
|
|
Sommerwichteln 2010: Grenzwellen
36 Beiträge
• Seite 1 von 4 • 1, 2, 3, 4
Sommerwichteln 2010: GrenzwellenHeute habe ich meinen Wichtelsampler aus dem Briefkasten geangelt. Das Teil heißt "Grenzwellen" und kommt im Slimcase mit sich aufhebenden Amplituden, die um eine Gerade oszillieren, die wohl die Grenzlinie zwischen Hardrock und Heavy Metal symbolisiert. Der Stoff klingt nach den 80ern, ist abwechslungsreich, traditionsverwurzelt aber teils auch darüber hinausgehend. Schöne Scheibe! Hätte ich ein Auto, würden die 21 Tracks in den nächsten Wochen/Monaten zur Stammbeschallung werden, damit kann man bestimmt gut cruisen. Vielleicht komme ich Donnerstag abends dazu, mehr zu schreiben, ansonsten eben am Wochenende.
![]() Music is the only religion that delivers the goods.
(Frank Zappa * 21.12.1940 - 4.12.1993)
Re: Sommerwichteln 2010: GrenzwellenEin erster Eindruck:
01. Klassischer 80er-Radio-Hardrock, heißt wohl 'Liar'. Läuft gut rein, reißt mich aber nicht vom Hocker. 02. Das ist schon ausgefallener. "Speak when spoken to" kommt als Kehrreim mehrfach vor, dazwischen gibt es weißen Funkrock, Chorgesang, Grooverock. Ziemlich treibendes Stück, hat so einen zähen Fluss, aber viel Druck dahinter. 03. Verschleppter, schwerer Rhythmus, der für Groove sorgt. Chorgesang, der mitzieht; nicht dudelig, sondern straßenmäßig. Ein trockener, schnörkelloser Rocker. Gefällt mir darum ziemlich gut. Wie frühe MANDO DIAO minus deren erleichternden Soulanteil. Ziemlich gritty. + 04. Schlichter Hardrock mit dominantem Schlagzeug und etwas angestrengt wirkender Gesangsstimme. Überraschend zurückhaltendes Gitarrenspiel. Das Stück mag sich noch nicht so recht festsetzen. 05. ZZ TOP ohne Blues? Ziemlich eingängiger Rocksong, der irgendwie eine südliche Note hat. Heißt wohl 'Full Circle' und kommt mit recht heißblütigem Gitarrenspiel daher, das eine gewisse Hüftschwungqualität hat. Der Schlagzeuger arbeitet stoisch seinen Stapel ab: Dienst nach Vorschrift. Das Stück gefällt nichtsdestotrotz. 06. Stop-Go-Rhythmik, und zwar auf allen Ebenen, aber nicht zu frickelig. Mein Wichtel hat wohl ein Faible für Leadsänger im mittleren Stimmbereich plus Einsatz von backing vocals. Hier wird's wieder deutlich. 07. Es wird etwas heavier, bleibt dabei aber klar rockig. Rührige Rhythmik im Instrumentalbereich, der Sänger steuert die Melodie bei. Knuspriges Riffing, leidenschaftlicher Gesang. Und wieder geht es recht direkt nach vorne, auch wenn die Begleitung etwas vertrackter ist. 08. Stimmungsvoller, aus einem Guss, und darum geht es auch: It looks like it's going to rain. Schön an der Scheibe herabrinnendes E-Gitarrensolo, während die dicken Tropfen weiter am Boden aufschlagen. Autobahnfahrt bei Regen, auf gerader, leerer Strecke, das hier im Radio. Passt. + 09. TITO & TARANTULA ganz brav beim Abschlussball. Oder ihre gutmütigen Zwillinge. Südlich, bluesig, akustisch, aufgeräumt, aber mit darunter schlummernder Leidenschaft. Noch beklatschen sie alle. Nachher werden sie sagen, sie hätten es ja schon immer gewusst, dass es mit denen kein gutes Ende nehmen wird. Coole Säue in Anzug und Kravatte. 