50. Rammstein - Mutter

Es geht los und wir starten am Anfang. Am Anfang meiner Laufbahn als Musikliebhaber. Rammstein waren die erste Band die ich in ihrer Gesamtheit geliebt habe. Wie kams dazu? Schuld ist letztlich mein immer noch funktionierender alter Fernseher, den ich im Alter von 14 Jahren von meinen Eltern übernommen habe als diese sich einen Neuen gönnten. Es war Freitag Nacht und ich konnte nicht schlafen, weshalb ich durchs Programm zappen wollte, damit mich das ermüdet. Klappte erst auch ganz gut, bis ich bei MTV landete (ja, da lief damals manchmal noch Musik
). Dort lief eine Special Playlist mit Rammsteinvideos auf der ich die nächste Stunde hängenblieb. Mich dürfte damals wie heute an der Band vor allem die Tatsache gefesselt haben, dass Rammstein auf allen Ebenen ein Gesamtkunstwerk ist. Die auf den ersten Blick unerhörten, beim genaueren Zuhören hintergründigen Texte, die imposante Bühnenshow und die brachiale Klangästhetik (mit Faustfaktor!) greifen ineinander wie ein Zahnrad ins andere und machen das Hör- und Seherlebnis komplett. Warum eröffnet nun gerade "Mutter" diese Liste? Es verbindet das Beste aus beiden Schaffensphasen der Band: Die Sex & Gewalt-Themen der beiden Vorgänger hat man sprachlich auf ein höheres Niveau bringen, sich aber die "Knüppel aus dem Sack"-Attitüde erhalten können.
Ausfälle gibt's keine, besonders hervorheben möchte ich aber das Refrainwunder 'Sonne', die Ministryhuldigung 'Links 2 3 4', der zwischen balladesken Momenten und schierer Raserei pendelnde Drogenerlebnisbericht'Adios', sowie den melancholischen 'Titeltrack'.

Und dass du 'Adios' hervor hebst, gibt noch tausend Pluspunkte mehr!
