WW 2015: Devotion Underground

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Re: WW 2015: Devotion Underground

Beitragvon frankjaeger » Sonntag 29. November 2015, 17:14

Okay, dann kommt hier mal der Rest:

10. Klassischer Midtempo-Hard Rock zu Beginn, geht angenehm weiter mit einer schönen Melodie auf der Sechssaitigen. Der Sänger setzt ein, er singt rau, aber dennoch melodisch. Im Refrain kommen die Sterne runter und dann gibt es noch geshoutete „hey-hey-heys“. Ein nettes, kleines Liedchen, nicht gerade spektakulär, aber gut. Mehr gibt es wirklich nicht zu sagen, zwei gute Soli, vielleicht insgesamt ein bisschen zu lang. Aber gut.

11. Sehr basslastiger Sound, wieder Midtempo, geflüsterte Lyrics über Basspumpen, die Gitarre klimpert immer mal wieder im Hintergrund, darf dann im Refrain mal ein paar Akkorde braten und dann auch mal solieren. Aber hauptsächlich Akkorde mit wenig Virtuosität beisteuern. Das muss nicht immer schlecht sein, SAXON macht das auch kaum anders, hier ist es aber eher wenig spannend. Der Gesang ist episch. Es fliegen die Adler, man berührt den Himmel. Der Sänger ist ganz gut, wenn auch ein bisschen aufdringlich episch, vor allem im Chorgesang mit „ah-ah-aaaaah“ im Hintergrund über Schlagzeug. Das ist ordentlich, aber vor allem kurz. Das gibt einen Pluspunkt, denn nach drei Minuten ist die wenige Luft, die mal drin war, vollständig raus und wir reiten nochmal den Refrain zu Tode. Mit einer ein bisschen besseren Produktion und vielleicht ein, zwei helfenden Händen beim Songwriting könnte das aber etwas werden. Es fehlt einfach ein bisschen Spannung, aber kann man im Auge behalten, das ist nicht schlechter, als was so einige etablierte Kapellen so fabrizieren. Ich muss zugeben, nach dem zweiten Durchlauf nimmt mein Wohlwollen zu, auch wenn das lyrisch echt aus der Mottenkiste stammt.

12. Jetzt scheint es kraftvoller zu werden. Akkorde, Drumgekloppe, dann aber wieder nur gehobenes Midtempo, und gleich mal ein Solo zum Anfang. Ja, kann man machen. Ah, Riffwechsel. Und wieder ein Epik-Barde. Man wartet auf den Sturm. Oh je, und dann geht uns der Text aus. Immerhin waren noch einige „Ah-Aaaaaahs“ zur Verfügung. Das Gitarrenspiel ist gut, es ist auch durchaus spannend aufgebaut, vielleicht ein bisschen lang. Er steht im tödlichen Kampf und der Schnitter dreht wohl Spiralen. Ah ja. Auf jeden Fall interessant. Würde ich gerne mal mehr von hören.

13. Happy Banjo! Rock me, Cornchuck! Doch dann wechselt es drastisch auf Gitarre und Gesang, nimmt fast jeden Drive raus und geht in Richtung Country mit ADHS, bevor es ganz ruhig wird. I will wait, I will wait for you. Und dann läuft der Banjomann wieder Amok, wird aber wieder umgehend zurückgepfiffen. Das ist stop-and-go-Folk. Gefällt mir nicht ganz so, ich mag Folk vor allem, wenn er kraftvoll nach vorne geht, dieses ganze Verzögern finde ich eher unbefriedigend. Ist aber auch nicht schlecht, nur vielleicht nicht gerade etwas, das dringend auf meine Einkaufsliste muss. Oh, und mit vier einhalb Minuten lang.

