Danke Blautier, dann will ich mal loslegen und starte gleich mit Song No. Uno...
01 Children - Advanced Mind Control
Bestimmt 5x hintereinander gehört, was 45 Minuten entspricht. Thrash’n’Roll mit Arschtrittfeeling in einem knackigen coolen Klanggewand a la Alabama Thunderpussy. Verstaubte räudige Produktion mit vielen Ecken und Kanten. Thrash, aber völlig anders als die porenfrei tönenden Heathen, die mir ja saugut gefallen, aber wenn so fett gerotzt wird, dann springt der Siebi im Dreizack mit. Fazit: GEIL! Ist die ganze Platte so? Dann muss die her! Danke!
02 ???
Puh, ist das alt oder neu? Klingt nach Musik der 60er und 70er, könnte aber auch Retro im Hier und Jetzt sein. Einige Textfragmente gewünscht? “… in the morning sun - one by one”, „swear to god…”. Musikalisch ist es nicht allzu anspruchsvoll, man bekommt schnell Zugang. Die hypnotische Gitarrenmelodie, ein cooler schnoddriger britisch-nasaler Gesang, dazu ein toller Songaufbau, fertig ist der gute Song. Es rockt staubig durchs Zimmer, der Sound ist sehr roh und natürlich, das gefällt mir außerordentlich gut. Das Stück macht Appetit auf mehr. Daumen nach oben!
03 ???
BM mit zwei Stimmen, singen die deutsch oder in einer skandinavischen Sprache? „Die Realität kommt wieder“, so vernehme ich, aber sicher bin ich beim zweiten und dritten Hören nicht. Kaltes Grundfeeling, klirrend hoher Sound mit diesem speziellen verwaschenen Rhythmusgitarren. Etwas Geblaste darf nicht fehlen, wird aber hymnisch abgeschmeckt. Ab 4:54 kommt ein starkes Wah Wah-Solo durch die Boxen. Gutes Stück mit interessanten Zutaten. Auf alle Fälle kein Einheitsbrei-BM von der Stange, aber auch nicht wirklich meine Musik.
04 Morgion – The Mourner’s Oak
Doom aus den USA. Sehr schwer und tiefgängig ohne dauerhaft tonnenschwere und immens wuchtige Riffs zu bemühen. Erzeugt eine ganz eigene Stimmung, da muss sich mit mehr Songs intensiver beschäftigt werden, mein Interesse ist geweckt. Der Faden ist aufgenommen, mal sehen, wohin er führt. Cool!
05 ???
Mellotron- und/oder Moogklänge, verspielt, der passende Soundtrack für die erlesene eclipsed-Leserschaft. Irgendwelche „Colors in the sky“ schwirren durch den Raum. Insgesamt passiert mir zu wenig und der Gesang ist eher langweilig und fad denn mitreißend. Kann man im Kontext eines Samplers hören, ist aber mehr Skipper denn Fistraiser.
06 Wishbone Ash – Lady Whiskey
Die Erfinder der Doppelleads und Einflüsse auf Bands wie Thin Lizzy, Maiden oder Slough Feg. Das Stück ist vom Debüt, kannte ich bisher nicht, aber nach einigen Takten war klar, wer mir die Gehörgänge versüßt. Habe die Argus und werde nach dem Debüt auf alle Fälle Ausschau halten.
07 Confessor – Sour Times
Heimspiel für den Siebi, yes! Habe mir vor kurzem das CD+DVD-Package von Divebomb/Tribunal gegönnt. Das ist perfekter Doom mit Rock gewürzt, der gurgelgeile Gesang und der wuchtige Sound laden zum vergnüglichen Schunkeln ein. Geiles Stück, geile Band, danke fürs Erinnern!
08 ???
Jetzt der einzige klassische Metalsong, der aus Nordamerika stammen könnte und wo ich völlig blank bin. Ist das 80er oder doch was neues, das die alten Zeiten stark aufleben lässt? Mann Mann Mann, zwar ein dünner Sound, aber der feixende Gesang und die Dynamik mit Groove und rotzigem Speed ist erste Sahne.
09 Nick Drake – River Man
Holla, ein Lied aus dem Jahr meiner Geburt! Diesen Typen hört mein Papa ab und an, wenn er nicht auf Cohen war.

Mir sagte das bis jetzt nix, durch den Text und das öfters erwähnet River man war meine Suche schnell erfolgreich. Cooler Song, fügt sich gut in des Sampler Bild ein.
10 Fairport Convention – Tam Lin
Wieder alter Stoff, wieder back to 69. Dieses Mal mehr als sieben Minuten und mit einer Dame am Mikro. Auch da bin ich erstmals blank, weiß aber durch geschickte Recherche zu helfen und wumms Dich, schon ist der Text vor mir und damit der Song. Gutes Stück, vor allem zeigt es auf, dass man damals einfach jedes Instrument sauber aufs Tape gezimmert hat. Musiker mussten noch spielen können, Musik zum Schweben und Zuhören.
11 Sufjan Stevens – Chicago
Das Stück ist geil, punkt. Dieser monotone Ansatz mit der hakenden Melodieführung beißt sich mit dem ersten Hören fest. Der etwas zartweinerliche Gesang des Meisters passt perfekt zu dem rhythmischen Schlägen des Drummers. All things go! Der Weiberchorus tut sein übriges. Klasse Musik.
12 ???
Glockenspiel zu Beginn, Bongos und ein zarter Weibsgesang. Es ist Folktime und da bin ich gar nicht bewandert, packe den Rucksack, streife die Wanderstiefel über und gehe aber auf dem urigen Pfad mit. Hat was keltisches und versprüht die Art Lagerfeuerromantik ohne dummdreiste Klischees aus Popcorn-Hollywood zu bemühen. Elfen und Fabelwesen tanzen vor dem geistigen Auge in anmutiger Choreographie vor mir her. Nach zweieinhalb Minuten kommt Mannesgesang, der einem Ian Anderson nicht unähnlich ist. Doch wo ist die Flöte? Na gut, dann nicht. Ein ruhiger entspannter Ausklang eines richtig guten Samplers, wo nur Werke zweier Künstler in der Sammlung stehen.
Hat mir sehr gut gefallen, der Samplererzeuger sollte auf den Namen Fabian oder mathematisch korrekt 123=7 hören. Der Mann hat meine Geschmacksnerven nachhaltig angeregt. Es gibt so viel schöne bewegende Musik abseits meiner bevorzugten Metalwege, sauber sog i und danke für den gezeichneten Löwen mit Gitarre im Anschlag, sehr fein!
So, jetzt dürft ihr helfend raten. Wenn mehr Infos gewünscht sind, dann schreibe ich gerne noch was.