PMDCES - Teutonica - Diskussionsrunde

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Re: PMDCES - Teutonica - Diskussionsrunde

Beitragvon Holger Andrae » Freitag 9. April 2021, 19:17

Gruppe 6

Krokus: "Headhunter" ist wohl die beste Krokus-Scheibe. Klar, nach AC/DC wurde hier mehr auf die Priester geschielt. Das war aber egal, denn es war einfach toll.

Stormwitch:Da war ich sogar im Fan Club. Allerdings bin ich nach dieser Scheibe komplett von der Band abgekommen. Keine Ahnung mehr, weshalb. Immer noch toll.

Vendetta:Mit besserem Sound wäre das sensationell, aber auch so ist dass natürlich toll. Speed-Metal, dem man seine Herkunft natürlich deutlich anhören kann. Aber das macht auch seinen Charme aus. Haben damals schön mit denen in Markthalle gefeiert als sie mit Helstar hier waren und meine Kumpels recht spontan als lokaler Support als dritte Band auftreten durften. Das war zwar weniger erfolgreich, weil sie so früh auf die Bühne mussten, dass die Markthalle noch ziemlich leer war, aber es war eine schön Erfahrung. Auch für den Bassisten, der im Euphoriefieber bäuchlings von der Bühne gefallen ist. Lacht man heute drüber. Damals eigentlich auch schon.

GammaRay:Dieses Turnier zeigt es sehr eindeutig: GammaRay in kleinen Dosierung geht bei mir. Ein Album geht selten, weil zu viel Gewürfel. Das hier ist aber erneut kurzweilig. Trotz der Länge. Kraftvoller Chorus, der das Fäustchen ballen lässt.

SubwayToSally:An diesem Album sind die häuslichen Geister schon beinahe ausgestiegen. Der Song zeigt aber, dass man es mal wieder auflegen sollte. Mag zwar älteres Material lieber, aber das ist schon ziemlich gut.

ISAAC VACUUM:Post Rock ist ja nicht zwingend meins. Das hier kann aber einiges. Spannender Aufbau, warmes Klangbild, guter Sänger. Habe aber Angst, das andere Songs anstrengeder sein könnten.

SDI:Eieiei. Duracell-Hässchen im Moshpit! Kurzweilig, aber ich weiß nicht wie oft ich das kurzweilig finde. Hm …

SINNER:Oh, da hat aber jemand Led Zeppelin gehört. Es kashmirt ganz schön. Eigentlich ist das ganz gut, aber leider etwas zu lang.

SINEW:Das fängt gut an. Eine Spur zu leidend und jammernd, aber noch angeneh. Weshalb man die Stimmung durch so ein Herumgeschreie in der zweiten Hälfte kaputt macht, erschließt sich mir nicht. Da wäre mehr drin gewesen.

NOCTE OBDUCTA:Allein dieser kratzende Gitarrensound vermiest mir von Beginn an, mich länger damit beschäftigen zu wollen. Warum will man so klingen? Das erzeugt keinen Druck, ist nicht evil oder sonstwie eindrucksvoll? Dann kommt der "Gesang" und ich bin raus. Nein, ich höre natürlich weiter in der Hoffnung auch etwas positiv schreiben zu können, denn Zeit genug hat der Song. Leider sind aber auch die abgestoppten Passagen nicht gut. Sorry.
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Re: PMDCES - Teutonica - Diskussionsrunde

Beitragvon Holger Andrae » Samstag 10. April 2021, 00:00

Gruppe 7:

FIRE:Ein später Ausläufer von Megace, deren Klampfer hier federführend agiert. Hatten wir ja auch schon auf unserem Sampler. Eine Band, die sich viel vom NWoBHM inspirieren lässt, manchmal aber auch doomig oder psychedelisch spielt. Immer sehr melodisch und trotzdem ausreichend heavy. Obendrein mit Klamsi ein toller Sänger an Bord.

DOOMSHINE:Die deutsche Epik-Doom-Walze. Extrem toll. Ich hätte wohl den traurigen Engel gesetzt.

