Retrograde&Anterograde

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Re: Retrograde&Anterograde

Beitragvon Regina Löwenstein » Donnerstag 23. Dezember 2010, 16:29

Gut gebrüllt, Salisbury. Danke. Am Ende muss noch ich *dich* einladen. :D
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Re: Retrograde&Anterograde

Beitragvon salisbury » Donnerstag 23. Dezember 2010, 16:49

Ich glaub, ich bin Dir noch schuldig, warum ich Peter direkt auf "The kill" angesprochen habe. Es ist einfach so, daß dieser Song uns beiden viel bedeutet. Er ist ein guter Freund von mir und im echten Leben auch nur halb so kauzig :motz: wie er hier rüberkommt. Er hat mir einen "Hochzeitssampler" gebrannt. Da war "The kill" drauf. Deswegen finde ich den Song nicht nur per se gut, sondern habe auch noch die emotionale Verbindung ins "echte" Leben... :P .

Okay, genug sentimantaler Quatsch! Auf in den Weihnachtsverkehr!
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Re: Retrograde&Anterograde

Beitragvon Regina Löwenstein » Donnerstag 23. Dezember 2010, 19:30

Kubi ist ein menschliches Wesen? O_o
:subber:
Was fehlt denn jetzt alles noch? A Dog Called Ego sind übrigens wirklich klasse, genau mein Geschmack!
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Re: Retrograde&Anterograde

Beitragvon salisbury » Freitag 24. Dezember 2010, 00:40

Regina hat geschrieben:Was fehlt denn jetzt alles noch?


Retrograde ;-)

Anterograde hast Du bravourös gemeistert ;-) .

Das sind übrigens Begriffe aus der Zellbiologie. Aber sicher tauchen die auch woanders auf. Auch Deine Cover entstammen wissenschaftlicher Arbeit. In richtigem 3D aud dem Stereobildschirm sind die noch viel geiler. Und ein schönes Backcover gibt's auch noch, wenn Du mit Retrograde durch bist :P
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Re: Retrograde&Anterograde

Beitragvon Feamorn » Freitag 24. Dezember 2010, 01:58

Ich musste bei dem Titel, durch meine Nebenfachprüfung diesen Sommer, immer an Amnesie denken.
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Re: Retrograde&Anterograde

Beitragvon Regina Löwenstein » Freitag 24. Dezember 2010, 10:15

salisbury hat geschrieben:
Regina hat geschrieben:Was fehlt denn jetzt alles noch?


Retrograde ;-)

Anterograde hast Du bravourös gemeistert ;-)

Dann mach doch bitte zu Anterograde eine schöne Auflösungsliste hier, ist übersichtlicher.
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Re: Retrograde&Anterograde

Beitragvon salisbury » Freitag 24. Dezember 2010, 14:29

Zu Befehl, die Dame. Aber nicht heute, okay?
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Re: Retrograde&Anterograde

Beitragvon salisbury » Samstag 1. Januar 2011, 20:32

Okay, hier die Auflistung für den Anterograde-Sampler. Wo möglich mit You Tube links. Manches sind halt Liveversionen und für manche Sachen find ich überhaupt nix. Kennen wir ja, das Spiel :)

1.) Grip Inc. - Rusty Nail Grip Inc. - Rusty Nail
2.) Raunchy - Get what I see Raunchy - Get what I see
3.) Psychotic Waltz - Morbid Psychotic Waltz - Morbid
4.) Secrecy - All Effort's Aim Secrecy - All Effort's Aim
5.) Forte - Stranger than fiction Forte - Stranger than fiction
6.) Fission - Crater
7.) Voivid - Freedom Voivod - Freedom
8.) Depressive Age - Garbage Canyons
9.) Trouble - Memory's garden Trouble - Memory's Garden
10.) Abstrakt Algebra - Stigmata Abstrakt Algebra - Stigmata
11.) A dog called ego - First class meals taste better
12.) Madder Mortem - Rust Cleansing Madder Mortem - Rust Cleansing
13.) Thrice - For Miles Thrice - For Miles
14.) Hevein - Worth Fighting For Hevein - Worth Fighting For
15.) 30 Seconds to Mars - The Kill 30 seconds to mars - The kill
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Re: Retrograde&Anterograde

