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Brot und Spiele für den Powermetal.de-User: große Projekte der Community und umfassende Forenspiele finden hier ihren Platz
von Holger Andrae » Donnerstag 30. Mai 2024, 13:06
Gruppe 1: Sehr bunte Mischung in dieser Gruppe. Sechs Alben stehen in der eigenen Sammlung. Eines ist gerade auf den Einkaufzettel gewandert.
Änglagård: Ohne die Sprachbarriere würde mir das wohl noch besser rein laufen. Typisch skandinavischer Prog. Viel Folk, manchmal sehr abrupt, wobei ich immer dachte, das wäre stellenweise so harsch wie zum Beispiel Anekdoten. Diese Nuance fehlt hier komplett. Alles klingt ziemlich verträumt, das Schlagzeug beinahe zagahft, dafür aber wunderbar verspielt. Wenn in der zweiten Hälfte dann der Elch von der Leine gelassen wird, bin ich hier ziemlich am zappeln. Der knarrende Bass erfreut natürlich.
Ayreon:Sehr lange nicht mehr im Player gehabt. Grundsätzlich sehr feine Alben, aber Marius und Pille formulieren beide, was ich beim Anhören eines einzelnen Songs auch gerade denke. Es fühlt sich unvollständig an und in dieser Nummer kommt man irgendwie auch nicht so ganz zum Punkt. Toll gesungen, toller Kontrast. Ich suche ein bisschen den Spannungsbogen.
Diamanda Galas:Frau Galas ist fordernd und anstregend. Passt aber ganz hervorragend, wenn ich bei schwarzem Kerzenschein eine okulte Buttermilch opfere. Mal ernsthaft: Der Titel ist programmatisch und das Gehörte verstörend. Aber gleichzeitig auch hypnotisierend und so faszinierend, dass es jetzt bereits zum vierten Mal läuft. Mit Attributen wie "gut" oder "toll" nicht beschreibbar. Spannend.
In Slaughter Natives: Interessant, atmosphärisch, aber ich bin mir auch nach dreimaligem Durchlauf noch nicht sicher, wie ich das finde. Die Instrumentierung ist cool, aber mich verwirren die Samples. Die lassen das Ganze irgendwie etwas flach klingen und stören mich im Kontrast zum Cembalo. Obendrein bin ich als gesangsfixierter Kauz natürlich etwas verstört, wenn so etwas dann auch noch (beinahe) instrumental bleibt.
Primus:Ausgerechnet was von einem Album, welches bei mir eher nicht so beliebt ist. Egal, Nasen-Prog mit Spielwitz. Slapping through your ears and straight into my heart.
Red Hot Chilli Peppers: Socke-Auf-Schwanz-Radio-Hit. Fand ich zu Mutterns' Milch-Tagen ganz famos, danach zu selbstverliebt. Und der Gesang löst heute bei mir ähnliches aus wie Hans-Im-Kürsch.
Shadow Gallery:Eine Band, die ich ganz toll finden müsste. Irgendwie hat mir immer der letzte Funken gefehlt, um diese Begeisterung zu empfinden. Natürlich finde ich das sehr gut, aber eine emotionale Bindung entsteht nicht.Gesanglich sensationell.
Slipknot:Ja, das hat Energie, aber solche, die an mir komplett vorbei pustet. Als die Band frisch und voll angesagt war, bin ich mit einem Kumpel aus reinem Interesse zu einem Konzert gegangen. Die ersten 15 Minuten waren wir beeindruckt von der schieren Energie, die da von der Bühne abging. Danach wurde es eindimensional. Im Publikum sehr viele Kinder in Blaumännern und maskiert. Wir sind dann an den Thresen gegangen und wurden prompt zwei Mal angesprochen, ob wir auch auf unsere Kinder warten würden. Öh ...
SOAD:Mag ich sehr. Allein schon wegen des originelle Gesanges. Obendrein zumeist freakig und gern auch mal hektisch. Hier eher moderat unterwegs. Trotzdem gut.