POISON:Da hatte ich nur das Demo und den Song auf dem "Teutonic Invasion"-Sampler. Aus den Augen verloren. Falscher Fehler, denn das bockt ungemein! Schöne Schwere, schöne Rumepligkeit. Brauch ich.

HEAVENS GATE:Das war mir damals zu bunt und unmettlisch. Heuet höre ich das in neutralem schwarz-weiß und es gefällt mir ziemlich gut.

RISK:Haben mich damals nie wirklich interessiert. Die Nummer ist aber toll. Schöner Abgeh-Metal.

MIDNIGHT PREY:Live war das toll. Die jungen Hüpfer sind so herrlich unbekümmert unterwegs und das hört man hier auch. Mit etwas weniger schiefem Gesang wäre das noch höher gelandet.

SEVENTH AVENUE:Ein bisschen zu gniedelig, aber durch die recht kraftvolle Klampfe doch noch gut konsumierbar

STORMWIND:Damals ein paar Mal in der Hand gehabt und nie gekauft. Ziemlicher dreister Accept-Klau, aber es macht Laune.

GRAUZONE:Herrlich.

ORDEN OGAN:Das plätschert an mir vorbei. Nett, aber leider nicht zwingend. Ist das der Grund, weshalb die Band angesagt ist? Sie eckt nicht an.
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Re: PMDCES - Teutonica - Diskussionsrunde

Beitragvon Peter Kubaschk » Samstag 10. April 2021, 00:25

Gruppe 5:
Ja, die ROUGH SILK ist bei mir richtig gut gealtert, das Album und der Nachfolger läuft auch immer mal wieder. SOULSPLITTER ist eine meiner Prog-Entdeckungen der letzten beiden Jahre. Wirklich tolles, sehr individuelles Album. KREATOR mit einem Klassiker, ANGEL DUST mit dem Beweis, dass ich mir das Frühwerk unbedingt anschaffen muss und EROSION mit feinem Brüllwürfel. Das ist alles ziemlich auf einem Niveau. ATLANTEAN KODEX mit einer guten Nummer und 'Kristallnaach' habe ich als Kid super gefunden. Das gibt Bonus. BEYOND THE BLACK wäre ohne diese völlig deplatzierten und übertriebenen Orchestrationen eigentlich ganz gut, aber das stört mich dann doch sehr. Bei MAYFAIR eine sehr merkwürdige Nummer genommen. Ein Song wie '3 Jahre zurück' wäre hier auf #3 gelandet, aber 'Phosphor' packt mich nullkommanull. Nur weil die Jungs so nett sind, gibt es nicht die rote Laterne. Die muss dann mein Namensvetter halten, wobei der Song ja sogar rockt.
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Re: PMDCES - Teutonica - Diskussionsrunde

Beitragvon salisbury » Samstag 10. April 2021, 10:34

Gruppe 5:

Sehr bunt gemixt Gruppe mit zwei meiner absoluten Lieblingsbands! MAYFAIR bei mir wie EROSION bei Holg, Jahrzehntelange Verbundenheit. 'Phoshor' ist mein liebster Song auf "Frevel", dem bislang einzigen MAYFAIR-Album, das nicht vollständig zündet. Aber der Song geht mir voll unter die Haut, ein bisschen wie 'Waterproof', ein weiterer eher schlichter Song, der bei mir weit oben auf der Liste steht.

Die BEYOND THE BLACK-Kommentare sind lustig (nur Frank liegt hier richtig :) ), aber natürlich völlig an meiner Hörrealität vorbei. Ich liebe die Band auf allen Ebenen, sie hat Herz und Hirn, ist perekt arrangiert, produziert und wunderbar orchestriert, so will ich das, so soll es sein, das ist mein Goldstandard. Ich mag auch das Video, und mit dem Wissen, wie viel Spaß Jennifer bei solchen Drehs hat schätze ich es sogar noch mehr. Und der Song? Den hab ich vor drei Tagen schon gehört und er geistert seitdem in meinem Kopf rum, was für ein Ohrwurm mal wieder! Wie eigentlich fast alle BTB-Songs.