Beitragvon firestarter » Samstag 1. Januar 2011, 20:43

Sehr hübscher Sampler.
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Re: Retrograde&Anterograde

Beitragvon salisbury » Samstag 1. Januar 2011, 21:40

Nach der Liste hier noch mal die Comments von Regina an einem Stück mit kleinen Statements des Wichtels dazu :)

Regina hat geschrieben:1. Ganz gemütlich brettert „Anterograde“ los mit einem groovigen Heavy-Metal-Song. Dieses einprägsame Gitarrenpattern kommt mir bekannt vor – vielleicht liegt es daran, dass der Song generell sehr „genretypisch“ anmutet, aber nichtsdestotrotz ansprechend und originell. Relativ moderner Sound, da die Produktion aber nicht aufdringlich auf Hochglanz poliert wirkt, ordne ich diese Nummer irgendwo in die Neunziger ein. Obwohl dieser Song recht gemessen und zivilisiert ins Ohr geht, weckt er in mir Slayer-Assoziationen – gar nicht so verkehrt, denn hier zockt die Band des ehemaligen Slayer-Drummers Dave Lombardo, Grip Inc. Aus den gesellschaftlichskritischen Lyrics höre ich etwas von „rusty nails“ heraus, dies dürfte auch der Songtitel sein.


Perfekt beschrieben, gibts nix hinzuzufügen



Regina hat geschrieben:2: Another time, another place. (Mist, jetzt habe ich, ganz unabhängig vom Gehörten, einen penetranten Yngwie-Malmsteen-Ohrwurm) Flotter Double-Bass jagt uns ins zweite Millennium nach Skandinavien. Der Sound mutet nach modernem Melodic Death an, ganz nach Göteborg schaffen wir’s jedoch nicht – irgendwo in Dänemark fängt uns an der Theke einer Disco-Bar ein verruchter Sänger ab. Rau flüstert er, ein „bad bad boy“ zu sein, und klingt auch wie einer. „You might say that I’m evil, I don’t care about ugly people.“ Och nööö, der genretypische poppige Refrain zerstört die ganze Coolness, unser sexy Gastgeber entpuppt sich als Modern-Metal-Milchbubi. Der muss sich mit dem zufrieden geben, was er kriegen kann – nix mit „I Get What I See“, Raunchy.


Geschmackssache. Ich mag gerade die cheesy Refrains. Die Raunchy von heute munden mir aber auch nicht mehr. Die sind sehr stereotyp geworden :(. Das mit dem Milchbubi nehm ich jetzt mal als Kompliment. Zum Holg wird das garantiert kein Mädel mehr sagen :grins: .

Regina hat geschrieben:3:Die Synthies und das Geklimper am Anfang haben mich abgeschreckt, doch keine Gothic-Schnulze bahnt sich hier an, sondern guter alter Prog. Relativ simpel und eingängig in seiner melodischen Heavyness; kaum zu glauben, dass es sich hier um niemand Geringeres als Psychotic Waltz handelt – aber den emotionalen Gesang von Buddy Lackey erkennt man sofort, selbst wenn er recht einfallslose Liebes-Lyrics zum Besten gibt. Für Liebe sterben? How morbid.


Hätt ich Dich damals n bissl besser gekannt, hätt ich was von der ersten drauf. Wird Dir eher munden, oder? Auf der Bleeding haben die Texte übrigens selten tiefere Bedeutung. In einem Interview hab ich mal gelesen, daß Lackey hier nur Worte, die gut aufeinander klingen, aneinander gereiht hat. Dahingehend hast Du schon recht.


