Bewertungsschema

Hier geht es um das alles, was den Rocker / Metaller / Goth so bewegt.

Re: Bewertungsschema

Beitragvon Rüdiger Stehle » Mittwoch 25. September 2013, 14:54

Siebi hat geschrieben:Trotzdem, Bewertungen im Sinne einer Kaufentscheidung sind mir in Konsequenz schnuppe.

Jo. Geht mir auch so.
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Re: Bewertungsschema

Beitragvon ishina » Freitag 27. September 2013, 11:05

ishina hat geschrieben:Zur 15-Punkte-Skala:

Diese habe ich für mich lange als die bisher beste Skala angesehen, aber dann immer mehr Probleme gehabt, die Musik in ihr einzuordnen. Ich habe die 15-Punkte-Skala immer in fünf Dreipunkteblöcken wahrgenommen, die ich mit den fünf Schulnoten in Österreich (nicht genügend, genügend, befriedigend, gut, sehr gut) assoziiere. Bei den Schulnoten gibt es auch immer bei Randfällen entweder ein Plus oder Minus hintendran, je nachdem, ob die Leistung die Kategorie fast übertrifft oder sich gerade noch darin befindet. So ist für mich dann ein Album mit 10 Punkten eine 2-, mit 12 Punkten eine 2+. Eine weitere Assoziierung habe ich auf progarchives.com aufgeschnappt und übernommen. Dort gibt es fünf Sterne, die wie folgt beschrieben sind:
1 Stern: Poor. Only for completionists
2 Sterne: Collectors/fans only
3 Sterne: Good, but non-essential
4 Sterne: Excellent addition to any prog rock music collection
5 Sterne: Essential: a masterpiece of progressive rock music

Diese Kategorien finde ich extrem hilfreich beim Einordnen der Musik. Auch hier kann ich mit Plus- und Minussuffixen die Feinabstufung vornehmen, sodass ich wieder zur 15-Punkte-Skala komme. So ist ein 12-Punkte-Album nun eine exzellente Erweiterung jeder Musiksammlung mit besonderer Qualität, die ich aber vom Gefühl her nicht in die Schublade Meisterwerke einordnen kann, die für andere Kaliber reserviert ist. Hier geht es viel um das Gefühl dafür, ob ein Album exzellent, nur gut und ein Meisterwerk ist und die interne Hackordnung dieser Klassen.

Wenn ich so darüber schreibe, dann regen sich in mir wieder die großen Sympathien für dieses Bewertungsschema. Hier habe ich z.B. Alben wie HAKEN's "Visions" und DARK SUNS' "Orange" nach meinem Gefühl stimmiger einordnen können, als mir das mit der zehnstufigen Skala gelungen ist.

Ich habe mir über das Thema noch einmal ausführlich Gedanken gemacht und mit zahlreichen Alben die fünfzehnstufige Skala gemäß meines Zitats durchgespielt. Ich fühle mich mit dieser Skala am wohlsten und kann dort die Alben alle gut und für mich ausreichend feingranular einordnen. Das ist dieselbe Skala, wie sie auch auf den Babyblauen Seiten und musikreviews.de eingesetzt wird.
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Re: Bewertungsschema

Beitragvon enemy-of-reality » Freitag 27. September 2013, 12:48

Eigentlich ist die Art der Skala (10er, 15er, 100er, etc.) doch eher nebensächlich. Viel wichtiger ist nämlich die Definition der einzelnen Noten. So können z.B. zwei 10er-Skalen stark unterschiedlich ausfallen. Und ich glaube, dass auch genau hier der Hund begraben liegt. Der geneigte Leser benutzt in der Regel seine eigene Definition einer Zehnerskala, wenn er sich die Noten hier ansieht, nicht die Definition der Redaktion. Das ist aber keine Absicht, sondern geschieht mehr oder weniger unbewusst.
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Re: Bewertungsschema

Beitragvon Havoc » Samstag 28. September 2013, 21:05

Ich lobte MAYHEMs "Chimera" in meiner Playlist und vergab für dieses feine, atmosphärische Album, welches ich nicht allzu oft auflegen werde, gute 7 Punkte. Havoc meinte daraufhin sogleich, es wäre mindestens 8,5 Punkte wert. Ist sein gutes Recht, seine Meinung. Doch das würde meine interne Skala kippen, denn dann blieben mir für all die vielen BM-Alben, die ich noch wesentlich mehr mag, nur noch 3 weitere Noten übrig.


Also meine interne Skala kippt es nicht. Auch wenn ich "Chimera" sogar eher bei 9,0 Punkten sehe.

