Szene 7: Der Gefahr gewahr geworden, flight die Seele, doch sie wird gejagt. Gnadenlos übers Feld, für immerEin Rauschen steigt aus dem Boden empor und zum Rascheln der Blätter stimmen sich unheilvolle Geräusche hinzu, die dem Knarzen von Sargdeckeln ähneln. Brutale Stimmen schlagen mir entgegen, unmenschlich und urwüchsig. Ich suche mit meinen Augen die Umgebung ab, aus denen diese schrecklichen Laute zu kommen scheinen, doch aus einer tiefen Dunkelheit kann ich nichts warhnehmen. Zögerlich bewege ich mich Schritt für Schritt rückwegs, doch jede Bewegung fällt mir schwer und eine unsichtbare List scheint sich an meine Beine zu klammern. Ich taste mich an kalten Baumstämmen entlang, versuche möglichst keine Geräusch zu verursachen. Im unentwegten Geäst entdecke ich ein schwarze Gebilde, dass sich stoisch und unentwegt auf mich zubewegt.
Szene 8: Ihrer Schwäche langsam gewahr, ist die Seele dem Angriff schutzlos ausgesetzt. Er bricht über sie herein.Mein Herz beginnt zu rasen und reflexartig drehe ich mich um und beginne zu rennen. Die Äste peitschen sich mir ins Gesicht, die Grashalme schlängeln sich um meine Beine. Der Boden scheint unter der Wucht meiner Schritte zu beben, Steine rollen sich mir in den Weg. Um mich herum nimmt schwarzer Nebel die Luft an. Mit langen Armen umschlingt er meinen Körper, fesselt ihn, hält ihn fest. Meine Versuche mich aus seiner Gewahrsam zu befreien schlagen fehl. Ich falle gen Boden und versinke in der Dunkelheit.
Szene 9: Unfähig zur Gegenwehr, vergraben in sich selbst, sehnt sich die Seele nach ErlösungBewusstlos tanzen die Gedanken in meiner gedämpften Wahrnehmung. Erinnerungsfetzen meiner Existenz spielen eine zusammenhangslose Symphonie. Plötzlich gewahr der bevorstehenden endlosen Tortur und Folter, erfüllt mich ein tiefer Wunsch nach Erlösung und dem finalen Ableben. << Ich wäre besser dran, tot zu sein >>, stetig hämmert sich dieser Gedanke in mein Gehirn. Immer wieder kreisen sich diese wenigen Worte in meinem Kopf. Doch plötzlichen zerschneiden diese mit einer Intensität alle Nerven und Sinne und vibrieren durch meinen Körper. Weit reisse ich meine Augen auf und gleissendes Licht taucht in mich ein.
Und damit auch noch mitmachen dürft, hier einige Impressionen ohne Fantasie und Story:
1. Recht traditioneller Metal, der mit einem sich einstimmenden Streichorchester eingeleitet wird und anschliessend dieses Orchester in Kombination mit Stormgitarren darbietet. Die Symphonie hält nur kurz, bis der Song in ein recht simples Riff mündet und munter treibend rockt. Der Gesang hat mich leicht an Rob Halford zu seinen besten (also frühen) Zeiten erinnert. Kennen sicher einige hier
"I am the master of disguise
I can see you watching from the corner of my eyes
I am the master of disguise
and I am dressed to kill tonight"
Gegen Ende darf auch nochmal das Orchester das fröhliche Treiben unterstützen. Ich muste spickseln, weil ich tatsächlich Judas Priest dahinter vermutet habe. Ist es nicht, aber die Band ist einigen bekannt und wird auch geliebt