Danach positionier ich ROUGH SILK, das Album steht auch bei mir im Regal, wurde damals als bestes SAVATAGE-Imitat gehandelt und deshalb allemal einen Kauf wert. Mochte ich auch, aber das lief wirklich schon ewig nicht mehr. Danke fürs Auffrischen.

SOULSPLITTER ist also eine kubische Nominierung? Das klingt sehr interessant und ich stehe auf eine Band, die teilweise ähnlich klingt, die Finnen MASTORD. Da müsste ich aber nochmals verifizieren. Mit etwas Fummelei könnt ich damit warm werden.

KREATOR-Songs haben an sich immer Top3-Potential, aber dieser hier ist niemals so hängen geblieben, auch jetzt nicht. Trotzdem cool.

BAP: gefällt mir, ich verstehe aber kaum was, warum ist mir dieser Dialekt so fremd? Niedecken ist ja an sich kein wirklich guter Sänger, aber ein super Beispiel, wie man trotzdem einzigartig sein kann. Vielleicht doch mehr BAP hören?

ANGEL DUST fängt super spannend an, aber dann geschieht das Gegenteil von BAP. Ottonormal-Thrashmetal-Gesang ohne Merkmal, das mir im Gedächtnis bleibt. Auch musikalisch verpufft die Wirkung des Intros, es rattert halt schnell durch; nette Soli

EROSION, sorry Holg, das ist zwar experimentell aber auch sehr zerfahren und der bellende Gesang läuft mir nicht rein

Dann ATLANTEAN KODEX. Den Songs habe ich bereits ein paar mal gehört oder angespielt, ich find den Harmonizer bei der tragenden Melodie immer noch irgendiwe verstimmt, da komme ich gar nicht klar. Dann ein bisschen simplifiziertes "Stairway To Heaven", irgendwie reingepastete Spoken-Word-Passagen und dann eben Auswalzung simpelster musikalischer Themen. Der Sänger gibt sich allergrößte Mühe, das zusammenzuhalten aber ich würde die paar guten Ideen grundlegend überabeiten wollen, eine Orchestrierung würde bei solcher Musik wohl auch nicht schaden. Nee, gemessen an dem, was über die Musik erzählt wird, bin ich einmal mehr unterwältigt, sorry an alle Fans hier.

Peter Maffey hab ich jetzt dreimal gehört, ich finde aber kein Bezug zu.
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Re: PMDCES - Teutonica - Diskussionsrunde

Beitragvon Eike » Samstag 10. April 2021, 12:04

Blautier mit Petersilie in den Ohren?
Der EROSION-Song ist doch recht eingängig, eigentlich.
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Re: PMDCES - Teutonica - Diskussionsrunde

Beitragvon Eike » Samstag 10. April 2021, 12:06

Gruppe XIV:


TOCOTRONIC - Ein leiser Hauch von Terror https://www.youtube.com/watch?v=TWJIewTmU8U

Windesrauschen zwischen Punk und Postrock, Schwelgerei und Schrammeligkeit, lässt sich lockerflockig weghören wie Radiopop, man kann aber aus den aufgerauhten Texturen auch immer wieder andere kleine Details heraushören, je nachdem worauf man gerade achtet. Oder man lässt sich einfach fallen in den Bewusstseinsstrom der Musik. Zeit verschwimmt. Ich kann dann nichtmal sagen, ob ich das Lied als langsam oder schnell empfinde. Es ist einfach da, geschieht und trägt. Irgendwie meditativ. Die Nachpunkmusik von TOCOTRONIC ist sowieso ein ziemlich eigener Kosmos, immer mal wieder gibt es Stilverschiebungen. "Schall & Wahn" insgesamt ist dabei als Album nochmal besonders abwechslungsreich geraten.


