Da ich von meinem unrsprünglichen Wichtelpartner bisher leider nur eine tolle Weihnachtskarte bekommen habe, hat mich nun ein anderer User bewichtelt. Vielen Dank dafür.
Hier meine seltsamen Gedanken zu den Songs:
01. (5:39)
Instrumentale Nummer mit schönem Aufbau. Im Hintergrund hört man permanent kleine Raketen starten. Die Gitarren strudeln manchmal ein bisschen wie bei Long Distance Calling, was ich natürlich sehr fein finde. Allerdings werde ich im Leben kein ausgewiesener Freund von instrumentaler Musik mehr werden. Mir fehlt immer etwas.
02. (3:35)
Da ich ja eine Vermutung habe, von wem dieser Sampler stammt, könnte ich jetzt eine geographische Allgemeinverortung in Richtung Australien aussprechen. Wahrscheinlich liege ich damit zu 75% richtig. Diese kurze Nummer hat spannende Momente und abschreckende. Immer, wenn die Helium-Stimme einsetzt zucke ich kurz zusammen. Immer, wenn der gleiche Sänger in angenehme Tiefen hinab steigt, bin ich ergriffen. Ein kurzer Longtrack, der wahrscheinlich wenig von dem preisgibt, was die Band insgesamt ausmacht. Art Rock, ohne Metal-Elemente. Zumindest in diesem Song, was aber nicht ausschließt, dass an anderen Stellen des Album auch mal der Haifisch in die Saiten greift. Davon müsste ich mehr hören.
03. (4:26) Tea Party
Da musste ich kurz recherchieren, da ich den Sänger natürlich gleich erkannt habe. Jeff Martin (The Tea Party) ist das. In diesem Fall mit The Armada und dem Song 'Line In The Sand'. Brauche ich noch. Toll. Natürlich.
04. (4:59)
Zur Tea Party passt musikalisch dieser nachfolgende Titel mit seiner indisch anmutenden Melodieführung. Bis auf den weitaus weniger markanten Gesang und die gradlinigere Drumarbeit, höre ich da auch sonst eini paar Parallelen zu den Kanadiern. Der Chorus ist sehr widerhakig. "do you remember how we cried ….?" 'I would die to get into your heaven". Wunderschön.
05. (5:35)
Jetzt wird es luftig-rockig. Doch nicht. Geile Irritation gleich zu Beginn. Eine Band, die Haken schlägt. Das mag ich schon mal. Und ein origineller Sänger. Zwischendurch mal ein Bombast-Chor und Breitwand-Sound, dann wieder Kammermusik-Rock. Die verzerrten Gitarren mag ich allerdings nicht. Das ist wieder dieser Hirsch-Effekt-Klang. Scheint in Mode zu sein, dass eine Gitarre nicht wie eine Gitarre klingt. Muss ich nicht verstehen. Oha, jetzt wird ein komplettes Orchester aufgefahren. Samt Bläsern. Aber dieses Gitarrensolo versemmelt mir die gute Laune. Was macht der da? Auf Ochsenfrösche treten? Werden da Mäuse gefoltert? Geil, wie danach quasi völlig selbstverständlich mit komplett anderer Rhythmik und anderem Sound weiter gemacht wird. Das rockt jetzt. Interessant ist das allemal. Wie schon weiter oben geschrieben, kann ich anhand dieser einen Nummer keine Meinung zur Band abgeben, außer: Schräg. Das ist oftmals gut für mich, beinhaltet hier aber Zutaten, die mich er- und abschrecken.
06. (4:47)
HIGHLIGHT: Motown? Eine schwarz klingende Stimme mit ganz viel Seele und ein Piano reichen und meine Enten zu pellen. Es werden sanfte Saiteninstrumente hinzu gefügt. Immer, wenn der Sänger "schreit" denke ich, ich kenne ihn. Das erinnert mich gesanglich an irgendwas um 2000 herum, was ich viel zu lange nicht gehört habe. Irgendein ein "Seufz"-Song. Ich komme nicht drauf. Das hier ist auf jeden Fall wunderschön.
