hölgis höxt subjektive Momentaufnahme

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Re: hölgis höxt subjektive Momentaufnahme

Beitragvon Siebi » Freitag 13. September 2013, 00:13

Rüdiger Stehle hat geschrieben:... Mich hat das Ding einfach ausflippen lassen, und zwar so richtig, wie es mir seit dem Abebben der Zweiten Welle nicht mehr passiert ist. Völlig krass...

... und vollkommen gut so. Mir gibt der Lord des Stahls, wie Du hinlänglich weißt, rein gar nix, hat aber wieder mehr Songs weniger Plastikoper zu vermelden. Gut so.

Das Irre dran, Warrel Danes Soloscheibe war nicht mal meinTop One-Album im Jahre 2008, ist aber seitdem so MÄCHTIG gewachsen, einfach unglaublich berührend. Da habe ich stellenweise Pippi in den Augen. Schlägt für mich nahezu den kompletten Nevermore-Katalog, deren ersten drei Scheiben plus EP ich vergöttere. Das will was heißen.
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Re: hölgis höxt subjektive Momentaufnahme

Beitragvon Peter Kubaschk » Freitag 13. September 2013, 00:18

Bei mir passiert das auch schon noch. Selten zwar, aber seit Erstellung der Top100 hier, hat sich COG in die Top10 katapultiert, während Biffy Clyro, die neue Threshold, The Intersphere oder The Gracious Few zumindest in die Top100 kommen würden.
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Re: hölgis höxt subjektive Momentaufnahme

Beitragvon salisbury » Freitag 13. September 2013, 00:24

Rüdiger Stehle hat geschrieben:Ja, aber die "romantische Verklärung" kann man ja nicht mal eben so weglassen, sondern die ist ja Teil unserer selbst. Wenn ich die Top-100 nominiere, dann denke ich ja nicht drüber nach, welches Album vielleicht musikalisch und kompositorisch genauso gut ist wie "King Of The Dead" oder "Hail To England", sondern ich suche nach den 100 Alben, die mich in meinen Grundfesten erschüttern, die ich im Schlaf mitsingen kann, die mein musikalisches Leben bestimmen. Und das haben ab 2000 vielleicht noch drei Alben oder so geschafft. Ich finde das nicht gut, aber ich fürchte, dass es so ist. Muss echt mal wieder versuchen, eine Liste zu machen, um das zu überprüfen.


Wie soll man auch ein solches Album noch finden, wenn man seit Jahren monatlich mindestens 25-30 neue Alben mit neuer Information aufnimmt und damit die Zeit fehlt, die Musik wirklich an sich heran zu lassen. Was anderes als ein Album einer alten und heiss geliebten Lieblingsband kann da noch den Hörrhythmus durchbrechen? Ist es nicht eigentlich total sick, was wir hier machen? Diueser dauerhafter Musikmassenkonsum? Kann sich da überhaupt der Geschmack noch entwickeln? Oder sortiert man nicht alles schon nach wenigen Minuten in die Schubladen "mein Ding" und "nicht mein Ding"? Verliert man vielleicht über die Jahre das wunderbare Gefühl, sich von Musik total verzaubern zu lassen? Ich frage mich das auch immer wieder selber und - toi toi toi finde doch immer wieder Zeux, das mich grenzenlos begeistert. Sowas darf man nicht verkommen lassen!
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Re: hölgis höxt subjektive Momentaufnahme

Beitragvon Rüdiger Stehle » Freitag 13. September 2013, 00:26

Oliver Passgang hat geschrieben:
Rüdiger Stehle hat geschrieben:Bei mir ist es tatsächlich der "doofe" Herr vom Stahl, der bei mir emotionale Regungen ausgelöst hat, die ich wirklich nicht mehr für möglich gehalten habe. Dabei soll der ja total schlecht sein, wenn man den anderen glauben mag. Mich hat das Ding einfach ausflippen lassen, und zwar so richtig, wie es mir seit dem Abebben der Zweiten Welle nicht mehr passiert ist. Völlig krass...