Regina hat geschrieben:4:
Auch der folgende Song ist ganz solide, aber nichts, was mich zu Begeisterungsstürmen verleihen würde, dazu ist es viel zu traditionell 80er-lastig. Ein etwas nöliger Sänger fängt, zunächst so gut wie ohne Begleitung, etwas von „I can’t believe what I see…“ an. Bald dreht der Songs allerdings zu etwas rockigeren Ausmaßen auf, mit typisch hallenden Drums, während der Sänger im Refrain etwas von „far too long“ klagt. Generisch statt energisch. Ui, der kommt ins Falsett hoch. Wie süüüüth. Ganz gutes Gitarrensolo, weil verspielt und nicht zu straightforward. Auch das zweite melodische Zwischenspiel weiß zu gefallen. Wenn da bloß nicht der langweilige Refrain wäre …



Ich find der Song hat eine ganz eigenartige Atmosphäre. Sehr wehmütig irgendwie. Der langweilige Refrain quält mich manchmal tagelang...



Regina hat geschrieben:5:
Zu einem treibenden Intro schwingt sich unser langhaarige Recke auf seinen Drachen für das aktuelle Speed-Metal-Abenteuer, um seiner Holden ein Ständchen zu bringen oder eine gemütliche Runde Drachenpolo zu spielen. Hm, blonde Helden, die auf Drachen Polo spielen. Wär doch mal eine schicke Idee für ein Albumcover. Nein, mir ist nicht direkt langweilig, aber das Versprechen meines Wichtels von einem völlig gegensätzlichen zweiten Sampler wird immer verlockender mit jedem epischen „ooooh“ des Polo-Spielers. Der Gerechtigkeit halber muss ich sagen, dass mir eigentlich nur der klischeehafte Gesang sauer aufstößt; die Instrumentalarbeit an sich ist ziemlich geil! Saucoole Solos mit Luftgitarrenpotenzial, abwechslungsreiches Drumming – flott und mitreißend, das Ganze. Da ist das Selbstbewusstsein, mit dem sich die Band selbst Forte nennt, durchaus gerechtfertigt, denn Power hat „Stranger Than Fiction“ bis zum Abwinken.


Wirklich cool, wie unterschiedlich wir Musik manchmal wahrnehmen. Ich mach mich auch gern lustig über diesen Drachentöter-Metal. Auch wenn ich Rhapsody gern höre. Bei Forte hatte ich diese Assoziation aber nie. Gut, der Gesang ist hoch und klassisch, ansonsten empfinde ich die Band sehr technisch/futuristisch.

Regina hat geschrieben:6:
Über Göteborg wirft uns der Drache endlich von seinem Rücken ab, mitten in ein eigenartiges Melodic-Death/Thrash-Gemetzel, angeheizt von dreckigen, fast schon schwarzmetallisch anmutenden Shouts. Musikalisch ist das auf jeden Fall näher an Oldschool-Thrash, auch wenn das Ablösen der Growls durch klare Vocals mich in dieser Form fast schon an Into Eternity erinnert – doch die klingen weitaus feinsinniger. Das hier hingegen ausgesprochen rau, außerdem auf älter getrimmt als es eigentlich ist. So alt sind Fission nämlich gar nicht, die hier in bemühter, pseudo-kosmischer Wortwahl einen „Crater“ besingen.


Beschreibung: Perfekt! Schade, daß ich den Song net find. Der Herr Vintersorg, der hier singt, ist bei mir immer sehr hoch im Kurs. Was ein gigantischer Refrain!

Regina hat geschrieben:7: Nach den spacigen Eskapaden des vorherigen Songs eine verdiente Ruhepause. Mit Voivod chillen im kniehohen roten Gras, das in den verträumt-proggigen Klängen sanft schaukelt, mal unter einer etwas steiferen Rock-Brise erzittert; bizarren Wolkenstrukturen beim Formen und Auflösen zusehen. Freedom eben.


