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BorknagarRe: BorknagarVerdammt, "The Olden Domain" versetzt mich gerade in Extase. Die hatte ich nie so gut in Erinnerung. Jetzt muss ich erstmal die anderen Borknagar-Alben rauskramen ;-)
Re: Borknagar
Die "Borknagar" ist im Großen und Ganzen noch ein reines Black-Metal-Album, mit über 90% frostigem Gekreische. Zumeist rasend schnell, mit einigen klar gesungenen Backings im Refrain und einem oft relativ melodischen, leicht folkigen Leadgitarrenpart. Ausgedehnte Passagen mit Klargesang gibt es beim gigantischen "Dauden", das teilweise auch auf das Arcturus-Debüt gepasst hätte. Die Keyboards von Ivar bringen hier und da eine gewisse Nähe zu Enslaved mit sich. Die Hälfte der zehn Stücke ist im Übrigen rein instrumental gehalten, teils mit Ambient-Einschlag, teils mit verspielten Akustikgitarren. Mit "The Olden Domain" fing die Band an, sich spürbar vom reinen Black Metal weg zu entwickeln. Die Scheibe ist im Mittel deutlich langsamer, der Anteil des Klargesangs hat sich locker verdreifacht, auch der Sound und die Instrumentierung klingen nicht mehr nach Black Metal. Es ist deutlich folkiger geworden und klingt mehr nach dem, was Viking Metal werden sollte, mit einer progressiven Note. Die Produktion ist voluminöser, halliger, atmosphärischer. Vom Klangbild weit näher an Arcturus als am eigenen Debüt. Für den Vergleich Universal vs. Epic brauche ich noch etwas. alias Hugin der Rabe.
Ravnen fra steinfjellet. Háv. 38
Re: BorknagarDanke dir. Das Debüt brauche ich dann wohl, auch wenn mich die sehr schwarzmetallische Ausrichtung etwas zweifeln lässt. Dennoch ist Kristoffer ein begnadeter Sänger und es liest sich auch so raus, dass die Band sich bemüht, eine eigene Charakteristik zu verkörpern. Dann setz ich das mal auf die Einkaufsliste, danke :-) "Olden Domain" hat mich heut richtig gekickt. Weiß auch nicht, welche Synapsen dafür auf Durchgangsstellung waren, jedenfalls ist die Mischung aus Psychedelic, Metal und Kristoffer (ein Genre für sich, haha) einfach nur fantastisch.
Re: BorknagarSoweit ich bisher durchgestiegen bin, gehört die "The Olden Domain" auch beim mir zu den Favoriten. Das Debüt würde ich aber auch unter keinen Umständen missen wollen, aber der alte Norweger-Black-Metal ist ja ohnehin meine musikalische Heimat, und innerhalb dieses Genres ist das Borknagar-Debüt zwar kein absolutes Unikat, aber schon eine Scheibe mit viel Charakter. Gerade das erwähnte 'Dauden' ist der Hammer:
http://www.youtube.com/watch?v=l80083BP31k ![]() alias Hugin der Rabe.
Ravnen fra steinfjellet. Háv. 38
Re: BorknagarHab schon auf deine Empfehlung im vorletzten Post den Song angespielt... und ja, das Album brauch ich :-) Wenn Black Metal bloß doch immer so mitreissend und intensiv gespielt werden würde *seufz*
Re: BorknagarWenn es dann mal angekommen ist, dann lass mich bitte wissen, wie es dir insgesamt gefällt. Gerade weil ja 'Dauden' der Song ist, der am ehesten die späteren Borknagar vorweg nimmt.
Das ist in der Tat ein Punkt, der nachdenklich stimmt. Aber das muss wohl so sein, wenn man sieht wie viel Black Metal seit Anfang der Neunziger auf den Markt gespült wurde. Und die Schwemme hält ja weiter an. Ich stelle immer wieder fest, dass es weiterhin die Bands und Musiker aus der alten Frühneunziger-Periode sind, die mich noch heute - auch mit ihren neueren Sachen - am meisten packen. Dass eine neue Band mit mehr oder weniger traditionellem Black Metal um die Ecke kommt und mich vom Fleck weg für sich einnimmt, passiert eher selten. Da war vor Kurzem die Eyecult eine große Überraschung. Ich knabbere im Übrigen gerade an einer schwarzmetallischen Neuveröffentlichung, über die ich vielleicht in einigen Tagen etwas mehr schreiben werde. alias Hugin der Rabe.
Ravnen fra steinfjellet. Háv. 38
Re: BorknagarWeiß leider noch nicht, wann ich dazukomme, mir das Debüt einzuverleiben. Am liebsten hätte ich es ja auf Vinyl, aber da ist selbst der Re-Release mittlerweile schwer auftreibbar. Zudem noch Februar und März soviele Hochkaräter erscheinen, dass das erst mal hintenansteht. Aber vorgemerkt ist es definitiv!
