hölgs 100 Lieblingsalben von Bands außerhalb seiner Top 100

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Re: hölgs 100 Lieblingsalben von Bands außerhalb seiner Top

Beitragvon Martin van der Laan » Mittwoch 7. Februar 2024, 20:24

Auch wenn schon fast alles gesagt ist hier: Dieses CIVIL DEFIANCE-Album ist eine der spannendsten, schillerndsten und großartigsten Metal-Wundertüten aller Zeiten. Es setzt irgendwie Fragen von "Geschmack" oder so fast außer Kraft, weil es so einzigartig und rätselhaft ist, weil es einfach nur fasziniert... und mich persönlich auch maximal begeistert. Und ja, ihr solltet alle viel mehr PHILM hören!! 8-)
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Re: hölgs 100 Lieblingsalben von Bands außerhalb seiner Top

Beitragvon Rüdiger Stehle » Sonntag 17. März 2024, 22:28

Hier desgleichen:

Ich fände diese persönlichen Retrospektiven in der "Rockbar" besser aufgehoben.

Wenn daher für dich okay, würde ich den Thread hinüberschieben. Aber die Entscheidung überlasse ich gerne dir.


Zum CIVIL DEFIANCE-Thema:

Letzte Woche fiel mir bei meinem Händler die Debüt-EP in die Hände. Da ich die Songs auf dem Album mit drauf habe, habe ich das erst einmal zurück gestellt. Gibt es außer dem Sammeln an sich einen guten Grund, auch die EP zu haben? Besserer Sound, andere Versionen?
alias Hugin der Rabe.
Ravnen fra steinfjellet.
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Re: hölgs 100 Lieblingsalben von Bands außerhalb seiner Top

Beitragvon Holger Andrae » Sonntag 17. März 2024, 22:31

Nein, alles identisch.
Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
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Re: hölgs 100 Lieblingsalben von Bands außerhalb seiner Top

Beitragvon Holger Andrae » Sonntag 13. Oktober 2024, 22:19

Nach einer ungeplant langen Pause will ich hier dann doch mal anknüpfen. Wir waren noch immer beim "C". Nach dem Ausritt über den großen Teich zu CIVIL DEFIANCE begeben wir uns nun nach Europa. Genauer gesagt in die Schweiz. Musikverständige Menschen ahnen, welche Band nun folgen muss. Die Rede ist selbstverständlich von CELTIC FROST. Aus irgendeinem heute nicht mehr klar nachzufolgenden Grund habe ich sowohl HELLHAMMER wie auch "Morbid Tales" und "Emperors Return" erstmal ignoriert. Wahrscheinlich war es mein Fokus auf die Rotzbatzen aus Übersee und eventuell sogar auch die teils weniger guten Reviews aus den wenigen Magazinen. Aus heutiger Sicht war das natürlich kompletter Schmonzes, denn auf der Suche nach immer heftigerem Stoff, wäre ich da ja genau an der richtigen Adresse gewesen. Aber nun, immerhin habe ich mit "To Mega Therion" in Onkel Toms' Hütte gefunden und war sofort komplett fasziniert. Schon dieses sensationelle Artwork war so magisch, da kam damals für mich nur "Melissa" drüber. Da ich mich da auch noch nicht für Filme interessiert habe, hatte ich auch wenig Ahnung von H.R. Giger. Es ging halt immer "nur" um Musik. Ich hatte natürlich ebenfalls nicht mitbekommen, dass Martin Eric Ain kurz vor den Aufnahmen zu dem Album zum ersten Mal ausgestiegen war und man mit Dominic Steiner einen schnellen Ersatz für die Aufnahmen geholt hatte. Dass Tom mit dem finalen Ergebnis nicht so ganz zufrieden war, ist dadurch belegt, dass auf den späteren Wiederveröffentlichungen die EP-Versionen der drei von Martin für die nachfolgende "Tragic Serenades"-EP aufgenommenen Songs fürs Album verwendet wurden. Diese Versionen sind dann auch deutlich druckvoller als die Album-Fassungen der Songs. Zur Musik an sich muss ich in diesem Forum wohl relativ wenig schreiben, denn CELTIC FROST ist wohl heute Allgemeinwissen. Man kann das nicht mögen, aber der ich denke, es ist ebenfalls anerkannt, dass diese Band ein wichtige Wegbereiter für alles Dunkelbunte in unserer Musik war. Der Gitarrensound von Tom ist ebenso ikonisch wie das "Ugh" aus des Meisters Kehle. Die Songs sind allesamt kraftvoll, auf den Punkt mitreißend, treibend, ultimativ finster und effektiv. Vergleichbar mit VOIVOD kann man auch bei CELTIC FROST in den ersten Jahren eine stetige Progression hören, ohne dass die Band ihren Stil vergisst. Das kam später. Highlights auf dem Album sind ohne nachzudenken der Klassiker 'Circle Of The Tyrants', 'The Usurper' und 'Jewel Throne', die allesamt durch röhrendes Riffing überzeugen. Mein ganz persönlicher Favorit ist das mystisch schaurige Abschluss-Monument 'Necromatical Screams'. Angefangen vom herrlich dröhnenden Bass über die Kesselpauken und die ersten Gehversuche Klassik als Stilelement einzuarbeiten, haben wir es nach meinen Himbeerohren zu urteilen mit einem der gruseligsten Metalsongs überhaupt zu tun. Die Backing Vocals addieren einen wunderbaren Schaudereffekt. Heute zählt die Band wie auch alles was im neuen Jahrtausend dazu kam für mich zum ultimativen Schwarzwurzel-Ohrgasmus. Und das aus den Fingern eines Bunthörers. Ganz wichtige Band für mich (geworden).