The Presidents Of The USA: Etwas an die Nasen-Progger weiter oben erinnernd, ohne deren Spielwitz zu erreichen. Nice.
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Holger Andrae
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von salisbury » Donnerstag 30. Mai 2024, 13:12
Wow, was für ein "Kulturschock" nach den 80ies-Best-Ofs, mit dem vor allem Metal Me hart zu kämpfen hat. Ich versuche ihr zu erklären, dass das, was wir in Gruppe 1 hören, durchaus typisch. für die Zeit ist. Da ist zum einen Progrock und Progmetal, der in den 90ern stark aufkam, auch in meinem Wohnzimmer. Da sind die "neuen" Härtner wie SLIPKNOT, BIOHAZARD und Co, da gibt es extreme düstere Klänge (IN SLAUGHTER NATIVES erinnert ein wenig an DAS ICH, das war damals recht populär in unserer Schulklasse) und zu dem noch allerlei Schräges (PRIMUS, MAYFAIR,...). Ja, da muss man erstmal hinein finden! Meine Freude und Verwunderng, dass ÄNGLAGARD drin ist, das sogar zwei Mal, wow! Dahinter kommt erstmal der Pop-Song von den PEPPERS, der in der Gruppe wie Seelenbalsam wirkt. Toll auch die Wahl des SOAD-Songs, der knapp AYREON schlägt. Mann, was haben wir damals "Into The Electric Castle" gefeiert, aber es ist schwer, einen Einzelsong zu wählen und 'Cosmic Fusion' wirkt asserhaln des Kontexts ein wenig verloren. SHADOW GALLERY hat mich bislang noch nie so gepackt, gerade die "Carved In Stone" hab ich damals mit hohen Erwartungen gekauft, wirkt aber nach wie vor noch etwas zu flach. Die zweite Hälfte wird mit PRIMUS eingeläutet. Jaja, das ist schon schräg, ich habe Respekt aber es hat mich nie so sehr gepackt wie unseren Holg; 'Boll Weevil' war mir vorher unbekannt, netter Funk-Rock, ziemlich 90ies. Dann das Schreckens-Trio: Bei SLIPKNOT fällt es mir schwer, irgendetwas zu sagen, es gefällt mir einfach nicht, wobei der rockige Refrain ganz hörbar ist. IN SLAUGHTER NATIVES ist mehr Soundtrack als ein Song mit ein paar unangenehmen Tönen für mein Ohr. Und DIAMANDA GALAS ist ein Erlebnis. Ich denke aber, ein Einmaliges  .
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von Pillamyd » Donnerstag 30. Mai 2024, 16:40
Gruppe 2 -
Änglagard - Kung Bore (1992): Und gleich nochmal die Band. Gut so, vielleicht bewirkt es ja etwas beim Hören, wenn gleich zwei Songs hintereinander kommen. Es scheint so, als hätte der Song mich eher am Haken als der erste. Es sind wohl die ersten Töne, die diese dramaturgische Ruhe ausmachen. Ich fühle mich sogar etwas an einige Stellen der zweiten „Psychotic Waltz“ erinnert. Und auch im Verlauf gefallen mir die Songstrukturen etwas besser. Der Bass vor allem, macht dann was mit mir. Sehr präsent. Gefällt. Die Folk Anteile erinnern mich an eben jene Phase von „Jethro Tull“. Und das ist ebenfalls ein Pluspunkt. Der Soundteppich ist wunderbar und gefällt mir von mal zu mal tatsächlich besser. Meist ist es ja ein Kritikpunkt, wenn mir etwas zu sehr nach Retro klingt. Hier habe ich das Gefühl aber rein gar nicht.
Biohazard – Wrong Side Of The Tracks (1992): Ist das mein Erstkontakt mit der Band? Ich glaube… Ich hätte da jetzt mehr Groove Metal der übleren Sorte erwartet. Aber das klingt in meinen Ohren zwar schon etwas stumpf, aber auf die Hardcore Art die mir gar nicht so übel reinläuft.