Irgendwie interessant, da du dem Album nicht die Höchstnote gegeben hast, anderen in den letzten Jahren hingegen schon.

Dafür gibt es zwei Gründe:

Zum einen habe ich nicht die finale Version sondern den Vorab-Rough-Mix besprochen, bei dem noch einige wichtige Zutaten fehlten (Leadgitarren, auskomponierte Enden), und zum anderen eben das auf der Band lastende Erbe. Meine selbst gewählte 10er-Definition ist ja, dass ein Album für 10 Punkte mich zum einen so begeistern muss, dass es Album des Jahres werden kann, und dass es zum anderen auf Augenhöhe mit den Highlights der jeweiligen Band ist. Da war halt der "Lord..." in der "Hammer Edition" eben mit zwei Problemen belastet, auch wenn er die Frage nach dem potentiellen Album des Jahres aus dem Stand positiv verbescheiden konnte:

1. Aus der Tatsache, dass es der Rough Mix war, ergab sich, dass die Band selbst noch eine bessere Version dieses Albums liefern würde.

2. Für eine Band wie Manowar ist es nahezu unmöglich, mit einem neuen Werk nochmals die Qualität abzuliefern, wie sie es in den Achtzigern am Fließband tat.

Damit ist eben die 10 nicht möglich gewesen, auch wenn mich das Album subjektiv völlig umgehauen hat. Da ist dann so ein Rest von objektivierender Bewertung erhalten geblieben, vor allem wohl auch, weil ich beim Rezensieren eben noch nicht wissen konnte, wie nachhaltig mich das beeindrucken wird. Im Endeffekt würde ich heute der finalen Version im Zweifel die 10 geben, obwohl die ersten sieben Alben noch viel, viel besser sind. Aber die sind dann halt bei 27/10 oder 37/10... :grins:
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Re: hölgis höxt subjektive Momentaufnahme

Beitragvon Rüdiger Stehle » Freitag 13. September 2013, 00:27

salisbury hat geschrieben:
Rüdiger Stehle hat geschrieben:Ja, aber die "romantische Verklärung" kann man ja nicht mal eben so weglassen, sondern die ist ja Teil unserer selbst. Wenn ich die Top-100 nominiere, dann denke ich ja nicht drüber nach, welches Album vielleicht musikalisch und kompositorisch genauso gut ist wie "King Of The Dead" oder "Hail To England", sondern ich suche nach den 100 Alben, die mich in meinen Grundfesten erschüttern, die ich im Schlaf mitsingen kann, die mein musikalisches Leben bestimmen. Und das haben ab 2000 vielleicht noch drei Alben oder so geschafft. Ich finde das nicht gut, aber ich fürchte, dass es so ist. Muss echt mal wieder versuchen, eine Liste zu machen, um das zu überprüfen.


Wie soll man auch ein solches Album noch finden, wenn man seit Jahren monatlich mindestens 25-30 neue Alben mit neuer Information aufnimmt und damit die Zeit fehlt, die Musik wirklich an sich heran zu lassen. Was anderes als ein Album einer alten und heiss geliebten Lieblingsband kann da noch den Hörrhythmus durchbrechen? Ist es nicht eigentlich total sick, was wir hier machen? Diueser dauerhafter Musikmassenkonsum? Kann sich da überhaupt der Geschmack noch entwickeln? Oder sortiert man nicht alles schon nach wenigen Minuten in die Schubladen "mein Ding" und "nicht mein Ding"? Verliert man vielleicht über die Jahre das wunderbare Gefühl, sich von Musik total verzaubern zu lassen?

