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von 123_7 » Samstag 10. August 2013, 20:37
Hihi, ich gebe mal noch keine Tipps, da Siebi den Sampler auch erhalten hat. Aber deine Beschreibung zu 4 läßt mich schmunzeln...
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123_7
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von Jesus » Samstag 10. August 2013, 20:42
Wird bestimmt amüsant. Bei diesem und zwei weiteren nicht erkannten Songs werde ich nach der Auflösung sowieso entsetzt und beschämt mein Gesicht in den Händen vergraben und lauthals "OF COURSE!" schreien.
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Jesus
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von 123_7 » Samstag 10. August 2013, 20:52
Nein, das wird maximal nur bei der 4 passieren. Und auch nur über die Sänger-Assoziation. Ich glaube die Band ist dir gar nicht geläufig.
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123_7
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von Jesus » Samstag 10. August 2013, 20:58
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von Siebi » Montag 12. August 2013, 17:00
So, am WE Songs auf CD gebrannt, so will ich mal mit ein paar Worten zu Fabians Sammlung sommerlicher Töne beginnen.
01. 01:44 Ein Klavier stimmt sanft in die nächsten elf Runden ein...
02. 06:25 Heftiges Bass- und Gitarrenfeuer über Offbeat, ab 01:06 setzt der Keifgesang ein. Black Metal mit einem gehörigen Schuss rotzenden Rocks vermischt. Verstehen tu ich erstmal nix, der „Gesang“ wird teils gedoppelt, liegt sehr im Hintergrund. Dann wird’s schnell und Dissection-Gitarrenmelodien hüpfen in die Ohren. Klingt gut. Viel Text gibt es nicht, man zeigt musikalisches Wechselspiel mit einigen feinen Breaks, der verwaschene Gitarremmix gehört zum Black Metal wie das Augustiner nach München und in meine Kehle. Kann man prima hören, instrumental feines Gepolter, aber die "bösen" Vokills nerven mich einfach. Dagegen pumpt der Bass mit ordentlich Distortion.
03. 05:46 Flottes Gitarrenspiel, schöne Melodie, der Gitarrist auf dem linken Kanal schrubbt immer wieder dazwischen, Break, poppig anmutendes Zwischenspiel, die Rhythmussektion ist der Sieger. Der Mann an den Kesseln behandelt seine Hi-Hat nach allen Regeln der Copeland’schen Kunst. Da sich nach gut drei Minuten immer noch keiner ans Mikro wagt, es zum Schluss hin postrockend wird, stelle ich mal die Frage. Immer ohne Gesang? Sind das Scale The Summit?
04. 03:04 Schrammelzeit, the first time. Wild, ungestüm und rotzig geben sich die Barden hier. Hat was von Children mit etwas Punk untergehoben. Natur, also diese amerikanischen Metaleros fallen mir dank des knusprigen Gitarrensounds ein. Singt der was von einem „Blackout“?
05. Sungrazer – Sea (08:07) Langsam, beschwörend nimmt der Bass mich mit auf die Reise. Wohin? Zur See geht’s, das Stück heißt „Sea“. Ab 03:43 wird es ruhig, gaaanz ruhig, die Musiker steigen langsam wieder ein, Dopetime? Der Bass macht’s aus. Nicht zu fett, aber doch mit Schmackes werden die dicken Stahlsaiten bearbeitet. Cooler Song, macht Lust auf mehr. Es gilt, weitere Songs der niederen Länder unter die Lupe zu nehmen.
06. 05:26 Singer, Songwriter, ok, haut mich nicht um, passende Entschleunigungsmusik nach einem anstrengenden Arbeitstag. Der singende Barde erschallt seine Stimme zu „wandering into your eyes i beg for salvation… wandering into your arms i pray for salvation …“. Keine Ahnung, wer das sein könnte, das Metier ist nicht mein Spielfeld.