Deftones – My Own Summer (Shove It) (1997): Obwohl ich tatsächlich alle Alben der Band in meiner Sammlung zähle, so habe ich tatsächlich nur die „Koi No Yokan“ im Kopf. Spirch, der Song ist mir nicht im Kopf. Ziemlich weit weg von meinen Hörgewohnheit und das dürfte auch erklären, warum das mir so fremd klingt. Die geflüsterten Gesangsparts sind absolut nicht meins. Leider blitzen die relativ guten Parts nur ziemlich kurz auf und die meiste Zeit ist es halt leider überhaupt nicht meins. Hier fehlt mir einfach der Bezug. Mit dieser Art von Musik bin ich einfach nicht groß geworden. Ich möchte sagen, mir ist der Klang einfach ziemlich fremd und wirkt dadurch halt befremdlich.
Destiny’s End – Breathe Deep The Dark (1998): Hier folgt dann ein, mir wieder ziemlicher naher Sound. Und die Band ist mir hier ja erst vor kurzem über den Weg gelaufen. Ob es der gleiche Song ist, da muss ich erst nachschauen. Nein, ist er nicht. Aber vom gleichen Album. Und wenn ich so lese, was ich dazu geschrieben habe, muss ich erst einmal ein bisschen lachen. „Wie noch nie dagewesen in meiner Metal Welt“. Haha…passt natürlich super zu meinem ersten Satz. James Rivera, ey! Das Solo ist wirklich toll. Oh, da bekomme ich jetzt richtig bock drauf. Das werde ich mal etwas höher platzieren in meiner Liste.
Fear Factory – Edgecrusher (1998): Eine Band, bei der ich mich immer gefragt habe, woher die Begeisterung kommt. Hat bei mir nie so gezündet. Mein Vorhaben der Beschäftigung mit der Band habe ich immer hinausgezögert. Das steht zwar ebenfalls alles auf meiner Liste zur Beschäftigung. Aber da habe ich nie die Muse gefunden. Der Song groovt und ist bestückt mit komischen Sound, die mich wieder daran erinnern lassen, warum das bei mir mit der Band so ist, wie es ist. Auch dieser Song kommt so gar nicht an mich ran. Sowohl der Gesang, als auch der Sound ist hier absolut nicht meines.
Muse – Uno (1999): Auch hier habe ich nur ein Album der Band. Und das gehört wohl auch gar nicht mal zu den ganzen Klassikern der Band. Bei „Muse“ habe ich immer das Gefühl, das wenn man einen Song kennt, man alle kennt. Und ich finde die offensichtlichen Einflüsse die „Dream Theater“ Mitte der 00er aufgenommen hat, spannender als die Band selbst. Wenn ich den Song so höre, hätte mir das vor einigen Jahren wahrscheinlich noch besser gefallen. Heute bin ich da viel zu weit weg. Sowohl vom Klangbild als auch vom Gesang erinnert mich das an Musik, die mich heute nur noch abschreckt. Die „Pulp Fiction“-Gedächtnisgitarren haben trotzdem was. Aber das allein haut mich halt einfach nicht vom Hocker.
Nevermore – Dreaming Neon Black (1999): Auch so eine komische Sache. Ich habe nie wirklich weitergemacht, nach der „This Godless Endeavor“ und vor allem die „The Obsidian Conspiracy“. Darauf folgte dann irgendwann die „Enemies Of Reality“ und das Debüt Album. Deswegen würde ich mich da nie so als wirklichen Kenner bezeichnen. Gut, das hier also „Nevermore“ vertreten sind, mit einem Song, den ich tatsächlich nicht kenne. Warrel hat mich aber direkt im Schwitzkasten. Der Gesang macht halt einfach was mit mir. Dazu ist das Songwriting unfassbar spannend. Dem Song wird echt die Zeit eingeräumt, die es braucht. Und dabei gelingt es der Band, die Spannung aufrecht zu erhalten. Sehr bedrückend und doch irgendwie nach vorne preschend. Boah, ich muss da mal die ein oder andere Scheibe wieder hervorkramen. Das ist schon sehr, sehr toll!