Du hast mit allem zu 100% Recht, was du hier sagst.
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Re: hölgis höxt subjektive Momentaufnahme

Beitragvon salisbury » Freitag 13. September 2013, 00:32

Noten sind eben nur Momentaufnahmen und sowieso sind sie Teil des krankhaften aber nicht vermeidbaren Systems, Kunst mithilfe einer Zahl von 1-10 zu kategorisieren. Ich hab den Eindruck, viele Leute schauen viel zu genau auf diese dumme Zahl :pissedoff:
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Re: hölgis höxt subjektive Momentaufnahme

Beitragvon Rüdiger Stehle » Freitag 13. September 2013, 00:36

salisbury hat geschrieben:Noten sind eben nur Momentaufnahmen und sowieso sind sie Teil des krankhaften aber nicht vermeidbaren Systems, Kunst mithilfe einer Zahl von 1-10 zu kategorisieren. Ich hab den Eindruck, viele Leute schauen viel zu genau auf diese dumme Zahl :pissedoff:

Und schon wieder hast du Recht.
:schade:
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Re: hölgis höxt subjektive Momentaufnahme

Beitragvon salisbury » Freitag 13. September 2013, 00:38

Rüdiger Stehle hat geschrieben:
salisbury hat geschrieben:Noten sind eben nur Momentaufnahmen und sowieso sind sie Teil des krankhaften aber nicht vermeidbaren Systems, Kunst mithilfe einer Zahl von 1-10 zu kategorisieren. Ich hab den Eindruck, viele Leute schauen viel zu genau auf diese dumme Zahl :pissedoff:

Und schon wieder hast du Recht.
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(((((Klammermassaker)))))

Beitragvon Feamorn » Freitag 13. September 2013, 00:50

salisbury hat geschrieben:Noten sind eben nur Momentaufnahmen und sowieso sind sie Teil des krankhaften aber nicht vermeidbaren Systems, Kunst mithilfe einer Zahl von 1-10 zu kategorisieren. Ich hab den Eindruck, viele Leute schauen viel zu genau auf diese dumme Zahl :pissedoff:


Ich erinnere mich noch lebhaft, wie es die Noten hier noch nicht gab. Ich habe tatsächlich mehr gelesen, glaub ich.
Zudem führen die Noten dazu, dass Reviews im Zweifel kürzer ausfallen, als ohne Note, weil die Note ja schon viel sagt. (Das beziehe ich ausdrücklich nicht auf irgendwelche Reviews hier, ist nur so ein allgemeiner Eindruck von zahllosen (gefühlten) 5-Zeilen-"Reviews", die ich in meinem Leben gesehen habe.)
Tatsächlich achte ich auf Noten nur, wenn ich den Rezensenten wirklich gut kenne und damit weiß, was die Note für mich heißt (weshalb ich den Soundcheck hier auch immer nur sehr selektiv "scanne", die Gesamtnote ist fast egal). (Insofern ist auch Werbung, wie "Drölfzig / Drölfzig Punkte bei Super-Duper-Magazin" total für die Katz.)
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Re: hölgis höxt subjektive Momentaufnahme

Beitragvon Rüdiger Stehle » Freitag 13. September 2013, 01:13

Noten sind Fluch und Segen. Die Super-Duper-Werbung hält sich in Grenzen, aber die Noten erlauben halt das aus meiner Sicht für uns und die Leser immer noch sehr spannende Soundcheck-Spielchen. Und sie sorgen natürlich immer wieder für Feedback, Diskussionen etc..., das man ohne Noten (leider) nicht hätte.

Was mich dann als Schreiber aber immer wieder ärgert, ist, dass sich Leute an einer aus ihrer Sicht zu guten oder zu schlechten Note für Band XY maßlos aufgeilen können, aber gar nicht wirklich gelesen haben, was wir denn zur Begründung der Note geschrieben haben, und die nicht begreifen wollen, dass wir unsere Noten als rein subjektiven Geschmacksübereinstimmungsquotienten definiert haben.

Die Beobachtung, dass Noten zu kürzeren Reviews führen (könnten), habe ich bisher nicht gemacht, aber du hast ja unser Magazin im Bezug auf die These ausgenommen, und da ich keine anderen Magazine regelmäßig lese, kann ich dazu nicht sagen. Bei mir wurden die Rezis durch die Notengebung eher noch länger, weil ich jetzt ab und zu noch ein bis zwei Sätze brauche, um eine Note zu begründen, die früher natürlich nicht notwendig waren.


Aber wir sind halt schon wieder meilenweit off-topic, was?
Sorry Hölgi!
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