Death Means Nothing ... Life Means Less

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Death Means Nothing ... Life Means Less

Beitragvon Rüdiger Stehle » Montag 20. Dezember 2010, 14:21

Death Means Nothing...

Ich glaube, mein Wichtel hat sich bemüht, hier ausschließlich Sachen drauf zu packen, die ich gar nicht kennen kann, weil sie kein Metal sind. Er hat dabei aber ziemlich treffsicher Sachen gefunden, die ich trotzdem gut finde. Raten hat da auch nicht allzu viel wert, weil ich es in den meisten Fällen schlicht nicht heraus finden werde, gar nicht heraus finden kann. Ich könnte die Sachen googeln, bei denen ich den Text verstehe, aber das ist ja auch doof. Weder will ich Wissen heucheln, das ich nicht habe, noch will ich einem Mitleser, der raten will, den Spaß versaubeuteln.

Bei Erraten des Wichtels hilft mir leider Gottes ein nicht zu übersehender Poststempel. Aber ich schweige mal noch, denn vielleicht kann jemand die Sache schon jetzt zuordnen. Ich hätte es auf jeden Fall bis zum Track 10 des ersten Samplers nicht gekonnt.

Daher also hier einmal kurze Beschreibungen meiner Eindrücke. Wenn jemand eine heiße Spur wittert, dann sage er Bescheid, und ich beschreibe ein wenig näher. An mich gerichtete Tipps werden keinen Wert haben, weil ich nie auf etwas kommen werde. Außer ich würde bei einzelnen Stücken extra dazu schreiben, dass ich Witterung aufgenommen habe.

A01- 3:22
Eingeleitet wird der erste Sampler meines Doppeldeckers von einem lockeren Country-Song, der mir sehr gut gefällt. Aber ich mochte Country schon immer. Seit ich zum ersten Mal Truck Stop gehört habe, und das war wohl Anfang der 80er. Der Song heißt "One Toke Over The Line", und da ich ihn eh nie im Leben hätte erraten können, habe ich mir erlaubt, den Titel zu googeln. Wo ich gelandet bin, das sage ich nicht, um nicht zu spoilern. Gefällt mir ganz ausgezeichnet.

A02- 2:18
Dass es nicht so weiter gehen würde, war klar und daher wird es jetzt auch metallischer. Oder sagen wir erst einmal rock'n'rolliger. Eine quietschig-rotzige Rockstimme erklingt, dazu halbwegs hektisch dahin rockende Gitarren und auch ein ganz kräftiger Schuss Spacigkeit. Kenne ich nicht, erinnert mich aber ein kleines bisschen an Warrior Soul.

A03- 5:05
Immer noch rockig, allerdings nicht mehr flott und punkig, sondern getragener und dunkler. Sowohl im Bereich der Gitarren als auch beim Gesang. Kräftiges Südstaatenfeeling. Den Sänger kenne ich. Glaube ich zumindest. Hat was von Lemmy meets Danny Joe Brown. Singt er "The liars, the cheaters, the beggars"? Habe ich bestimmt schon gehört, aber nicht in der Sammlung stehen.

A04- 2:52
Das hier ist dann deutlich elektronischer und loopiger. Vom Sound her gar nicht meines. Der Gesang ist aber interessant. "You caught me", oder "you called me"? Sehr trippig. Nichts, was ich mir kaufen würde, aber wegen des Gesangs ist es in Ordnung.

A05- 4:24
Doom. Cooler Doom. Schräger Doom. Gesanglich irgendwo zwischen Ozzy und Geddy Lee in bekifft. Sehr schön. So mag ich das. "Got myself an eastern woman, fires burning deep inside".

A06- 5:30
Chill-out Zone. Led Zeppelin. Fade Away. Set You Free. Geschmeidiger, 70s-lastiger Rock, wobei ich hier auf "retro" tippen würde und nicht auf "alt". Kann mich auch täuschen.

A07- 2:48
'It's All Quiet On The Eastern Front' ... nein, es sind nicht THE RAMONES mit dem gleichnamigen Song, aber stilistisch ist das von den NY-Punks gar nicht einmal so weit entfernt. Stimmlich schon gar nicht. Nur sauberer produziert. Ich werte das mal als Hommage an THE RAMONES und an Schweden... weil dort sogar die Wolken interessant sind.