JAPANISCHE KAMPFHÖRSPIELE - Weiss https://www.youtube.com/watch?v=-qLv5xVQydU

Supereingängiger Industriefedergroove, spitzeckiges Gehacke, stumpfe Percussion, wüstes Grindcoregefauche, schwelgerischer Postblackmetal, alles einmal kurz auf höchster Geschwindigkeit durch den Smoothie-Mixer gejagt, abgeseit und schaumlos auf Eis serviert: Saisonhipsterpop für Modebewusste. Man muss nicht immer alles auf Teufel-komm-heraus sperrig verstellen. Manchmal tut es auch ein leicht komsumierbarer Parforceritt durch die Genres, so wie hier. Mehr Stilistiken aus dem weitschweifigen Fachbereich Getrümmer lassen sich in unter fünf Minuten kaum unterbringen, ohne dass es verkrampft oder zusammenhanglos wirkt. Hier passt alles. Klar mag das manchen Eingefleischten zu glatt produziert erscheinen, aber ich mag das genau so.


ACCEPT - London Leatherboys https://www.youtube.com/watch?v=LjvrLbmmi40

Gay Club Hymne! Ruppige aber irgendwie auch gemütliche Bassgrundierung sorgt für den Groove. Das Schlagzeug pumpt. Pulsierende Rhythmusgitarre, HERRLICH schneidende Leadgitarre pfeffert rein, der Gesang sitzt perfekt und peitscht die Stimmung auf: Man hört hier förmlich den Schweiß aus headbangenden Haarspitzen spritzen, Dirkieboys Geifer von den Fangzähnen tropfen. Regenschirmalarm in der ersten Reihe. Aber es ist ja auch London. Ein Hoch auf die Lederkerle. So muss das!


ANYONES DAUGHTER - Swedish Nights https://www.youtube.com/watch?v=SFGWRo3tuJg

Beginnt fast wie was von THE ALAN PARSONS PROJECT. Schöne Ballade. Hier mag ich trotz der durchgängigen relativen Höhe echt mal den Gesang. Typische Achtziger-Jahre-Ästhetik beim Schlagzeug, klingt natürlich heute sehr nostalgisch, passt hier aber rein. Musikarchäologen haben es dank 80s-Drum-Rolls echt einfach bei Datierungen. Bunt flirrende Keyboards in den emotional aufgekratzten Momenten, da funkeln dann fast schon Diskolichter, sonst eher dezent im Hintergrund, flächige, neblig-nächtlich-mystische Verklärung herbeizaubernd. Alles andere greift perfekt ineinander, trägt den gefühlvollen Gesang, ohne sich instrumental in den Vordergrund zu drängeln. Kein Egogewichse, reine Bandharmonie. Das ist fein, hübsch ohne Kitsch.


SOUL CAGES - The Narrow Path Of Truth https://www.youtube.com/watch?v=Sf8_Uw_xmFE

Heavy Metal vom Feinsten, mit goldener Gitarrenarbeit, entspanntem Bass und knackigen Drums. Der Gesang ist aufstrebend, was perfekt zum tragenden, positiv gestimmten Instrumentalfundament passt. Musik, die die Stimmung hebt. Angenehm melodisch, ohne die Rhythmik ins Gestampfe zu verbannen. Funktioniert prächtig. Der Gesang ist auch gut, wobei die Stimmlage nicht so ganz mein Fall ist. Aber sie stört auch nicht wirklich. (Wobei ich da möglicherweise überempfindlich bin: Es ist echt kurios, wie viele Mitforisten immer wieder beklagen, wenn es wo KEINEN Gesang gibt, ich aber am ehesten am Gesang herummäkele, wenn es welchen GIBT; für mich sind gerade menschliche Stimmen, wenn sie mir nicht ganz gefallen, der größte Stolperstein, wenn nicht gleich ein Ausschlusskriterium.)