Kniehohes rotes Gras. Bist Du auch so jemand, für den Songs Farben haben? Hmm. Rottöne find ich selten in Voivod Musik. Ich empfinde sie eher als dunkel - blaugrüngrau. "Freedom" ist übrigens ein "kurzer Longtrack". Oder?


Regina hat geschrieben:8:
Ruhig geht es anfangs auch in diesem Track zu, der sich allerdings bald als eine rock’n’rollige Oldschool-Nummer entpuppt. Ich bin mir unschlüssig, ob ich den Sänger unterhaltsam oder nervig finden sollte, eigenwillig ist er auf jeden Fall. Nee, dieser getragene Refrain ist nicht so meins. Der muntere Unterton des Songs steht total im Kontrast zu den pessimistischen Lyrics und auch zu dem Bandnamen Depressive Age. Sie verkraften es anscheinend ganz gut, in einem „Garbage Canion“ zu leben. Ganz nett.


Dir gehts wie vielen. Sie kommen mit der "Symbols for the blue times" nicht zurecht. Es ist aber meine Lieblings-Depressive Age. Munter? Ich glaub, ich weiß was Du meinst mit "munter" im Gegensatz zu der düsteren Atmosphäre. Dieser Gegensatz macht die Musik auf "Symbols" einzigartig und verstörend. Hm, für Dich wäre auch hier das Debut interssanter, glaub ich...

Regina hat geschrieben:9:
Nennt mich paranoid, aber ich schwör’s, dieses leise Lachen ganz am Anfang des Tracks war für mich bestimmt. Pure Schadenfreude darüber, dass jetzt auf mich gleich noch etwas Oldschooliges kommt. Womit habe ich bloß den Metalgott erzürnt? Moment mal, das ist gar nicht mal so langweilig wie befürchtet… Jap, diese überdrehte Heavy-Metal-Nummer weiß sogar mir zu gefallen, schön überdreht, hier passt auch das das hohe Kreischen im Refrain. „She’s gone to living! Memories gather!“ oder so. Jau, das reißt mit und hat Feuer. Ich habe das Gefühl, gerade das müsste ich unbedingt kennen, aber ich komme ums Verrecken nicht darauf. Dann halt nochmal aufdrehen und mitrocken, dieser Song ist nämlich saucool!


Da ich nix vor den 90er durfte, hab ich was drauf, das wie 70er klingt :). Saucool isses. Ganz genau! Musst Du ganzes Album haben :P

Regina hat geschrieben:10:
Mit Einbruch der Dunkelheit werden die Straßen unsicher. Die letzten Haarspray-Divas, die jetzt von ihren Karaoke-Abenden gen Heia aufbrechen, drängen sich ängstlich aneinander. Der regennasse Asphalt bebt unter der wuchtigen Maschine, die hier als doomige Walze angerollt kommt – die dünne Polizeisirene im Hintergrund kommt gegen dieses Ungetüm einfach nicht an. Tonnenschwere, Unheil verkündende Riffs, stampfende Rhythmen, herrlich dreckige und dennoch epische Vocals, die ihre Coolness gerade in den Sprechparts offenbaren … holy shit, that’s heavy! Seltsamer Songtext, der aber gut zu der Vortragsweise passt; im theatralischen Refrain kommt etwas von „Stigmata“. Die doomige Schlagseite, die dem Song seinen unglaublichen Groove verleiht, ist nicht unbegründet, hat doch bei Abstrakt Algebra der Candlemass-Bassist seine Finger im Spiel.


Spätestens hier war ich komplett baff, daß Du diesen Song kennst. Abstrakt Algebra ist ein hidden tresure, den nicht jeder kennt und schwer zu finden ist. Ganz ehrlich, auch wenn das jetzt Hasswolke von den Alten gibt: ich fand Candlemass zu keinem Zeitpunkt so toll wie das, was Doom-Dr Edling hier abbrennt. So wie Du's schreibst, so isses. Holy Shit!