Später lobte ich SATYRICONs Entwicklung auf der Selbstbetitelten, doch weil ich auch diverse Punkte darauf kritisierte, meinte Havoc sogleich, ich würde das Album "hassen". Ja, Herr Havoc, der schnippische, passiv-aggressive Kommentar mit der Rückhand ist mir nicht entgangen und hatte mich gleichermaßen amüsiert wie verwundert. Nun hatte ich bereits alles zu diesem Album gesagt und würde ihm in einem Soundcheck 5 Punkte geben. Handwerklich gut gemacht, entlockt ein anerkennendes Nicken, begeistert mich allerdings auch nicht und wird nicht mehr aufgelegt. Er als Fan vergibt natürlich wieder einmal 8,5 Punkte.


Welchen Kommentar meinst du hier? Ich habe nie behauptet oder auch nur gedacht, dass du das Album hasst. :-S
Ich finde das Album stark und bin als Fan der Band sehr zufrieden damit. Was ist dann falsch an meinen 8,5 Punkten?

CULT OF LUNA ist eine Band, die ich wirklich mag, doch auch hier vergab ich für "Vertikal" im Kontext der Band "nur" 6,5 Punkte, was das Album aus meiner Sicht immer noch überdurchschnittlich und für den Fan kaufenswert macht, aber gleichzeitig den Unterschied zu den meiner Meinung nach besseren Vorgängern verdeutlicht. Abermals vergab Havoc dagegen 8,5 Punkte.


Na gut. Du sagst im Kontext der Band. Das ist halt immer so eine Sache mit den Bewertungen. Vergleicht man es mit den anderen Alben der Band...oder mit allen anderen Metal Alben die man kennt...oder mit allen aus dem gleichen Genre. Schwierig. Daher vergibt man am besten einfach eine subjektive Note....und das war hier halt auch ne 8,5.

Natürlich kann mal all diese Alben tatsächlich gleich gut finden. Für mich jedoch sollte eine 8,5 nicht einfach nur ein beiläufiges "basst scho" darstellen, sondern wirklich schon ein ziemlich gutes Album sein. Dementsprechend ist eine 6 auch noch ein ganzes Stück entfernt von einem "schlecht".


Die drei genannten Alben finde ich alle deutlich besser als "basst scho". Ja. Und die sind nicht nur ziemlich gut, sondern richtig stark.

Kurzum: Skalen für subjektive Empfindungen sind doof.


:? Aus meiner Sicht kann man nur das bewerten! Alles andere macht kaum Sinn.
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Re: Bewertungsschema

Beitragvon Jesus » Sonntag 29. September 2013, 18:36

Havoc hat geschrieben:Welchen Kommentar meinst du hier? Ich habe nie behauptet oder auch nur gedacht, dass du das Album hasst. :-S


Den:
Diese Woche liefen unter anderem vier Alben, die Balsam für die Seele eines jeden Hassers des neuen Satyricon Werkes sein dürften. Auch wenn ich ja dazu zum Glück nicht zähle.


Und dann folgten einige BM-Alben, die ich mag. Klang so, als ob das an mich gerichtet wäre, aber ich sollte wohl nicht immer davon ausgehen, dass die Welt sich um mich dreht ;)

Havoc hat geschrieben:Ich finde das Album stark und bin als Fan der Band sehr zufrieden damit. Was ist dann falsch an meinen 8,5 Punkten?


GAR NICHTS, darum geht es doch! Es ging um meine Interpretation der Skala. Ich kann Dir doch schlecht vorbeten, welchem Album Du wieviele Punkte geben sollst.

Havoc hat geschrieben: :? Aus meiner Sicht kann man nur das bewerten! Alles andere macht kaum Sinn.


Herrje. Oft genug festgestellt, aber ich muss wirklich häufiger zwinkernde Smileys verwenden. Mein manchmal trockender Humor kommt per Text nicht an. Natürlich ergibt kein anderes Kriterium Sinn, aber jeder empfindet halt anders. Darum geht es doch.
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Re: Bewertungsschema

Beitragvon Eike » Mittwoch 2. Oktober 2013, 04:24

Oliver Passgang hat geschrieben:(Hauptproblem: Wie will man verkaufen, dass eine 6,0 ein überdurschnittliches und somit lohnenswertes Album sein soll?)
Das gibt es für mich überhaupt kein Problem, denn:
POWERMETAL.de hat geschrieben:6.0 - 6.5
Ein in vielen Bereichen ordentliches Album, das nicht mitreißt.
Ein in vielen Bereichen ordentliches Album ist angesichts dessen, was so alles veröffentlicht wird, nach subjektiven Maßsstäben in der Regel ja wohl überdurchschnittschlich. Ob es damit lohnenswert ist, kann der Werter für sich entscheiden (in der Regel für ihn wohl eher nicht, wenn es nicht mitreißt, es sei denn er erwartet das grundsätzlicher Liebhaber der Band bzw. des Stils auch gar nicht); aber für den Leser ist das doch eh höchstens dann relevant, wenn er geschmäcklersich mehr oder weniger immer konform geht mit dem notenvergebenden Redakteur. Ansonsten klärt eben die Rezension diese Frage, bzw. kommt einer Klärung möglichst nahe. Wo ist da ein Problem? Und was gibt es da zu verkaufen? Verstehe ich nicht.
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Re: Bewertungsschema