07. (5:35)
Spannungsaufbau a la Pink Floyd. Dann eine butterweiche Klarstimme, die auch wundervoll Gothic-Pop intonieren könnte. Erinnert mich sofort an die tollen GONE. 'Step back – and no ones gonna hurt you!" leitet eine komplett neue Phase im Song ein. Leichte Parallelen zu Riverside kann ich auch ausmachen. Insgesamt ganz gut, aber nichts, was mich jetzt komplett umhaut. Der Sänger ist aber super.
08. (4:00)
COG? Die Stimme könnte passen. Das gefällt wir ausgesprochen gut, auch, wenn da ebenfalls nicht viel passiert. Aber diese Grundstimmung ist einfach fesselnd. Da entsteht eine Oberflächenspannung, ein musikalisches Knistern, welches den Hörer elektrisiert.
09. (7:17)
Auch hier ist die Grundstimmung ähnlich, aber aufgrund des permanent voran tribalisierenden Drummings hat man das Gefühl einer wellenartigen Bewegung. Darüber fast metallische Gitarren. Obendrein TOOLed es gewaltig. Erneut ein brillanter Sänger, der mich auch in den hohen Lagen komplett abholen kann. Er singt andauernd von einer "Prophecy". Völlig geil sind die Momente, in denen er beinahe flüstert.'This is more than I can hope…." Im letzten Drittel wird dann die Breitwand-Gitarre aus dem Köcher gezogen und nochmal amtlich der Haifisch gewürgt. Top! "You and Me will fly!"
10. (4:47)
So könnte Rishloo anfangen. Prominenter Bass! Gut! Gang Shouts! Weniger gut. Auch hier irritiert mich wieder der verzerrte Klampfensound. Den empfinde ich manchmal fast als unangenehm. Hier ist es aber erträglich. Coheed & Cambria meets New metal? Hm, ihr merkt es, erneut gibt es einen wilden Stilmix zu bewundern. Erneut gibt es einen extravaganten Sänger zu hören. Fair To Midland? Happy guessing time.
11. (9:11)
Ein langer Longtrack. Es wird unter georgelt und drüber gerifft. Dann: Pianoklänge und - q'uelle surprise – ein Bombensänger! 'ist not about distance and anger" Offenbar ein sehr feiner Text. Eine wunderbare Nummer, die mich schnell fesseln konnte.
12. (6:10)
Knackiger Bass, geile Klampfen. Zeitgemäß und doch organisch und nicht steril. Vauxdvihl? Haha, wohl kaum. Dazu dieses Mal ein Sänger, der tatsächlich auch in einer wahren Metalband eine gute Figur machen würde. Was ist denn das plötzlich für ein Breakgerwitter? Und was macht der eh schon so präsente Basser da? Total großartig! "Love Is a mystery". Hier knulzt auch das Solo ganz ungemein, während der Bass die ganze Zeit herrlich im vorderen Hintergrund herum blubbert. Das ist super! Schrieb ich schon? Egal. Super. Ourworld goes Art Rock.
13. (4:57)
System Of Down? Wohl nicht. Jim Morrisson singt. Wohl auch nicht. Aber "tote Menschen in den Bäumen" könnte auch von ihm stammen. Retrosound, der modern klingt. I spider? Möglich, aber so klingt das. Organisch, offen, ein bisschen nach ZODIAC. Gefällt mir demnach auch sehr gut.
14. (5:13)
Oha! Zum Abschluss keult der Metal hier nochmal so richtig mit Kawumms um die Ecke. Das Energielevel erinnert tatsächlich an Armored Saint bis der Chorus etwas Fahrt heraus nimmt. "Ride On" könnte der Titel sein. Okay, besser als der gleichnemige Song von Christy Moore (oder von BST) ist das nicht, aber das hier ist schon sehr gut.
Mein lieber Kubi, ich danke Dir für diesen Sampler, mit dem Du sicherlich auch meine Freude an neuer Musik neu entfachen wolltest. Das ist Dir teilweise gelungen, aber ganz offenbar hab eich ein grundsätzliches Problem mit einigen modernen Klangbildern (s. Gitarrensound) ich bin gespannt, was ich da alles gehört habe. Vermutlich die Hertzen Brothers.