2. Das Stück beginnt mit einer Spieluhr und schlägt 80er/90er Progrockige Pfade ein. Ein omnipräsenter MARILLION-Einfluss sowohl im Gesang als auch in der instrumental Darbietung kann wohl nicht geleugnet werden. Kurz hatte ich eines der späteren Werke von DARK QUARTERER im Verdacht, doch das würde ich eher ausschliessen, da die instrumentalen Fähigkeiten der Italiener wohl ein bisschen höher einzuschätzen sind. Textlich verstehe ich von dem Geknödel leider recht wenig. Der Song ist recht abwechslungsreich, nie wirklich hart, aber doch klar im Grenzbereich Rock und Metal einzuordnen. Schweres Ding, faszinierend, aber sperrig.
3. Hier beginnt das Stück mit Flageolets über sparsamer und Reverb-lastiger Instrumentierung. Von der Harmonik erinnert mich das Stück manchmal an "Wish You Were Here", auch wenn die romantische Ader hier nicht ganz so ausgeprägt ist und deutlich düsterer vorgetragen wird. Wenn die Band generell im Psychedelic Rock wildern würde, würde mich das nicht weiter verwundern, aber der treibende Charakter des Schlagzeugs würden auch gut zu einer Metalband passen, die auch ruhige Töne anschlägt. Dafür sprechen auch die intensiven Schreie gegen Ende des Songs. Leider versteht man den Herren Sänger recht schwer, nur Textfetzen finden den Weg in meine Ohrmuschel "I know I'm wondering'. Gefällt mir sehr gut, bin gespannt wer dahinter steckt.
4. Sanftes Gitarrenzupfe, eine extrovertierte und wohlgelernte Sängerstimme setzt mit ein und auch Streicher stimmen in die Reigen ein. "Child of the dark summer skies, I hear you calling, Child of the dark summer skies, your day is dawning". Auch hier könnte es eine härtere Band sein, die auch mit ruhigen Tönen umgehen kann. Auch das hier gefällt mir ganz ausgezeichnet.
5. Und das ist wohl mein Highlite der ersten CD. Abermals ein ruhiger Beginn mit zaghaften, abgedämpften Akkorden. Ein sehr präsentes, wundervoll produziertes Schlagzeug setzt gleichzeitig mit einem hohen, aber maskulinen Sänger ein. Das Schlagzeug deutet schon an, dass hier dynamisch noch einige Luft nach oben ist. Stromgitarren unterstützen rhythmisch das Geschehen und eine (vermutlich per EBow gespielte) Lead-Gitarre kleidet das Stück in melancholische Federn. Wenn die Stromgitarren präsenter werden, steigt der Gesang in noch höhere, engelsgleiche Gefilde ohne an ihrer Intesität zu verlieren. Mit dem treibenden Rhyhtmus setzen auch wieder die Leadgitarren ein, die sich traumhaft um das rhythmische Muster weben und einen dicken Klangteppich fädeln, der vor Intesität zu bersten droht. Gegen Schluss hin nimmt das alles noch gehörig an Fahrt auf. Richtig Metal ist es eigentlich nicht, aber eine gewisse Grundhärte ist nicht von der Hand zu weisen. Wunderbarst.... wird sobald ich den Interpreten kenne, verhaftet.
6. Hier geben die Stromgitarren wieder die Marschrichtig vor. Eindeutig Metal. Treibender 16tel-Rhythmus in den Gitarren, das Schlagzeug akzentuiert die Riffs gekonnt. Brüllwürfel, aber der guten Sorte. Ist wohl Thrash. Textlich verstehe ich nur einzelne Silben. Hier kann ich keine Hilfestellung geben. Auch wenn mir das hier eigentlich gut gefällt, fehlt mir das Vokabular und das Ohr das adäquat zu beschreiben. Die Beschreibung könnte wohl auf so ziemlich alle Songs in dem Genre zutreffen

Enden tut das Song mit einem Bassriff und Schlagzeug und einer fiesen Gitarren-Feedback-Orgie. Vielleicht hilft das noch jemandem.
7. Morbide, sumpfige Riffs setzen ein, aber auch die gezupfte Akustikgitarre darf phasenweise dieses Horrorbild untermalen. Eine Sprechstimme setzt ein, bis mächtiges Grollen klarmacht: Hier gehts um Death Metal. Und zwar der langsamen Sorte. Nicht schleppend, aber brutal walzend. Die Geschwindigkeit wechselt während des Songs. Ich tippe ganz stark auf einen skandinavischen, mindestens europäischen Vertreter des Genres. Grooven tut es, aber nicht modern; ziemlich oldschooles Geholze. "In Blood we drown". Keine Doublebass, aber hin und wieder mit einsetzenden Melodiebögen. Wenn ich Death Metal mag, dann diese Sorte.
8. Schneidende, höhenlastige Gitarrenriffs, zunächst solo, dann mit Blastbeats und aggressiven Kreischgesang. Wohl in den 90ern anzuordnen. Keine Pause, hier wird zwar nicht in Überlichtgeschwindigkeit geholzt, aber doch auf hohem Tempo. Besonders gut gefällt mir der Sänger, der versucht sein Gekrächze nicht monoton wirken zu lassen, sondern schon fast eine melodische Komponente hineinbringt. Verstehen tue ich ihn leider nicht, scheint englisch zu sein, immerhin kommt bei meinem Ohr an, was nach "fucking lie" und "time to kill" klingt

Besonders cool sind die hin und wieder einsetzenden klassichen Metal-Leads, die das ganze nicht in monotonem Gerausche enden lassen. Gefällt mir.
9. Ein anderes Highlite. Abermals ein ruhiger Beginn mit sanftem, aber anspruchsvollen Fingerpicking auf der Akustikgitarre. Sehr düster, erneut ein fantastischer Sänger, der scheinbar seine Stimme komplett in Griff hat. " I can find the tunnel, i can find my way, don't know if i see tomorrow, or the rest of the day, i can't raise my hand, maybe i'm better off dead". "Better off dead", so heisst vermutlich auch der Song, denn das ist die omnipräsente Message dieses Songs, die der Sänger sehr eindringlich seinem Hörer ans Herz legt. Im eben jenem Refrain setzen auch die Stromgitarren ein, die Akustikgitarre spielt aber eine stets wichtige Rolle in diesem Stück. Abermals sehr intensiv, abermals sehr toll. Abermals Pflichtkauf.
Akt 2 folgt dann im nächsten Jahr.