A08- 3:43
Das würde ich mal als leicht psychedelischen Rock beschreiben. Sehr verdrogter Gesang. Auch hier würde ich auf eine Retroband mit starken 70er-Neigungen tippen. Warme Gitarrenleads, die in der Art auch von frühen Cirith Ungol kommen könnten. Die Lyrics habe ich wahrscheinlich komplett falsch verstanden, weil der Sänger so schön knödelt, aber ich schnappe jedenfalls "Won't you understand", "Bones of the Navajo", "Rattlesnakes" auf...

A09- 1:57
Das brät in Sachen Gitarrensound. Ich meine Einflüsse aus Punk, Crust und Black Metal wahrzunehmen. Krawallig, krachig, gut. Das schräge und doch irgendwie neoklassische Lead ist witzig. Nicht die geringste Ahnung, wer das sein könnte.

A10- 4:02
Ein Instrumental aus akustischer Gitarre und Fidel. Mutet auf Anhieb iberisch an. Gefällt mir natürlich. Kann ich aber ebenso natürlich kein Stückchen weit zuordnen.

Demnächst dann weiter in diesem Theater.
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Re: Death Means Nothing ... Life Means Less

Beitragvon Martin van der Laan » Montag 20. Dezember 2010, 14:51

A03: "The liars, the cheaters, the beggars" - Bei der Zeile musste ich sofort an FIREBALL MINISTRY denken. Weiß aber nicht welcher Song...
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Re: Death Means Nothing ... Life Means Less

Beitragvon Rüdiger Stehle » Montag 20. Dezember 2010, 14:56

Das ist richtig. Gut erkannt. FIREBALL MINISTRY mit 'It Flies Again' vom 2006er-Album "Their Rock is not our Rock".

Mit dem treffenden Beschreiben tue ich mir leider auch wahnsinnig schwer, weil mir in den hier vertretenen Stilbereichen komplett die Vergleichsgrößen fehlen. Sonst würde ich schon mehr schreiben...
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Re: Death Means Nothing ... Life Means Less

Beitragvon Jhonny » Montag 20. Dezember 2010, 18:42

Kein Metal aber erkennbarer Stempel - der Wichtel ist Österreicher?
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Re: Death Means Nothing ... Life Means Less

Beitragvon Rüdiger Stehle » Montag 20. Dezember 2010, 18:45

Jepp.
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Re: Death Means Nothing ... Life Means Less

Beitragvon Rüdiger Stehle » Donnerstag 23. Dezember 2010, 01:03

Also dann mal weiter mit dem Sampler aus der Stadt in welcher ein entfernter Verwandter aus meiner väterlichen Linie vor ein paar hundert Jahren recht einflussreich war ...

A11- 2:47
Das ist wieder leicht punkig. Kurze, furztrocken klingende Akkordfolgen. Dann aber ein rock'n'rolliges Lead. Relativ fröhlich. Sehr schöner, bratender Gitarrensound und eine tolle Stimme. Eine gewisse Nähe zu den rock'n'rolligen Sachen der NWoBHM ist nicht zu verleugnen. Doch, ich meine, etwas zu erkennen. Als Freund der alten Entombed sind natürlich auch die HÖLLICOPTER nicht ganz an mir vorbei gegangen. "Won't Stop - I gonna give it - all I got" - Sehr cool. Wenn ich die Death'n'Roll-Sachen von Entombed mal komplett haben sollte, dann stehen die Jungs auch auf der Liste.

A12- 3:22
Entspannter, beschaulicher. Klingt nach britischem Akzent, aber ich verstehe trotzdem kaum etwas. Viel Hall und etwas "stammelnd" mit einem sehr künstlich wirkenden Duktus. Von den Arrangements her muss ich wahlweise an die Beatles und an Muse denken. Klingt schön. Mag ich. Die Gitarre ist nur angezerrt. Wabert aber schön im Zusammenspiel mit spacigen Synths.

A13- 3:58
Hier sind wir wieder erdiger unterwegs. Warmer, trockener, verzerrter Gitarrensound. Rauher Gesang. Südstaatenrock meets Kyuss. Der Song müsste "Show Me Your Teeth" heißen.

A14- 6:40
May the water give me life, purify me with the fire... Okkultrock wie THE DEVIL'S BLOOD, hier wohl aber nicht die Epigonen, sondern die Vorbilder. Ohne es zu kennen tippe ich auf COVEN. Nein... Schuppen von den Augen. Das ist Jex Thoth, die hier singt, und das führt uns zu THE SABBATH ASSEMBLY mit "Satan". Habe ich noch nicht. Muss ich aber wohl mal näher unter die Lupe nehmen. Gefällt mir sehr gut!
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Re: Death Means Nothing ... Life Means Less

Beitragvon Rüdiger Stehle » Donnerstag 23. Dezember 2010, 02:09

A15- 8:34
Herrlich Heavy. Es geht um Dinosaurier? Dogs Of War? Proto-Doom, würde ich das wohl nennen. Hat musikalisch wie gesanglich sehr viel von frühen Black Sabbath und ebenso frühen Pentagram. Okay. Doch, die habe ich schon gehört, aber bisher noch nicht die Kurve zum Kaufen gekriegt, trotz des coolen Labels, der tollen Artworks und der großartigen Musik. OGRE "Dogmen (Of Planet Earth)". Irgendwann hat mir die schon einmal jemand vorgespielt.

