Man schickte mir 13 Songs auf einem weißen Rohling mit insgesamt 77 Minuten Spielzeit. Dazu gibt es eine Art Booklet, also mehrere Bilder, per Hand ausgeschnitten, manche schön andere weniger. Zusammen mit dem Bild im Inlay und auf der Rückseite zähle ich 13 Bildchen, deshalb gehe ich einfach mal davon aus, dass diese die einzelnen Songs etwas visualisieren sollen, pro Song ein Bild.
#1 - 4:23
Das erste Bild, das gleichzeitig auch als Cover fungiert zeigt einen stark zerfleischten Menschen, der wohl mit seinem eigenen Blut "I am in hell. Help me" an die Wand, an der er lehnt, gekritzelt hat. Sieht nach einem guten Horrorfilm aus, den ich leider nicht kenne. Denn trotz meines Faibles für diese Art von Filmen bin ich da doch nicht so recht bewandert. Aber kommen wir zum Wichtigsten: der Musik. Ist sie ähnlich schauderhaft wie das Bild? Ja!
Erst Schlagzeug und dann "ZOOOOOR" oder so. Jedenfalls werde ich zur Begrüßung direkt mal schön angebölkt. Zweimal. Und dann kommt in etwa "It breaks my heart when I see...". Todesmetall. Passt also ziemlich gut zum Bild. Irgendein Tor wird wohl geöffnet. Im Refrain gibt es sowas wie Melodien und die Leadgitarre, die leider etwas im Hintergrund ist, spielt ziemlich schön. Der Song dürfte "Navigator" heißen. In der Mitte gibt es dann eine relativ cleane Passage, in der der Sänger irgendwas erzählt, bevor es so weitergeht wie zuvor. "SPILL MY BLOOOOOD!" Ziemlich kompromissloses Gebolze, aber gar nicht mal so schlecht. Trifft meinen Geschmack zwar eher mal gar nicht, aber ich muss mir immerhin nicht die Ohren zu halten. #2 - 8:27
Das zweite Bild zeigt ein großes Schiff vor einem riesigen Mond, leicht verschwommen, wie im Traum. Während zwischen Bild eins und zwei also Welten liegen, denke ich zumindest am Anfang des Songs, dass es musikalisch so weiter geht wie zuvor. Doch irgendwann wird hart gerifft und gegroovt. Coole Gitarrenarbeit und schön treibender Rhythmus. Dann überschlägt sich plötzlich alles und ein Brüllaffe setzt zum Brüllen an. Dieser ist zunächst viel schwerer zu verstehen als der von Lied Nummer eins, doch dann gibt es klaren Refrain und spätestens jetzt bin ich mir sicher, dass man dieses hier unter Metalcore einordnen würde. Ziemlich modern. Der Refrain ist ziemlich cool und erinnert mich teilweise gar an Depressive Age. Die sind es aber natürlich nicht. Die Strophen sind sehr schnell, der Chorus sehr eingängig. Ich habe überhaupt keine Ahnung, welche Band hier am Werk ist. Verstehen tue ich sowas wie "Drown you in the sea". Würde ja zum Bild passen. Nach dreieinhalb Minuten geht das ganze dann in eine ziemlich träumerische Passage über - Getrommel und gefühlvolles Gitarrensolieren. Danach gibt es sogar noch akustische Gitarren und Klavier! Ziemlich cool. Vielleicht doch kein Metalcore? Der Sänger kann jetzt sogar richtig gut singen. In Minute fünf denke ich: "Das will ich unbedingt haben!" und "Wie toll ist das denn?". Nach sechseinhalb Minuten wird es komplett ruhig, ich vernehme ein geflüstertes "Shadows" und dann geht es wieder so los wie am Anfang. Geiles Riff! Jetzt stört mich der Sänger auch gar nicht mehr. Ich höre den Song jetzt zum dritten Mal und jedes Mal durchwandere ich diese Reise von "ÖÄH, was ist das denn?" zu "Alter, wie geil!". Bitte, bitte sagt mir sofort, von wem dieser Song ist. Und dann sagt mir, ob die immer so toll sind!
Ui, was ein Text, ich versuche mich jetzt mal etwas kürzer zu halten...
#3 - 5:57
Das Bild zu Song Nummer drei zeigt gesprungenes Glas oder einen gesprungenen Spiegel. Musikalisch geht es mit zweistimmigem Gesang los: Eine sehr hohe Fraunstimme und ein krächzender Kerl. Sehr dramatisch, sehr langsam. Und dann geht es ab. Alter Falter, der Sänger muss ein echter Freak sein. Sowas habe ich noch nie gehört, ich kann es auch gar nicht so wirklich beschreiben. Hartes Zeug. Instrumental ist das ziemlich technisch und progressiv. Ich würde das am Ehesten dem Black Metal zuschreiben. Erinnert mich von der Stimmung etwas an Cradle of Filth, aber klingt der Dani echt so? Ist der so ein Berserker? Ich habe keine Ahnung. Verstehen tue ich natürlich nicht viel. Nach viereinhalb Minuten kommt die Frauenstimme nochmal wieder. "Rise you must" kommt ziemlich oft vor.
Ja, was soll ich sagen? Heftiger Song, mehr als sechs Minuten vertrage ich davon aber auch nicht...
#4 - 8:37
Das nächste Bild zeigt eine Frau, die in Milch badet. Oder so ähnlich.
Sieht wieder nach Horrorfilm aus, denn jene Dame guckt aus ihren dämonisch-roten Augen ziemlich leer in die Welt hinaus. Und Milch ist die Flüssigkeit wohl auch nicht. Desweiteren sieht man nur ihr Gesicht.Auch Song Nummer vier kommt wieder eher aus der extremen Ecke. Death Metal mit komischem Gitarrensound. Vielleicht schon etwas älter? Sehr dicht produziert, zwischendurch scheint mal ein Keyboard durch. Oder etwas, das nach einem Keyboard klingt. Die Band lässt sich sehr viel Zeit und rifft sich gemächlich durch den Song hindurch. Und Geigen meine ich auch erkannt zu haben. In Minute zwei wird es sehr ruhig, nur noch so Rhythmus und Streicher. Das geht eine ganze Zeit so weiter und wird immer symphonischer. Mittlerweile klingt das gar schon nach Filmmusik. Dann wird es irgendwie orientalisch. Nach sechseinhalb Minuten kommt der Death Metal wieder. Verwirrend, was sollte das jetzt alles? Ich verstehe "What is your secret?", das kommt ziemlich oft. "Tonight we celebrate the human stand!". Habt ihr Lust auf Partey? Yeah. Irgendwie mag mir das nicht so recht gefallen, das ist so unzusammenhängend.
Pause! Ratet fleißig, ihr Ratefüchse! Ich will wissen, wer hinter Nummer zwei steckt!

