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von Oliver Passgang » Freitag 16. November 2012, 13:12
Um die Diskussion mal weg vom Geschäft und hin zur Musik zu bringen:
"Lawless Darkness" besitze ich mittlerweile schon länger und gefällt mir nach wie vor extrem gut, auch wenn mir dieser letzte Funken Boshaftigkeit fehlt, um die Höchstnote vergeben zu können. Daher würde ich das Album nun irgendwo bei 9,0/10 einordnen. 'Waters Of Ain' hat sich aber wohl zu einem meiner Lieblingssongs überhaupt entwickelt. Besser geht Musik (genreunabhängig) vermutlich nicht!
Mit "Sworn To The Dark" habe ich so meine Probleme. Anfangs war ich extrem begeistert, dass im Vergleich zum Nachfolger auch mal geblastet wird und die Songs etwas kompromissloser runtergerotzt werden; nach einiger Zeit habe ich aber den Eindruck, dass es hier ein wenig an der Songwriting-Substanz mangelt, um der ganz große Wurf zu sein. Ohne Frage ist auch "Sworn To The Dark" wirklich gut, hat etliche starke Songs und zudem ein konstant hohes Niveau - aber zur dauerhaften Begeisterung reicht es irgendwie doch nicht. 8,0/10 aus dem Bauch heraus.
Live habe ich die Band dann endlich mal auf dem Wacken gesehen, und das war schon wirklich beeindruckend. Die vorletzte Band des Festivals, tief in der Nacht (und noch tiefer im Matsch), schafft es, eine unglaubliche Atmosphäre aufzubauen. Ich bin zwar eigentlich überhaupt kein Freund von gigantischen Shows, die den Fokus vom Wesentlichen ablenken, bei WATAIN hat das die Musik aber schlichtweg ideal unterstützt. Ich war wirklich fasziniert. Und all die Aspekte, die man beim Hören der Alben "bemängelt", stehen live überhaupt nicht mehr zur Debatte. Das passt einfach, es wirkt rund. Stark!
Oh you ironic pop-rock fucks DON'T YOU FUCK WITH METAL!!!
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von Jesus » Freitag 16. November 2012, 13:14
Martin Schneider hat geschrieben:Auch Black Metaller wollen Brötchen zum Frühstück, denn reich wird man mit der Musik eher selten.
Quatsch. Black Metaller essen Katzen zum Frühstück. Und von denen gibt es bestimmt genug in den Wäldern und auf den Straßen Fennoskandinaviens...
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von Martin Schneider » Freitag 16. November 2012, 13:15
Ich dachte immer Kinder. Aber da gibts, zumindest bei uns, immer weniger.
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von Christian Schwarzer » Freitag 16. November 2012, 13:28
Ich dachte immer Kinder. Aber da gibts, zumindest bei uns, immer weniger.
ergo: zu viele pöse Satanisten, die Kinder gegessen haben! Ich finde das garnicht widersprüchlich, nur die die gespaltenen Reaktionen vorhersehbar. Was Watains (bzw. Eric Danielsons) eigenes Auftreten angeht, hat er sich meineswissens niemals auf die Art geäussert immer im "Underground" bleiben zu wollen. Für Watain (wenn sie weiter wie bis her machen) geht so ein Labelwechsel definitiv mit weniger Gesichtsverlust einher als für diverse andere Kollgen. Die wissen nur was sie tun. ...und der Dimmu-Vergleich... naja, ich schweige mal lieber. 
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von Jesus » Freitag 16. November 2012, 13:59
Oliver Passgang hat geschrieben:Mit "Sworn To The Dark" habe ich so meine Probleme. [...] Ohne Frage ist auch "Sworn To The Dark" wirklich gut, hat etliche starke Songs und zudem ein konstant hohes Niveau - aber zur dauerhaften Begeisterung reicht es irgendwie doch nicht.
Da würde ich Dir zu "Casus Luciferi" raten, welche ich mittlerweile wesentlich besser finde als "Sworn to the Dark". Stärkeres Songwriting, weniger Füllmaterial. Und natürlich trver  Christian Schwarzer hat geschrieben:...und der Dimmu-Vergleich... naja, ich schweige mal lieber.  
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von Havoc » Freitag 16. November 2012, 14:12
Christian Schwarzer hat geschrieben:...und der Dimmu-Vergleich... naja, ich schweige mal lieber. 
Ach kommt Leute! Ich meine dies natürlich überwiegend aufgrund der großen Erfolge. Bisher waren wohl DIMMU BORGIR und CRADLE OF FILTH die größten Bands des Black Metals oder des Metals der härteren Gangart. Und ich denke WATAIN sind wohl die nächste Band die dieses Level vielleicht erreichen kann. Aber auch ansonsten...was ist denn bitte so wahnsinnig unterschiedlich zwsichen diesen Bands. Die beiden oben genannten galten zu ihren Anfangstagen auch als "true". Und als sie dann größer und damit auch kommerzieller wurden, wurden sie eben immer mehr zum Hassobjekt der wahren Black Metaller. Ich denke das wird WATAIN jetzt demnächst genauso gehen. Bin mal gespannt wann die das erste Album rausbringen das von den echten Fans gehasst wird. Und solche Alben haben ja selbst so legendäre Bands wie MAYHEM rausgebracht. Ich finde den DIMMU BORGIR-Bergleich jedenfalls ziemlich passend.
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von Christian Schwarzer » Freitag 16. November 2012, 14:13
Ja, Casus Luciferi ist, würde ich sagen, das brutalste Album - konstant Druck bei sehr gutem Songwriting. Tolle Platte. Die letzten zwei sind mMn. "poetischer", was auf "Sworn..." noch nicht ganz so gut hinhaute, ist auf "Lawless Darkness" nicht weiter nötig zu kommentieren. 
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von Rüdiger Stehle » Freitag 16. November 2012, 14:17
Schon der Herr Aarseth selig hat gesagt, dass es sinnvoll ist, auch den Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen, die an sich gar nicht der Ideologie und den Zielen der Black-Metal-Bewegung anhängen. Er sah die effektivste Möglichkeit hierzu in der Gründung seines eigenen Labels. Hätte er jedoch geahnt, wie viel mehr er hätte verdienen können, wenn er sich von einem großen Label hätte vermarkten lassen, dann hätte er sicher auch damit kein Problem gehabt. Von daher ist es ganz im Geiste des Gründervaters der Szene, sich einen ordentlichen weltweiten Vertrieb zu sichern. Euronymous, 1991 im Orcustus Magazin hat geschrieben:[...] now we need to suck their money instead. It's impossible to stop the trend no matter how much we want, we have to do the best out of it and sell lots of trend shit to them.
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von Martin Schneider » Freitag 16. November 2012, 14:21
Sind WATAIN "echte" Black Metaller oder doch eher evil böse Rollenspieler? Ich hoffe ja wie immer auf letzteres 
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von Christian Schwarzer » Freitag 16. November 2012, 14:23
wie viel mehr er hätte verdienen können, wenn er sich von einem großen Label hätte vermarkten lassen,
Später währe er ja vllt noch auf die Idee gekommen.  Vor allem war NB glaub nicht so scharf auf Norwegen 93` Was Dimmu angeht: Den Vergleich versteh ich schon, blos denk ich, dass Watain eine etwas andere Ausgangsposition haben. Aber interessant ist/ bleibt das Verhältnis der "Massen" zur Band allemal. Vor allem wenn man sich den Zirkus ("meine Lieblingsband ist sooo scheisse") schön entspannt von weitem zu Gemüte führt. Ich bin ja noch so naiv zu glauben, dass sie auf ihre Art authentisch sind. 
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