A16- 3:00
Okay. Hier geht es wieder psychedelisch zur Sache. Gesanglich erinnert mich das an 60er-Sounds zwischen Hardrock und Folk Rock. Also ganz grob die CCR-Schule. Nur weniger folkig. Trotzdem keine Welten dazwischen. Slide Guitar? Klingt vehement nach den USA.

A17- 4:01
Das klingt neuer. Trotzdem im Sinne des klassischen Rocks. Vom Feeling her könnte es etwas Irisches sein, wobei der Akzent eher auf Skandinavien schließen lässt. Auf jeden Fall eine europäische Band, würde ich meinen. Eine gewisse folkige Note schwingt mit. Ein wenig Pub-Feeling auch. Gerade wenn es perkussiv wird. Irgendwas singt er von Subterranean Nightmare. Stark!

A18- 3:45
Das ist auch wieder ein bisschen folkig, aber auch ein bisschen rockig und bluesig. Der Sänger ist ziemlich schräg unterwegs, vorwiegend rotzig und rauhbeinig, dann aber auch mal quietschig. Ich verstehe kein Wort, auch wenn ich meine, dass es Englisch sein müsste. Im Refrain gibt's backing Chöre. Sehr reduziert im Riffing. Warmer Sound. Keine Ahnung wer das ist. Nicht 100% meins.

A19- 3:06
Oh. Synthie. Spacig. Dann hektisches Gebrabbel. Orientalische Hooks. Könnte Serj Tankian beeinflusst haben. Allerdings ist es in Wirklichkeit wohl eher genau umgekehrt. Hat etwas märchenhaftes "hush little babie, dry your eyes, don't cry, my sweet Clementine... Jo, ich wage mal zu prognostizieren, dass S.O.A.D.-Fans auch mit dieser Truppe warm werden dürften. Kenne ich nicht. Interessiert mich aber.

A20- 4:20
Instrumentaler, gitarrenorientierter Metal. Wer mich kennt, der weiß, dass ich wohl so gut wie nie ein Instrumental zuordnen könnte, außer ich kenne das Album wirklich sehr gut. Von der Art, wie der Leadgitarrist spielt, fühle ich mich häufig an Chuck Schuldiner erinnert. Dafür ist es allerdings eher warm und weich produziert. Neoklassische Anflüge hat es durchaus auch im erheblichen Umfang, was in der Form dann wieder gegen Evil Chuck spricht. Wirklich keine Ahnung.
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Re: Death Means Nothing ... Life Means Less

Beitragvon Eike » Donnerstag 23. Dezember 2010, 03:27

Ich erkenne hier nichts, aber den Beschreibungen nach hätte mir dieser Sampler auch gefallen.
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Re: Death Means Nothing ... Life Means Less

Beitragvon Rüdiger Stehle » Donnerstag 23. Dezember 2010, 12:49

Ja, ich bin mir sicher, dass dir der Sampler gefallen würde. Das mit den Beschreibungen ist mir klar, weil mir einfach die Vergleichswerte fehlen. Ich mag die Sachen und kann in etwa das Feeling wiedergeben, das ich wahrnehme, aber eine Beschreibung aus der sich der Song oder die Band erraten lässt, ist mir nicht so richtig möglich. Höchstens, dass jemand über die Textfetzen draufkommt. Aber wenn der Wichtel vielleicht ein paar Tipps gibt, dann könnten andere rockophile Mitleser vielleicht schon einen Ansatz haben.

Ich sehe, dass es im transmetallischen Heavy Rock schon auch vieles gibt, was mir zusagt. Nicht, dass das eine neue Erkenntnis wäre, aber sie ist bis jetzt noch nicht so im Vordergrund, dass ich mein Beutespektrum nennenswert ausgeweitet hätte. Mal schauen, was der zweite Sampler so parat hält. =)
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Re: Death Means Nothing ... Life Means Less

Beitragvon Azmodes » Donnerstag 23. Dezember 2010, 14:00

Naja, ich "enthülle" meine graue Eminenz mal, viel Zweifel bestand eh nicht, glaube ich. Bin ja meines Wissens auch der einzige Ösi in der Wichtelrunde. Inwieweit die vertretene Musik erleuchtend war, kann ich nicht genau sagen, aber ich glaube, wer meinen Saumagen-Geschmack einigermaßen kennt wird beim Lesen schon wissend genickt haben.

