postpunk

Beitragvon Eike » Freitag 2. Juli 2021, 19:14

Fein.
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