10. Nanu, Hardcore Punk schüttelt dem Metal die Hand - aber alte Schule, nicht dieser Kinderquatsch von heutzutage. Das gefällt, vor allem mit der frühen Thrash-Ästhetik, die sich wunderbar mit strudelnden Speedabfahrten und klassischer Heavy-Melodik verbindet, bevor wieder der Hardcore rumhärten darf und schon leicht in Richtung früher Death geht. Aber das ist eh egal, weil die Schubladen nur aus Holz sind, und der Typ in der Nietenlederjacke sie mit einem Totschläger aus Eisen zerlegt. Huah. Yeah. + 11. Sänger kommt mir irgendwie bekannt vor. Irgendsoein Halbgott vermutlich, Dio vielleicht sogar. Oder ein Doomster mit Goldkehlchen. Früher sang man da ja eher hoch, aber gurgelte mit Schwarzgebranntem, damit es dennoch böser klang. You make the devil cry! Und dazu eine halb singende, halb sägende E-Gitarre. Die Rhythmusgruppe macht unauffälligen Lärm dazu, der das Ganze zäher gestaltet und die Spießer verschreckt. Damals klang das noch hungrig, heutige Kapellen eher selber spießig. Here's to the old school. Wer ist das? + 12. Galoppierender Rhythmus, mitziehende Gitarren (bisweilen schön glitschig), rufender Gesang, gleitet bis zum Fadeout so kraftvoll und zielstrebig voran wie die Eisenbahn. Läuft gut rein. 13. Wieder etwas schärfer, grooviger, rhythmischer, dreckiger, fast schon Sleaze Rock. Für AC/DC zu schnell; ähnliche Abteilung, nebenläufiger Gang. Oha, noch ein Solo als Dreingabe. Und weiter geht's... 'Shocker!' 14. Klassisch. Alles was Hipster und Indie-Snobs an Rock hassen, hier findet man es versammelt. Das ist Musik, die Crocodile Dundee sicher gut finden wird. Eindeutig aus den Achtzigern. Nehmt dies, Hornbrillenschnösel: Bodenständig, verschwitzt, männlich, Dosenbier, Angelrute, Shotgun, Pickuptruck, Cowboyhut, Blechbadewanne vor der Veranda. 15. Noch so ein trockener No-nonsense-Rocker. 'Shame' heißt der wohl - und stammt aus den... - eh klar! 16. Popsong im Rockgewand, heißt bestimmt 'Lockdown' oder 'Handcuffs' oder so ähnlich, eine schmissige Nummer, kurz und knackig. 17. Sanft strudelnde E-Gitarren in einem flotten, leichtfüßigen Rocker mit heavy Rhythmusgruppe und eingängigem Gesang. Tut nicht weh, für unterwegs perfekt: Ich sagte ja bereits, das wäre ein gutes Auto-Tape. 18. Aha, die Ballade. Kein Album ohn- hoppla, da wird es ja disharmonisch! Und gleich wieder balladesk. Undsoweiter. Seltsames Stück, das. Für die PIXIES aber nicht fluffig, schnell, abgedreht, sixties-like genug. Nee, die Truppe kenne ich garantiert noch nicht. Hat was, kommt aber nicht so recht aus dem Quark, wirkt etwas unentschlossen. Aber das soll wohl so. Interessante Horizonterweiterung. 19. Oh, ein Bollerrhythmus. Das ist was für Harleyfahrer, schätze ich. Nun wird's leicht industriell, aber noch recht gemäßigt und im Rahmen des Rockzirkus bleibend. ROB ZOMBIE ganz brav auf dem Schulball? Oder habe ich hier wieder einen guten Zwilling erwischt? Cool, wenn auch etwas harmlos. Gefällt! + 20. Eigentlich ein Boogie, aber dafür sehr hüftsteif gespielt. Irgendwie ist das alles recht weißer Rock auf diesem Sampler, auch wenn er mal traditioneller daherkommt. Tja, selbst der olle Elvis klang schwarzer. Trotzdem nicht schlecht. 21. "In the ciiiiiiiiiiircle of liiiiiiife..." - Ach nee, der singt das ja gar nicht. Dennoch ist das eine Disneymelodie. "Speak to machines", "voice of humanity", "the past", und Klimperklavier, und Akustikgitarre, und sicherlich ging nach jeweils fünf Dollar in die Koksnase des Majorlabelchefs einer auf's Konto eines ausbeuterischen westlichen Nahrungsmittelgroßkonzerns, der sich rechtzeitig einen Vertrag mit Ausschließlichkeitsklausel aus einem schnell zusammengestoppelten Entwicklungsnothilfeprojekt für die armen Negerkinder an Land gezogen hatte, das den dortigen Kleinbauern mittel- bis langfristig den Markt kaputt gemacht hat. Doch immerhin geben sich hier nicht tausend Gaststars das Mikro in die Hand. Schmalzig bleibt es trotzdem, wenn auch auf hohem Niveau. Wie gesagt: Erster Eindruck. Zu vertieftem Hören bin ich noch nicht gekommen. Music is the only religion that delivers the goods.