Regina hat geschrieben:11:
Gib’s zu, Wicht, all die mehr oder weniger harmlosen Hardrock-Nummern bisher dienten nur dazu, meine Wachsamkeit einzulullen, damit ich völlig unbedacht in das folgende Extremprog-Inferno hineintapse. Tja, Intention erfüllt – dieses Feuerwerk von einem Track lässt mich in einem Zustand ähnlich dem der Überlebenden eines Lovecraft-Schockers zurück, nur fähig zu stammeln und zu faseln: „Dieses… dieses Ding… es kam nicht von hier…“
Der Song scheint wirklich nicht von hier zu sein, mit all den exotischen Elementen. Nach einem Percussion-Gewitter im Intro lockert sich das straffe Drumming; das markante Motiv, welches sich durch den gesamten Song zieht, tänzelt nun zu treibenden Rhythmen und Flamenco-Gitarren daher. Ay caramba! Nach einem kräftigen Schluck von der Caipirinha melden sich die Bassgitarren zurück, am Strand wird gerockt!
Die jazzigen Melodienfetzen, welche in hallenden Breaks die eingestreuten Sprachsamples begleiten, kenne ich eher als Kniff aus des Technical Death Metal. Hier wirbeln Einflüsse aber auch in Derwisch-Manier umher! Was hör ich da? Ist es der Schwips vom feinen Rum oder holen jetzt die Cabana-Boys tatsächlich auch noch ein Cello hervor? Streicher klagen der untergehenden Sonne nach, eher wieder rockig abgefeiert wird. Tempo auf Anschlag aufgedreht, jetzt melden sich raue Shouts, die im Gemetzel zu „stop thinking right now“ aufrufen, und mit einem letzen Streicherseufzer verklingt ein Song, der dem Wort „progressiv“ eine ganz neue Bedeutung verleiht.
Ihr wollt gar nicht wissen, wie oft ich mir das angehört hab. Bitte verrät mir jemand, was das ist! Ich bin auch ganz lieb. Mit diesem heftigen, unvorhersehbaren Meisterstück hat der Wichtel aber die Messlatte für die restlichen Songs ganz schön in die Höhe geschraubt …


Hahaha, diese Band mit Sprache zu erfassen ist fast unmöglich. Glaubst Du man findet was im dem verf***ten Internet raus, wo man die CD bestellen kann? Da klafft eine Riesenlücke in meinem Regal. Eine schier genzenlos geile Band!

Regina hat geschrieben:12:
Und siehe da, auf hohem Niveau geht es auch weiter. Dieser elektronisch klirrende Einstiegsriff erinnert mich spontan an Voivods „Brain Scan“, doch der vorliegende Song schlägt eine ganz andere Richtung ein. Modern kristallklar produziert, sodass die kräftigen Bässe gut zum Ausdruck kommen. Wenn das noch als Gothic bezeichnet werden kann, dann ist es erstklassiger. Die Sängerin zwingt mich doch glatt, meinen Metal-Chauvinismus zumindest für die Dauer des Songs abzulegen, denn das Organ dieser Dame ist überwältigend: kraftvoll, emotional, erhaben, am Alt näher als am Sopran. Nichts von der hysterischen Quäkigkeit eines austauschbaren Gothic-Hühnchens: Persönlichkeit und Charisma strahlen aus jeder gesungenen Note. Gesungen wird übrigens von „rose cleansing“. Oh, pardon, „rust cleansing“. Der einzigartige Stil und diese überirdische Sängerin gehören zu keinen Geringeren als Madder Mortem.