Beitragvon Oliver Passgang » Mittwoch 2. Oktober 2013, 09:16

@Eike: Klar, wenn sich die Leute die Mühe machen, sich mit unserer Skala auseinanderzusetzen, dann kann man natürlich zu diesem Schluss kommen. Wenn die Labels allerdings einen Schnitt von ~6.0 Punkten für ihre Bands serviert bekommen und wir denen dann erzählen, dass sie damit hausieren gehen sollen, weil dieser ja "überdurchschnittlich" sei - das funktioniert nicht.
Was beim Schaf bspw. eine 6.0 ist, geht bei uns ca. als 7.5-8.0 durch, und darauf bezog sich diese ganze Diskussion doch, weil seine 6.0 eben nicht unserer Definition einer 6.0, sondern eher einer 7.5 entspricht.
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Re: Bewertungsschema

Beitragvon Siebi » Mittwoch 2. Oktober 2013, 10:49

Gehe ich mal davon aus, dass den Musikverrückten nur die Musik interessiert, nehme die Anzahl der Songs im Verhältnis zu den mir gefallenden, dann finde ich bei einer 6,0 simpel linear gesehen 6 von 10 Songs stark. Das ist keine schlechte Ausbeute. Leider wird aber wie bei jedem Magazin wegen "Promotiondruck" scheinbar lieber eine 7,5 oder höher vergeben. Schade. War auch einer der Gründe , warum ich neben vielem Promo-Gestümper und Non-Metalquark in einem Metalmag keinen Bock mehr aufs Rezi-Schreiben hatte. Noten my ass.
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Re: Bewertungsschema

Beitragvon Oliver Passgang » Mittwoch 2. Oktober 2013, 11:42

Siebi hat geschrieben:Gehe ich mal davon aus, dass den Musikverrückten nur die Musik interessiert, nehme die Anzahl der Songs im Verhältnis zu den mir gefallenden, dann finde ich bei einer 6,0 simpel linear gesehen 6 von 10 Songs stark. Das ist keine schlechte Ausbeute.


Diese Denkweise ist mir zu einfach. Dann geht man ja davon aus, dass jeder Song entweder "richtig gut" oder "richtig schlecht" ist - Grauzonen adé? :?
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Re: Bewertungsschema

Beitragvon Siebi » Mittwoch 2. Oktober 2013, 12:36

Oliver Passgang hat geschrieben:
Siebi hat geschrieben:Gehe ich mal davon aus, dass den Musikverrückten nur die Musik interessiert, nehme die Anzahl der Songs im Verhältnis zu den mir gefallenden, dann finde ich bei einer 6,0 simpel linear gesehen 6 von 10 Songs stark. Das ist keine schlechte Ausbeute.


Diese Denkweise ist mir zu einfach. Dann geht man ja davon aus, dass jeder Song entweder "richtig gut" oder "richtig schlecht" ist - Grauzonen adé? :?

Da ich generell einfach gestrickt bin, passt das schon. Komplex ist das Leben, da darf es bei der Freizeitgestaltung Musik einfach sein. :grins:
Ernsthaft wird natürlich Sound, Spieltechnik, Songwriting, Backkatalog, Genreähnliches etc. in eine Bewertung einfließen. Mir ist das seit einigen Jahren mitterweile zuwider, bin nur noch musikhörender Fan, der selbst entscheidet, was er hören will. Den ein Song oder Album emotional berührt oder eben nicht, Backkatalog hin oder her, Namedropping hin oder her.

Das führt mich zu dem oft vernommenen "Du hörst Metal, wie war's in Wacken?" oder, bleiben wir im trven Underground, neuerdings Atlantean Kodex' neue Scheibe saugut finden. Einfach bayerisch gesagt "an Scheißdreck muaß i". Was aber nicht heißt, Wacken oder AK in Frage zu stellen, da ich noch nie dort war bzw. mir die beiden AK-Scheiben, die ich habe, nicht in dem Maße flashen. Mein Geschmack, meiner und keiner muss ihn teilen.

Somit den Kreis zur Bewertung von Musik in Noten geschlossen. Bewertung, die mir egaler nicht sein könnte. Klar, ein Anhaltspunkt für viele Interessierte, für PR-Agenturen als Werbung bei -eben nur hoher Punktzahl über 8,0- geeignet. Aber mir? Was bringt mir eine 10,0 bei einem Dream Theater-Album? Eine Band, die mir gar nix gibt. Was für eine Note sollte ich da als Schreiberling geben? 0,0 oder dank der technischen Fähigkeiten und dem Profi-Sound eine 2 oder 3 oder eine "neutrale" 7, weil sie gar nicht so schlecht gemacht ist, für Genrefreunde super, für mich belanglos, weil mir das Gedudel eben rein gar nix gibt? Bleibe ich lieber weg und beschäftige mich mit der neuen Protector oder Fates Warning oder..., egal wer sie wie bewertet.
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