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von Jesus » Dienstag 13. September 2011, 17:16
THRONE OF AHAZ: Kenn ick, klingt immer noch töfte. Feiner Einstieg. ABYSMAL: Ich hätte schwören können, das schreibt man mit zwei s. Naja. Auf den ersten Hör irgendwas zwischen BURZUM und ELYSIAN BLAZE. Dunkelschwarz, völlig aufgelöst, grabesschwer... hat was. BELIAL: Feines Geschmirgel, mir aber manchmal noch zu primitiv. Das stammt aus der Zeit, als Death und Black Metal sich noch nicht völlig voneinander getrennt hatten. Irgendwo stecken da im Sound HELLHAMMER, BEHERITH und VON. Nicht schlecht, aber nicht hunderprozentig meine Welt. DARKWOODS: Die finde ich doof. Auch ohne das Wissen um die NIGHTWISH-Connection.
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Jesus
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von Rüdiger Stehle » Donnerstag 15. September 2011, 20:37
So, nachdem es vor Kurzem eine kleine Andeutung gab, dass ich was Brandneues aus dem Norden geordert habe, kann ich nun Vollzug und... äh... Niederkunft vermelden. Jedenfalls ist heute nach extrem langen drei Wochen Postweg (ja, die Band hat es wirklich sofort verschickt, wie der Poststempel verrät) ein Päckchen aus Bodø bei mir eingetrudelt. Das ist ja auch ziemlich weit im Norden, sogar hinter dem Polarkreis, von daher darf man das der Post wohl nachsehen. Die Rede ist von SKAUR, einer seit 2003 aktiven Band, welche in den letzten acht Jahren neun Demos und zwei Splits aufgenommen hat und nun endlich mit einem selbst finanzierten Debüt am Start ist. Die neue Scheibe ist selbstbetitelt bzw. ohne Titel und enthält fünf Stücke sowie ein abschließendes Instrumental, die Gesamtspielzeit beträgt etwas mehr als 40 Minuten. Die CD selbst ist eine CD-R, allerdings eine professionell bedruckte, dazu gibt es ein schönes Hochglanzbooklet mit tollen Gemälden, allen Texten und auch sonst schmucker Aufmachung plus einen Aufkleber. Die Scheibe ist auf 300 Stück limitiert und meine trägt die Nummer 147.  Was ihr zu Hören bekommt, ist für eine Eigenproduktion sehr gelungen produzierter Black Metal, der natürlich ganz klassisch norwegisch geprägt ist, dabei aber sehr melodisch daher kommt, ohne in irgend einer Art aufgesetzt zu wirken. Dominierend sind verständlich gekeifte, grimmige Vocals, ganz selten auch mal clean gesungene Passagen. Dazu gibt es eine sehr melodische aber gleichwohl harte Gitarrenarbeit, die auch um einen satten, schweren Groove nicht verlegen ist und mit cleanen und akustischen Versatzstücken auch viel Atmosphäre schaffen kann. Kein Bienenschwarm-Geschrubbe, keine Blizzards, aber eben auch kein Bombast, kein Folklore-Overkill und auch sonst keine überstrapazierten Klischees. Außer natürlich die Nordland-Klischees. Aber das ist ja eh klar. Was soll man denn auch sonst besingen, wenn man aus Bodø kommt. Gibt ja kaum was Schöneres als dette landet. Das Schöne an der Scheibe ist, dass die Band nicht allzu offensichtlich plagiert, aber dabei trotzdem sauber in der klassischen Norweger-Spur bleibt, so dass sich Fans von TAAKE und ganz frühen RAGNAROK, aber vielleicht auch jene angesprochen fühlen sollten, die sich eine Band wie ARSTIDIR LIFSINS in metallisch-rockigeren Sphären vorstellen können. Begeisternd finde ich sowohl die schöne Atmosphäre aus Anmut und Ingrimm, sowie die wirklich vielseitige und melodisch sehr gelungene Gitarrenarbeit. Sollte man als Freund der klassischen norwegischen Schule kennen, denn allzu viele junge Bands von dieser Qualität gibt es in dem Genre nun auch wieder nicht. Hörproben: http://www.youtube.com/watch?v=ClZNCovq ... re=relatedhttp://www.youtube.com/watch?v=xiTYISpB ... re=relatedhttp://www.youtube.com/watch?v=h4zb39JI ... re=relatedBestellmöglichkeiten und weitere Infos: http://skaur.com/http://www.metal-archives.com/bands/Skaur/34901
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von Jhonny » Freitag 16. September 2011, 09:39
Der Sound ist für ne Eigenproduktion sehr gut, dazu ist das ganze schön melodisch. Und das Cover ist sehr schick! Einzig der Schlagzeugsound klingt mir manchmal etwas komisch.
