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Hundert schwarze Federn im RabenkleidRe: Hundert schwarze Federn im RabenkleidNaja, ein Postulat ist das sicher nicht, sondern mein persönliches Metal-Empfinden. Heavy Metal, wie ich ihn in den frühen bis mittleren 80ern inhaliert, gespritzt, durch die Nase gezogen und gesoffen habe, hat wirklich kaum etwas mit dieser Depri-Musik zu tun (und ich hatte übrigens damals nicht einen einzigen Metal-Kumpel, ob in der Clique, als Brieffreund oder Konzert-Bekanntschaft, der auf Doom stand). Auch das, was ihr heute Epic Metal nennt, hat damals bei uns nicht stattgefunden und hätte niemanden aus meinem Umfeld hinterm Ofen vorgelockt. MANILLA ROAD z.B. wurden damals im besten Falle belächelt. Wir waren, wohl gemerkt, eine ganz normale und wohl recht repräsentative Metal-Bande.
Re: Hundert schwarze Federn im RabenkleidIch bin zwar ein paar Jährchen jünger, aber bei mir was das an sich nicht anders. Als ich Ende der Achtziger in den Metal eingesteigen bin, hörten die Metalcliquen - zu denen ich mich an sich nie gezählt habe, weil ich damals mehr der Einzelgänger war - als Haupthelden wahlweise Manowar oder Metallica. Daneben dann natürlich so Sachen wie AC/DC, Iron Maiden, Slayer, Axxis, Bathory. Und natürlich die deutschen angesagten Sachen wie Helloween, Sodom, Kreator, Tankard, Rage und Running Wild. Priest kamen dann ein paar Jahre später mit Painkiller wieder richtig zurück. Aber für die Underground-Sachen (egal ob Epic oder Doom), hat sich damals in meinem persönlichen Umfeld auch kein Schwein interessiert. Wobei ich das eher auf Unkenntnis zurück führe als auf Abneigung. Das Zeug war halt Ende der Achtziger und Anfang der Neunziger nicht im Gespräch und nicht in den Magazinen. Cirith Ungol habe ich nur entdeckt, weil ich mal 1991 auf einer Plattenbörse ein Iron Pages Heftchen geschenkt bekommen habe, in dem die Band mit Manowar in einem Atemzug als "epischer Fantasy Metal" bezeichnet wurde. Da ich damals riesiger Manowar-Fan war, habe ich mir ein paar Wochen später alle vier Cirith Ungol-CDs auf einmal gekauft. Seither ist CU meine unumschränkte Lieblingsband und sie war mein Einstieg in den epischen und doomigen Underground, der mir heute emotional weit mehr bedeutet als die ganzen in den Achtzigern (in deinen und meinen Achtzigern) populäreren Genres.
EDIT: Und was für den Epic/Doom-Bereich gilt, das gilt auch für den Black Metal, der mich dann 1991-1993 mit zunächst Venom und Bathory, und dann direkt im Anschluss mit Darkthrone, Mayhem, Burzum, Emperor, Immortal und Konsorten völlig umgehauen hat und mir bis heute ganz arg nahe steht. alias Hugin der Rabe.
Ravnen fra steinfjellet. Háv. 38
Re: Hundert schwarze Federn im RabenkleidGekannt haben wir diese Sachen schon. Witchfinder General, Trouble, Cirith Ungol, Candlemass und Co. waren uns durchaus geläufig, ebenso auch richtig Undergroundiges. Nur interessiert hat es niemanden und ich zähle diese Richtung ganz einfach nicht zu "meiner Metal-Landkarte". Mit der zweiten Black Metal Welle wäre es mir genauso gegangen, das hat auch nichts mit "meinem" Heavy Metal zu tun. Der Kult um Epic, Doom oder Black metal hat sich offenbar in den 90ern (oder später) entwickelt und ich fühle mich diesem "Kulturkreis" nicht zugehörig (was ich z.B. im SMB ganz deutlich gemerkt habe).
EDITH: Deine Edith passt ja wie die Faust... ![]()
Re: Hundert schwarze Federn im RabenkleidEr hat sich auf jeden Fall in den Neunzigern und danach - vor allem seit der Verbreitung des Internets - sehr stark ausgeweitet. Es gab ihn schon auch in den Achtzigern und frühen Neunzigern, was ja dadurch belegt wird, dass es in der Zeit auch Bootlegs u.ä. von Manilla Road, Cirith Ungol usw... zu kaufen gab. Aber so populär, dass er hätte ganze Metalcliquen infizieren können, war er wohl nicht.