Ich will mir nicht anmaßen auch nur annährend das Wissen über die Norwegen-Szene zu besitzen wie du, aber für mich kommen da nur noch interessante Bands aus dem Avantgarde-Sektor (Solefald, Arcturus etc). Klar, die alten Heroen verkörpern den Spirit wie eben beschrieben intensiv und mitreissend. Aber wenn es um Neuerscheinungen geht, finde ich die Bands, die sich auf die alten Heroen berufen recht uninspiriert und gleichförmig. Mag aber auch daran liegen, dass ich in diesem Genre nicht ganz zu hause bin. Dennoch reizen mich dann Bands wie Nasheim oder Wolves In The Throne Room einfach viel mehr, weil sie zum einen mitreissend sind, zum anderen aber auch neue Aspekte in das Genre einbringen, aber dennoch zweifellos Black Metal sind. Natürlich mag der Traditionalist das nicht gerne hören, aber in erster Linie bin ich ja Musikhörer mit eigenem Geschmack ;-)
Re: BorknagarIch bin Traditionalist und Avantgardist. Also letztlich auch Musikhörer mit eigenem Geschmack. Mir fällt allerdings auf, dass es bei mir auch nicht die neuen Bands mit traditionellem Stil sind, die mich am meisten begeistern, weshalb mir dieses spezielle Faible in einem anderen populären Forum auch etwas fremd ist: "Boah, wie geil, die klingen exakt wie Exciter 1984 - ein Pflichtkauf!"
Das soll jetzt keine Lästerei sein. Ich finde solche Bands auch manchmal sehr cool und habe meinen Spaß dran. Aber so richtig mitreißen können mich reine Retrobands nur ganz selten, weil einfach der eigene Anspruch an die Kreativität ein bisschen verloren geht. Um es auf den (norwegischen) Black Metal zurück zu führen:
Hier finde ich auch kaum Bands, die sich "auf die alten Heroen" berufen, die wirklich zu meinen Favoriten gehören würden. Aus dem von dir erwähnten Grund. Es fehlt an der Inspiration etwas eigenes zu machen. Das Spannende sind für mich nach all den Jahren immer noch "die alten Heroen" selbst. Ich finde es fast irrsinnig, wie groß und mächtig fast alle der Neuziger-Norge-Bands noch immer sind, und zwar völlig unabhängig davon, ob sie "stiltreu" geblieben sind, wie etwa Immortal oder Gorgoroth, ob sie sich immer weiter weg entwickelt haben, wie Borknagar, Mayhem oder Ulver, oder ob sie sich musikhistorisch rückwärts entwickelt haben wie Darkthrone. Aus dieser anarchistischen, teils terroristischen Jugendkultur mit spätpubertären Revolutionsphantasien ist aus meiner Sicht die fruchtbarste, wegweisendste und nachhaltigste Bewegung der letzten 20-Metaljahre entstanden, und das beeindruckt mich zutiefst. Immer noch. So erklärt sich wohl auch, dass ich bis heute jede dieser Bands großartig finde und mich riesig auf jedes neue Album freue. alias Hugin der Rabe.
Ravnen fra steinfjellet. Háv. 38
Re: BorknagarAlso ich kann mit dem "alten" Black Metal bisher nur relativ wenig anfangen, bin aber auch der Meinung, dass gerade die Musiker aus der Epoche heute mit am meisten dafür Sorgen, dass "unsere" Musik über den Tellerrand hinaus kommt. Zumindest aus meiner Perspektive sind es eben vor allem die Norweger (gut, und ein paar andere Skandinavier) und einige Amis, vor allem jene,die Berührung mit Chuck und Co. hatten, die die Musik weiter bringen. Die Beobachtung mag eventuell auch grundverkehrt sein, aber so stellt es sich mir zur Zeit dar (zumindest unter den größeren Namen, der Underground ist nochmal ein anderes Thema), weshalb sich auch mein Blick auf den Black Metal als solchen in den letzten, ich sag mal Jahren, grundlegend gewandelt hat.
Ich habs lieber, wenn sich eine Band mal mit irgendwas in die Nesseln setzt, als immer nur das gleiche Schema F vorgekaut zu bekommen, dafür nehme ich auch in Kauf, dass ich einer Band irgendwann vielleicht nicht mehr folgen mag.
Re: BorknagarRüdiger, gut, dass du meinen etwas konfusen letzten Beitrag richtig gedeutet hast. Die für mich interessantese Bandentwicklung dürften - wenig überraschend - die Wölfe (also die aus Norwegen) sein. Aber da dürfte einfach meine breitgefächerte musikalische Bandbreite "schuld" daran sein. Darkthrone ist da objektiv gesehen sicher nicht minder beeindruckend, obwohl oberflächlich betrachtet, gar keine große Änderung stattgefunden hat. Aber was sich ideologisch in der Band bewegt hat und wie sich die zwei Charakterköpfe entwicklelt (oder auch nicht) haben sucht seinesgleichen. Und verdammt... ich brauche endlich mal ein Darkthrone-Album.
Aber insgesamt finde ich die Geschehnisse ausserhalb der Norwegen-Szene mindestens genauso interessant. Zum einen weil ich es faszinierend finde, welchen musikalischesn Einfluss die Norweger auf die Ströme ausserhalb des Landes der Fjorde haben und zum anderen welche inhaltlichen Aspekte aufgegriffen werden, die so in der Art nicht in der Urform präsent waren. Für mich persönlich ist diese Entwicklung sehr positiv, da meine präferierte Form des sehr langgezogenen und eher bedächtigen Black Metals in Norwegen eigentlich kaum anzutreffen war. So, und wenn ihr euch fragt, was das alles jetzt mit Borknagar zu tun hat, kann ich das euch ganz genau erklären... oh ich muss weg ;-)
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