14. So, jetzt nochmal Metal. Röööööhr. Die Spannung steigt, dann drischt das Schlagzeug los, die Gitarre flirrt, der Sänger holt es tief aus der Kehle. Mit Black habe ich so meine Probleme, das ist hier nicht anders. Wobei der Sänger kann gut ist, die Gitarre ist mal wieder so eine Art Rasierapparat mit eingesprungenen Kurzmelodien. Im Midtempo-Teil wird es zwar besser, aber spätestens mit den Hoppel-Hoppel-wer reitet mit mir nach Laramie-Drums hält sich meine Begeisterung in Grenzen. Obwohl, für BM ist es nicht so schlecht. Sehr abwechslungsreich, mit starken Ansätzen. Da hat jemand eine Menge zu erzählen, und entsprechend werden verschiedene Teile mit gut sitzenden Breaks aneinandergereiht. Kann ich gut aushalten und anhören, würde ich mir aber nicht kaufen. Und Punktabzug gibt es für das unmotivierte Ausblenden. Tse.
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Re: WW 2015: Devotion Underground

Beitragvon Raphael Paebst » Sonntag 29. November 2015, 21:23

12 ist TERMINUS mit 'The Reaper's Spiral' vom gleichnamigen Album. Frank, das solltest du dir mal auf Albumlänge anhören, ist echt gut. Als Bonus gibt's größtenteils Texte über Asimovs "Foundation"-Zyklus, was mir als Nerd direkt noch besser gefällt. Außerdem ist die Band beim nächsten KIT als Opener gesetzt.
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Re: WW 2015: Devotion Underground

Beitragvon Jhonny » Sonntag 29. November 2015, 21:53

Raphael Paebst hat geschrieben:12 ist TERMINUS mit 'The Reaper's Spiral' vom gleichnamigen Album. Frank, das solltest du dir mal auf Albumlänge anhören, ist echt gut. Als Bonus gibt's größtenteils Texte über Asimovs "Foundation"-Zyklus, was mir als Nerd direkt noch besser gefällt. Außerdem ist die Band beim nächsten KIT als Opener gesetzt.


:dafuer:

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Re: WW 2015: Devotion Underground

Beitragvon Schaf » Sonntag 29. November 2015, 21:53

Oha, hier mag jemand also Asimov :dafuer:
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Re: WW 2015: Devotion Underground

Beitragvon Jhonny » Sonntag 29. November 2015, 21:56

frankjaeger hat geschrieben:10. Klassischer Midtempo-Hard Rock zu Beginn, geht angenehm weiter mit einer schönen Melodie auf der Sechssaitigen. Der Sänger setzt ein, er singt rau, aber dennoch melodisch. Im Refrain kommen die Sterne runter und dann gibt es noch geshoutete „hey-hey-heys“. Ein nettes, kleines Liedchen, nicht gerade spektakulär, aber gut. Mehr gibt es wirklich nicht zu sagen, zwei gute Soli, vielleicht insgesamt ein bisschen zu lang. Aber gut.


Ein Stormspell-Release, den Raphael sicher auch kennt. Debüt 2015 :)


frankjaeger hat geschrieben:11. Sehr basslastiger Sound, wieder Midtempo, geflüsterte Lyrics über Basspumpen, die Gitarre klimpert immer mal wieder im Hintergrund, darf dann im Refrain mal ein paar Akkorde braten und dann auch mal solieren. Aber hauptsächlich Akkorde mit wenig Virtuosität beisteuern. Das muss nicht immer schlecht sein, SAXON macht das auch kaum anders, hier ist es aber eher wenig spannend. Der Gesang ist episch. Es fliegen die Adler, man berührt den Himmel. Der Sänger ist ganz gut, wenn auch ein bisschen aufdringlich episch, vor allem im Chorgesang mit „ah-ah-aaaaah“ im Hintergrund über Schlagzeug. Das ist ordentlich, aber vor allem kurz. Das gibt einen Pluspunkt, denn nach drei Minuten ist die wenige Luft, die mal drin war, vollständig raus und wir reiten nochmal den Refrain zu Tode. Mit einer ein bisschen besseren Produktion und vielleicht ein, zwei helfenden Händen beim Songwriting könnte das aber etwas werden. Es fehlt einfach ein bisschen Spannung, aber kann man im Auge behalten, das ist nicht schlechter, als was so einige etablierte Kapellen so fabrizieren. Ich muss zugeben, nach dem zweiten Durchlauf nimmt mein Wohlwollen zu, auch wenn das lyrisch echt aus der Mottenkiste stammt.