Overkill – Bastard Nation (1994): Der manowar’sche „Overkill“ Song. Für mich eines der größten Songs der Band. Und die Band macht daraus auch keinen Hehl. Trotzdem ist das durch und durch „Overkill“. Platzierung: Ganz klar!
Paradise Lost - Say Just Words (1997): Ebenfalls eine Band, die mein Interesse nie so recht einfangen konnte. Auch dieser Song schafft es nicht so wirklich. Der Song rauscht an mir vorbei. Und dabei finde ich den Gesang völlig emotionslos.
Wizo – Nix & Niemant (1992): Sagt mir auch nur vom Namen her was. Für deutschen Punk ist das doch schon auch ziemlich hart. An den deutschen Punk habe ich mich noch nicht so ganz rangetraut. Da ist mir jener aus UK erst einmal wichtiger. Gefällt mir ganz gut soweit.
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von Holger Andrae » Donnerstag 30. Mai 2024, 21:08
Gruppe 2
Änglagard:Noch verträumter als die Nummer in der ersten Gruppe. Das klingt wunderbar leichtfüßig und entpuppt sich bei intensiverem Lausch dann doch zum seht verspielten Proggel. Sehr fein!
Biohazard:Biohasi, wie wir die Band damals alle nannten, waren mir von Beginn an unsympathisch. Stahlnacken-Hardcore-Prolls. Eine exklusive Meinung, schon damals, denn die meisten Kumpels mochten das. Ich bin auch heute wieder latent genervt vom Gesamtsound und der Mittelpart mit Latzhosen-Ghetto-Beat lässt mich kurz über die Skip-Taste huschen. Aber ich bin tapfer und höre das tatsächlich nochmal komplett.
Deftones:In manchen Kreisen eine beinahe heilige Band. Ich stoße mich schon am furztrockenen Sound. Da husten die Ohren. Wenn dann ab und an auch noch ins Mikro gebrüllt wird, bin ich komplett raus. Dann sogar lieber den Bio-Hasen.
Destiny's End:Okay, hier spielen die rosaroten Kopfhörer mir wieder einen Streich. Musik mit Dan DeLucie und Perry Grayson ist per Definition super. Ich empfehle jedem hier tatschlich die Neuauflagen auf Jolly Roger Records zu erwerben, weil diese den deutlich (!) besseren Mix von Joy Floyd beinhalten. Ändert alles nichts an der unfassbaren Klasse dieser Band!
Fear Factory:Ich glaube außer 'Resurrection' (heißt das so?) mag ich keinen Song der Band. Immer wieder versucht, dann live ganz schlimm gefunden und danach abgehakt. Diese Ultra-Bass ist schon schlimm in meinen zarten Ohren, aber die Quietsch-Laute definieren alles, was ich an dieser Musik furchtbar finde.
Muse:Oha! Diese Gruppe fordert mir etwas Durchhaltevermögen ab. Muse finde ich musikalisch zumeist ganz spannend, aber die Stimme ist schon ein bisschen Kreide auf einer Schultafel. Bei der lässigen Nummer geht es aber und der fluffige Bass lindert den Schmerz.
Nevermore:Das düsterste Nevermore-Album. Vielleicht mein liebstes. Anyway, das ist brillant!
Overkill:DAS Highlight dieser etwas durchwachsenen Scheibe.
Paradise Lost:Metallica goes Depeche Mode. Das ist natürlich ein Ohrwurm erster Kajüte, dem auch ich mich nicht gänzlich entziehen kann.
Wizo:Hach! Da freut sich das Punker-Herz! Ratata und ab dafür!