AVANTASIA - The Seven Angels https://www.youtube.com/watch?v=kuQCeNyFr5c

(AVANTASIA, oha. Jetzt könnte es haarig werden... Ich muss eines selbstkritisch vorausschicken: Melodic Power Metal europäischer Prägung ist zum einen echt nicht mein Lieblingssubgenre. Zum anderen aber waren HELLOWEEN (später GAMMA RAY) gleich nach RUNNING WILD und JUDAS PRIEST (und kurz vor SAXON) Grundsteine meiner frühen Metalsozialisation. Dadurch, dass ich vor dem Aufkommen der Symphonic-"Mode" mich zunehmend aus diesen musikalischen Gefilden wegbewegte, ist meine Melodic Power Geschmacksprägung klangästhetisch extrem hängengeblieben auf Achtziger/Frühneunziger-Gewohnheiten. Will sagen: Ich stecke da voller horizontbeschränkter Vorurteile in einem Bereich, der mir ohnehin nicht mehr so viel gibt. Hinzu kommt, dass Sammet vor einer gefühlten Ewigkeit mal arg pikiert auf Kollegenschelte aus dem Hause powermetal.de reagierte. Alles längst übergrast, er scheint ja durchaus Humor zu haben, aber der Ersteindrucknist eben der Ersteindruck, und der war damals "eitler Pfau, der sich zu ernst nimmt". Aber ich bin gespannt, wie sein inzwischen Stammprojekt klingt. Früher war das ja noch "der von EDGUY". Wie gesagt: Ich bin da echt hängengeblieben... Bildet mich bitte weiter: Ist AVANTASIA eigentlich immer noch DAS Aushängeschild für Euro-Symphonic-Metal, oder habe ich eine weitere Entwicklung verpasst? So, nach langer selbstentschuldigender Vorrede nun aber endlich in den Erstkontakt:)

Mittelalterliches Flair, kraftvolles Pathos, hymnische Chöre, dicht gestaffelter Bombast, aber neben all dem den Song fast schon zukleisternden Epischen (jetzt auch noch Siebzigerjahreprogrickgeorgel, ernsthaft? Aber besser als die Schlagerchöre!) eben auch sägende Gitarren, klassischer Powermetal-Leadgesang, der mich nach all den Jahren immer noch abholt. Zieht man den genreinhärenten, natriumglutamatverstärkten Maismehltacosmitkäsigkeitsfaktor ab, bleibt ziemlich gut gemachte Musik zurück. Die Arrangements sind echt nicht von schlechten Eltern, songwriterisch insgesamt gut austarierte Elemente, auch wenn die für sich genommen zu weiten Teilen nicht (mehr / noch nie) mein Fall sind / waren. Teilweise groove ich gar unbefangen mit. Faustfaktor, Gniedelkathedralen und Theatralik halten sich die Waage. Prädikat: Zünftig! Und somit eine positive Überraschung. Ich sehe das jedenfalls vor der (soweit mir überhaupt noch bekannten) sinfonisch geprägten BLIND GUARDIAN-Phase. Es hat sogar eine gut integrierte kurze Jim Steinman/MEAT LOAF-Passage. Alles souverän durchkomponiert. So zogen diese episch balsamierten vierzehn Minuten doch recht kurzweilig vorüber. Keine Ahnung, wie schnell sich das abnutzt, aber für einmal passt es.


EXUMER - There Will Always Be Blood https://www.youtube.com/watch?v=bfLS5sV3qpU&list=OLAK5uy_lozawqntAJpn_76CyUyQILdBuJrx1ucRo&index=8

Höllisch geiler Groovethrash. Thrash mag ich am liebsten, wenn er bass- & mitten-lastig sowie punkig daherkommt. Oder gleich als schlingernder Speedmetal. Hier gibt es von jedem eine Prise. Der Geaang zieht es für mich wieder etwas runter, aber auch so ist das mindestens solide. Gute Abfahrten, schade dass ich keine Downhillskier mehr habe. Wobei ich eh aus der Übung bin, da flösse womöglich Blut, auch ohne gehörnten Skilehrer.


HARPYIE - Morgenstern https://www.youtube.com/watch?v=Wl7X57RyI00

Ein wenig Sympathie für den armen Teufel mit Vaterkomplex. Sehr gut gemacht, auch wenn es nicht ganz mein Stil ist.