Du erkennst den Sänger aber schon, oder?!?!?!?
Dann ist dir nämlich sofort klar, welche Band das ist.


frankjaeger hat geschrieben:13. Happy Banjo! Rock me, Cornchuck! Doch dann wechselt es drastisch auf Gitarre und Gesang, nimmt fast jeden Drive raus und geht in Richtung Country mit ADHS, bevor es ganz ruhig wird. I will wait, I will wait for you. Und dann läuft der Banjomann wieder Amok, wird aber wieder umgehend zurückgepfiffen. Das ist stop-and-go-Folk. Gefällt mir nicht ganz so, ich mag Folk vor allem, wenn er kraftvoll nach vorne geht, dieses ganze Verzögern finde ich eher unbefriedigend. Ist aber auch nicht schlecht, nur vielleicht nicht gerade etwas, das dringend auf meine Einkaufsliste muss. Oh, und mit vier einhalb Minuten lang.


Das ist Anti-Underground, eine britische Folk-Rock-Band, die mit ihren bisherigen drei Alben in den Charts ziemlich abgeräumt hat (auf der neuen Scheibe aber leider den Folk über Board geworfen hat). Die ersten beiden Alben haben mit Metal nichts zu tun, sind aber großes Kino.


frankjaeger hat geschrieben:14. So, jetzt nochmal Metal. Röööööhr. Die Spannung steigt, dann drischt das Schlagzeug los, die Gitarre flirrt, der Sänger holt es tief aus der Kehle. Mit Black habe ich so meine Probleme, das ist hier nicht anders. Wobei der Sänger kann gut ist, die Gitarre ist mal wieder so eine Art Rasierapparat mit eingesprungenen Kurzmelodien. Im Midtempo-Teil wird es zwar besser, aber spätestens mit den Hoppel-Hoppel-wer reitet mit mir nach Laramie-Drums hält sich meine Begeisterung in Grenzen. Obwohl, für BM ist es nicht so schlecht. Sehr abwechslungsreich, mit starken Ansätzen. Da hat jemand eine Menge zu erzählen, und entsprechend werden verschiedene Teile mit gut sitzenden Breaks aneinandergereiht. Kann ich gut aushalten und anhören, würde ich mir aber nicht kaufen. Und Punktabzug gibt es für das unmotivierte Ausblenden. Tse.


So, das ist Death Metal - und kommt aus Deutschland. Neben CHAPEL OF DISEASE das große Thema im Jahr 2015. Darf man kennen ;-)
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Re: WW 2015: Devotion Underground

Beitragvon Schaf » Sonntag 29. November 2015, 22:07

Die 14 wird dann vermutlich SULPHUR AEON sein. Und das Redaktionsmädchen Frank sollte vielleicht noch mal den Unterschied zwischen Black und Death Metal lernen.
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Re: WW 2015: Devotion Underground

Beitragvon Jhonny » Sonntag 29. November 2015, 23:09

Schaf hat geschrieben:Die 14 wird dann vermutlich SULPHUR AEON sein.


Das stimmt natürlich.
Auf den Songtitel kommt man dann vielleicht über den Sampler-Titel...
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Re: WW 2015: Devotion Underground

Beitragvon Schaf » Sonntag 29. November 2015, 23:15

'Devotion to the Cosmic Chaos' beginnt mit "Rrröööööhrrr" und endet mit unmotiviertem Ausblenden.
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Re: WW 2015: Devotion Underground

Beitragvon salisbury » Montag 30. November 2015, 02:22

Schaf hat geschrieben:'Devotion to the Cosmic Chaos' beginnt mit "Rrröööööhrrr" und endet mit unmotiviertem Ausblenden.


Haha, so wie ich diese SULPUR AEON in Erinnerung habe, ist das eine sehr gelungene Beschreibung.
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Re: WW 2015: Devotion Underground

Beitragvon Schaf » Montag 30. November 2015, 09:00

Aber selbst du würdest die Platte wenigstens als Death Metal erkennen und nicht als typischen Black Metal bezeichnen, oder? ;)
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