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von Rüdiger Stehle » Donnerstag 30. Mai 2024, 21:35
Holger Andrae hat geschrieben: Biohazard:Biohasi, wie wir die Band damals alle nannten, waren mir von Beginn an unsympathisch. Stahlnacken-Hardcore-Prolls. Eine exklusive Meinung, schon damals, denn die meisten Kumpels mochten das. Ich bin auch heute wieder latent genervt vom Gesamtsound und der Mittelpart mit Latzhosen-Ghetto-Beat lässt mich kurz über die Skip-Taste huschen. Aber ich bin tapfer und höre das tatsächlich nochmal komplett.
Bei uns hießen die BIOHAARZART... Finde ich heute besser als damals. Natürlich.
alias Hugin der Rabe. Ravnen fra steinfjellet. Háv. 38
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von Metalomaniac » Freitag 31. Mai 2024, 10:21
Änglagard - Mein Zweitkontakt mit dieser Band (nach Runde 1  ). Wieder sehr schön! Neben den genannten Einflüssen höre ich da viel der Anfangstage des Purpurroten Königs raus. Die 13min rasen nur so an mir vorbei. Biohazard - Hat mir damals gar nicht gefallen, hab ich mich nie mit beschäftigt. Jetzt ists ein bisschen besser, die Drums sind ziemlich cool. Ist und bleibt aber außerhalb meines Geschmacks. Deftones - Noch so 'ne Band, mit der ich mich nie beschäftigt habe. Fängt interessant an. Das Geschrei beim "Shove it" Teil ist nicht meins, der melodische Teil danach umso mehr. Scheint mir ein riesen Einfluss auf die der "modernen" Metal-Bands gewesen zu sein. Gar nicht mal schlecht insgesamt! Destiny's End - Ahh, mal wieder was, dass ich kenne  Sehr klassisch amerikanisch. Tolle Gitarren und Herr Rivera kanns auch. Mir gefällt auch, dass er nur sehr wenig seinen Ohren-Spalter-Schrei einsetzt - so wirkt er viel mehr, als wenn er ständig vorkommt. Toll! Fear Factory - Kenn ich natürlich, aber wieder in den 90ern so weit außerhalb meiner Hörgewohnheit geween, dass ich mich nie damit auseinanadergesetzt hab. Hat FF-typisch sehr viel Wucht. Super gemacht, aber immer noch nicht meine Tasse Tee. Muse - Ich mag Muse, hab mich komischerweise trotzdem die tiefer mit ihnen beschäftigt. Man kann ohne sich zu weit aus dem Fenster zu lehnen argumentieren, dass Her Bellamy das Guitar-Hero-Sein in der populären Musik durch die 90er und 00er gerettet hat. Hammer wie gut die Band ist. Der Song ist auch gut! Ich sollte mal anfangen mich mit Muse zu beschäftigen! Nevermore - Man kann sagen, was man will. Diese .... naja, nennens wir's mal traurige Power-Balladen ... kann Nevermore. Mein Problem: Mit Sanity Assassin haben sie ihre beste gleich auf dem Debut rausgehauen  Über die Gitarren und Warrels Vocals braucht man glaub nichts zu schreiben. Gutes melodisches Album, nicht mein Nevermore Lieblingssong, trotzdem schön. Ich schiebs entgegen meiner Hörgewohnheiten und weil ich shit up-stirren will trotzdem einfach mal unter Muse in die Liste  Overkill - Warum kenn ich von Overkill so wenig? Cooles Intro. Ich las: "Overkill's Manowar Song". Klar. Der Refrain ist aber auch Punk (soll ich's sagen? Könnte fast von den Hosen sein), und die Strophen könnten auch vom Metal Schorsch sein. Paradise Lost - Der Song scheint mir nicht von der Gothic zu sein  Schade eigentlich. Sehr eingängiger Song für die 90er-Gothic(nicht das Album)-Tanzfläche in der Rock-Disco. Viel Depeche Mode mit mehr Gitarren. Nimmt mich aber nicht mit. Wizo - Wieder eine Erstkontakt Band. Erster Eindruck: Tolles Intro, Gesang zu laut im Mix. Macht mir tatsächlich den Song kaputt, denn die Instrumente sind super! Oh, jetzt fängt er wieder zu singen. (Bernd-das-Brot-Bodus:) Mist. Nicht falsch verstehen: der Gesang ist nicht schlecht. Aber der Song könnte mehr.