Also ich weiß nicht, was Du an denen findest :narf: . Hier ein Review aus dem Rockhard zu "Desiderata":

RockHard hat geschrieben:Ich stelle hier öffentlich die Frage, ob die Welt eine Band wie MADDER MORTEM wirklich braucht. Das neue Album der Norweger hinterlässt hässliche Schmerzen und verursacht schon nach kurzem Hören diverse körperliche Schäden. Frontfrau Agnete lässt mit ihrem unharmonischen Geplärre Tote auferstehen, und die Gitarrenformation erinnert an Staind im Irrenhaus. Gleich der Opener ´My Name Is Silence´ ist eine unsagbare Qual für meine Ohren. Diese Dame klingt wie eine iranische Frauenrechtlerin auf schlechten Drogen. Muss es solche Bands wirklich geben? Sollte man eventuell über finanzielle Split-Hilfen nachdenken, um Musikliebhaber vor schädlichen Bands zu schützen? Wenn es ein solches Programm wirklich mal geben sollte, müssten MADER MORTEM als dringender Fall schnellstens abgewickelt werden.


:wand: :wand: :wand: :wand: :wand: :wand: :wand:


Regina hat geschrieben:13:
Wie verzückt von seinem kraftvollen Vorgänger, beginnt dieser Song mit bedächtigem Klavierklimper, bevor er sich schüchtern-poppig zu rocken anschickt. Das ist noch nicht mal Prog. Oh mein Wichtel, warum brichst du den Zauber der Vorgängertracks mit so etwas Profanem? Bitte nicht schon wieder so eine Schmalzlocke von Sänger, der sich seine Modedrogenexzesse per Radio-Jingles finanziert, in denen er allzu melodiös etwas über Narben und gebrochene Herzen jammert. Immerhin hat der Sänger davon genug Wut im Bauch, um sogar loszushouten, als der Song sich langsam steigert. Klingt gar nicht mal übel – natürlich im Rahmen eines recht rückgratlosen Hardcore/Pop-Rock-Geschwurbels. Nett, aber völlig uninteressant und so zuckersüß, dass mein Geschmack nach musikalischem Insulin lechzt.


Ohhhhhh, meine armen Thrice, das haben sie doch nicht verdient. "Taschentuch hol"


Regina hat geschrieben:14:
Forsch klopft ein Drum-Pattern an, begleitet von nervösen Streichern. Eine fast folkige Instrumentalmelodie; generell klingt die Aufmachung sehr nach finnischem Stil der Moderne. Der Wechsel von poppigen Vocals auf Shouts deutet darauf an, dass wir es mal wieder mit einer Modern Metal/Melodic Death/Neothrash-Nummer zu tun haben, allerdings durch den rasanten, abwechslungsreichen Songaufbau im instrumentalen Bereich nicht allzu fad, sondern im Gegenteil, ziemlich fesselnd. Diese orientalisch anmutenden Melodieneinflechtungen machen die Sache interessant. Vielleicht ist dieser Song von Hevein nicht unbedingt „worth fighting for“, aber hörenswert auf jeden Fall.


Wie kommt eigentlich DER Song auf den Sampler? "Kopfkratz". Irgendwie hat der sich eingemogelt. Aber why not? Der kann tatsächlich was :grins:

Regina hat geschrieben:15:
Ist ja lieb vom Wichtelmenschen, dass er mit als Null-Punkte-Bremse zum Schluss einen Song draufgepackt hat, den ich von den ersten Takten an auswendig mitsingen könnte, aber muss es wirklich die poppigste, nervigste Emo-Nummer von 30 Seconds To Mars sein? Tiefer hinab ginge es höchstens mit dem Material von „This Is War“. Ich liebe die Band trotz aller Klischees heiß und innig, und gerade auf dem Debüt sind einige großartige Songs zu verzeichnen – wäre also gar nicht nötig gewesen, mit dieser öde nölenden Radionummer vorlieb zu nehmen. „Come break me down, bury me, bury me, I am finished with you!“ Woher weiß mein Wichtel eigentlich, dass ich eine Trennung hinter mir habe, und warum vermutet er, dass ich mich mit so einer Schmonzette trösten lassen würde? Gut, abgesehen von dem schnuckeligen Anblick von Jared Leto in dem zugehörigen Videoclip, schmacht. You’re killing me, killing me.


Schuldijung. Soll nie wieder vorkommen....
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