Rüdiger Stehle hat geschrieben:Ich glaube, mein Wichtel hat sich bemüht, hier ausschließlich Sachen drauf zu packen, die ich gar nicht kennen kann, weil sie kein Metal sind.

Da hast du eigentlich Recht, mir fällt auch beim dritten Wichteldurchgang wieder auf, dass ich vermehrt versuche, die CDs mit Liedern zu beglücken, mit denen ich überraschen kann. Wenn möglich auch noch positiv. Dass es großteils kein Metal oder nur metaloid ist, liegt aber nicht nur daran. Das spiegelt einfach meine jüngsten Hörgewohnheiten wider.
Was ich probiert habe, ist die kauzige und doomige Schlagseite ins Gewicht fallen zu lassen, soviel weiß ich immerhin von deinen Vorlieben. ;) Wie der Sampler aber fertig geschmiedet worden war, fiel mir wieder auf, dass, wenn ich versuche, mit eigenem Lieblingsliedgut meinen Zwangsbeglückten zu überraschen, ich trotz allem Mischungen zaubere, die u.a. eher (teilweise) Jesus und ganz besonders Eike gefallen würden. Das liegt außerhalb meiner Kontrolle beinahe. Unbewusst werden da Schalter im Hirn umgelegt. Certain fluxes must occur.

Rüdiger Stehle hat geschrieben:Er hat dabei aber ziemlich treffsicher Sachen gefunden, die ich trotzdem gut finde.

Sowas liest man natürlich gerne. Freut mich. :)

A01- 3:22
Eingeleitet wird der erste Sampler meines Doppeldeckers von einem lockeren Country-Song, der mir sehr gut gefällt. Aber ich mochte Country schon immer. Seit ich zum ersten Mal Truck Stop gehört habe, und das war wohl Anfang der 80er. Der Song heißt "One Toke Over The Line", und da ich ihn eh nie im Leben hätte erraten können, habe ich mir erlaubt, den Titel zu googeln. Wo ich gelandet bin, das sage ich nicht, um nicht zu spoilern. Gefällt mir ganz ausgezeichnet.

Der Titel stimmt natürlich, wäre wohl kaum zu überhören. Keine Ahnung, wie bekannt die Band ist, ich kenne sie auch nur von diesem einen Lied, welches auf dem köstlichen Soundtrack zu Terry Gilliams Interpretation von "Fear And Loathing In Las Vegas" vertreten ist. Brewer And Shipley mit 'One Toke Over The Line'. Herrliches Lied und im Filmkontext natürlich um so witziger. Am Anfang lallt Johnny Depp als perfekter Raoul Duke einige Drogenweisheiten vor sich hin, da musste ich einen Großteil davon rausschneiden, damit's auf die CD passt. :grins:
"Once you get locked into a serious drug collection, the tendency is to push it as far as you can."

A02- 2:18
Dass es nicht so weiter gehen würde, war klar und daher wird es jetzt auch metallischer. Oder sagen wir erst einmal rock'n'rolliger. Eine quietschig-rotzige Rockstimme erklingt, dazu halbwegs hektisch dahin rockende Gitarren und auch ein ganz kräftiger Schuss Spacigkeit. Kenne ich nicht, erinnert mich aber ein kleines bisschen an Warrior Soul.

Zu diesen Schweißteufeln habe ich mal einen Thread eröffnet. Eike hatte beim Lesen des Bandnamens andere Assoziationen. Für mich jedenfalls eine der vielversprechendsten Bands des letzten und dieses Jahres, auch wenn sie ihr Niveau nicht immer halten können.

A03- 5:05
Immer noch rockig, allerdings nicht mehr flott und punkig, sondern getragener und dunkler. Sowohl im Bereich der Gitarren als auch beim Gesang. Kräftiges Südstaatenfeeling. Den Sänger kenne ich. Glaube ich zumindest. Hat was von Lemmy meets Danny Joe Brown. Singt er "The liars, the cheaters, the beggars"? Habe ich bestimmt schon gehört, aber nicht in der Sammlung stehen.