Die Band ist stark - Daumen hoch!
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von Rüdiger Stehle » Dienstag 27. Dezember 2011, 00:56
Damit das hier nicht komplett in Vergessenheit gerät, will ich mal wieder ein Scheit nachlegen, und dieses Mal - ihr ahnt es - kommt die Scheibe an die Reihe, über deren Erwerb ich mich kürzlich diebisch gefreut habe, nachdem ich sie jahrelang gesucht hatte. Zwar handelt es sich nicht um etwas gänzlich unbekanntes, aber eben auch um nichts, was jeder kennt, der weiß, wie man Black Metal schreibt. Das spannende an dieser Scheibe ist, dass die Band zu dem Zeitpunkt, als sie dieses Album aufnahm, an sich schon auf dem Weg in stilistisch völlig andere Gefilde war. Dennoch wollte die Truppe seinerzeit die davor nur auf klanglich sehr dürftigen Demos erhältlichen Stücke einmal ordentlich aufnehmen, um damit ihr schwarzmetallisches Erbe ordentlich zu dokumentieren und gleichzeitig damit abzuschließen. Man mag zunächst denken, dass dieses Unterfangen von einer gewissen Halbherzigkeit begleitet sein müsse, und dass es schwer denkbar ist, dass eine Band, die emotional mit einem Stil abgeschlossen hat, noch in der Lage ist, die Stücke authentisch wiederzugeben und ein starkes Black-Metal-Album aufzunehmen. Vermutlich hat dieser Gedanke bei mir seinerzeit auch eine Rolle gespielt, als ich mich entschied, dieses Album nicht mitzunehmen und die Band mit dem einen Demo von 1994 in Erinnerung zu behalten, das ich damals bestellt hatte. Viele Jahre später schwärmte mir dann ein Bekannter von der Scheibe vor und da konnte ich sie einfach nicht mehr auftreiben. Die Rede ist von diesem Werke hier: MANES "Under Ein Blodraud Maane"   Das erste ist das originale Artwork, das zweite jenes der Neuauflage, welche die originalen Demos als Bonustracks enthält. Unter dem blutroten Mond klingt es naturgemäß nordisch schwarzmetallisch, doch auf eine sehr eigenwillige, besondere Art und Weise. Die Keyboards klingen verquer, psychedelisch, psychotisch und dabei doch episch und majestätisch. Assoziationen zu SIGH, der zweiten DIMMU BORGIR oder LIMBONIC ART werden wach. Die Raserei des Schlagwerks klingt kalt und industrielle, so dass Freunde von THORNS und MYSTICUM fraglos auf ihre Kosten kommen werden, und davon abgesehen klirren die Riffs und sägt der Rabenschrei ganz fürnehm. "Maanens Natt" ist eine Göttergabe sondergleichen, und auch der Rest der Scheibe ist ganz besonders kalt und beklemmend. http://www.youtube.com/watch?v=jVgYXQtfH-ghttp://www.youtube.com/watch?v=RdFFIqJoTHwWer sich Sorgen machen sollte, dass er die Scheibe nicht auftreiben kann, der sei beruhigt. Es gibt inzwischen wiederum eine ganz neue Wiederveröffentlichung als Din-A4-Digipack.
