Ich löse die erste CD mal vollends auf nachdem sich glaube ich eh nicht mehr viel tun wird:
"Death Means Nothing..."01. Brewer And Shipley - One Toke Over The Line
02. Turbowolf - Ancient Snake
03. Fireball Ministry - It Flies Again
04. Micachu - Vulture
05. Orchid - Eastern Woman
06. Birds Of Avalon - Set You Free
07. The Stranglers - Sweden (All Quiet On The Eastern Front)
08. Steel Mammoth - Spirit Horse
09. Syphilitic Vaginas - In Satanic Service
10. Rodrigo Y Gabriela - Capitan Casanova
11. The Hellacopters - All I've Got
12. The Shins - Caring Is Creepy
13. Year Long Disaster - Show Me Your Teeth
14. Sabbath Assembly - Hymn Of Consecration
15. Ogre - Dogmen (Of Planet Earth)
16. The Black Keys - Just Couldn't Tie Me Down
17. Madrugada - Subterranean Sunlight
18. Kaizers Orchestra - Den Sjette Sansen
19. Polkadot Cadaver - Pure Bedlam for Halfbreeds
20. Blackholicus - Victory II
Rüdiger Stehle hat geschrieben:B01. - 6:10
Klassischer Doom mit stark von Candlemass beeinflussten Hooklines. Auch die Songstruktur und die Dramaturgie könnte von Candlemass inspiriert sein. Der Gesang ist allerdings weit weniger klassisch und theatralisch, sondern dunkler, trockener, staubiger. Auch der Gitarrensound ist muffiger und dunkler. So platziert sich die Band ziemlich genau zwischen Epic Doom (Songwriting) und trad. Doom (Sound, Gesang). "Watched from the tower, scanning through the dark...", es geht viel um Hexen und sind die ersten Worte und ich vermute stark, dass es sich in der Tat um eine schwedische Band handelt. Gefällt mir sehr gut.
Nicht schlecht für ein erstes Demo, wa? Die Briten haben mich sehr positiv überrascht mit einer professionellen Spieltüchtigkeit, Songwritingbalance und der eifrigen Huldigung des altars of heavy fucking doom. Ich hab die Scheibe vor lauter Hin-und-weg-igkeit hier mal besprochen, aber bevor du dich durch meine Reviews wühlst, löse ich gleich mal auf:
Age Of Taurus mit
'Unto the Hour of the Dead'. Bin sehr gespannt auf den nächsten künstlerischen Nachwuchs der Jungens.
B02. - 5:07
Auch hier scheint es doomig zu werden, auch wenn ein klar singendes, schönes Lead das Stück eröffnet. Der Gitarrensound und das Riffing atmen einen mutmaßlichen Cirith-Ungol-Einfluss. Ebenso der Ton am Schluss. Der Song müsste "Eternity Is Mine" heißen, oder einfach nur "Eternal". Gefällt mir ebenfalls ausgesprochen gut.
Die Band ist anscheinend ein mittelgroßer Geheimtipp in Sachen Proto-Metal/NWOBHM-artigen Überkreuzungen. 1979 erschien das Album, welches dieses Stück hier als Opener verpasst bekam. Catchy, wunderschön stimmig und angekauzt bevor es diese Art der Eigenartigkeit eigentlich überhaupt gab. Trotz NWOBHM-Erwähnung handelt es sich aber um Amis. @Liedtitel: Nope, weder noch.
B03. - 3:56
Radikaler Stimmungswechsel. Chillig, leicht loopig, aber dabei unaufdringlich. Sind das Klarinetten, die man da hört? Der Gesang ist teils zweistimmig. Einmal im Singer/Songwriter-Stil, dann ätherischer, schwelgerischer, besinnlicher. "it's too late to change your mind, you let loss be your guide" ist der Refrain. Das lässt sich problemlos googeln, aber vielleicht will ja jemand raten. Kenn ich nicht, finde ich aber in Ordnung. Nicht zum Kaufen toll.
Broken Bells 'The High Road'. The Shins-Frontmann James Mercer beweist auch bei diesem Kollaborationsprojekt seine Fähigkeit für unter die Haut gehenden Melodien, das Ding hing mir wochenlang in den Ohren.
B04. - 05:13
Ganz leicht angezerrte Gitarren. Halbakustische? Akustische Bassgitarre? In einem sehr amerikanischen, folkigen Rockstil. Bottleneck? Es singt eine Frau. "i remember everything" "sunrise on a blue horizon" legt sie los. Es gab in den Top-100-Threads jemanden, der diese Sängerin hatte. Und du hast die zugehörige Scheibe hier gekauft:
viewtopic.php?f=39&t=21&p=26736&hilit=rope+bridge#p26655John Parish & PJ Harvey "Rope Bridge Crossing"
Der Song gefällt mir. Aber was ich sonst so antesten durfte von dieser Dame war dann doch so gewöhnungsbedürftig, dass ich mich wohl nicht weiter in deren Schaffen vertiefen werde.
