Mein Beschenker bzw. meine Beschenkerin will also in erster Linie erkannt werden. Mal schauen, wie schwierig sich das gestaltet. Eine erste Ahnung habe ich schon, aber die muss ich noch ein wenig verifizieren.
Erst einmal sticht das Artwork ins Auge. Der bzw. das Protagonist vuvuzeliert auf seinem eigenen Rüssel und sieht aus wie eine Kreuzung aus der allseits beliebten glücklosen Ameisenbärin Elise, einem magersüchtigen Elefanten seltsam verzogener grauer Gewandung. Nun... bizarr, das alles!
Was die Sache mit dem Raten ein wenig erschwert ist der Hinweis, dass ich wegen CD-Text-Gefahr nicht am PC hören soll. Daher bitte nicht ungeduldig werden, wenn es ein bisschen länger dauert, weil ich halt meistens nur am PC zum Hören komme. So bin ich halt im Wesentlichen auf das Auto angewiesen. Da könnten 25 Tracks eine Weile dauern, aber fangen wir einfach mal an.
1.
Das kenne ich natürlich schon einmal; das sind Nevermore mit "Engines Of Hate". Cooler Song, auch wenn ich die Band ruhiger lieber mag.
2.
Das erkenne ich auch sofort, obwohl ich die Platte nicht habe und den Song auch noch nicht wirklich bewusst gehört habe. Woran? Nun, die Vielseitigkeit und Abgedrehtheit des Gesangs in Kombination mit technoidem Hammer-Drumming und wuchtigem Industrial-Gitarren-Sound lassen nur den Schluss auf Hevy Devy und Strapping Young Lad zu. Wird Zeit, dass ich mir mal das eine oder andere Album der Jungs besorge.
3.
Hier wird es erstmals etwas klassischer. Modern produziert, aber sonst echter Old-School-Thrash. Zunächst schießen mir Overkill durch den Kopf, doch der Sänger lässt mich das natürlich sofort verwerfen. Wenn dann irgendwann die Textpassage "drink from human skulls" erklingt, dann klingelt es. Das sind vormalige Soundcheck-Kandidaten, nämlich Warbringer mit 'Scorched Earth' vom noch aktuellen 2009er-Scheibchen. Cool, aber kein Überflieger, der mich direkt zum Kauf verleiten würde.
4.
Fetter Sound und klassisches Göteborg-Riffing. Das Melodic/Death-Genre und dessen Grenzbereiche zum Metalcore ist ja nicht ganz so mein Metier. Finde ich gut, aber ich bin nicht wirklich fit mit den Bands. Im Gitarrenbereich ist das klar mehr Melodeath als Metalcore. Hier könnten wir es mit Dark Tranquillity zu tun haben, aber auch mit einer Band, die bewusst in die selbe Richtung geht. Fragments Of Unbecoming zum Beispiel.
5.
Ähnliches Genre, ähnliche Gitarrenharmonien, ähnlicher Gesang; etwas weniger roh produziert. Etwas radiokompatibler. Auch mit cleanem Gesang. Also recht klar die moderne Melodeath/Metalcore-Schiene. Wie gesagt, nicht mein Metier, aber ich würde auf eine Band im Stile neuerer In Flames, Soilwork oder Mnemic tippen, weil die clean Vocals weniger emomäßig nervig sind als bei den meisten Ami-Kapellen aus der Ecke. Es wird keine der genannten sein, weil ich die ziemlich sicher erkannt hätte, aber wir sind hier sicher eher in Europa als in den USA. Guter Song, wenn auch nicht mein bevorzugter Stil.
6.
Das ist wieder etwas walzender, drückender. Man denkt zuerst an ein Amon-Amarth-Gedächtnisriff, doch wenn der klare Sänger einsetzt, dann weiß man, dass es das ganz sicher nicht ist. Kurz flackern Brainstorm und Symphorce auf, doch das ist auch nicht Andy B. Franck. Eine europäische Band, moderner Power Metal mit leichten Extremtendenzen in einigen Gesangs- und Riffelementen. Der Song heißt "Soul Decision", und ich bin mir ziemlich sicher, von der Band schon einiges gehört zu haben, aber nichts von ihr zu besitzen.
7.
Nun dunkler und dumpfer. Ein bisschen verfrickelt und breakig. Ausufernde Leads gleich zu Beginn. Eine Voicebox? Heftige Leads, krasser Gitarrensound. Der Sänger klingt nach Phil Anselmo, und auch die Gitarre erinnert mich an Dimebag. Furztrockener Sound. Groove. Ich lege mich als derjenige, der kein einziges Pantera-Album besitzt fest: Das sind Pantera mit einem Song aus ihrer mittleren Phase. Gefällt mir überraschend gut.
... so, morgen dann vielleicht die nächsten paar Titel... Aber erst am Abend.