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von Eike » Freitag 31. Mai 2024, 11:53
ÄNGLAGÅRD ist für mich bis jetzt DIE Überraschung des Spiels, vorher kannte ich nichtmal den Namen. Ich war mir zunächst einigermaßen sicher, dass das eine Nominierung von Susanne war, aber verwundert, wie viele hier die Band schon von früher kannten, bin ich mir da jetzt alles andere als sicher. Ich mag das mitunter jazziger Schlagzeug, und obwohl ich nicht so der Flötenschlumpf bin, passen die hier super rein und ich finde sie ganz prima. Progressiv und vor allem eigenständig, aber teils auch mit Einfluss aus Tradition (Renaissance?), da finde ich beide Songs sehr schön und über nahezu die komplette Länge sehr ansprechend und flüssig, nur manchmal hätte man den ein oder anderen "dudeligen" (Rock-) Part vielleicht um einen Takt oder zwei kürzen können. Allzu solozistisch wird es allerdings nie, insgesamt alles sehr songdienlich.
Unter NEVERMORE hätte ich mir erst etwas anderes vorgestellt, "Dreaming Neon Black" scheint als Album ja absoluter Kult zu sein; das war jedenfalls eine meiner ersten Rezensionen, die ich aus diesem Magazin hier überhaupt las und die mir bis heute als absolute Empfehlung noch mehr oder weniger in Erinnerung ist, und auch danach wurde der Bandname im Forum immer mal wieder meist lobend erwähnt. Die TYPE O NEGATIVE-Gedächtnis-Vocals haben mich erst etwas rausgebracht, auch hat mich der etwas seltsame "Fluss" des Songs zunächst nicht emotional packen können, aber nach erneutem Hören meine ich, das könnte ein "Grower" sein.
Der PARADISE LOST-Song ist beileibe nicht ihr bester in meinen Ohren, und soweit ich mich überhaupt noch erinnere, fand ich das zugehörige Album auch eher Mittelmaß innerhalb der Banddiskografie. Zu diesem Song in particular: Zum einen war der Gesang von Holmes schon deutlich leidenschaftlicher, vor allem aber finde ich den Übergang/Wechsel zwischen live eingespieltem Schlagzeug und Drumcomputer irgendwie verstörend. Nix gegen "flache" oder "technoide" Drumsounds per se, wo das passt, aber hätte man die stoisch "drumcomputerig" nachgespielt, wäre das dem Songfluss deutlich zugute gekommen. Aber sonst ein solider, eingängiger Song.
"W. F. O." fand ich insgesamt beim Erstkontakt unglaublich stark, was bestimmt auch (mit) am ganz anderen, für meine Ohren überraschenden und frischen Soundbild lag. Jetzt, vielleicht auch bloß in Tagesstimmung, hat mich dieser Song aber gar nicht mehr so sehr gecatcht. Ich weiß nicht, ob es an Youtube liegt, aber irgendwie klingt mir der Sound jetzt matschig und rostig zugleich, irgendwie verschwommen. Blitz live klang deutlich geiler, da war das eine punkige, moderat thrashige Mitgrölhymne, aus der seine schneidige Stimme noch mal deutlich hervorstach, und auch der Bass knallte mehr. Daher heute, trotz Nostalgie-Bonus, etwas abgeschlagen für einen OVERKILL-Singalong-Kracher. Im Vergleich würde ich 'Here' s to the Old School' (oder auch 'Bag of Bones', beispielsweise für andere Eingängigkeitsgranaten) vorziehen.