UNDERTOW - I Turn To Youhttps://www.youtube.com/watch?v=E4Y9UB-ytf4

Das war im Original ein Song von einer der SPICE GIRLS. Eine von denen, ich meine Sporty, hatte ein Soloalbum ("Northern irgendwas"), das mir überraschend gut gefiel im Cornwall-Urlaub vor bald zwanzig Jahren. Ich musste, ehrlich gestanden, aber dennoch erstmal nachschlagen, von welchem der Gewürzmädels dieser Song hier ist. Und tatsächlich Mel C (Melanie Chisholm). Es gab ja noch Měl B, ich meine alias Baby Spice. Alles so lange her, man möge mir die Verwirrung nachsehen. Immerhin weiß ich noch, dass sich hinter Cronos ein Conrad Lang verbirgt alias: Mächtigste Stirn Britanniens. Aber ich schweife ab; zurück zur doomig gewürzten Coverversion: Sehr pathetisches Arrangement, aber geht klar. Nicht wirklich mein Ding. Die Bombastschiene ist bei mir inzwischen weitgehend durchgenudelt. Wer das Original hören mag: "Northern Star" heißt das Album (auch nachgeschlagen, immerhin stimmte Northern). Ich habe es als soliden Pop mit ausreichend Abwechslung zwischen den Songs in vager Erinnerung.


AT VANCE - Take Me Away https://www.youtube.com/watch?v=W1hikGcnzj4

Zu komprimiert und hastig vorangeballerte Produktion erstickt die angestrebte Epik im Keim, das matschige Schlagzeug stampft sich bisweilen in den Vordergrund, was nicht unbedingt hilft. Vielleicht sollte man die 45er auf 33 abspielen, aber ob das wirklich hülfe? Klingt mir zu teutonisch. Die Keyboards wirken wie nachträglich aufgesetzt, um Abwechslung vorzutäuschen. Dazu noch die ohnehin kitschige Hook durch gar zu arge Wiederholungstäterschaft übertötet. Obendrein in sterilen Plastikfoliensound eingewickelt. Klingt mir sehr nach Reißbrett fürs Fließband. Will sagen: Einfach so gar nicht mein Fall.


Eine starke Gruppe, bis auf das Schlusslicht lief mir alles ganz gut rein. Und selbst das erzeugt nicht direkt Ohrenkrebs, erhöht bloß das Risiko.
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Re: PMDCES - Teutonica - Diskussionsrunde

Beitragvon Eike » Samstag 10. April 2021, 12:14

*Conrad Lant, latürnich. Blöde Autokorrektur!
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Re: PMDCES - Teutonica - Diskussionsrunde

Beitragvon Pillamyd » Samstag 10. April 2021, 13:22

Runde 7

1. Stormwind – Breaker
Bekommt man das noch? Das würde ich mir auf der Stelle zulegen. Na ja, gut, wenn ich mein Budget nicht schon ausgeschöpft hätte.
Das strotzt ja nur so vor Energie. Kraftvoller Gesang, bratende Gitarren mit packenden Riffs. All das was das Heavy Metal Herz begehrt. Steht auf der Einkaufsliste.

2. Poison – Slaves Of The Crucifix
Mist! Darum wollte ich mich ja kümmern. Ja, kickt mich natürlich. Muss her. Danke fürs erinnern.

3. Doomshine - Waltzhalla
Immer wieder schön zu sehen, wie viel gutes Zeugs aus unserem Ländle kommt. Die hat ja erst die Marcel geordert. Und da ihm der Tipp vom Holger gegeben wurde, zähl ich 1 und 1 zusammen und sage, der Song kommt auch von Holger. Falls ich falsch liege. In Mathe war ich schon immer eine Niete.
Der Song macht einen reduzierten Eindruck. Das gefällt mir. Weil die Gitarre, die zum Solo ansetzt, so außerordentlich schmackhaft klingt, dass es eines beweist: Für gute epische Song muss er nicht zugekleistert werden. Das ist herrlich puristisch. Guter Song!

