# 01 - 5:56
Der Opener ist entsprechend spacig, klassisch im Stile der späten 60er und frühen 70er, allerdings tippe ich nicht auf eine wirklich alte Band, sondern auf ein Retrogewächs. Feine Sängerin, verspielter Sound, Klavier, Klafünf und allerlei Beschwingtes gegen Ende hin. Take one little step, To the end where you must, Everything depends on a moment of trust, Come and be seen, And you’re saved from the dust - Die Band kenne ich nicht, gefällt mir aber.
# 02 - 4:19 - SEPTIC FLESH 'Anubis'
Hier wird es härter und schleppender, aufgrund der Zähigkeit der Leadmelodie fast ein wenig doomig, schiefe Akkorde kommen dazu. Die Stimme ist sehr grummelig, Death-Metal-lastig. Von der Stimmung her erinnert es mich etwas an SAMAEL, zu Zeiten von "Passage", wobei es hier nicht so technoid zur Sache geht. Zu Beginn des letzten Drittels gibt es auch eine klare, etwas zynisch klingende Gesangsstimme und ein paar Chöre. Ich denke, dass eine Mischung aus SAMAEL und dem neuesten MORBID ANGEL-Werk plus Gothic-Versatzstücke. Letztlich ist es der Refrain, der mich auf die Fährte der Übeltäter gebracht hat. Der Song heißt 'Anubis' und stammt von den Griechen von SEPTIC FLESH.
# 03 - 4:50 - WINDS 'Theory Of Relativity'
Das kommt mir natürlich sofort extrem bekannt vor. Eine wunderbar fragile Mixtur aus klassischer Akustik und progressivem Metal. Die Band habe ich hier gelegentlich durchaus auch schon erwähnt. Sie kommt - oh Wunder! - aus Norwegen hat einen echten MAYHEMiac in den Reihen und hört auf den Namen WINDS. Hier mit 'Theory Of Relativity' vom vorletzten Album. Muss man als Prog-Metal-Fan einfach haben. Da führt kein Weg dran vorbei.
# 04 - 4:53 - KANSAS 'The Wall'
Melodische, verspielt, sanft, episch mit Keyboard. Ein gutes URIAH-HEEP-Feeling bricht durch, aber letztlich ist die Assoziation doch falsch, was mir die Art von Zusammenspiel zwischen Gitarre und Keyboard und der gleichermaßen feine, aber doch gänzlich andere Gesang verrät. Das kommt aus den USA und ist ziemlich mächtig in Szene gesetzter Artrock/Progrock mit viel Plüsch und noch mehr Anmut. Und es erinnert mich daran, dass ich von dieser Band leider viel zu wenig kenne. Auf die Fährte gebracht hat mich hier die strukturelle Ähnlichkeit zu einem Soloalbum eines der Hauptakteure, auf dem ein gewisser Herr Dio Gast war und unter anderem "Mask Of The Great Deceiver" sang. Das hier ist also KANSAS mit 'The Wall'.
# 05 - 6:36 -
Wieder ein krasser Stilwechsel, vor allem im Gesangsstil. Ein sehr dumpfer Sound, und Death-Metal-lastige Vocals mit weiblichen Backings. Dabei allerdings sehr melodische Gitarrenläufe mit einem gewissen MAIDEN-Hang. Im letzten Drittel übernimmt dann die Dame einen gewichtigeren Part, die Art des Gitarrenspiels wirkt recht psychedlisch. Gerade die "flackernden" und "schwindenden" Sustain-Momente bei den Leads sind spannend. Kann ich jetzt nicht wirklich zuordnen. Gab es bei THE GATHERING eine Phase in der zwischen dem alten, extremen Stil und dem fragilen unmetallischen Stil gewandelt wurde? Irgendwie erinnert mich das nämlich schon ein bisschen an einen Mix aus ganz alten THE GATHERING und dem, was dann mit Anneke ab "Mandylion" so richtig populär wurde. Geendet wird mit Wasserrauschen.
# 06 - 5:55 -
Das ist wieder mehr M.E.T.A.L. Eigenwillige, mitteltonlagige Stimme, die manchmal ein wenig danach klingt, als ginge dem Sänger die Puste aus. Trotzdem sehr episch, sehr feine Parallelen zu Atlantean Kodex und vielleicht zu IRONSWORD. Habe ich nicht, würde ich mir aber ggf. zulegen: "Give to me a Crown of Gold, and I'll be King of All this world!"