07. Kadavar- Creatures Of The Demon (04:50) Oha, das ist 60er, 70er, das aber auch ganz neu sein könnte. Links Gitarre, rechts Schlagzeug, der Gesang kommt ums Eck, jawohl, das sind die Berliner Recken von… Kadavar? Geile Musik, die rockt. Eine der ganz wenigen Retro-Bands, denen ich was abgewinnen kann. Hier wird mit Dampf und Fuzz-Gitarren gespielt, dass es nur so eine Freude ist. Geiler Song! Die beiden Platten sind rausgelegt.
08. 05:31 Keys, Synthies im Hintergrund, links und rechts die Breitwandgitarren, skandinavischer (?) Text zu folkloristischer Melodie, die mit Doppelbassdrums zugeballert wird. Norge? Sverige? Pagan Metal Folk? Oh weia, da bin vollkommen blank. Viele Spuren liegen übereinander, teilweise etwas breiiger Sound. Besser klingt es ab 02:44, wo die Gitarren weg sind. Eine Minute später breiten sich Klangeffekte aus dem Synthie aus, weit öffnet sich der Horizont vor dem geistigen Auge.
09: 03:40 Schrammelrock, die nächste. Gehört das zum Postrock? Verträumte Melodien, wie sie Agalloch nicht besser spielen können. Das Stück bleibt instrumental, geht gut ins Ohr. Da bin ich gespannt, wer das ist. No clue…
10. Hexvessel - His Portal Tomb (10:10) Zehntes Stück, die Zeitanzeige nimmt die Zahl in Minuten und Sekunden auf. Schicksal? Zufall? Absicht? Wer weiß… hm, was ist das? Folk Post Rock? Zähes Ding, das sich durch die Boxen quält. Mehrstimmige Strophen und Refrains, Flötenspiel, 70er Prog Rock, mit dem ich mich, wenn er so langatmig wie hier kommt, recht schwer anfreunden kann. Hier muss ich in Stimmung sein, da mir über die gesamte Spielzeit zu brav und bieder musiziert wird, klingt stellenweise wie ein Soundtrack. Trotzdem interessantes Liedgut.
11. (08:17) Schwer und zäh ist auch dieses Teil hier. Metallischer im Anstrich, erdiger, mehr Tinte auf den Stromgitarrensaiten. Doom! Klarer, leicht weinerlicher Gesang, einfache Beats, Hall auf dem Gesang, so zocken … Hm, ja, wer spielt in dieser Kategorie? Saint Vitus, Pentagram und ihre zig Klonen. Reverend Bizarre fiel mir ein, dafür fehlt aber etwas. Aber was? Tipps wären fein.
12. (06:31) Langsam ist das Dutzend voll, der letzte Song auf dem Sampler kredenzt wiederum zähe lavaeske Tonkunst. Spoken words, gegrunzt und gefaucht wird, auf skandinavisch oder russisch? Egal, ein atmosphärisch getragenes Stück mit dem richtigen Schuss Härtegrad wird feil geboten. Da kann man sich fallenlassen ohne zu Boden zu fallen, man schwebt nahezu auf einer Soundwolke.
So weit in aller Kürze nach zwei Läufen. Tipps sind immer willkommen, ich werde weiter hören und mich mit dem ein oder anderen Song ratend versuchen. Danke für 12x Musik, die, bis auf wenige Ausnahmen, so gut wie gar nicht in meiner Sammlung ist und damit zu Gehör kommt. Danke!
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Siebi
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von Siebi » Montag 12. August 2013, 17:41
Der Cobalt-Song ist extremst geil, schwarz-finsteres Geprügel in geilem Soundgewand ohne tiefes Gitarrentuning, that's my cup of black coffee, auch der "Gesang" bereitet nach dreimaliger Wiederholung keine Schmerzen mehr. Sungrazer, Pallbearer, Russian Circles und die Nummer 4 sind daneben die bisherigen Favoriten. Die Scheiben werden einer Prüfung unterzogen.
