I.
Cowboy Junkies - Dragging Hooks (River Song Trilogy, Part III)
Die Geschichte eines Flusses, die Geschichte verlorener Leben, die Geschichte trauernder Angehöriger, die Geschichte der Suche, das ewige Fließen des Flusses, die Wiederkehr der Tragödien, atmosphärisch fließend in einen Song gegossen. Besser geht nicht.
II.
Straight Shooter - Frame Of Mind
Musikalisch epischer Synthiehardrock - das ist ja mal cool!

Kauzige Stimme dazu, und schon hat man mich im Sack. Das groovet, das schwebt, das knödelt, das ist knorke. Dieses hypnotisch mäandernde Gitarren-Rhythmus-Geflecht mit Synthiegeschwurbel und Neonechobeat im Hintergrund, dieser langsam brennend sich durch den Song röhrende rote Faden, diese schwummrige Bassline, das staubig-nostalgische Achtzigerrockflair, die zunehmend herandämmernde nächtliche Atmosphäre, das sublime On-the-road-to-eternity-feeling, einfach alles schlägt mich in seinen Bann. Ein tolles Gesamtpaket und für mich die Top-Überraschung aus dieser Runde!

Holg, gehst Du da mit?
III.
The Butterfly Effect - World's On Fire
Kubi hat ja manchmal einen komischen (schwer verortbaren) Geschmack, aber hier war mir klar, dass er das mögen würde. Ich mag es auch. Das hat so frühRADIOHEADsche Anwandlungen, dazu dann dieses STARSAILORsche Sonnenuntergangspathos, vermutlich handelt es sich bei THE BUTTERFLY EFFECT ebenfalls um eine englische/britische Band, oder? Das hat diese großmalerische Inselmelodieseligkeit, finde ich. 'World's On Fire' - schon der Titel ist episch. Der Basslauf, die hinzukommenden Bläser, das himmelhochlodernde Lick dazu, dramatische Steigerung par excellence. Erinnert auch an AMPLIFIER, damit ist "Kubirock" hier festzementiert. Ich persönlich liebe ja auch die jazzige Coda zum vorangegangenen Auflodern, welche hier als Bridge dient, bevor der zärtelnde Abgesang wieder einsetzt. Ganz große Klasse! Und latürnich auch episch.
IV.
Running Wild - Treasure Island
Letztes RUNNING WILD-Album, das mir als ganzes gefiel, in prägenden Metal-Jahren, daraus der Titelsong, dann auch noch zu Stevensons Schatzinsel, den muss ich einfach gut finden, geht doch gar nicht anders. Auch nach Jahren noch trifft das meinen epischen Metalnerv, mit Ohrwurmrefrain zum Mitschunkeln. Hoch den Jolly Roger!
V.
Turisas - The March Of The Varangian Guard
Nochmal epischer Schunkelmetal, aber diesmal als heroischer Marsch präsentiert. Ja, das kann was: Faustfaktor!
VI.
Kamelot – Memento Mori
Nicht meine Baustelle, aber passend umgesetzt, und etwas episch.
VII.
Shawn Phillips - Little Tin Soldier
Guter Song, von einem mir bislang gänzlich unbekannten Künstler, könnte aber ein wenig mehr Pathos vertragen.
VIII.
Jag Panzer - The Moors
Mit den mittelalterlich angehauchten Passagen darf man mir gerne kommen, aber der eierverklemmte Stampfemetal dazwischen ist mir zu bierzeltig.

Oh nein, jetzt bin ich so ein humorloser Metalelitist geworden...
IX.
Omnia - The Raven
Poes Rabe in episch? Dann lieber von THE ALAN PARSONS PROJECT, da
(art-)rockt das nämlich: "Nevermore!"
X.
Queensrÿche - Roads To Madness
QUEENSRŸCHE-Fan war ich noch nie. Harter Stein mit etwas Metallüberzug. Die Gitarrenarbeit könnte es episch werden lassen, dann zerkratzt der spitze Gesang das wieder. So bleibt das für mich auch wieder im leicht belanglosen Ganz-nett-Bereich stecken.
Music is the only religion that delivers the goods.
(Frank Zappa * 21.12.1940 - 4.12.1993)