4. Grauzone – Wütendes Glas
Das sind doch die mit dem Eisbär Lied? Irgendwie hat der Song was. Gefällt mir auch um längen besser als der Eisbär Song. Das ist auf eine andere Art und Weise total punkig und bringt eine ganz eigenartige, graue Atmosphäre mit sich. Komische Vorstellungen, aber das hat was von grau-grauer Großstadt Atmosphäre der 80er. Zumindest stelle ich mir das vor. Hab ja zu der Zeit noch nicht gelebt. Ich mag den Song

5. Risk – Turn Back To Ecstasy
Tönt typisch 90er mäßig durch die Boxen. Ich finde den Song nicht schlecht. Gitarre klingt hervorragend wieder. Das Riff ist cool. Gefällt mir.

6. Midnight Prey – The Fall (Into The Atmosphere)
Sagt mir auch nichts. Hätte ich mir auch was anderes vorgestellt. Aber das klingt rein musikalisch gar nicht verkehrt. Gesangstechnisch ist das manchmal nicht ganz mein Fall. Aber die Ausrichtung macht mich neugierig. In dem Song gibt es einige Teile dir mir gut gefallen. Irgendwo ab Minute 3 wird es schwer und massiv und dann das Solo und der Song zu einem leichteren Rocker bis dieses schwere dann wieder einsetzt. Doch, das ist interessant. Neugierig macht mich jetzt, wie ein Song von denen mit deutschem Text klingt. Werde ich mir mal notieren. Klingt irgendwie wie ein verkopfter Sommersong.

7. Heavens Gate - Gate Of Heaven
Mir völlig unbekannt. Aber hey, der gefällt der Song. Aufregender Songaufbau. Starke Stimme. Wirkt zwar auch etwas hektisch, durch das Drumming, dass ja auf Vollgas geht. Der Refrain ist ein Ohrwurm. Zwar auch knapp an Kirmes dran, aber das passt diesmal.

8. Fire – Wakling On Bones
Bis der Song loslegt dauerts eine Weile. Zündet nicht komplett, dafür ist mir der Song hier etwas zu lang. Vor allem der Anfang zieht sich etwas. Dafür ist der Gesang sehr eigenständig und hat einige grandiose Momente. Wird aber leider keinen Platz weiter vorne einnehmen können bei mir.

9.Seventh Avenue – Levy Your Soul From Hate
Schmaler Grad zur Schunkelmusik. Mal abwarten was der Gesang bringt. Ist noch erträglich, wie ich finde. Es gibt einige gute Stellen. In den Tiefen gefällt mir der Gesang besser, als wenn er nach der Höhe strebt. Hmm…nun, überzeugt mich nicht ganz.

10. Orden Ogan – Winds Of Vale
Catchy Song. Etwas poppig im Refrain. Kurzer Rocker, der wenn er irgendwo ertönt man ihn ruhig laufen lassen kann. Aber im privaten Bereich würde ich das nicht hören. Dafür fehlen mir die Ecken und die Kanten in dem Song.


Irgendwie ist das die schwierigste Gruppe. In jeder Hinsicht. Die Platzierung war nicht so einfach. Sowohl bei den vorderen Plätze, als auch die hinteren.
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Re: PMDCES - Teutonica - Diskussionsrunde

Beitragvon Pillamyd » Samstag 10. April 2021, 13:32

Runde 8:

1.Vulture – Mailcious Souls
Song vom kommenden Album. Und ein Leckerbissen von einem Vorabhäppchen. Der Song knallt so unfassbar hart. Das hat Power, das hat Biss. So viel Geilheit in einem Song. Der Anfang, das Solo, die Stelle ab 2 Minute. Klar, das ist im Grunde nichts neues. Muss es aber nicht, weil Geil! Fertig.

2. Poverty’s No Crime – All Minds In One
Wow! Wunderschöner Song. Überragender Klangteppich, der mit knackigerer Produktion noch etwas mehr herausstechen würde. Kommt dieser Basspart, klingt das Schlagzeug in meinen Ohren besser als im restlichen Song. Hmm…egal, der Song ist spitze. Das muss ich mir notieren. Vielleicht wieder mal eine Progressive Metal Band die mir zusagt. In letzter Zeit sah es da recht mau aus bei mir. Aber wie gesagt, höchstinteressant und ich bin sehr angetan. Aiiii…der Schluss.