Korrekt. Und ja, übermäßig stellvertretend für PJ's eigene Werke und die Arbeiten mit John Parish ist das Lied eher nicht. Da geht es öfter schon eckiger, minimalistisch, antimelodisch, kratzig, noisig, etc... zur Sache. Aber anders will ich meine Polly gar nicht.
B05. - 4:01
Massive Verzerrung, alles sehr tief gestimmt. Grummelige Stimme mit starkem Effekt. Sehr viel Delay. Düster, marschierend. Heißt das im Refrain "Black Rooster"? Interessantes Tuning. Gefällt mir.
Jau, da schreit der schwarze Hahn.
Haunted George mit
'Black Rooster Squall'. Dieser verkommene Countrytrashnoiseteufel ist mir bei einer ganz kleinen feinen Liste über den Weg gelaufen, welche Alben aufgezählt, die kein Metal sind, aber dennoch in ihrer "heaviness" konkurrieren können bzw. darüber hinausgehen. Und das kann er. Genau wie bei den Poor Bastards wird hier eine gottverlassene, karge Westernlandschaft ins Gedächtnis gerufen und mit primitiven Folkklängen tiefer in die Hoffnungslosigkeit geknüppelt. Nur dass bei George das Ganze noch in der Hölle statt im Fegefeuer spielt. Oder so.
B06. - 4:27
Das ist jetzt vom Beat her sehr elektronisch und loopig. Wabernd. Gitarren hört man auch nicht. Es singt eine Frau, halbwegs entrückt, relativ hoch. Meilenweit von meinen Hörgewohnheiten weg. Da tue ich mir auch schwer mit Assoziationen oder Beschreibungen. Nervt nicht direkt, würde ich mir aber aus eigenem Antrieb auch nie im Leben anhören.
Gitarren hört man schon, nur sind sie eben texturell sehr entfremdet. Die Misses legen ihre ganz eigene ätherisch-melancholische Kriegsbemalung an und liefern ganz unauffällig mal eben so eines der besseren Alben 2010 ab. Hier kann Julian helfen, denn diese neuere All-female-Truppe himmelt er meines Wissens ziemlich an.
B07. - 4:10
Hier gibt es wieder organische Instrumente. Vor allem Bass. Auch ist es hier wieder sehr spacig. Es singt wieder eine Dame. Das gefällt mir sehr gut und das habe ich auch schon als Promo gehört. Melissa auf der Maur mit 'Meet Me On The Darkside'. Werde ich mir demnächst mal wieder anhören, die Scheibe.
Before Adam, before Eve, the lizard sang this melody! Correct again. Frau Auf der Maur kann mit ihrem süchtigmachenden, düsteren, aber doch rockigen Stil eigentlich nicht viel falsch machen. Ihr zweites und neuestes Album "Out Of Our Minds" hat es in meine Top20 für dieses Jahr geschafft und gibt sich allgemein verspielter und auslotender als das Debüt. Nicht jeder Song zündet sofort, aber nach einer Zeit ist man gepackt. Der hier ist für mich das Highlight der Scheibe. Isis speaks!
B08. - 5:07
Der Song heißt "Rest My Chemistry" und stilistisch ist das für mich angegrufteter Pop-Rock. Dafür gibt es sicher wieder einen hippen "Post-..."-Begriff, den keiner versteht. Die Stimme ist angenehm und charakteristisch. Kann ich mir gut anhören.
Songtitel erraten. Hmhm, Pop-Rock, ja, warum nicht?
Interpol werden gerne in dieses "Post-Punk-Revival" gestopft, eine Bezeichnung deren Bands ich zwar stilistisch ähnlich finde, aber dabei nicht unbedingt so Post-Punk-y. Moderner, intellektueller Rock. Be that as it may, wie bei den musikalisch eng verwandten Editors gilt: Wer gut geschriebenenen, melancholischen Rock braucht und/oder will, kann bei keinem Album der Band was falsch machen. 2007. Drittes Album. Das Niveau hält.
B09. - 4:58
Oh, mal wieder eine richtig verzerrte Gitarre. Rhythmischer Groove der Marke Rob Zombie. Der schräge, hallende Gesang ist eher hawkwindig. Wegen des massiven Soundaufbaus verstehe ich vom Gesang über meine PC-Speakers nicht allzu viel. "no future for me" kann ich heraus filtern. Und "at the bottom of the sea". Später wird die Stimme verständlicher. Oder man hört sich warm. Cooler Song. Macht Laune.
World Below mit
'Behind The Door'. Rockiger traditioneller Doom mit eigen-nasaler Stimme wie es sich gehört. "Maelstrom" wurde vor kürzerem von mir wiederentdeckt und überzeugt sehr.