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Siebi
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von Siebi » Montag 12. August 2013, 18:06
Danke auch für Deine drollig wolligen Lösungen. Hexvessel habe ich durch Zufall aus einem anderen Board erkannt, Pallbearer ist bitter, da mir das zum Erscheinungstag vorgestellt wurde. Auf fröhliches Raten... und natürlich Tipps des Grafen Zahl.
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Siebi
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von 123_7 » Montag 12. August 2013, 19:33
Siebi hat geschrieben:01. 01:44 Ein Klavier stimmt sanft in die nächsten elf Runden ein...
Jesus hat geschrieben:Ein kurzes Pianostück. Filigran, melancholisch, minimalistisch. Viel mehr kann ich dazu nicht sagen. Bin ein Kunstbanause und kann bestenfalls Liszt von Bartók unterscheiden.
Großartiger Kommentar, Jesus Ich befürchte, dass das niemand erkennen wird. Der Song ist auf einem sehr umfangereichen "Digital-Only-Sampler" zugunsten der Opfer von Hurricane "Sandy" veröffentlicht worden. Der Sampler besteht weitestgehend aus Ambient-Stücken; dieser hier hat mir besonders gut gefallen und stammt von einem ehemaligen Mitglied einer bekannten dänischen Indie-Band. Siebi hat geschrieben:02. 06:25 Heftiges Bass- und Gitarrenfeuer über Offbeat, ab 01:06 setzt der Keifgesang ein. Black Metal mit einem gehörigen Schuss rotzenden Rocks vermischt. Verstehen tu ich erstmal nix, der „Gesang“ wird teils gedoppelt, liegt sehr im Hintergrund. Dann wird’s schnell und Dissection-Gitarrenmelodien hüpfen in die Ohren. Klingt gut. Viel Text gibt es nicht, man zeigt musikalisches Wechselspiel mit einigen feinen Breaks, der verwaschene Gitarremmix gehört zum Black Metal wie das Augustiner nach München und in meine Kehle. Kann man prima hören, instrumental feines Gepolter, aber die "bösen" Vokills nerven mich einfach. Dagegen pumpt der Bass mit ordentlich Distortion.
Jesus hat geschrieben:#02 COBALT 'Blood Eagle Sacrifice': Es blackt so black, wenn Amerikas Blacker blacken. COBALT verpassen uns eine Abreibung mit ihrem tribalistischen (sic?) Geprügel. Immer wieder erstaunlich, dass selbst heute noch so manch elitärer Panda behauptet, die Amis könnten keinen Black Metal spielen. Das war zwar vor 25 Jahren der Fall, als VON ihre ersten Gehversuche unternahmen (und bis heute keinen Schritt weiter kamen), aber irgendwie hält sich dieses Klischee bis heute. So wie Ungebildete immer noch überrascht tun, wenn sie einen gut produzierten BM-Song hören. Dabei ist 1994 schon lange vorbei. Diese Band hier habe ich ja nun oft genug empfohlen, wer also immer noch nicht "Eater of Birds" oder "Gin" im Schrank zu stehen hat, ist eine unmetallische Weichmuschi. Was wahrscheinlich das Gegenteil eines Penisknochens ist  Heilige Gedankengänge, Batman! Fabi, die Hinweise verdichten sich so langsam...
Und ich dachte schon, keiner versteht den Hinweis auf meinen grandiosen Johannes. Ja, was gibt es dazu sagen. An dem Song liebe ich schlichtweg diese kompromisslosigkeit, die beim genaueren Hinhören aber auch eine gewisse Filigranität nicht vermissen lässt. Das Album ist ein herrliches [Simpsons-Quote]DOUBLE BOMBARDEMENT[/Simpsons-Quote]. Siebi hat geschrieben:03. 05:46 Flottes Gitarrenspiel, schöne Melodie, der Gitarrist auf dem linken Kanal schrubbt immer wieder dazwischen, Break, poppig anmutendes Zwischenspiel, die Rhythmussektion ist der Sieger. Der Mann an den Kesseln behandelt seine Hi-Hat nach allen Regeln der Copeland’schen Kunst. Da sich nach gut drei Minuten immer noch keiner ans Mikro wagt, es zum Schluss hin postrockend wird, stelle ich mal die Frage. Immer ohne Gesang? Sind das Scale The Summit?