MUSE ist so eine Band, deren Songs mir oft produktionstechnisch (fast - es gibt diesbezüglich schlimmere Bands) schon "zu vollgestopft" klingen ==> Überforderung bei der Informationsaufnahme. Hier, durch das reduziertere Songwriting, ist es nicht ganz so arg. Andererseits setzt sich der Song auch nicht ganz so fest wie etwa durchaus ohrwurmigeres Material, bei dem die soundtechnische Opulenz zwar deutlich gesteigert aber noch nicht zu überkamdidelte für mein Gehör ist ('Plug-in Baby' zum Beispiel). Dennoch starkes Ding, das mich vor allem in und um die Tangopassagen herum (gekonnte Übergänge!) abholen kann. Ob das Grower sein könnte - weiß ich (noch?) nicht...
WIZO überraschend hart (für mich, der als gesamtes Album nur "Uuuaaarrrgh!" kennt), fast schon Hardcore. Der Text etwas plump, aber wer sich an den zeitgeschichtlichen Entstehungskontext erinnern kann, versteht/weiß auch warum. Irgendwas sperrt sich in mir auch musikalisch gegen den kompletten Kick, ich weiß selbst nicht genau was; eigentlich ist mir WIZO nämlich durchaus sympathischer als BIOHAZARD, deren Song hier ich auch nicht gerade für einen ihrer besseren halte (eh eine hit or - öfter: - miss Band für mich; aber 'Five Blocks To The Subway' fand ich in ähnlicher Attitüde deutlich besser). Dennoch "passiert" hier mehr als beim Wizo-Stück, vor allem das Schlagzeug hat einige hübsche Passagen.
Bei den DEFTONES klingt mir die Stimme zu dünn, und der poppunkbeeinflusste Part (per se gar nicht schlecht) fügt sich für mein Empfinden nicht so gut ein (von den Übergängen her, der Stilbruch an sich könnte bei anderer Einbindung sogar funktionieren), auch die Brüllpassage wirkt leicht drüber, wenn auch nicht wie ein kompletter Fremdkörper. Vielleicht ist das auch insgesamt nicht ganz meine Klangästhetik, wobei ich mir schon einbilde, zu verstehen, wo man hier atmosphärisch hin wollte, bloß für mich nicht so richtig (jedenfalls längst nicht durchgängig) ankommt. Bandfrühphase?
FEAR FACTORY klingt mir, mehr noch als MUSE, zu vollgepackt; auch die Gewichtung der einzelnen Elemente im Mix erscheint mir nicht immer passend; aber interessanter Ansatz.
Um DESTINY'S END tut es mir wirklich leid, denn eigentlich müsste der Song bei mir im oberen Mittelfeld bzw. oberen Drittel einschlagen. Er hat vieles, das mich anspricht. Dem Sänger kann ich von seiner Leistung her nur Respekt zollen, allerdings stört mich irgendwas an seiner Stimme - Ich bin da komisch. Dies ist einmal mehr so ein Fall, bei dem mich eine Instrumental-Version vermutlich eher überzeugt hätte, selbst wenn da dann mancher Melodiepart gefehlt hätte. Gekonnt umarrangiert mit zweiter Gitarre statt Gesang, hätte das im oberen Viertel landen können. Echt schade, dass ich stimmenbezogen übersensible Ohren habe und feinste Nuancen nicht einfach ausblenden kann, die mir nicht so sehr behagen. Steht mir allzu oft im Weg. (Das ist besonders oft im Hardrock der Fall, weswegen ich mit dem Genre selten warm werde; fast so oft auch im Thrash.)
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Eike
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von Eike » Freitag 31. Mai 2024, 21:19
Hier mein Senf zu Gruppe 1:
Red Hot Chilli Peppers - Californication ist ein Ohrwurm mit einem herrlichen Gitarren-Solo und auch sonst einigen schönen Läufen, zudem ist der spöttelnde Text über den Californian Way of Life auch nicht übel.
System of a down - Spiders finde ich gut, aber vieles auf dem zweiten Album noch deutlich besser.
Zu Änglagård schon ich ja weiter oben schon so einige Worte. Feiner Stoff!