# 07 - 4:08 -
Flötig, verspielter, akustischer, progrockiger Beginn Marke TULL meets HAWKWIND. The sisters of illusion sell delusion at the show... Könnte die gleiche Band sein wie beim Opener.
# 08 - 4:03 - SENTENCED 'Into The Noose'
Das kennt er beim ersten Ton, der Rabe... "Into The Noose" von SENTENCED. Hab die Scheibe noch nicht einmal. Aber manche Songs brennen sich von ein paar Mal hören so tief ein, dass sie für immer hängen bleiben. Schon krass. Bin an sich kein großer Fan der Band. Abgesehen von "Amok".
# 09 - 3:35 -
Aha. Eine Sitar gibt's auf dem Sampler auch. Kommt mir schon hier bekannt vor, könnte aber noch in mehrere Richtungen gehen. Es wird hier des Herrn Dylan "All Along The Watchtower" gekoffert. Von wem? Herr im Himmel... Keine Ahnung... Pearl Jam haben das mal gemacht, gell? Kenne mich aber nicht damit aus, ob die das sein könnten.
# 10 - 7:34 - ALGHAZANTH "With A Thorn In Our Hearts"
Hallelujah... Black Metal as Black Metal can be, und das verrät schon der völlig abartige erste Schrei. Das kenne ich natürlich. Klingt ganz stark nach ganz frühen DIMMU BORGIR. Herr sonstwo... ich komm nicht drauf. Das wird jetzt richtig peinlich, gelle? An 4:00 steigt eine tolle Geige und ein klassischer Chor ein, der aus dem OMEN-Soundtrack stammen könnte. Ansonsten klingt alles nach "Norge 1995". Seasons Rise, Seasons Fall. Mann, ich kann das Ding fast mitsingen und stehe gerade so dermaßen auf dem Schlauch, dass es nicht mehr feierlich ist. ANCIENT? Puhhh... ich konnte da jetzt nicht aufgeben, bevor ich weiß, was es ist, und daher habe ich mir erlaubt, zu googeln. Das Ergebnis ist eine Erleichterung. Ein 2011er Song einer mir bisher nur dem Namen nach bekannten Band aus Finnland. Die Blamage geht an mir vorbei. Die 1995/1996er-DIMMU/ANCIENT-Stimmung ist aber toll eingefangen. Hat mir die hier schon mal jemand vorgespielt? Ich hätte schwören können, dass ich den Song kenne.
# 11 - 3:28 - DARK AT DAWN
Wellenrauschen und ein massives, episches, elegisches Riff leiten einen melancholischen und dabei sehr melodischen Song ein, der in den Riffs eine schöne wuchtige Urgewalt aufweist. Der Sänger klingt wie eine Mischung aus Mike Seiffert, Matt Barlow und Ville Laihiala. Der deutsche Akzent offenbart dann auch die Urheber. Eine Band, die ich schon von Anfang an sehr cool fand, als sie noch bei Iron Glory Records war. Leider bin ich nie richtig eingestiegen, obwohl es die CDs lange billig gab. Verpasste Chance, fürchte ich. DARK AT DAWN mit einem Song, den ich mangels CDs nicht erkenne, aber sehr gut finde.
# 12 - 5:21 - BLUE ÖYSTER CULT "Flaming Telepaths"
Psychedelischer Space Rock par excellence... BLUE ÖYSTER CULTs 'Flaming Telepath'. Von der Band habe ich leider immer noch viel zu wenig. Ist die ganze "Secret Treaties" so gut? Muss ich wohl mal in Angriff nehmen, dat Janze...

# 13 - 11:36 -
Das kenne ich auch wieder. Muss aber ordentlich rätseln... auch spacig, auch abgedriftet, herrlich emotionale Leads, wabernder Sound. Gerade hier und auch im Gesang höre ich hier auch einen massiven HAWKWIND-Einfluss. Wird wohl auch wieder eine neuere Band sein, die ich nicht erkenne. Gefällt mir aber sehr, sehr gut. Der HAWKWIND-Einfluss ist massiv... Sagte ich bereits? Ist ja auch so...

Jetzt muss ich noch auf jemanden tippen, gelle?
Hmmm. Schwierig. Der erste Gedanke war Hellknulf, aber der macht nicht mit. Ich tippe auf den Falkner, wegen der Neigung gen Psychedelic, wegen der Offenheit für Schwärze, dem Berücksichtigen einiger ganz alter Helden, und einigen Hinweisen auf eine Vorliebe für melancholische Sounds. Würde wohl am besten passen.

Aber sonst kommt mir das noch offene nicht wirklich bekannt vor. Muss ja auch ziemlich obskurer Kram sein, wenn Rüdiger selbst es nicht kennt 