Jesus hat geschrieben:#03 RUSSIAN CIRCLES 'Death Rides a Horse': Der Übergang ist absolut großartig gelungen! Es frickeln die russischen Zirkel ihre eher amerikanischen Kreise. Metallisch angehauchter Post-Rock von einer gerne übersehenen Band und ihrem soliden Debüt "Enter". Wäre was für Sally. Flitzefinger und fußpilziges Instrumentalgeschnarche in einem. Das kommt wahrscheinlich in Rüdigers Albträumen vor.
+1 für die Copeland-Referenz. War mir gar nicht so aufgefallen, ist aber was dran. Und sonst ist es ja richtig aufgelöst. Zunächst fand ich den Übergang von COBALT auf diesen Song extrem cool, zudem mag ich das rastlose Element der Amis unheimlich gerne. Dass sie dabei trotzdem nicht den Faden verlieren und für mein Empfinden schlüssig und energetisch nach vorne rocken, macht das Ganze umso besser. Siebi hat geschrieben:04. 03:04 Schrammelzeit, the first time. Wild, ungestüm und rotzig geben sich die Barden hier. Hat was von Children mit etwas Punk untergehoben. Natur, also diese amerikanischen Metaleros fallen mir dank des knusprigen Gitarrensounds ein. Singt der was von einem „Blackout“?
Jesus hat geschrieben:Melodisch post-corige Klänge, die ich mal grob zwischen REFUSED und FUGAZI verorten würde. Ein bisschen frickelig; dazu nach dem Vers ein Riff, das verdächtig an einen Song vom METALLICA-Debüt erinnert. Ich komme gerade nicht darauf, an welchen und bin zu faul zum Nachschlagen. 'Jump in the Fire' vielleicht. Egal, zurück zu diesem Song hier. Die ersten Textzeilen könnten lauten "You say you think we should end it / you say that we just pretended". Irgendwas mit "with the fever" lässt der leicht angeraute punkige Sänger von sich. Jener Sänger erscheint mir vertraut. Ich beiße mir in meinen wolligen Hintern, wenn das hier eine Band ist, die ich kennen und erkennen sollte.
Siebi ist ganz nah an der Auflösung. Songtitel stimmt und punkige Children auch. Na? Siebi hat geschrieben:05. Sungrazer – Sea (08:07) Langsam, beschwörend nimmt der Bass mich mit auf die Reise. Wohin? Zur See geht’s, das Stück heißt „Sea“. Ab 03:43 wird es ruhig, gaaanz ruhig, die Musiker steigen langsam wieder ein, Dopetime? Der Bass macht’s aus. Nicht zu fett, aber doch mit Schmackes werden die dicken Stahlsaiten bearbeitet. Cooler Song, macht Lust auf mehr. Es gilt, weitere Songs der niederen Länder unter die Lupe zu nehmen.
Jesus hat geschrieben:#05 (8:07): Stonerig wird's. Langsam groovend, mit ultraverzerrtem Bass und Magma-Riffs. Dazu ein melodisch säuselnder, fast schon flüsternder Sänger. Erinnert mich ein wenig an den einen Song von ANCESTORS, den mir Fabi letztens im Duell servierte. Nur unmetallisch und entspannter. "Like the sea, like the sea". Nach etwa dreieinhalb Minuten wabert der Trip in hawkfloyd'sche Gefilde und strömt bunt qualmend durchs All, während meine Tastatur im Sternenlicht schmilzt... Was immer die auch rauchen, es ist richtig guter Shizzle. Das groovend-monoton-repetitiv-hypnotische Hauptmotiv wird wieder aufgegriffen und brummt und brummt und brummt und brummt. Und bämm, der Song nimmt an Fahrt auf. Vorhang auf für das Solo, auf dem wir zu anderen Planeten reiten werden!