Bild

https://www.youtube.com/watch?v=E9UMIQmlLxw

https://www.youtube.com/watch?v=7kRgKW3w240
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Re: hölgs 100 Lieblingsalben von Bands außerhalb seiner Top

Beitragvon Holger Andrae » Donnerstag 28. November 2024, 11:58

Ein weiteres Album, welches auch von mir immer wieder vergessen wird, ist das nachfolgende. Die geschmackssicheren Ohren von Pille haben es vor einigen Monaten auch bereits hier ins Forum gewuchtet. Die Rede ist vom 91er Longplayer der Band CYCLONE TEMPLE "I Hate Therefore I Am". So hasserfüllt wie der Titel vermuten lässt, ist die gebotene Musik aber gar nicht. Die Band, die zu ¾ aus ZNÖWHITE-Mitgliedern besteht – lediglich Sängerin Nicole Lee, die danach bei SENTINEL BEAST zu hören war, ist nicht dabei – bietet kraftvollen Thrash, der eigentlich im Mainstream erfolgreich sein könnte. Aber: Der Konjunktiv-Alarm schlägt mal wieder zu. Trotz erstklassiger Produktion, die auch nach heutigen Maßstäben noch kraftvoll und transparent aus den Boxen brät, einem Sänger, der diese Bezeichnung auch verdient und Songs, die abwechslungsreich, treibend und gleichzeitig auch sensationelle Hooks aufweisen, kennt kaum jemand dieses Album. Wie oben schon geschrieben, läuft es auch bei mir manchmal zu lange gar nicht. Habe ich es dann aber mal am Haken, wandert es lange nicht zurück ins Regal. Songs wie das eröffnende 'Why', welches mit seinem Mörder-Riff unwillkürlich klar macht, mit welcher Energie hier musiziert wird, müssten heute eigentlich als Klassiker des Genres gelten. Warum das nicht so ist, werden wir wohl nur schwer erraten können. Gleiches gilt für die melancholische Kraft-Ballade 'Sister (Until We Meet Again)'. Der Entenparka darf bereit gelegt werden.
Was ich auf diesem Album besonders atemberaubend finde, ist das unfassbar effektive Riff-Massaker von Greg Fulton, der einem Jon S. in Nichts nach steht, hier aber einfach mal die griffigeren Songs gebastelt bekommt. Einfach mal die Ohren in 'In God We Trust' hinein halten und spüren, was es heißt, wenn 1 Million Hornissen durch Deine Muscheln zirpsen. Unglaublich mit welcher Präzision hier getackert wird. Obendrein klingt das Album auch nach heutigen Maßstäben noch extrem "fett", ohne dabei den Hörer zu erschlagen. Die Dynamik ist enorm und die Hooks sind effektiv. Ein ewiges Rätsel, weshalb die Band mit so einem Monsteralbum nicht bekannter geworden ist.

Bild

'Why'
https://www.youtube.com/watch?v=eOcmqvKaytg&list=PL6BBhHA7VSvX5gg68OIyVKP_5tmfaejfC&index=1

'Sister'
https://www.youtube.com/watch?v=Si5i7azaLkM&list=PL6BBhHA7VSvX5gg68OIyVKP_5tmfaejfC&index=2
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Re: hölgs 100 Lieblingsalben von Bands außerhalb seiner Top

Beitragvon Jhonny » Donnerstag 28. November 2024, 20:19

Irgendwann muss ich das Album mal mitnehmen.
Wenn so viele geschmackssichere Ohren das schätzen und auch die Anspieltipps jedes Mal positiv munden, dann ist es wohl einfach gut.
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Re: hölgs 100 Lieblingsalben von Bands außerhalb seiner Top