The Presidents of the United States of America - Boll Weevil TPOTUSOA machen eingängigen Alternative-bis-Pop Rock; hier dann auch mal in der funky Variante: Nicht tiefsinnig, aber energetisch.
Ayreon - Cosmic Fusion gefällt mir überraschend gut; anscheinend ist was dran am anhaltenden "Hype".
Slipknot - Purity ist nicht so ganz mein Fall, besonders in der Gesangsführung hakt das etwas, aber der Schlagzeuger ist ein ziemliches Tier und knattert hübsche Muster rein, was das Stück deutlich aufwerten und über die recht kurz(weilig)e Spielzeit hinweg auch leidlich interessant hält.
In Slaughter Natives - Sacrosancts Bleed baut schon tüchtig Atmosphäre auf, etwas gruselig, etwas abenteuerlich, wie ein Trip durch die Unterwelt oder eine tiefe Tropfsteinhöhle voller lauernder Gefahren. Soundtrackartig! Für meinen Geschmack hätte das Zombie-Baby ein, zwei Male seltener plärren können, manche der kleinen Variationen vielleicht gleichzeitig oder dichter hintereinander stattfinden können, um das Stück zu straffen, und das in sich selbst verworrene Sprachsample brachte mich regelmäßig raus, weil mein controlfreakiges Hirn es ständig erfolglos zu decodieren versuchte. Am ehesten klang es noch nach "Geh aus dem Weg!", was mich immer noch etwas ratlos und verstört zurücklässt.
Shadow Gallery - Crystalline Dream finde ich gar nicht verkehrt, aber die Stimme ist nicht wirklich mein Fall, und auch das Keyboard lässt mich kalt. Da mag kein Funke überspringen, es läuft halt so mit und durch. Das Genre-Prog-"Gedudel" in der Bridge erinnert mich kurz an die FLOWER KINGS, aber reißt mich auch nicht mehr mit. Die Melodieführung und Produktion klingt irgendwie noch nach den Achtzigern, was gar nichts Schlechtes ist. Frühe Neunziger?
Diamanda Galas - This Is The Law Of The Plague hat einige coole Elemente/Momente, manchmal fühlte ich mich an die VIRGIN PRUNES erinnert. Insgesamt ist mir das ohne multimedialen Kontext (Licht, Kostüme, Bühnenperformance) allerdings zu anstrengend und eindimensional im Klang. Der theatralische Ansatz hat was, und sie macht teils echt beeindruckende Dinge mit ihrer dann wie besessen klingenden Stimme, aber es ist für mein Empfinden einfach viel zu lang, dafür, dass letztlich so wenig passiert, mitunter auch leicht dröge durch die repetitiven Elemente. Als live performtes, intensives Rezitativ möglicherweise spannend, als Musik für daheim eher entnervend/ermüdend.
Primus - DMV PRIMUS ist bei mir hit or miss, öfters letzteres, auch wenn ich die Bassarbeit meist ziemlich cool finde. Hier klingt mir indes das Stück insgesamt zu monoton und wenig zielgerichtet, irgendwie rigoros und chaotisch zugleich, sehr paradox. Zudem gibt es einige Frequenzen, die für mich ähnlich enervierend sind wie quietschende Kreide auf einer Tafel. Das verstellt den Zugang zusätzlich. Hibbelige Musik, die mich nervös bis aggressiv macht. Schade. Am liebsten ist mir Les Claypool eh als Studiomusiker bei TOM WAITS.
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von mike » Freitag 31. Mai 2024, 22:30
Eike hat geschrieben: Ayreon - Cosmic Fusion gefällt mir überraschend gut; anscheinend ist was dran am anhaltenden "Hype".
Vielleicht bist Du ja insgeheim einfach ein Fan von Arjen Lucassen, nachdem Dir ja der Vengeance Song im anderen Spiel auch so gut gefallen hat. 
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von Eike » Freitag 31. Mai 2024, 23:09
Aha, gleicher Kerl dahinter. Das wusste ich gar nicht.
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