Cool, dass euch das beiden so gut gefällt. Die Jungens haben 2011 ein richtig gutes Stoner Rock-Album veröffentlicht. Schön groovy, es schwelgt und schwurbelt überall, dennoch griffig und zu keiner Sekunde langweilig. Gesang könnte vielleicht etwas ausdrucksstärker sein, aber der war vermutlich in ganzen anderen Sphären, als er die Spuren eingesungen hat. Siebi hat geschrieben:06. 05:26 Singer, Songwriter, ok, haut mich nicht um, passende Entschleunigungsmusik nach einem anstrengenden Arbeitstag. Der singende Barde erschallt seine Stimme zu „wandering into your eyes i beg for salvation… wandering into your arms i pray for salvation …“. Keine Ahnung, wer das sein könnte, das Metier ist nicht mein Spielfeld.
Jesus hat geschrieben:#06 (5:26): Folkig, Singer/Songwriter. Nur eine klare Klampfe, Lagerfeuer-Akkorde und Gesang. "Wandering into your eyes I beg for salvation". Das ist genau Fabi-Mucke vom Feinsten. Simpel in all seiner Schönheit und so hypnotisch, dass ich völlig das Tippen vergessen habe. Brauch ich.
Ein britischer Sänger, der seine einzige Veröffentlichung (und ich befürchte auch sein letzte...) auf einem schottischen Kleinstlabel herausgebracht hat. Dieses Label hat auch den ersten Tonträger einer von mir sehr verehrten Folktruppe veröffentlicht. Diesen Song habe ich des öfteren schon als einen der Besten im Singer / Songwriter-Bereich angepriesen. Siebi hat geschrieben:07. Kadavar- Creatures Of The Demon (04:50) Oha, das ist 60er, 70er, das aber auch ganz neu sein könnte. Links Gitarre, rechts Schlagzeug, der Gesang kommt ums Eck, jawohl, das sind die Berliner Recken von… Kadavar? Geile Musik, die rockt. Eine der ganz wenigen Retro-Bands, denen ich was abgewinnen kann. Hier wird mit Dampf und Fuzz-Gitarren gespielt, dass es nur so eine Freude ist. Geiler Song! Die beiden Platten sind rausgelegt.
Jesus hat geschrieben:#07 (4:50): Zurück in die 70er. Hard Rock irgendwo zwischen all den üblichen Verdächtigen dieser Zeit. Ob es wirklich von damals stammt oder eine Retro-Band ist, vermag ich nicht zu sagen. Flott legt's los, feinstes Geschredder, rumpelnder Bass, weit in den Hintergrund gemischter, nicht allzu markanter, leicht verzerrter Sänger. "Fear is taking over, there is no way to escape for meeeeeeee". Und Solo! Mehr Solo! Gniedelgniedelgniedel while my brummbass gently grooves. So à la URIAH HEEP. Nur ohne Orgel. Luzifer und ihr (!) Lächeln wird besungen, der Sänger möchte ihre Lippen küssen und singt noch was von wegen "give me fever". Das etwas schleppende Ende könnte eventuell auf eine Doom-Band hindeuten, die sich hier etwas austobt. Brauch ich.
Jep, die Band hat definitiv den Dreh raus, den alten Spirit gut zu rekonstruieren. Das ist zu keiner Sekunde innovativ, aber dafür total unbeschwert, herrlich rockig und und auch hin und wieder mal auch psychedelisch. Kann mir also gar nicht, nicht gefallen. Dass es das beste aus dem Bereich ist, würde ich aber nicht unterschreiben. Siebi hat geschrieben:08. 05:31 Keys, Synthies im Hintergrund, links und rechts die Breitwandgitarren, skandinavischer (?) Text zu folkloristischer Melodie, die mit Doppelbassdrums zugeballert wird. Norge? Sverige? Pagan Metal Folk? Oh weia, da bin vollkommen blank. Viele Spuren liegen übereinander, teilweise etwas breiiger Sound. Besser klingt es ab 02:44, wo die Gitarren weg sind. Eine Minute später breiten sich Klangeffekte aus dem Synthie aus, weit öffnet sich der Horizont vor dem geistigen Auge.