(Frank Zappa * 21.12.1940 - 4.12.1993)
Re: Sommerwichteln 2010: GrenzwellenWenn es sich heraus stellen sollte, dass das besagte 'Liar' von DEMON ist, solltest du das dringend nochmal anhören. Pftt.
und bei #Full Circle' denke ich immer an Frank Marino. "Juggernaut" ist unsterblich. Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
Re: Sommerwichteln 2010: GrenzwellenKlingt etwas sanftmütig für eine Band, die sich DEMON nennt. Hintergrundgesang auch hier. Ich habe keinen Plan, von wem der Sampler stammen könnte. Der Großbrief trug auch noch eine digitale Marke, also ist nichts mit Poststempel(spicken). Der handschriftlichen Adressierung nach hätte ich evtl. auf eine Frau getippt, aber da Pia und Regina sich ja schon anderweitig geoutet haben, lasse ich mich davon nicht mehr auf den Holzweg führen. Ich tippe einfach mal auf Kubi. #3 entpuppt sich zunehmend als ohrwurmig: Groovet wie '7 Nation Army'. Leicht verzerrte Stimme teilweise. Auch #2 geisterte mir neulich durchs Hirn. #4 nährt sich aus dem Gegensatz zwischen lieblichem Gesang und teils wuchtig rausschlagendem Instrumentarium; und ganz so schlicht ist es dann doch nicht, wenn man sich auf den Gesang erstmal einlässt. Knackiges Drumming, die eher in den Hintergrund gemischte Gitarrenarbeit passt gut zum Gesang, ist auch eher melodisch. #5 hat möglicherweise irgendeinen Filter auf den vocals liegen, oder liegt's einfach an Mikro und Abmischung? Klingt irgendwie künstlich clean, aber leicht verfremdet. Die DIRE STRAITS hatten auch mal so eine Art Sound. Der Song selbst speist sein Rockflair aus improvisiert wirkenden Gitarrenvariationen über Bluesiges. Ansonsten ist das Stück ziemlich refrainlastig, kommt damit aber durch, wegen besagter Gitarren. Hat was munteres. Wie ein Juggernaut kommt es nicht daher, dabei würde ich aber auch eher an Doom oder Todesgeprügel denken. Bei #6 gibt es dreimal eingebettete, niedliche rhythmische Zwischenspiele, bei deren erstem ich ein akustisch gezupftes Saiteninstrument ausmachen wähne (Banjo? Mandoline?), später klingt es eher nach Keyboardsounds und irgendwie tranciger. Das, verbunden mit dem Faible meines Wichtels für sich abwechselnde bzw. überlagernde Gesangsstimmen, würde meiner Kubivermutung ein wenig Substanz bieten; ich erinnere mich da an die PURE REASON REVOLUTION, die von ihm auch ziemlich abgefeiert wurde, zwar noch moderner klingt, mir jedoch auch bei diesem Stück passagenweise wieder durch die Ganglien huscht. Music is the only religion that delivers the goods.
(Frank Zappa * 21.12.1940 - 4.12.1993)
Re: Sommerwichteln 2010: Grenzwellen#8 heißt bestimmt 'Window Pane' und gefällt mir immer mehr: Extrem ohrwurmig, tolle Verbindung der Instrumente, gutes Pacing, alles sehr gut aufeinander abgestimmt.
![]() Music is the only religion that delivers the goods.
(Frank Zappa * 21.12.1940 - 4.12.1993)
Re: Sommerwichteln 2010: Grenzwellen#9 So lässig wie 'The Joker', aber nicht so verschwiemelt. Tipp an 123_7. Titel = 'Midnite' ?
Music is the only religion that delivers the goods.
(Frank Zappa * 21.12.1940 - 4.12.1993)
Re: Sommerwichteln 2010: Grenzwellen#10: Wespenschwarm im Sturzflug. Gniedelsoli kommen auflockernd zwischendurch. Mosh!
Das Geshoute ist mir etwas zu hardcorig/oldschool deathig, der gelegentliche Effekt darauf klingt etwas albern. Ansonsten ein durchweg solides Stück, aber nicht meine Heimat. Music is the only religion that delivers the goods.
(Frank Zappa * 21.12.1940 - 4.12.1993)
Re: Sommerwichteln 2010: Grenzwellen#11 wird bestimmt mörderpeinlich, weil ich nicht weiß, von wem das ist. Fängt an mit "One fine day in hell...", handelt von whispers & screams und in der Hölle träumenden Leuten. Scheiß auf den Text, ich verliere mich wieder im zähen Fluss des Ganzen. Strom. Strom. Strom. Doom. So heavy wie heavy metal.
Music is the only religion that delivers the goods.
(Frank Zappa * 21.12.1940 - 4.12.1993)
Re: Sommerwichteln 2010: Grenzwellen#12: Die Art Eisen, die J. P. weiter zu Stahl wie 'Painkiller' & 'Ram It Down' verarbeiteten.
Music is the only religion that delivers the goods.
(Frank Zappa * 21.12.1940 - 4.12.1993)
Re: Sommerwichteln 2010: Grenzwellen#13: Falls ihr mal ein B-Movie mit einer Barschlägerei dreht, unterlegt die Szene damit!
Music is the only religion that delivers the goods.
(Frank Zappa * 21.12.1940 - 4.12.1993)
36 Beiträge
• Seite 1 von 4 • 1, 2, 3, 4
Wer ist online?Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste |
|