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von Oliver Passgang » Freitag 6. April 2012, 18:05
Alles klar, dann nutzen wir den Thread, den ich eben eh schon einmal heimgesucht habe. Ich, Mitte-20er Metal-Fan mit relativ breit gefächerten Vorlieben (auch über die Grenzen hinaus), suche Black Metal zum Kennenlernen, Verlieben und vielleicht auch mehr! Am besten bist du häufig rasend und verprügelst mich mit Blastbeats, das mag ich sehr gerne. Nur monoton sollte es nicht sein! Wirklich langsame Stellen dürfen durchaus sein, aber dann doch bitte eher als "Verschnaufpause" denn als Dauerzustand. Außerdem solltest du weder wie ein Bootleg von 1992 noch wie eine sterile Computerproduktion anno 2047 klingen. Ein wenig Melodie schadet nie, sag ich mal! Aber bitte sei nicht nur so Gedudel... ich will Hass! Krieg! Menschliche Abgründe! Und am besten hast du hinter deinem ganzen Wahnsinn ein harmonisches Konzept, welches Disharmonien nachher zu wunderschönen (von mir aus auch weiterhin disharmonischen) Befriedigungen führt; Epik ist dabei ein "Kann", aber kein "Muss". Wenn du dir dazu noch richtig kraftvoll die Seele aus dem Leib kotzt, dann: Melde dich!
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von Jesus » Freitag 6. April 2012, 18:15
Nenne doch bitte noch ein paar Alben, die Dir besonders gut gefallen.
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von Oliver Passgang » Freitag 6. April 2012, 18:29
Da fängt das Problem ja schon an... IMMORTALs "At The Heart Of Winter" und WATAINs "Lawless Darkness" gehören zu meinen Favoriten, wobei die beide hier und da mit traditionellem Metal versetzt sind. 1349s "Liberation" hat einen ziemlich krassen Sound und kann mich nur selten mal mitreißen. NEGURA BUNGET konnten mich live überzeugen, so dass wir unsere Nachbarn auf diversen Festivals mit "Om" geweckt haben, aber das ist jetzt natürlich auch wieder etwas ganz anderes. DIMMU BORGIR und CRADLE OF FILTH sind (kein Black Metal und) mir zu bombastisch. Ich finde EMPEROR und auch IHSAHN ziemlich gut; das wäre ja eigentlich schon mal Ansatzpunkt, denn bisher kenne ich nur das progressive Spätwerk "Prometheus...". Am ehesten sagt mir derzeit MARDUK zu. Die beherrschen zumindest das Highspeed-Geballer in Perfektion. Alte IMMORTAL sind auch geil. Vielleicht etwas frühere Alben von WATAIN und EMPEROR? Ich finde diesen Song von ABSU ziemlich gut. Das geht zumindest mal in die Richtung. Ach, ich weiß auch nicht so genau... Alles nicht so wirklich hilfreich, hm? 
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von the seeker » Freitag 6. April 2012, 19:54
Negator - Old Black Dark Fortress - Stab wounds Naglfar - Sheol
ich vermute in die ganz großen Klassiker wurde schon reingehört...?
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von Drumtier » Freitag 6. April 2012, 20:54
Die Beschreibung lässt mich an MARDUK - World Funeral denken, schon probiert?
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von salisbury » Freitag 6. April 2012, 23:28
Oli: Ein faszinierendes Album finde ich MAYHEMs "Grand declaration of war". Passt recht gut auf Deine Kontaktanzeige. Es ist zwar sehr technisch, die tiefen Abgründe sind aber jederzeit spürbar. Melodien sind da, aber sehr von Bosheit. Für Abwechslung ist gesorgt, sogar eine trippige elektronische Passage gibt es. Sehr oft kann ich als Weichei es nicht hören, weil die destruktive Stimmung sehr krass ist und ich hätte das Video mit dem sich mit Stacheldraht schlitzenden Maniac nicht sehen dürfen. Als Blackmetal-Laie finde ich aber, man sollte diese Kriegserklärung einmal erfahren haben. Wegen seiner Einzigartigkeit für mich sogar ein künftiger "Top100"-Kandidat und ein guter Einstieg in MAYHEM.
Realer Name: Thomas Becker
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