Jesus hat geschrieben:#08 THY CATAFALQUE 'Köd Utánam': Diese verrückten Ungarn wurden von mir auch schon beim Wichteln verwurstet und gerne mal angepriesen. Ich würde die Musik ja Progressive Metal nennen, aber leider ist dieser Begriff schon für ein Genre vergeben, welches ungefähr so progressiv ist wie die CSU und der KKK zusammen. "Róka Hasa Rádió" war eines der tollsten Metal-Alben von 2009 und 'Köd Utánam' ist gewissermaßen die eingängige Hitsingle.
Die wahnsinnigen Ungarn. Der Song ist vor allem wegen Daniel eigentlich auf dem Album gelandet, weil ich einfach seine Meinung dazu wissen wollte. Es ist in der Tat der eingängigsten Song eines sehr obskuren Albums. Aber da in meiner Welt alles obskure auf mich eine Anziehungskraft hat, mag ich natürlich auch das  Siebi hat geschrieben:09: 03:40 Schrammelrock, die nächste. Gehört das zum Postrock? Verträumte Melodien, wie sie Agalloch nicht besser spielen können. Das Stück bleibt instrumental, geht gut ins Ohr. Da bin ich gespannt, wer das ist. No clue…
Jesus hat geschrieben:#09 (3:40): Wieder etwas post-coriges Geschrammel, zweistimmig wird etwa 50 Sekunden gegniedelt, bevor wir in entrückte Post-Rock-Sphären schweben. Hm... klingt wie MONO, kehrt dann aber zum Geschrammel zurück. Ah, das post-rockende Traumgeträufel ist gewissermaßen der Refrain. Ähm... MOGWAI wäre auch nicht die schlechteste Assoziation, die hätten genau diesen Sound drauf. Für MAYBESHEWILL ist es nicht filigran genug. Die rockenden Teile erinnern eher an SHELLAC, der Post-Rock-Part könnte auch eins zu eins von EXPLOSIONS IN THE SKY stammen. Hat einen sehr vertrauten Klang und ich wäre nicht überrascht, wenn ich die Band kenne.
Da bin ich mal gespannt, ob das jemand errät. Aber bitte nur mit Songtitel  Das sind Landesmänner von Mono, deren Alben hier wirklich schwierig zu bekommen sind. Zum Glück hat sich mal ein deutsches Label erbarmt und die ersten drei hier wiederveröffentlicht... Siebi hat geschrieben:10. Hexvessel - His Portal Tomb (10:10) Zehntes Stück, die Zeitanzeige nimmt die Zahl in Minuten und Sekunden auf. Schicksal? Zufall? Absicht? Wer weiß… hm, was ist das? Folk Post Rock? Zähes Ding, das sich durch die Boxen quält. Mehrstimmige Strophen und Refrains, Flötenspiel, 70er Prog Rock, mit dem ich mich, wenn er so langatmig wie hier kommt, recht schwer anfreunden kann. Hier muss ich in Stimmung sein, da mir über die gesamte Spielzeit zu brav und bieder musiziert wird, klingt stellenweise wie ein Soundtrack. Trotzdem interessantes Liedgut.
Jesus hat geschrieben:#10 HEXVESSEL 'His Portal Tomb': So schade es auch ist, dass Kvohst <CODE> verlassen hat, können wir doch alle froh sein über sein geschäftiges Treiben mit allerlei anderen Projekten. Das eher folkige Debüt von HEXVESSEL war mir etwas zu zerfahren, aber der Psychedelic Doom Folk Something Rock des Zweitlings "No Holier Temple" ist demgegenüber schon ein ganz anderes Kaliber. Brauch ich auch, wusste ich aber schon vorher.