Wurde schon erkannt, das sind selbstverständlich Fireball Ministry mit 'It Flies Again'. Eine alte Stoner/Hard Rock-Liebe meinerseits, die immer noch zu überzeugen weiß. Neues Album sollte demnächst mal bei mir eintreffen, juche.

A04- 2:52
Das hier ist dann deutlich elektronischer und loopiger. Vom Sound her gar nicht meines. Der Gesang ist aber interessant. "You caught me", oder "you called me"? Sehr trippig. Nichts, was ich mir kaufen würde, aber wegen des Gesangs ist es in Ordnung.

Die musste ich drauftun, war aber schon sicher, dass es nicht deine Wellenlänge sein würde. Die Band hab ich hier im Forum noch nie erwähnt gesehen, aber vom Stil her könnte sie vielleicht eventuellst unter den umständlichsten Umständen 123=7, Feamorn oder Eike erkennen. Der Künstlername einer 23-jährigen Britin, der sich wie ein Pokémon liest.

A05- 4:24
Doom. Cooler Doom. Schräger Doom. Gesanglich irgendwo zwischen Ozzy und Geddy Lee in bekifft. Sehr schön. So mag ich das. "Got myself an eastern woman, fires burning deep inside".

Hatten hier schon mal ein begeistertes Review. Relativ neue Band, die 2009 eine klasse Debüt-EP herausgebracht haben. Titulierung ist blumig, der Liedname in deinem erkannten Textfetzen enthalten.

A06- 5:30
Chill-out Zone. Led Zeppelin. Fade Away. Set You Free. Geschmeidiger, 70s-lastiger Rock, wobei ich hier auf "retro" tippen würde und nicht auf "alt". Kann mich auch täuschen.

Retro stimmt. Vorzüglicher Psychedelic Rock aus den Staaten, der nach mehrmaligem Genuss umso mehr unter die Haut geht. Flatterviecher aus einem arthurisch-mythischem Eiland.

A07- 2:48
'It's All Quiet On The Eastern Front' ... nein, es sind nicht THE RAMONES mit dem gleichnamigen Song, aber stilistisch ist das von den NY-Punks gar nicht einmal so weit entfernt. Stimmlich schon gar nicht. Nur sauberer produziert. Ich werte das mal als Hommage an THE RAMONES und an Schweden... weil dort sogar die Wolken interessant sind.

Punkig natürlich, aber schon im Begriff darüber hinauszugehen. Die Band ist vor allem für ein stilistisch recht andersgeartetes ruhig-göttliches Stück bekannt, das man sofort an seiner ikonischen Cembalo(?)-Melodie erkennen kann. Bestimmte Teigwaren mag man gern in dieser Farbe gekokelt.

A08- 3:43
Das würde ich mal als leicht psychedelischen Rock beschreiben. Sehr verdrogter Gesang. Auch hier würde ich auf eine Retroband mit starken 70er-Neigungen tippen. Warme Gitarrenleads, die in der Art auch von frühen Cirith Ungol kommen könnten. Die Lyrics habe ich wahrscheinlich komplett falsch verstanden, weil der Sänger so schön knödelt, aber ich schnappe jedenfalls "Won't you understand", "Bones of the Navajo", "Rattlesnakes" auf...

Kauziges aus -where else?- Finnland. Kennt hier glaube ich niemand, das sind Steel Mammoth mit 'Spirit Horse'. Retro stimmt natürlich auch wieder, stammt aus dem lang vergangenem Jahre des Herrn 2007.
"Been riding this dinosaur for so loooong..."

A09- 1:57
Das brät in Sachen Gitarrensound. Ich meine Einflüsse aus Punk, Crust und Black Metal wahrzunehmen. Krawallig, krachig, gut. Das schräge und doch irgendwie neoklassische Lead ist witzig. Nicht die geringste Ahnung, wer das sein könnte.

Eine weitere Band mit der ich aktionistisch überraschend wollte. Schwarzer Metalpunk, der sich japanisch ausgibt, aber in Wirklichkeit aus Finnland stammt. Der Name der Truppe ist an sich zwar jugendfrei, sollte aber zwecks STDs mal zum Arzt schauen.

A10- 4:02
Ein Instrumental aus akustischer Gitarre und Fidel. Mutet auf Anhieb iberisch an. Gefällt mir natürlich. Kann ich aber ebenso natürlich kein Stückchen weit zuordnen.

Iberisch ist der Klang, jawohl, aber eine Halbinsel ist die betreffende Landmasse seit einigen Millionen Jahren schon nicht mehr. Feamorn hatte die beiden akustischen Saitenkünstler auch schon an Hellknuff adressiert.
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