Viele Leute im SMB haben eine sehr ähnliche Metalbiographie wie ich. Die Black-Metal-Explosion haben nur wenige so verinnerlicht wie ich, aber die wachsende Anziehungskraft von Epic- und Doom-Metal ab Mitte der Neunziger hat von den Leuten fast alle erwischt. Das ist wohl auch der Grund, warum ich jener Szene verbundener bin als du. Ich bin zwar in alle Richtungen offen und würde nie in die große Abgrenzerei verfallen, weil ich ja an sich alle Metalstile mag. Aber das, was für die Leute dort das Nonplusultra ist, bedeutet halt auch mir unheimlich viel. Von daher würde ich sagen, jener "Kulturkreis" ist Teil meines Spektrums, aber ich bin halt deutlich offener als die Leute, die sich nur in diesem Kulturkreis bewegen und sich über diesen definieren. alias Hugin der Rabe.
Ravnen fra steinfjellet. Háv. 38
Re: Hundert schwarze Federn im Rabenkleid
... und AK zur Ikone stilisieren. Mir ging gerade durch den Kopf, dass es zig Musikstile gibt, die mir näher stehen und die ich als kompatibler zu "meinem" Metal empfinde, als die besagten Epic, Doom und Black.
Re: Hundert schwarze Federn im Rabenkleid
Bei aller Begeisterung für die Musik der Band muss Ich zugeben, dass mir diese demonstrative Euphorie dieses Ausmaßes auch etwas suspekt ist. Wobei man natürlich mit Fug und Recht sagen könnte, dass ich durch mein Review auch zu diesem - böse gesagt - "Hype" beitrage. Aber nur, weil ich das Brimborium überzogen finde, kann ich ja auch nicht einer Scheibe weniger Punkte geben, obwohl ich sie perfekt finde. Wobei meine 10 Punkte ja nicht so apodiktisch und ewig gültig zu verstehen sind, wie die anderer Leute. 10 Punkte heißt für mich eben nicht: Klassiker für die Ewigkeit! Sondern eben jetzt und heute für mich ein großartiges Album, das ich mir von dieser Band besser nicht hätte wünschen können. alias Hugin der Rabe.
Ravnen fra steinfjellet. Háv. 38
Re: Hundert schwarze Federn im RabenkleidDas Bohei um die Band ist Hype in Reinkultur und hat nicht das geringste mit dem eigentlichen Produkt zu tun. Da sollte man mal über die ach so gern genommene Schubladisierung true <> false nachdenken...
Re: Hundert schwarze Federn im RabenkleidSaint Vitus klingt gut, aber ich denke, es wird immer so bleiben, dass mir Epic Doom a la Candlemass mehr gibt als klassischer Drogen-Doom aus der Sab-Schule.
Saint Vitus klingen für mich deutlich mehr nach Sabbath.
Re: Hundert schwarze Federn im RabenkleidJo. Saint Vitus ist quasi die Nummer 2 des klassischen Dooms hinter Ozzy-Sabbath. So würde ich das zumindest gewichten, wenn es um die Frage des musikalischen Einflusses auf das Genre geht. Pentagram (US) machen dann zusammen mit The Obsessed und Witchfinder General das klassische Quintett voll, wenn ich jetzt niemanden vergessen habe. Wobei Count Raven natürlich genauso wichtig sind, aber halt einig Jährchen später auftauchten. Zweite Generation quasi, aber aus heutiger Sicht genauso wichtig.
alias Hugin der Rabe.
Ravnen fra steinfjellet. Háv. 38
Re: Hundert schwarze Federn im RabenkleidWährend ich mir jetzt zum xten Male St.Vitus versuche "schön zu hören", überleg ich gerade, wie es bei mir abgelaufen ist. Ich hatte eine Clique in der Schule, die mich zu Anfang stark in Richtung NWoBHM geprägt hat, denen ich dann aber später zu undergroundig und proggig wurde. Irgendwie haben uns damals die Band(s) - Minotaur respektive Erosion - mehr zusammen gehalten als Musik. Ich hatte immer auch einen großen Freundeskreis außerhalb des Musikinteresses. Das Undergroundforschen kam eher durch Fanzines und damit verbundenes Trading. Da ist man so oder so über Doom und Epik-Bands gestolpert. Wobei ich Manilla Road zum Beispiel erst in den späten 90ern für mich entdeckt habe. Cirith Ungol fand ich viel früher toll. Und in Sachen Doom bin ich auch eher der Epik Doomer, obwohl ich gerade in letzter Zeit auch mehr diese schlürfende Spielart mag. Das Alter vielleicht ?!
St. Vitus finde ich aber auch jetzt wieder nur gut. Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
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