Ich stelle gerne die langen Songs ans Ende. Und da bin ich ganz bei Jesus. "Dawnbearer" war cool, aber "No Holier Temple" ist ein Meisterwerk. Punkt. Was auch immer Kvohst anfasst, ich bin jedesmal hin und weg. 'His Portal Tomb' ist sicher einer der schwereren und psychedelischeren Songs des Albums, aber die Mischung macht es hier. Dem stehen z.B. auch leichtfüßigere Songs wie 'Sacred Marriage' und 'Woods To Conjure' gegenüber. Siebi hat geschrieben:11. (08:17) Schwer und zäh ist auch dieses Teil hier. Metallischer im Anstrich, erdiger, mehr Tinte auf den Stromgitarrensaiten. Doom! Klarer, leicht weinerlicher Gesang, einfache Beats, Hall auf dem Gesang, so zocken … Hm, ja, wer spielt in dieser Kategorie? Saint Vitus, Pentagram und ihre zig Klonen. Reverend Bizarre fiel mir ein, dafür fehlt aber etwas. Aber was? Tipps wären fein.
Jesus hat geschrieben:#11 PALLBEARER 'Devoid of Redemption': Schnörkelloser Doom nach weitgehend traditionellem Rezept. Ohne Epik-Quatsch, Jodelschlager, Gotengeseufze. Nur Dooooooom. Den Song hätte ich wohl auch verwichtelt.
Mit PALLBEARER habe ich mir selber richtig lange sehr schwer getan. Aber wenn man sich auf das ungewöhnlich dumpfe und karge Klangbild und auch etwas behäbige Songwriting einlässt, eröffnet sich ein Album ungeahnter Tiefe. Mich erinnert die Stimmung bizarrerweise immer etwas an die letzte FALLS OF RAUROS... obwohl stilistisch Welten dazwischen liegen. Aber irgendwie finde ich die Herangehensweise beider Bands sehr ähnlich... allein schon wegen den ungeschönte Produktionen... Siebi hat geschrieben:12. (06:31) Langsam ist das Dutzend voll, der letzte Song auf dem Sampler kredenzt wiederum zähe lavaeske Tonkunst. Spoken words, gegrunzt und gefaucht wird, auf skandinavisch oder russisch? Egal, ein atmosphärisch getragenes Stück mit dem richtigen Schuss Härtegrad wird feil geboten. Da kann man sich fallenlassen ohne zu Boden zu fallen, man schwebt nahezu auf einer Soundwolke.
Jesus hat geschrieben:#12 (6:31): Death Doom, der stark nach UNHOLY zu Zeiten von "The Second Ring of Power" und "Rapture" klingt. Ich schätze auch mal, dass der Sänger Finnisch grunzt. Keyboardschleier, schleppende Riffs, etwas Geflüster. Raues Gebrüll, welches wirklich an Pasi Äijö erinnert. Der hat aber meines Wissens nach keine weitere Band gehabt. Das vereinzelte Geflöte gemahnt an SHAPE OF DESPAIR. Klingt ebenso wie die 4 und die 9 dermaßen vertraut, dass ich mir wieder einbilde, die Band bestimmt kennen zu müssen. Oder es liegt einfach daran, dass Fabi und ich aufgrund unserer stark überschneidenden Geschmäcker teilweise sehr ähnliche Bands hören, die der jeweils andere nicht direkt kennt.
Die Texte sind zwar in der Landessprache verfasst, aber nicht in finnisch. Werden stilistisch auch gerne in die selbe Ecke geschoben, wie der vermutlich größte Metalexport aus Weißrussland. Auch wenn ich das eigentlich nur an den flirrenden Gitarrenlinien festmachen würde. Und die machen für mich auch genau den Reiz der Band aus. Das folkige Element wirkt niemals aufgesetzt und sorgt für wohlige Schauer. Schön, dass der Sampler euch beiden gefallen hat. Wenn ich einen von euch offiziell hätte bewichteln müssen, hätte er sicher anders ausgesehen. Einige Songs sind schon explizit wegen Daniel ausgewählt werden.
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123_7
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von firestarter » Montag 12. August 2013, 19:48
Die 4 sind S.T.R.E.E.T.S. mit "Blackout".
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