Beitragvon Pillamyd » Donnerstag 28. November 2024, 21:19

Wie angemerkt, habe ich ja auch schon etwas zu diesem Album geschrieben.
Deswegen bleibt mir in dem Fall nur zu sagen:

Hört auf den Mann!
Er hat nämlich in allen Punkten recht!!! :dafuer:
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Re: hölgs 100 Lieblingsalben von Bands außerhalb seiner Top

Beitragvon Jhonny » Donnerstag 28. November 2024, 22:10

Pillamyd hat geschrieben:Wie angemerkt, habe ich ja auch schon etwas zu diesem Album geschrieben.
Deswegen bleibt mir in dem Fall nur zu sagen:

Hört auf den Mann!
Er hat nämlich in allen Punkten recht!!! :dafuer:


Ich erinnere mich - daher sprach ich ja nicht nur von zwei geschmackssicheren Ohren, sondern von vielen ;-)
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Re: hölgs 100 Lieblingsalben von Bands außerhalb seiner Top

Beitragvon frankjaeger » Freitag 29. November 2024, 09:30

Oh, CYCLONE TEMPLE, ja. Geht mir ähnlich, die ist klasse, aber irgendwie greife ich immer daran vorbei. Seltsam.
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Re: hölgs 100 Lieblingsalben von Bands außerhalb seiner Top

Beitragvon Holger Andrae » Donnerstag 5. Dezember 2024, 16:10

Beim Buchstaben "C" kommt natürlich ein Album, welches nur nicht (mehr) in meinen Top 100 ist, weil ich mich dort (fast) auf Heavy Rock beschränkt habe. Würde ich heute wohl nicht mehr machen, da es mehr eine Art von Selbstschutz war, da ich mich sonst noch schlechter auf 100 Alben hätte beschränken können. Diese Scheibe hier hat mich im Jahr 2001 so sehr am emotionalen Schlawittchen gehabt wie selten ein Album. Anfang der 2000er war mein Leben von einigen massiven Veränderungen gekennzeichnet und da kam ein Album, welches textlich so viel Tiefe bietet, einfach goldrichtig. Die Rede ist von "And No More Shall We Part" von NICK CAVE & The BAD SEEDS. Erste, eher flüchtige Kontakte zur Musik des australischen Dunkelmans' hatte ich – wie wohl die meisten anderen auch – durch seine wundervolle Kollaboration mit Kylie Minogue. Die Schöne und das Biest quasi. Der Song wanderte damals tatsächlich als Maxi-Single in die Sammlung, irgendwann folgte die Scheibe "Murder Ballads", die ich heute ebenfalls sensationell finde. Aber zurück zu "And No More Shall We Part". Die Grundstimmung des Albums wird schon durch die Farbgestaltung des Artworks klar: Es ist nachdenklich, melancholisch und auch zynisch. Die Songs sind zumeist von Nicks' Piano-Melodie getragen, steigern sich oftmals in der zweiten Hälfte durch den massiven Einsatz von schrammelnden Gitarren, der völlig fantastisch eingesetzten Violine und Gospel-artigen Chorgesängen, die tief unter die Haut gehen. Genau dies wäre auch meine Kurzbeschreibung zu diesem Album: Es geht tief unter die Haut. Sogar ein vermeintlich schmalziger Song wie 'Love Letter' ist genau das nicht: schmalzig. Nick schafft es nämlich immer Emotionen so zu beschreiben, dass man als Zuhörer automatisch eine persönliche Beziehung aufbauen kann. "I kiss the cold, white envelope
I press my lips against her name; Two hundred words. We live in hope;The sky hangs heavy with rain" *seufz* Zumeist hat man aber das Gefühl, er hätte eine Rechnung mit Gott offen, so düster, wie er mit dem "göttlichen Wortschatz" umgeht. Als Beispiele seien hier 'Hallelujah" und 'God Is In The House' genannt, die eher mal teuflisch toll denn himmlisch heiß sind. Auch 'Oh, My Lord' geht in diese wunderbare Richtung. Die Bildsprache ist beinahe unheimlich, so direkt wie sie ist. Mein persönliches Highlight ist aber 'Fifteen Feet Of Pure White Snow', welches textlich so herrlich beklemmend ist, man möchte mit einem grantigen Eisbären kuscheln. Das dazu gehörige Video ist schon von der Farbgebung her passend. Die frühen 70er Jahre lassen grüßen. Grobe Körner, Braunstichigkeit, alles wirkt leicht schmodderig. Völlig geil.
Bild

https://www.youtube.com/watch?v=-9_WVhF5JKE
https://www.youtube.com/watch?v=4sfhvxTZ0wo
https://www.youtube.com/watch?v=QnbJbWA-n_s
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