3. Lanfear – Enter Dystopia
Die haben sich letztes Jahr aufgelöst, stimmts? Warum eigentlich?
Habe ich mich nie richtig mit befasst. Der Song erweckt ferne Assoziationen zu Symphony X und Evergrey. Auch wenn da vielleicht die Keyboards anders eingesetzt werden. Manchmal blitzt das heraus finde ich. Vielleicht etwas direkter.

4. Life Artist – Follow The Trace To Shadowland
Liege ich arg falsch, wenn mir als erstes alte Fates Warning in den Sinn kommen? So um die „No Exit“ herum. Vielleicht. Der Gesang ist bei weitem nicht so stark. Trotzdem gefällt er mir, hat was von einer regnerischen Nacht und man kann nicht einschlafen. Das ist etwas, das mir im Kopf bleiben wird, weil der Song so fesselnd aufgebaut ist.

5. Blind Guardian – Imaginations From The Other Side
Ja kennt man, auch als Nicht-Fan. Zu Blind Guardian habe ich ein ähnliches Verhältnis wie zu Helloween. Das weiß manchmal ganz gut zu gefallen, aber dann gibt es doch wieder Songs die mir das madig machen. Da habe ich zum Beispiel diesen Song gehört und beschlossen mir die frühen Platten zuzulegen. Dann hör ich halt weiter und denke mir dann halt, dass es erstmal doch nicht so notwendig ist. Bei Helloween sind es die Zuckerwasser Refrains, bei Blind Guardian die überladende. Wobei ich das irgendwie dann doch gut finde. Aber hier solls um den Song gehen Herrgott!
Der gefällt mir wie man schon rauslesen konnte ziemlich gut, weil er einen spannenden Bogen hat und theatralisch aber nicht überladen wirkt. Da sind einfach viele gute Ideen gelungen zusammengefügt worden.

6. Der Weg Einer Freheit- Ruhe
Also ruhig ist da ja jetzt erstmal nichts. Man könnte jetzt meinen, dass ich den Song ganz bestimmt mag. Aber ich muss leider tatsächlich zugeben, dass der mir nicht viel gibt. Ja da ist alles dabei, was mir gefallen müsste. Aber ich finde nichts Besonderes dran. Das ballert gut durch. Aber ist der Song zu Ende bleibt nichts hängen. Schon vergessen.
Schade…

7. Long Distance Calling – Lines
Gesang? Ich dachte, das gibt’s bei der Band nicht? Na ja, man kann sich ja auch irren. Mit der Band bin ich nie warm geworden. Der Song ist mit Sicherheit nicht schlecht. Vor allem, weil er ja auch ganz schön schnell wird im Refrain. Transparente Produktion wie man sie von modernen Progressive Rock/Metal Bands her kennt. Damit tu ich mich ja total schwer. Ja, der Song ist gut. Wie gesagt, der Refrain hauts raus. Aber ist ja auch eine Ausnahme der Song. Ohne Gesang wäre mir das wahrscheinlich nicht aufgefallen.

8. Mob Rules – Secret Signs
Sicherlich nicht schlecht gemacht. Aber das finde ich langweilig. Sowohl im Gesang als auch die Musik.

9. Totenmond – Schiff Ahoi
Die kenne ich nur vom Namen her. Aber ist schon Ewigkeiten her. Gefällt mir nicht. Der Gesang kommt mir irgendwie protzig vor. Die Musik hat nichts Besonderes zu berichten. Das ist mir zu eintönig mit einer komischen Attitüde, von der ich nicht weiß, wie ich sie einordnen soll.

10. Schwanensee – Halluzination
Gibt mir gar nichts.
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Re: PMDCES - Teutonica - Diskussionsrunde

Beitragvon Holger Andrae » Samstag 10. April 2021, 13:40

Eike hat geschrieben:Blautier mit Petersilie in den Ohren?
Der EROSION-Song ist doch recht eingängig, eigentlich.

Hab schon extra den Melodie-Hit ausgewählt.
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